Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

70. Die Könige

  • Zu einer Zeit, ihr Mönche, in welcher die Könige tugendlos sind, zu jener Zeit sind auch die Beamten der Könige tugendlos.
  • Sind aber die Beamten der Könige tugendlos, so sind auch die Priester und Bürger tugendlos.
  • Sind aber die Priester und Bürger tugendlos, so ist auch die Stadt- und Landbevölkerung tugendlos.
  • Ist aber die Stadt- und Landbevölkerung tugendlos, so ändern Sonne und Mond ihren Lauf.
  • Ändern aber Sonne und Mond ihren Lauf, so ändern sich Planeten und Sternbilder.
  • Ändern sich aber Planeten und Sternbilder, so ändern sich Tag und Nacht.
  • Ändern sich aber Tag und Nacht, so ändern sich die ganzen und halben Monate.
  • Ändern sich aber die ganzen und halben Monate, so ändern sich die Jahreszeiten und Jahre.
  • Ändern sich aber die Jahreszeiten und Jahre, so ändern die Winde ihre Richtung.
  • Ändern aber die Winde ihre Richtung, so zürnen die Götter.
  • Zürnen aber die Götter, so gibt es keinen rechten Regen.
  • Gibt es aber keinen rechten Regen, so wird das Korn nicht richtig reif.
  • Nähren sich aber die Menschen von Korn, das nicht richtig reif ist, so leben sie nicht lange, sehen schlecht aus und werden häufig krank.
  • Zu einer Zeit aber, ihr Mönche, in welcher die Könige tugendhaft sind, zu jener Zeit sind auch die Beamten der Könige tugendhaft.
  • Sind aber die Beamten der Könige tugendhaft, so sind auch die Priester und Bürger tugendhaft.
  • Sind aber die Priester und Bürger tugendhaft, so ist auch die Stadt- und Landbevölkerung tugendhaft.
  • Ist aber die Stadt- und Landbevölkerung tugendhaft, so nehmen Sonne und Mond ihren rechten Lauf.
  • Nehmen aber Sonne und Mond ihren rechten Lauf, so nehmen auch die Planeten und Sternbilder ihren rechten Lauf.
  • Nehmen aber die Planeten und Sternbilder ihren rechten Lauf, so nehmen auch Tag und Nacht ihren rechten Lauf.
  • Nehmen aber Tag und Nacht ihren rechten Lauf, so nehmen auch die ganzen und halben Monate ihren rechten Lauf.
  • Nehmen aber die ganzen und halben Monate ihren rechten Lauf, so nehmen auch die Jahreszeiten und Jahre ihren rechten Lauf.
  • Nehmen aber die Jahreszeiten und Jahre ihren rechten Lauf, so blasen die Winde in der rechten Richtung.
  • Blasen aber die Winde in der rechten Richtung, so zürnen die Götter nicht.
  • Zürnen aber die Götter nicht, so gibt es rechten Regen.
  • Gibt es aber rechten Regen, so gelangt das Korn zur rechten Reife.
  • Nähren sich aber die Menschen von Korn, das richtig reif ist, so erreichen sie hohes Alter, Schönheit, Kraft und Gesundheit.

„Wenn Rinder einen Fluß durchkreuzen,
der Leitstier aber rechte Furt verfehlt,
dann folgen alle dieser falschen Fährte,
da falschen Weg ihr Führer geht.

Genauso ist es bei den Menschen:
wenn jener, der als Erster gilt,
ein tugendloses Leben führt,
tut‘s um so mehr der Rest des Volks.
Im Elend lebt das ganze Land,
wenn tugendlos sein König ist.

Wenn Rinder einen Fluß durchkreuzen,
und sie der Leitstier richtig führt,
dann folgen alle dieser rechten Fährte,
da rechten Weg ihr Führer geht.

Genauso ist es bei den Menschen:
wenn jener, der als Erster gilt,
ein tugendhaftes Leben führt,
tut‘s um so mehr der Rest des Volks.
Im Glücke lebt das ganze Land,
wenn tugendhaft sein König ist.“