Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

6. Das Wissen

Vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche vier? Einer, der wenig weiß und dem das Wissen nichts nützt; einer, der wenig weiß und dem das Wissen Nutzen bringt; einer, der viel weiß und dem das Wissen nichts nützt; einer, der viel weiß und dem das Wissen Nutzen bringt.

Inwiefern aber weiß einer wenig und das Wissen nützt ihm nichts? Da besitzt einer nur geringes Wissen an Lehrtexten, vermischter Prosa, Exegese, Versen, Hymnen, Aussprüchen, Geburtsgeschichten, wunderbaren Dingen und Erläuterungen (navanga-buddha-sāsana). Den Sinn und den Wortlaut des wenigen, das er gelernt hat, den kennt er aber nicht und folgt nicht dem rechten Pfad der Lehre. Insofern weiß einer wenig und das Wissen nützt ihm nichts.

Inwiefern aber weiß einer wenig und das Wissen bringt ihm Nutzen? Da besitzt einer nur geringes Wissen an Lehrtexten, vermischter Prosa, Exegese, Versen, Hymnen, Aussprüchen, Geburtsgeschichten, wunderbaren Dingen und Erläuterungen. Doch den Sinn und den Wortlaut des wenigen, das er gelernt hat, den kennt er, und er folgt dem rechten Pfad der Lehre. Insofern weiß einer wenig, und das Wissen bringt ihm Nutzen.

Inwiefern aber weiß einer viel und das Wissen nützt ihm nichts? Da besitzt einer großes Wissen an Lehrtexten, vermischter Prosa, Exegese, Versen, Hymnen, Aussprüchen, Geburtsgeschichten, wunderbaren Dingen und Erläuterungen. Den Sinn und den Wortlaut des Vielen, das er gelernt hat, den kennt er aber nicht und folgt nicht dem rechten Pfad der Lehre. Insofern weiß einer viel und das Wissen nützt ihm nichts.

Inwiefern aber weiß einer viel und das Wissen bringt ihm Nutzen? Da besitzt einer großes Wissen an Lehrtexten, vermischter Prosa, Exegese, Versen, Hymnen, Aussprüchen, Geburtsgeschichten, wunderbaren Dingen und Erläuterungen. Den Sinn und Wortlaut des Vielen, das er gelernt hat, den kennt er, und er folgt dem rechten Pfad der Lehre. Insofern weiß einer viel und das Wissen bringt ihm Nutzen.

Diese vier Menschen sind in der Welt anzutreffen.

„Einen, der an Wissen arm ist
und im Wandel unbeständig,
tadelt man aus beiden Gründen:
des Wissens und des Wandels wegen.

Selbst wenn einer arm an Wissen,
aber standhaft ist im Wandel,
lobt man ihn des Wandels wegen,
wenn‘s ihm auch an Wissen mangelt.

Selbst wenn einer reich an Wissen,
aber unstet ist im Wandel,
rügt man ihn des Wandels wegen,
obzwar er großes Wissen hat.

Doch einem, der an Wissen reich
und dabei im Wandel standhaft,
spricht man Lob aus beiden Gründen:
des Wissens und des Wandelns wegen.

Solch Kundigen, der Lehre Hort,
den weisheitsreichen Buddhajünger,
der rein und lauter scheint wie Gold,
wer sollte den wohl tadeln wollen?
Selbst Himmelswesen preisen einen solchen,
und Brahma selber kündet ihm sein Lob.“