Aṅguttara Nikāya

Das Elfer-Buch

11–12. Rechte Betrachtungen für Hausleute I II

Einst weilte der Erhabene im Lande der Sakyer, im Feigenbaumkloster (Nigrodharama) bei Kapilavatthu. (Zusatz in Text 12: Damals nun war gerade der Sakyer Mahānāma von einer Krankheit genesen.) Zu jener Zeit aber waren zahlreiche Mönche damit beschäftigt, für den Erhabenen Gewänder anzufertigen; denn, wenn die Gewänder fertig waren, wollte sich der Erhabene, nach Ablauf der drei Regenmonate, auf die Wanderung begeben. Der Sakyer Mahānāma erfuhr dies und begab sich zum Erhabenen. Dort angelangt begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach er zum Erhabenen also:

„Erfahren habe ich, o Herr, daß zahlreiche Mönche damit beschäftigt sind, für den Erhabenen die Gewänder anzufertigen, und daß der Erhabene, wenn die Gewänder fertig sind, nach Ablauf der drei Regenmonate, sich auf die Wanderung begeben will. Die wir, o Herr, uns mit vielerlei Dingen beschäftigen, welche Beschäftigung ziemt sich wohl für uns?“

„Recht so, recht so, Mahānāma! Gut steht es euch edlen Söhnen an, daß ihr zum Vollendeten kommt und ihn darüber befragt. Der Vertrauensvolle, Mahānāma, ist erfolgreich, nicht der Vertrauenslose; der Willensstarke ist erfolgreich, nicht der Träge; der Achtsame ist erfolgreich, nicht der Unachtsame; der Gesammelte ist erfolgreich, nicht der Ungesammelte; der Weise ist erfolgreich, nicht der Unweise. Sobald du aber, Mahānāma, in diesen fünf Eigenschaften gefestigt bist, magst du weiterhin noch sechs Dinge entfalten.

Da, Mahānāma, magst du des Vollendeten gedenken: ‚Dies, wahrlich, ist der Erhabene; er ist der Heilige, Vollkommen Erleuchtete, der im Wissen und Wandel Bewährte, der Gesegnete, der Kenner der Welt, der unvergleichliche Lenker führungsbedürftiger Menschen, der Meister der Götter und Menschen, der Erleuchtete, der Erhabene. Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger des Vollendeten gedenkt, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts des Vollendeten ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(Text 11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung über den Erleuchteten.

(Statt des letzten Abschnittes steht in Text 12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung über den Erleuchteten üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.

(11 & 12:) Fernerhin, Mahānāma, magst du der Lehre gedenken: „Wohl verkündet ist vom Erhabenen die Lehre; sie ist klar sichtbar, unmittelbar wirksam, einladend: ‚Komm und sieh‘!‘, zum Ziele führend, den Verständigen, jedem für sich, verständlich.“ Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger der Lehre gedenkt, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts der Lehre ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung über die Lehre.

(12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung über die Lehre üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.

(11 & 12:) Fernerhin, Mahānāma, magst du der Mönchsgemeinde gedenken: ‚Gut wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, gerade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, auf dem rechten Pfade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen; geziemend wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, als da sind: die vier Paare der Heiligen, die acht Arten der Heiligen. Dies ist die Jüngergemeinde des Erhabenen. Würdig ist sie des Opfers, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, der beste Boden in der Welt für gute Werke.‘ Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger der Mönchsgemeinde gedenkt, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts der Mönchsgemeinde ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung über die Mönchsgemeinde.

(12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung über die Mönchsgemeinde üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.

(11 & 12:) Fernerhin, Mahānāma, magst du der eigenen Sitten gedenken, der ungebrochenen, unverletzten, unbefleckten, unverdorbenen, befreienden, von Verständigen gepriesenen, die unbeeinflußbar sind und die geistige Sammlung fördern. Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger der Sittlichkeit gedenkt, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts der Sittlichkeit ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung über die Sittlichkeit.

(12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.

(11 & l2:) Fernerhin, Mahānāma, magst du der eigenen Freigebigkeit gedenken: ‚Heil mir! Gut hab‘ ich‘s getroffen, daß ich inmitten der vom Laster des Geizes umsponnenen Menschheit mit einem vom Laster des Geizes freien Herzen im Hause lebe, freigebig, mit offenen Händen, zum Geben geneigt, den Bedürftigen zugetan, am Austeilen von Gaben Freude habend.‘ Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger der Freigebigkeit gedenkt, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts der Freigebigkeit ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung der Freigebigkeit.

(12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung üben; beim Stehen magst du sie üben; beim Sitzen magst du sie üben; beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.

(11 & 12:) Fernerhin, Mahānāma, magst du der Gottheiten gedenken:

  • ‚Es gibt da die vier Großen Götterkönige,
  • es gibt die Götter der Dreiunddreißig,
  • es gibt die Yama-Götter,
  • die Seligen Götter,
  • die schöpfungsfreudigen Götter,
  • die über die Erzeugnisse anderer verfügenden Götter,
  • die Götter der Brahmawelt,
  • und es gibt noch Götter darüber hinaus.

Das Vertrauen, von dem erfüllt jene Gottheiten, von hier abgeschieden, dort wiedererschienen sind, ein solches Vertrauen eignet auch mir. Die Sittlichkeit—das Wissen—die Freigebigkeit—die Weisheit, von der erfüllt jene Gottheiten, von hier abgeschieden, dort wiedererschienen sind, solche Sittlichkeit, solches Wissen, solche Freigebigkeit und solche Weisheit eignet auch mir.‘ Zu einer Zeit aber, Mahānāma, wenn der edle Jünger dieser Eigenschaften gedenkt, die ihm selber und den Gottheiten eignen, da ist sein Geist weder von Gier umsponnen, noch von Haß und Verblendung umsponnen; und angesichts der Gottheiten ist sein Geist zu solcher Zeit recht gerichtet. Recht gerichteten Geistes aber, Mahānāma, gewinnt der edle Jünger Begeisterung für das Ziel, Begeisterung für die Lehre, gewinnt er Freude an der Lehre. Im Freudigen aber erhebt sich Verzückung; verzückten Geistes beruhigt sich das Innere; im Inneren beruhigt, empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.

(11:) Von diesem edlen Jünger heißt es, daß er unter der verkehrt gerichteten Menschheit im Besitze des Rechten weilt; daß er unter der leidenden Menschheit leidlos weilt. In den Strom der Lehre eingetreten, entfaltet er die Betrachtung über die Gottheiten.

(12:) Auch beim Gehen, Mahānāma, magst du diese Betrachtung üben; auch beim Stehen magst du sie üben; auch beim Sitzen magst du sie üben; auch beim Liegen magst du sie üben; auch während du deiner Beschäftigung nachgehst, magst du sie üben; auch während du im Hause voller Kinder wohnst, magst du sie üben.