Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

71. Die Wurzeln des Unheilsamen II

Einst weilte der Erhabene im Jetahaine bei Sāvatthī, im Kloster des Anāthapindika. Da nun begab sich der Wanderasket Channa dorthin, wo der ehrwürdige Ānanda weilte. Dort angelangt, begrüßte er sich mit dem ehrwürdigen Ānanda, und nach Austausch höflicher und zuvorkommender Worte setzte er sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend, sprach Channa, der Wanderasket, zum ehrwürdigen Ānanda:

„Ihr, Bruder Ānanda, lehrt die Überwindung von Gier, Haß und Verblendung, und auch wir, Bruder, lehren die Überwindung von Gier, Haß und Verblendung. Welche üble Folgen aber habt ihr bei Gier, Haß und Verblendung gemerkt, daß ihr die Überwindung der Gier, des Hasses und der Verblendung lehrt?“

„Aus Gier, Haß und Verblendung, o Bruder, von Gier, Haß und Verblendung überwältigt, umstrickten Geistes, trachtet man nach seinem eigenen Schaden, trachtet man nach anderer Schaden, trachtet man nach gemeinsamem Schaden, erleidet man geistigen Schmerz und Kummer. Sind aber Gier, Haß und Verblendung aufgehoben, so trachtet man weder nach seinem eigenen Schaden, noch nach anderer Schaden, noch nach gemeinsamem Schaden, erleidet man keinen geistigen Schmerz und Kummer.

Aus Gier, Haß und Verblendung, von Gier, Haß und Verblendung überwältigt, umstrickten Geistes, führt man einen schlechten Wandel in Werken, Worten und Gedanken; und nicht kennt man wirklichkeitsgemäß das eigene Heil, noch das Heil anderer, noch das gemeinsame Heil. Sind aber Gier, Haß und Verblendung aufgehoben, so führt man weder in Werken, Worten, noch Gedanken einen schlechten Wandel, und man kennt wirklichkeitsgemäß das eigene Heil, das Heil anderer und das gemeinsame Heil.

Gier, Haß und Verblendung, o Bruder, machen blind, machen augenlos, machen unwissend, zerstören die Weisheit, sind mit Qualen verbunden und führen nicht zum Nibbāna.

Weil wir, Bruder, bei Gier, Haß und Verblendung diese üllen Folgen gemerkt haben, deshalb lehren wir der Gier Überwindung, lehren des Hasses Überwindung, lehren der Verblendung Überwindung.“

„Gibt es aber, Bruder, einen Pfad, gibt es einen Weg, der zur Überwindung von Gier, Haß und Verblendung führt?“

„Es gibt, Bruder, einen Pfad, es gibt einen Weg, der zur Überwindung der Gier führt, zur Überwindung des Hasses, zur Überwindung der Verblendung.“

„Welches aber, Bruder, ist dieser Pfad, welches ist der Weg, der zur Überwindung er Gier führt, zur Überwindung des Hasses, zur Überwindung der Verblendung?“

„Eben dieser edle achtfache Pfad ist es, nämlich: rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. Dies, Bruder, ist der Pfad, dies ist der Weg, der zur Überwindung der Gier führt, zur Überwindung des Hasses, zur Überwindung der Verblendung.“

„Vortrefflich, Bruder, ist der Pfad, vortrefflich der Weg, um Gier, Haß und Verblendung zu überwinden! Und das, Bruder, ist genug, um unermüdlich zu streben.“