Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

199. Die 36 Fährten des Begehrens

Also sprach der Erhabene: „Das Begehren (tanhā) will ich euch weisen, ihr Mönche, das netzartige, rastlos treibende, weitgespannte, verstrickende, worin diese Menschheit versunken ist und verfangen, verwickelt und verwoben wie verworrene Fäden, verflochten wie ein Binsenstrick, so daß sie nicht hinauskommt über die niederen Welten, die Leidensfährten, die Daseinsabgründe, den Kreislauf des Daseins (samsāra). So höret denn, ihr Mönche, und achtet wohl auf meine Worte.“—„Ja, o Herr!“ erwiderten jene Mönche dem Erhabenen. Und der Erhabene sprach:

„Was ist nun, ihr Mönche, dieses Begehren, das netzartige, rastlos treibende, weitgespannte, verstrickende, worin diese Menschheit versunken ist und verfangen, verwickelt und verwoben wie verworrene Fäden, verflochten wie ein Binsenstrick, so daß sie nicht hinauskommt über die niederen Welten, die Leidensfährten, die Daseinsabgründe, den Kreislauf des Daseins?

Es gibt da, ihr Mönche, achtzehn durch die eigene Person bedingte Fährten des Begehrens und achtzehn äußerlich bedingte Fährten des Begehrens.

Was sind nun die achtzehn durch die eigene Person bedingten Fährten des Begehrens? Besteht da, ihr Mönche, der Gedanke: ‚Ich bin‘, so entstehen auch die Gedanken ‚Das bin ich‘—‚Genauso bin ich‘—‚Anders bin ich‘—‘(Ewig) seiend bin ich‘—‚Nicht (ewig) seiend bin ich‘—‚Ich mag wohl sein‘—‚Ich mag wohl das sein‘—‚Ich mag wohl genauso sein‘—‚Ich mag wohl anders sein‘—‚Möchte ich doch sein!‘—‚Möchte ich doch das sein!‘—‚Möchte ich doch genauso sein!‘—‚Möchte ich doch anders sein!‘—‚Ich werde sein‘—‚Ich werde das sein‘—‚Ich werde genauso sein‘—‚Ich werde anders sein‘, Dies sind die achtzehn durch die eigene Person bedingten Fährten des Begehrens.

Was sind nun die achtzehn äußerlich bedingten Fährten des Begehrens? Besteht da, ihr Mönche, der Gedanke: ‚Aus diesem Grunde bin ich ‘, so entstehen auch die Gedanken ‚Aus diesem Grunde bin ich das ‘—‚Aus diesem Grunde bin ich genauso‘—‚Aus diesem Grunde bin ich anders‘—‚Aus diesem Grunde bin ich (ewig) seiend‘—‚Aus diesem Grunde bin ich nicht (ewig) seiend‘—‚Aus diesem Grunde mag ich wohl sein‘—‚Aus diesem Grunde mag ich wohl das sein‘—‚Aus diesem Grunde mag ich wohl genauso sein‘—‚Aus diesem Grunde mag ich wohl anders sein‘—‚Aus diesem Grunde möchte ich genauso sein‘—‚Aus diesem Grunde möchte ich anders sein‘—‚Aus diesem Grunde möchte ich sein‘—‚Aus diesem Grunde möchte ich das sein‘—‚Aus diesem Grunde werde ich sein‘—‚Aus diesem Grunde werde ich das sein‘—‚Aus diesem Grunde werde ich genauso sein‘—‚Aus diesem Grunde werde ich anders sein.‘ Dies sind die achtzehn äußerlich bedingten Fährten des Begehrens.

Somit gibt es achtzehn durch die eigene Person bedingte Fährten des Begehrens und achtzehn äußerlich bedingte Fährten des Begehrens. Dies nennt man, ihr Mönche, die sechsunddreißig Fährten des Begehrens. Solcherart gibt es sechsunddreißig vergangene Fährten des Begehrens, sechsunddreißig zukünftige Fährten des Begehrens, sechsunddreißig gegenwärtige Fährten des Begehrens, also einhundertundacht Fährten des Begehrens.

Das, ihr Mönche, ist das Begehren, das netzartige, rastlos treibende, weitgespannte, verstrickende, worin die Menschheit versunken ist und verfangen, verwickelt und verwoben wie verworrene Fäden, verflochten wie ein Binsenstrick, so daß sie nicht hinauskommt über die niederen Welten, die Leidensfährten, die Daseinsabgründe, den Kreislauf des Daseins.