Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

24. Trug und Wirklichkeit

Einst weilte der Erhabene bei Sahājāti im Lande der Cetier. Da nun sprach der ehrwürdige Mahā-Cunda zu den Mönchen:

„Da, ihr Brüder, behauptet ein Mönch, wenn er von Erkenntnis spricht: ‚Ich kenne diese Lehre und verstehe sie!‘ Da behauptet ferner ein Mönch, wenn er von geistiger Entfaltung spricht: ‚Ich habe den Körper gemeistert, habe die Sittlichkeit entfaltet, den Geist entfaltet, die Weisheit entfaltet.‘ Oder er behauptet, wenn er von beidem, der Erkenntnis und der Geistesentfaltung, spricht: ‚Ich kenne diese Lehre und verstehe sie. Ich habe den Körper gemeistert, habe die Sittlichkeit entfaltet, den Geist entfaltet, die Weisheit entfaltet.‘

Wenn nun aber, Brüder, diesen Mönch Gier, Haß, Verblendung, Zorn, Wut, Verkleinerungssucht, Herrschsucht, Geiz, übler Neid und übler Ehrgeiz beherrschen, so hat man von ihm zu wissen: ‚Nicht erkennt dieser Verehrte derart, daß ihn aufgrund dieser Erkenntnis keine Gier mehr ankommt; daher eben beherrscht die Gier diesen Verehrten. Nicht erkennt dieser Verehrte derart, daß ihn aufgrund dieser Erkenntnis nicht mehr Haß, Verblendung, Zorn, Wut, Verkleinerungssucht, Herrschsucht, Geiz übler Neid und übler Ehrgeiz ankommen; daher eben wird er davon beherrscht.‘

Gleichwie da, ihr Brüder, ein Unbemittelter sich als bemittelt ausgibt, ein Unbegüterter als begütert, ein Armer als reich; und bei irgendeiner eintretenden Geldangelegenheit nicht imstande ist, Geld oder Getreide, Silber oder Gold zur Verfügung zu stellen, da weiß man von ihm: ‚Obwohl dieser Verehrte unbemittelt ist, gibt er sich als bemittelt aus; obwohl er unbegütert ist, gibt er sich als begütert aus; obwohl er arm ist, gibt er sich als reich aus. Dieser Verehrte ist ja bei einer eintretenden Geldangelegenheit nicht imstande, Geld oder Getreide, Silber oder Gold zur Verfügung zu stellen.‘ Ebenso auch (ist es mit jenem Mönch).

Da, ihr Brüder, behauptet ein Mönch, wenn er von Erkenntnis spricht: ‚Ich kenne diese Lehre und verstehe sie!‘ Da behauptet ferner ein Mönch, wenn er von geistiger Entfaltung spricht: ‚Ich habe den Körper gemeistert, habe die Sittlichkeit entfalte den Geist entfaltet, die Weisheit entfaltet.‘ Oder er behauptet, wenn er von beiden der Erkenntnis und der Geistesentfaltung, spricht: ‚Ich kenne diese Lehre und verstehe sie. Ich habe den Körper gemeistert, habe die Sittlichkeit entfaltet, den Geist entfaltet, die Weisheit entfaltet.‘

Wenn nun aber, ihr Brüder, Gier, Haß, Verblendung, Zorn, Wut, Verkleinerungsucht, Herrschsucht, Geiz, übler Neid und übler Ehrgeiz diesen Mönch nicht beherrschen, so hat man von ihm zu wissen: ‚Dieser Verehrte erkennt derart, daß ihn aufund dieser Erkenntnis nicht mehr Gier, Haß, Verblendung, Zorn, Wut, Verkleinengssucht, Herrschsucht, Geiz, übler Neid und übler Ehrgeiz ankommen; und daher eben wird er nicht mehr davon beherrscht.‘

Gleichwie da, ihr Brüder, ein Bemittelter sich als bemittelt bezeichnet, ein Beehrter als begütert, ein Reicher als reich; und bei irgendeiner eintretenden Geldangelegenheit wohl imstande ist, Geld oder Getreide, Silber oder Gold zur Verfügung zu stellen, da weiß man von ihm: ‚Weil eben dieser Verehrte bemittelt ist, bezeichnet er sich als bemittelt; weil er begütert ist, bezeichnet er sich als begütert; weil er reich ist, bezeichnet er sich als reich. Dieser Verehrte ist ja bei einer eintretenden Geldangelegenheit wohl imstande, Geld oder Getreide, Silber oder Gold zur Verfügung zu stellen.‘ Ebenso auch, ihr Brüder, (ist es mit jenem Mönch).“