Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

34. Die drei Entstehungsgründe der Taten

Drei Entstehungsgründe der Taten gibt es, ihr Mönche. Welche drei? Gier ist ein Entstehungsgrund der Taten; Haß ist ein Entstehungsgrund der Taten; Verblendung ist ein Entstehungsgrund der Taten.

Eine Tat (kamma), ihr Mönche, die aus Gier getan wurde, aus Gier entsprungen, durch Gier bedingt, durch Gier entstanden ist—solche Tat wird dort zur Reife gelangen, wo immer die betreffende Person wiedergeboren wird; und wo immer jene Tat zur Reife gelangt, dort eben wird einem die Frucht jener Tat zuteil, sei es in diesem, sei es im nächsten oder in einem späteren Leben.

Eine Tat, die aus Haß getan wurde, aus Haß entsprungen, durch Haß bedingt, durch Haß entstanden ist—solche Tat wird dort zur Reife gelangen, wo immer die betreffende Person wiedergeboren wird; und wo immer jene Tat zur Reife gelangt, dort eben wird einem die Frucht jener Tat zuteil, sei es in diesem, sei es im nächsten oder einem späteren Leben.

Eine Tat, die aus Verblendung getan wurde, aus Verblendung entsprungen, durch Verblendung bedingt, durch Verblendung entstanden ist—solche Tat wird dort zur Reife gelangen, wo immer die betreffende Person wiedergeboren wird; und wo immer jene Tat zur Reife gelangt, dort eben wird einem die Frucht jener Tat zuteil, sei es in diesem, sei es im nächsten oder einem späteren Leben.

Es ist, ihr Mönche, wie wenn unversehrte, unverdorbene, durch Wind und Sonnenglut unbeschädigte, kerngesunde Samenkörner, gut eingebettet in gutem Feld und auf gut bearbeitetem Boden gesät, bei tüchtigem Regenschauer aufgehen, zum Gedeihen und zur Fülle gelangen. Ebenso auch, ihr Mönche, ist es mit einer Tat, die aus Gier—aus Haß—aus Verblendung getan wurde, die daraus entsprungen, dadurch bedingt und entstanden ist: solche Tat wird dort zur Reife gelangen, wo immer die betreffende Person wiedergeboren wird; und wo immer jene Tat zur Reife gelangt, dort eben wird einem die Frucht jener Tat zuteil, sei es in diesem, sei es im nächsten oder einem späteren Leben.

Diese drei Entstehungsgründe der Taten gibt es, ihr Mönche.

Drei (weitere) Entstehungsgründe der Taten gibt es, ihr Mönche. Welche drei? Gierlosigkeit ist ein Entstehungsgrund der Taten; Haßlosigkeit ist ein Entstehungrund der Taten; Unverblendung ist ein Entstehungsgrund der Taten.

Eine Tat, ihr Mönche, die aus Gierlosigkeit—aus Haßlosigkeit—aus Unverblendung getan wurde, die daraus entsprungen, dadurch bedingt und entstanden ist, solche Tat ist—insofern Gier, Haß und Verblendung geschwunden sind—überwunden, entwurzelt, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und keinem Neuentstehen mehr unterworfen.

Es ist, ihr Mönche, wie wenn ein Mann unversehrte, unverdorbene, durch Wind und Sonnenglut unbeschädigte, kerngesunde und gut im Boden eingebettete Samenkörner verbrennen, zu Asche machen und in die Winde streuen oder von der reißenden Flußströmung fortspülen lassen möchte und so jene Samenkörner von Grund aus zerstört wären, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und keinem Neuentstehen unterworfen. Ebenso auch, ihr Mönche, ist es mit einer Tat, die aus Gierlosigkeit-Haßlosigkeit-Unverblendung getan wurde, die daraus entsprungen, dadurch bedingt und entstanden ist: solche Tat ist—insofern Gier, Haß und Verblendung geschwunden sind—überwunden, entwurzelt, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und keinem Neuentstehen mehr unterworfen.

Diese drei Entstehungsgründe der Taten gibt es, ihr Mönche.

„Ob aus Gier, ob aus Verblendung,
ob aus Hassenstrieb der Tor
seine Taten hat begangen,
seien‘s. kleine, seien‘s. große:
da hat er dafür zu leiden.

Nicht gibt‘s. andere Möglichkeit.
Doch wenn der wissensklare Jünger
Verblendung, Gier und Haß durchschaut,
das Wissen in sich auferweckt,
mag üblem Dasein er entgehen.“