Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

47. Anlässe für gute und böse Tat

Eistmals weilte der Erhabene im Großen Walde bei Vesalī, in der Halle des Giebelhauses. Dort nun sprach Mahāli der Licchavier zum Erhabenen also:

„Was ist wohl, o Herr, der Anlaß, was der Grund für die Ausübung und Begehung böser Tat (kamma)?“

  • „Gier, Mahāli, ist ein Anlaß, Gier ist ein Grund für die Ausübung und Begehung böser Tat;
  • Haß ist ein Anlaß,
  • Verblendung ist ein Anlaß,
  • unweise Erwägung ist ein Anlaß,
  • ein falsch gerichteter Geist ist ein Anlaß.

Dies, Mahāli, sind die Anlässe, dies sind die Gründe für die Ausübung und Begehung böser Tat.“

„Was aber, o Herr, ist der Anlaß, was der Grund für die Ausübung und Begehung guter Tat?“

  • „Gierlosigkeit, Mahāli, ist ein Anlaß, Gierlosigkeit ist ein Grund für die Ausübung und Begehung guter Tat;
  • Haßlosigkeit ist ein Anlaß,
  • Unverblendung ist ein Anlaß,
  • weise Erwägung ist ein Anlaß,
  • ein recht gerichteter Geist ist ein Anlaß.

Dies, Mahāli, sind die Anlässe, dies sind die Gründe für die Ausübung und Begehung guter Tat.

„Würden nämlich, Mahāli, in der Welt diese zehn Dinge nicht anzutreffen sein, so möchte man weder einen sittenlosen, unrechtlichen Wandel kennen, noch einen sittlichen und rechtschaffenen Wandel. Da aber, Mahāli, diese zehn Dinge in der Welt anzutreffen sind, so kennt man eben einen sittenlosen, unrechtlichen Wandel, wie auch einen sittlichen und rechtschaffenen Wandel.“