Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

173. Die Grenze des Erklärbaren I

Einst begab sich der ehrwürdige Mahā-Kotthita dorthin, wo der ehrwürdige Sāriputta weilte. Dort angelangt, wechselte er mit dem ehrwürdigen Sāriputta freundlichen Gruß, und nach Austausch höflicher, zuvorkommender Worte setzte er sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach nun der ehrwürdige Mahā-Kotthita zum ehrwürdigen Sāriputta also:

„Bleibt, o Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks noch irgend etwas übrig?“

„Sprich nicht so, Bruder!“

„Bleibt, o Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks nichts mehr übrig?“

„Sprich nicht so, Bruder!“

„Bleibt, o Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks etwas übrig und etwas nicht übrig?“

„Sprich nicht so, Bruder!“

„Bleibt, o Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks weder etwas übrig noch nicht übrig?“

„Sprich nicht so, Bruder!“

„Auf die Fragen: ‚Bleibt, o Bruder, nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks noch etwas übrig—bleibt nichts mehr übrig—bleibt etwas übrig und etwas nicht übrig—bleibt weder etwas übrig noch nicht übrig?‘—auf alle diese Fragen erwiderst du: ‚Sprich nicht so, Bruder!‘ Wie aber, o Bruder, soll man den Sinn dieser Worte verstehen ?“

„Zu sagen: ‚Nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks bleibt noch etwas übrig—bleibt nichts mehr übrig—bleibt etwas übrig und etwas nicht übrig—bleibt weder etwas übrig noch nicht übrig‘—all dies hieße ein Unerklärbares erklären. Wie weit, Bruder, die sechs Grundlagen des Sinneneindrucks reichen, so weit eben reicht die (erklärbare) Welt der Vielfalt ; und wie weit die (erklärbare) Welt der Vielfalt reicht, so weit eben reichen die sechs Grundlagen des Sinneneindrucks. Mit der restlosen Aufhebung und Erlöschung der sechs Grundlagen des Sinneneindrucks, o Bruder, erlischt die Welt der Vielfalt, gelangt die Welt der Vielfalt zur Ruhe.“