Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

26. Des Herzens Frieden

Einst weilte der ehrwürdige Mahā-Kaccāna im Lande der Avantier auf dem Runden Berge bei Kuraraghara (Falkenheim). Da kam die Laienjüngerin Kālī aus Kuraghara zum ehrwürdigen Mahā-Kaccana, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach sie zum ehrwürdigen Mahā-Kaccāna also: „Dies, o Ehrwürdiger, hat der Erhabene auf die Fragen hinsichtlich der Töchter (Maras) erwidert:

‚Als ich die Heerschar, die so lieblich schöne,
hatt‘ überwunden und ich einsam aussann
des Heils Erringung und des Herzens Frieden,
ja, da erkannte, da erschaute ich mein Glück.
Drum wähl‘ ich keinen Menschen mir zum Freunde,
mach‘ keinen Menschen zum Genossen mir‘.

„Wie aber, o Ehrwürdiger, hat man den Sinn dieser kurzen Worte des Erhabenen ausführlich zu verstehen?“

—„Einige Asketen und Priester, o Schwester, die die Erreichung der Erdallheit (pathavī-kasina) als Höchstes betrachten, haben dieses Ziel erreicht. Das Höchste aber, o Schwester, das es bei der Erreichung der Erdallheit gibt, das hat der Erhabene erkannt. Und in dieser Erkenntnis hat der Erhabene den Genuß dabei gesehen, hat das Elend gesehen, hat die Entrinnung gesehen und hat den Erkenntnisblick erlangt hinsichtlich des rechten und verkehrten Pfades. Als er aber Genuß, Elend und Entrinnen (dabei) sah und den Erkenntnisblick erlangte hinsichtlich des rechten und des verkehrten Pfades, da erkannte er die Erreichung des Ziels und des Herzens Frieden.

Einige Asketen und Priester, o Schwester, die die Erreichung der Wasserallheit—der Feuerallheit—der Windallheit—der Allheit Blau—der Allheit Gelb—der Allheit Rot—der Allheit Weiß—der Raumallheit—der Bewußtseinsallheit als das Höchste betrachten, haben dieses Ziel erreicht. Das Höchste aber, o Schwester, das es bei der Erreichung (dieser Allheiten) gibt, das hat der Erhabene erkannt. Und in dieser Erkenntnis hat der Erhabene den Genuß dabei gesehen, hat das Elend gesehen, hat die Entrinnung gesehen und hat den Erkenntnisblick erlangt hinsichtlich des rechten und verkehrten Pfades. Als er aber Genuß, Elend und Entrinnen dabei sah und den Erkenntnisblick erlangte hinsichtlich des rechten und verkehrten Pfades, da erkannte er die Erreichung des Ziels und des Herzens Frieden.

So, o Schwester, hat man den Sinn jener kurzen Worte des Erhabenen ausführlich zu verstehen.“