Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

39. Das Opfer I

Einst begab sich Ujjāya, der Brahmane, dorthin, wo der Erhabene weilte. Dort angelangt, wechselte er mit dem Erhabenen freundlichen Gruß, und nach Austausch höflicher und zuvorkommender Worte setzte er sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach nun Ujjāya, der Brahmane, zum Erhabenen also:

„Der Herr Gotama billigt doch wohl das Opfer?“

„Nicht jedes Opfer, Brahmane, billige ich“, erwiderte der Erhabene, „aber ich mißbillige auch nicht jedes Opfer. Ein Opfer, Brahmane, wobei Rinder, Schafe und Ziegen geschlachtet werden, Hühner und Schweine umkommen, wobei zahlreiche Geschöpfe den Tod erleiden, ein solches gewalttätiges Opfer mißbillige ich. Und warum? Von solchem gewalttätigen Opfer wenden sich eben die Heiligen ab, und solche, die den Pfad zur Heiligkeit beschritten haben. Ein Opfer aber, Brahmane, wobei weder Rinder, Schafe und Ziegen, Hühner und Schweine geschlachtet werden, noch zahlreiche Geschöpfe den Tod erleiden, ein solches gewaltloses Opfer, wahrlich, billige ich, Brahmane: nämlich ständige Wohltätigkeit, als ein Opfer des Familienbrauchs. Und warum? Zu solch gewaltlosem Opfer, Brahmane, kommen ja die Heiligen, und solche, die den Weg zur Heiligkeit beschritten haben.“

„Pferdeopfer, Menschenopfer,
Stabwurf, Opfertrunk und Riegellos,
alle diese großen Opfer
bringen Leid und keinen Lohn.

Wo da Schafe, Ziegen, Rinder,
viele gar den Tod erleiden:
solch ein Opfer meiden Reine,
meiden alle großen Weisen.

Wer ein leidlos Opfer darbringt,
Opfer des Familienbrauches,
wo nicht Rind, noch Schaf, noch Ziege,
kein Geschöpf den Tod erleidet;
solch ein würdig‘ Opfer suchen
Heilige und Weise auf.

Solch ein Opfer ziemt dem Weisen,
hohen Lohn bringt solches Opfer.
Segen, niemals Unheil bringt es;
und wenn dieses Opfer reichlich,
freuen sich die Götter auch.“