Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

197. Die Königin Mallikā

Einst weilte der Erhabene im Jetahaine bei Sāvatthī, im Kloster des Anāthapindika. Da nun begab sich die Königin Mallikā (Gattin des Königs Pasenadi) dorthin, wo der Erhabene weilte. Dort angelangt, begrüßte sie den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach nun die Königin Mallikā zum Erhabenen also:

„Was ist wohl, o Herr, die Ursache, was ist der Grund, wenn ein Weib häßlich ist, von unschöner Gestalt, gar übel aussieht, dabei arm und dürftig ist, ohne Vermögen und Macht?

Und was, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund, wenn ein Weib hübsch und unschöner Gestalt, gar übel aussieht, doch dabei reich und wohlhabend ist, im Besitze von großem Vermögen und großer Macht?

Und was, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund, wenn ein Weib hübsch und stattlich aussieht, Anmut und außergewöhnliche Schönheit besitzt, dabei aber arm und dürftig ist, ohne Vermögen und Macht?

Und was, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund, wenn ein Weib hübsch und stattlich aussieht, Anmut und außergewöhnliche Schönheit besitzt, dabei reich und wohlhabend ist, im Besitze von großem Vermögen und großer Macht? “

„Da ist, Mallikā, ein Weib jähzornig und äußerst erregbar. Wenn man ihr auch nur das geringste sagt, wird sie ärgerlich, gerät in Zorn und Wut, ist eigensinnig, legt Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag. Weder Asketen noch Priestern spendet sie Speise und Trank, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung. Sie ist neidisch gesinnt, beneidet die anderen um das, was ihnen an Geschenken, Hochschätzung, Achtung, Ehre, Verehrung und Huldigung zuteil wird, sie ist eifersüchtig und mißgünstig. Sollte sie nun nach dem Tode zu dieser Welt zurückkehren, so wird sie, wo auch immer sie wiedergeboren wird, häßlich sein, von unschöner Gestalt, gar übel aussehen, und sie wird arm und dürftig sein, ohne Vermögen und Macht.

Da ist, Mallikā, ein Weib jähzornig und äußerst erregbar. Wenn man ihr auch nur das geringste sagt, wird sie ärgerlich, gerät in Zorn und Wut, ist eigensinnig, legt Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag. Aber sie spendet den Asketen und Priestern Speise und Trank, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung. Sie ist nicht neidisch gesinnt, beneidet nicht die anderen um das, was ihnen an Geschenken, Hochschätzung, Achtung, Ehre, Verehrung und Huldigung zuteil wird, sie ist nicht eifersüchtig und mißgünstig. Sollte sie nun nach dem Tode zu dieser Welt zurückkehren, so wird sie, wo auch immer sie wiedergeboren wird, häßlich sein, von unschöner Gestalt, gar übel aussehen, doch sie wird reich und wohlhabend sein, von großem Vermögen und großer Macht.

Da ist, Mallikā, ein Weib sanftmütig und geduldig. Wann man ihr auch mancherlei sagt, so wird sie nicht ärgerlich, gerät nicht in Zorn und Wut, ist nicht eigensinnig und legt nicht Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag. Doch sie spendet weder Asketen noch Priestern Speise und Trank, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung. Sie ist neidisch gesinnt, beneidet die anderen um das, was ihnen an Geschenken, Hochschätzung, Achtung, Ehre, Verehrung und Huldigung zuteil wird, sie ist eifersüchtig und mißgünstig. Sollte sie nun nach dem Tode zu dieser Welt zurückkehren, so wird sie, wo auch immer sie wiedergeboren wird, hübsch und stattlich aussehen, Anmut und außergewöhnliche Schönheit besitzen, aber sie wird arm und bedürftig sein, ohne Vermögen und Macht.

Da ist, Mallikā, ein Weib sanftmütig und geduldig. Wenn man ihr auch mancherlei sagt, so wird sie nicht ärgerlich, gerät nicht in Zorn und Wut, ist nicht eigensinnig und legt nicht Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag. Sie spendet auch Asketen und Priestern Speise und Trank, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung. Sie ist nicht neidisch gesinnt, beneidet nicht die anderen um das, was ihnen an Geschenken, Hochschätzung, Achtung, Ehre, Verehrung und Huldigung zuteil wird, sie ist nicht eifersüchtig und mißgünstig. Sollte sie nun nach dem Tode zu dieser Welt zurückkehren, so wird sie, wo auch immer sie wiedergeboren wird, hübsch und stattlich aussehen, Anmut und außergewöhnliche Schönheit besitzen, und sie wird reich und wohlhabend sein, von großem Vermögen und großer Macht.

Das eben, Mallikā, ist die Ursache, das ist der Grund, daß da ein Weib häßlich ist... ohne Vermögen und Macht; daß da ein Weib häßlich ist... im Besitze von großem Vermögen und großer Macht; daß da ein Weib hübsch und stattlich aussieht... ohne Vermögen und Macht; daß da ein Weib hübsch und stattlich aussieht... von großem Vermögen und großer Macht.“

Nach diesen Worten sprach die Königin Mallikā zum Erhabenen also: „Wenn ich nun, o Herr, in früherer Geburt jähzornig und äußerst erregbar war und, wenn man mir nur das geringste sagte, ärgerlich wurde, in Zorn und Wut geriet, eigensinnig war, Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag legte, so bin ich eben jetzt, o Herr, häßlich, von unschöner Gestalt, sehe gar übel aus. Wenn ich nun, o Herr, in früherer Geburt den Asketen und Priestern Speise und Trank gespendet habe, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung, so bin ich eben jetzt, o Herr, reich und wohlhabend, im Besitz von großem Vermögen. Wenn ich nun, o Herr, in früherer Geburt nicht neidisch gesinnt war, die anderen nicht um das beneidete, was ihnen an Geschenken, Hochschätzung, Ehre, Verehrung und Huldigen zuteil ward, wenn ich nicht eifersüchtig und mißgünstig war, so bin ich eben jetzt, o Herr, von großer Macht.

Es gibt, o Herr, in diesem königlichen Haushalt adelige Jungfrauen, Brahmanenjungfrauen und Bürgermädchen, über die ich als Königin gebiete. Von heute ab, o Herr, will ich nun sanftmütig und geduldig sein. Wenn man mir auch mancherlei sagt, so will ich nicht ärgerlich werden, nicht in Zorn und Wut geraten, nicht eigensinnig sein und nicht Verstimmung, Groll und Mißtrauen an den Tag legen. Den Asketen und Priestern will ich Speise und Trank spenden, Kleidung, Wagen, Blumen, Wohlgerüche, Balsam und das Nötige an Lagerstatt, Wohnung und Beleuchtung. Ich will nicht neidisch gesinnt sein... nicht will ich eifersüchtig sein und mißgünstig.

Vortrefflich, o Herr! Vortrefflich, o Herr!... So nehme ich, o Herr, meine Zuflucht zum Erhabenen, zur Lehre und zur Mönchsgemeinde. Als Anhängerin möge mich der Erhabene betrachten, als eine, die von heute ab zeitlebens Zuflucht genommen hat.“