Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

96–98. Das königliche Leibroß

Des Königs gutes, edles Roß, ihr Mönche, das drei Eigenschaften besitzt, ist würdig des Königs, geeignet zum Königsdienst, gilt als königliches Leibroß (rañño angan‘ti, wtl: ein Glied oder Zubehör des Königs). Welches sind diese drei Eigenschaften?

Da ist des Königs gutes, edles Roß

  • vollkommen an Gestalt,
  • vollkommen an Kraft,
  • vollkommen an Geschwindigkeit.

Des Königs gutes, edles Roß, das diese drei Eigenschaften besitzt, ist des Königs würdig, ist geeignet zum Königsdienst und gilt als königliches Leibroß.

Ebenso auch ist der mit drei Eigenschaften ausgestattete Mönch würdig der Almosen, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist der beste Boden für gute Werke in der Welt. Welches sind diese drei Eigenschaften? Da ist der Mönch

  • vollkommen an Gestalt,
  • vollkommen an Kraft
  • vollkommen an Geschwindigkeit.

Wie aber ist der Mönch vollkommen an Gestalt?

Da ist der Mönch sittenrein, er befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen in Wandel und Umgang, und vor dem geringsten Vergehen zurückschreckend, übt er sich in den aufgenommenen Übungsregeln. So ist der Mönch vollkommen an Gestalt.

Wie aber ist der Mönch vollkommen an Kraft?

Da strengt der Mönch seine Willenskraft an, um die unheilsamen Geisteszustände zu überwinden und die heilsamen Geisteszustände sich zu eigen zu machen; er ist standhaft, von gestählter Kraft, entzieht sich nicht seiner Pflicht bei den heilsamen Dingen. So ist der Mönch vollkommen an Kraft.

Wie aber ist der Mönch vollkommen an Geschwindigkeit?

(96) Da erkennt der Mönch der Wirklichkeit gemäß: ‚Dies ist das Leiden‘; er erkennt der Wirklichkeit gemäß: ‚Dies ist die Entstehung des Leidens‘; er erkennt der Wirklichkeit gemäß: ‚Dies ist die Erlöschung des Leidens‘; er erkennt der Wirklichkeit gemäß: ‚Dies ist der Pfad, der zur Erlöschung des Leidens führt‘.

(97) Da erscheint der Mönch nach dem Schwinden der fünf niederen Fesseln unter den geistgeborenen Wesen wieder, und dort erlischt er vom Wahne, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt.

(98) Da gelangt der Mönch durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten in den Besitz der triebfreien Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. So ist der Mönch vollkommen an Geschwindigkeit.

Dies sind die drei Eigenschaften, in deren Besitz der Mönch würdig ist der Almosen, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes und der beste Boden ist für gute Werke in der Welt.