Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

8. Vollkommenheit im Mönchstum

Ist da, ihr Mönche, ein Mönch voller Vertrauen, aber ohne Sittlichkeit, so ist er in dieser Hinsicht noch unvollkommen. Diese Eigenschaft muß er daher zur Vollkommenheit bringen und danach trachten: ‚Ach, möchte ich doch neben dem Vertrauen auch Sittlichkeit besitzen!‘ Wenn er aber neben dem Vertrauen auch noch Sittlichkeit besitzt, so ist er in dieser Hinsicht vollkommen.

Ist da, ihr Mönche, ein Mönch,

  • vertrauensvoll und sittenrein,
  • hat aber kein großes Wissen
  • ist aber kein Verkünder der Lehre
  • besucht nicht die Versammlungen
  • besucht wohl Versammlungen, trägt aber dort nicht mit Unbefangenheit die Lehre vor
  • ist kein Kenner der Ordenszucht
  • ist aber kein Waldeinsiedler, der abgeschiedene Behausungen bewohnt
  • wird aber nicht nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit der vier Vertiefungen teilhaftig, der erhaben-geistigen, gegenwärtiges Glück bringenden
  • gewinnt aber nicht durch Versiegung der Triebe, noch bei Lebzeiten, die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend,

so ist er in dieser Hinsicht noch unvollkommen.

Diese Eigenschaft muß er daher zur Vollkommenheit bringen und danach trachten: ‚Ach, möchte ich doch auch durch Versiegung der Triebe, noch bei Lebzeiten, die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung gewinnen, sie selber erkennend und verwirklichend!‘ Wenn er aber dann auch die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung gewinnt, so ist er auch in dieser Hinsicht vollkommen.

Mit diesen zehn Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, leistet der Mönch allseits Genüge, ist er in jeder Weise vollkommen.