Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

71. Aller Wünsche Erfüllung

(Im Jetahain.)

Seid vollkommen in der Sittlichkeit, ihr Mönche, vollkommen in der Ordenssatzung, seid gezügelt in der Ordenssatzung, vollkommen in Wandel und Umgang, und vor den geringsten Vergehen euch scheuend, übet euch in den Sittenregeln, die ihr auf euch genommen habt!

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch von meinen Ordensbrüdern geliebt und geschätzt, geachtet und geehrt werden!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch Gewand, Almosenspeise, Lagerstatt und die nötigen Heilmittel und Arzneien erhalten!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchten doch denen, deren Gewänder, Almosenspeise, Lagerstatt und Arzneien ich benutze, diese Gaben hohen Lohn und Segen bringen!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte doch den Geistern meiner abgeschiedenen Blutsverwandten, die meiner in Liebe gedenken, dies zu hohem Lohn und Segen gereichen!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch zufrieden sein mit jeder Art Gewand, Almosenspeise, Lagerstatt und Arznei!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch Kälte und Hitze, Hunger und Durst geduldig ertragen und standhaft bleiben bei boshaften und gehässigen Redeweisen, bei entstandenen körperlichen Gefühlen, bei schmerzhaften, scharfen, stechenden, bitteren, unliebsamen, unangenehmen und lebensgefährdenden!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch Lust und Unlust bemeistern, mögen Lust und Unlust mich nicht beherrschen, und möge ich die aufsteigende Lust und Unlust jedesmal überwinden können!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „>Ach, möchte ich doch Furcht und Angst bemeistern, mögen Furcht und Angst mich nicht beherrschen, und möge ich die aufsteigende Furcht und Angst jedesmal überwinden können!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch der vier Vertiefungen, der erhaben-geistigen, gegenwärtiges Glück bringenden, nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig werden!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein. Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: „Ach, möchte ich doch durch Versiegung der Triebe, die von Trieben freie Geisteserlösung und Weisheitserlösung noch bei Lebzeiten selber erkennen, verwirklichen und mir zu eigen machen!“, so soll er eben die Sittenregeln erfüllen, die innere Geistesruhe pflegen, nicht die Vertiefung vernachlässigen, den Hellblick gewinnen und ein Bewohner einsamer Behausungen sein.

„Seid vollkommen in der Sittlichkeit, ihr Mönche, vollkommen in der Ordensatzung, seid gezügelt in der Ordenssatzung, vollkommen in Wandel und Umgang, und vor den geringsten Vergehen euch scheuend, übet euch in den Sittenregeln, die ihr auf euch genommen habt!“—was so gesagt wurde, wurde eben mit Rücksicht hierauf gesagt.