Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

109. Das Brechmittel

Die Ärzte, ihr Mönche, verordnen Brechmittel, um die durch Galle, Schleim und Körpergase entstandenen Krankheiten zu heilen. Solche Brechmittel gibt es, ihr Mönche, und nicht behaupte ich etwa, daß es so etwas nicht gebe. Doch solche Brechmittel, ihr Mönche, wirken das eine Mal, und das andere Mal nicht. Ich aber, ihr Mönche, will euch eine Art von Brechmittel weisen, das stets wirkt und nie versagt, ein Mittel, demzufolge die der Geburt, dem Altern und dem Sterben unterworfenen Wesen von Geburt, Altern und Sterben erlöst werden; ein Mittel, demzufolge die dem Kummer, Jammer und Schmerz, der Trübsal und Verzweiflung unterworfenen Wesen von Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung Erlösung finden. Und worin, ihr Mönche, besteht jenes edle Brechmittel?

  1. Der recht Erkennende, ihr Mönche, hat die verkehrte Erkenntnis ausgespien
  2. der recht Gesinnte die verkehrte Gesinnung
  3. der recht Redende die verkehrte Rede
  4. der recht Handelnde die verkehrte Handlungsweise
  5. der rechten Lebensunterhalt Erwerbende den verkehrten Lebensunterhalt
  6. der recht Strebende das verkehrte Streben
  7. der recht Achtsame die verkehrte Achtsamkeit
  8. der recht Gesammelte die verkehrte Sammlung
  9. der recht Wissende das verkehrte Wissen
  10. der recht Befreite hat die verkehrte Befreiung ausgespien.

Und die vielen üblen, unheilsamen Dinge, die zufolge verkehrter Befreiung entstehen, auch diese hat er ausgespieen; und auf Grund rechter Befreiung gelangen viele heilsame Dinge zur vollen Entfaltung.