Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

28. Die vier edlen Bräuche

Vier edle Bräuche (ariya-vamsa) gibt es, ihr Mönche, bekannt als ursprünglich, als althergebracht, als altüberlieferte Bräuche; unbeeinträchtigt (in ihrer Geltung) jetzt wie früher, die nicht beeinträchtigt sind und unbeeinträchtigt bleiben werden, ungetadelt von einsichtigen Asketen und Priestern. Welches sind diese vier?

Da gibt sich, ihr Mönche, der Mönch zufrieden mit jedem beliebigen Gewande. Und die Zufriedenheit mit jedem beliebigen Gewande, die rühmt er. Des Gewandes halber beträgt er sich nicht aufdringlich und ungebührlich. Auch wenn er kein Gewand erhalten hat, so beunruhigt ihn das nicht; hat er aber ein Gewand erhalten, so trägt er es ohne daran zu hängen, unbetört, unverlockt, das Elend dabei merkend und der Entrinnung eingedenk. Doch weil er sich mit jedem beliebigen Gewande begnügt, darum überhebt er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Wer sich nun hierin tüchtig und unermüdlich zeigt, wissensklar ist und achtsam, von diesem Mönche sagt man, daß er festhält an den althergebrachten, ursprünglichen edlen Bräuchen.

Da gibt sich ferner, ihr Mönche, der Mönch zufrieden mit jeder beliebigen Almosenspeise. Und die Zufriedenheit mit jeder beliebigen Almosenspeise, die rühmt er. Der Almosenspeise halber beträgt er sich nicht aufdringlich und ungebührlich. Auch wenn er keine Almosenspeise erhalten hat, so beunruhigt ihn das nicht; hat er aber Almosenspeise erhalten, so genießt er sie, ohne daran zu hängen, unbetört, unverlockt, das Elend dabei merkend und der Entrinnung eingedenk. Doch weil er sich mit jeder beliebigen Almosenspeise begnügt, darum überhebt er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Wer sich nun hierin tüchtig und unermüdlich zeigt, wissensklar ist und achtsam, von diesem Mönche sagt man, daß er festhält an den althergebrachten, ursprünglichen Bräuchen.

Da gibt sich ferner, ihr Mönche, der Mönch zufrieden mit jeder beliebigen Lagerstatt. Und die Zufriedenheit mit jeder beliebigen Lagerstatt, die rühmt er. Der Lagerstatt halber beträgt er sich nicht aufdringlich und ungebührlich. Auch wenn er keine Lagerstatt erhalten hat, so beunruhigt ihn das nicht; hat er aber eine Lagerstatt erhalten, so benutzt er sie, ohne daran zu hängen, unbetört, unverlockt, das Elend dabei merkend und der Entrinnung eingedenk. Doch weil er sich mit jeder beliebigen Lagerstatt begnügt, darum überhebt er sich nicht, noch verachtet er andere. Wer sich nun hierin tüchtig und unermüdlich zeigt, wissensklar ist und achtsam, von diesem Mönche sagt man, daß er festhält an den althergebrachten, ursprünglichen edlen Bräuchen.

Ferner noch, ihr Mönche, findet da ein Mönch Gefallen am Meditieren (bhāvanā, Geistesentfaltung), findet Freude am Meditieren; er findet Gefallen an der Entsagung, findet Freude in der Entsagung. Weil er aber am Meditieren Gefallen und Freude findet, weil er an der Entsagung Gefallen und Freude findet, deswegen überhebt er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Wer sich nun hierin tüchtig und unermüdlich zeigt, wissensklar ist und achtsam, von diesem Mönche sagt man, daß er festhält an den althergebrachten, ursprünglichen edlen Bräuchen.

Dies, ihr Mönche, sind die vier edlen Bräuche, bekannt als ursprünglich, als althergebracht, als altüberlieferte Bräuche, unbeeinträchtigt in ihrer Geltung jetzt und früher, die nicht beeinträchtigt sind und unbeeinträchtigt bleiben werden, ungetadelt von einsichtigen Asketen und Priestern.

Ob nun, ihr Mönche, ein Mönch, der diesen vier edlen Bräuchen folgt, in östlicher Richtung weilt, in westlicher, nördlicher oder südlicher Richtung, er beherrscht eben die Unlust und nicht läßt er sich von der Unlust beherrschen. Und warum? Weil eben der Standhafte Gewalt hat über Lust und Unlust.

„Die Unlust zwingt den Starken nicht,
nicht hat sie ihn in ihrer Macht;
die Unlust wird von ihm beherrscht,
die Unlust hat er in Gewalt.

Wer zwingt den Tatvernichter wohl,
der alle Wünsche von sich wies?
Der rein und lauter scheint wie Gold,
wer sollte den wohl tadeln wollen?
Selbst Himmelswesen preisen einen solchen
und Brahma selber kündet ihm sein Lob.“