Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

87. Gründe für Liebe und Achtung

Dort nun wandte sich der Erhabene mit Rücksicht auf den Mönch Kālaka an die Mönche:

Da, ihr Mönche, ist der Mönch streitsüchtig, lobt nicht die Schlichtung der Streitigkeiten. Daß aber, ihr Mönche, der Mönch streitsüchtig ist, nicht die Schlichtung der Streitigkeiten lobt, das ist eine Eigenschaft, die nicht zur Freundschaft, Achtung und Ehrfurcht, nicht zur Eintracht und Einigkeit führt.

Ferner, ihr Mönche, ist der Mönch

  • nicht schulungseifrig, lobt nicht den Schulungseifer
  • er besitzt üblen Ehrgeiz
  • ist voll Zorn
  • Verkleinerungssucht
  • Herrschsucht
  • Gleisnerei,
  • lobt nicht deren Überwindung;
  • er hat kein Interesse an den Lehren, lobt nicht das Interesse an den Lehren
  • ist nicht abgeschieden, lobt nicht die Abgeschiedenheit
  • ist nicht freundlich gegen seine Ordensbrüder, lobt nicht die Freundlichkeit.

Daß aber, ihr Mönche, der Mönch nicht freundlich ist gegen seine Ordensbrüder, nicht die Freundlichkeit lobt, das ist eine Eigenschaft, die nicht zur Freundschaft, Achtung und Ehrfurcht, nicht zur Eintracht und Einigkeit führt.

Mag da, ihr Mönche, ein solcher Mönch auch noch so sehr wünschen: ‚Ach, möchten mich doch meine Ordensbrüder schätzen und würdigen, achten und ehren!‘, seine Ordensbrüder schätzen und würdigen, achten und ehren ihn eben nicht. Und warum nicht? Weil, ihr Mönche, die verständigen Ordensbrüder merken, daß jene üblen, unheilsamen Eigenschaften in ihm noch nicht geschwunden sind.

Es ist damit genauso wie mit einem ungebärdigen Roß, ihr Mönche. Mag dieses auch noch so sehr wünschen: ‚Ach, möchten mich doch die Menschen an einem würdigen Platze einstellen, mir würdiges Futter reichen und mir würdige Reinigung zuteil werden lassen!‘, die Menschen aber stellen es eben nicht an würdigem Platze ein, reichen ihm kein würdiges Futter und lassen ihm keine würdige Reinigung zuteil werden. Und warum nicht? Weil, ihr Mönche, verständige Menschen merken, daß jenes hinterlistige, versteckte, tückische und unaufrichtige Wesen in ihm noch nicht geschwunden ist.

Da aber, ihr Mönche, ist ein Mönch nicht streitsüchtig, und er lobt die Schlichtung von Streitigkeiten—er ist schulungseifrig, lobt den Schulungseifer—er ist bedürfnislos und lobt die Überwindung anspruchsvollen Wünschens—er ist ohne Zorn, ohne Verkleinerungssucht, ohne Herrschsucht, ohne Gleisnerei und lobt deren Überwindung—er hat ernstes Interesse an den Lehren und lobt solches Interesse—er ist abgeschieden und lobt die Abgeschiedenheit—er ist freundlich gegen seine Ordensbrüder und lobt die Freundlichkeit gegen sie. Daß aber, ihr Mönche, der Mönch freundlich ist gegen seine Ordensbrüder und die Freundlichkeit gegen sie lobt, das ist eine Eigenschaft, die zur Freundschaft, Achtung und Ehrfurcht, zur Eintracht und Einigkeit führt.

Mag da, ihr Mönche, ein solcher Mönch auch nicht den Wunsch hegen: ‚Ach, möchten mich doch meine Ordensbrüder schätzen und würdigen, achten und ehren!‘, seine Ordensbrüder werden ihn doch eben schätzen und würdigen, achten und ehren. Und warum? Weil, ihr Mönche, die verständigen Ordensbrüder merken, daß in ihm jene üblen, unheilsamen Eigenschaften geschwunden sind.

Es ist damit genauso wie mit einem guten, edlen Roß. Mag dieses auch nicht den Wunsch haben: ‚Ach, möchten mich doch die Menschen an einem würdigen Platze einstellen, mir würdiges Futter reichen und mir würdige Reinigung zuteil werden lassen!‘, die Menschen lassen ihm eben doch alles dies zuteil werden. Und warum? Weil, ihr Mönche, verständige Menschen merken, daß jenes hinterlistige, versteckte, tückische und unaufrichtige Wesen in ihm geschwunden ist.