Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

200. Die fünf Elemente des Entrinnens

Fünf Elemente des Entrinnens gibt es, ihr Mönche. Welche fünf?

Wenn da, ihr Mönche, ein Mönch ein Sinnenobjekt erwägt, so fühlt sein Geist keinen Drang zu den Sinnenobjekten, hat kein Gefallen an ihnen, verharrt nicht bei ihnen, neigt sich ihnen nicht zu. Doch wenn er die Entsagung erwägt, so fühlt sein Geist einen Drang zur Entsagung, findet Gefallen an ihr, verharrt bei ihr, neigt sich ihr zu. Gut gerichtet ist dann sein Geist, gut entfaltet, gut (der Sinnlichkeit) enthoben, gut (von ihr) befreit, gut losgelöst von den Sinnendingen. Befreit ist er von jenen bedrückenden, quälenden Trieben, die durch die Sinnendinge bedingt zum Entstehen kommen; und jene Empfindungen kommen ihn nicht mehr an. Das aber nennt man das Entrinnen von den Sinnenlüsten.

Wenn ferner, ihr Mönche, ein Mönch den Hass erwägt, so fühlt sein Geist keinen Drang zum Hassen, findet keinen Gefallen daran, verharrt nicht dabei, neigt sich ihm nicht zu. Doch wenn er die Hauslosigkeit erwägt, so fühlt sein Geist einen Drang zur Hauslosigkeit, findet Gefallen an ihr, verharrt dabei, neigt sich dem zu. Gut gerichtet ist dann sein Geist, gut entfaltet, gut (des Hassens) enthoben, gut davon befreit, gut losgelöst vom Hasse. Befreit ist er von jenen bedrückenden, quälenden Trieben, die durch den Hass bedingt zum Entstehen kommen; und jene Empfindungen kommen ihn nicht mehr an. Das aber nennt man das Entrinnen vom Hassen.

Wenn ferner ein Mönch die Feindseligkeit erwägt, so fühlt sein Geist keinen Drang zur Feindseligkeit, findet keinen Gefallen daran, verharrt nicht (bei solchem Gedanken), neigt sich ihm nicht zu. Doch wenn er die Friedfertigkeit erwägt, so fühlt sein Geist einen Drang zur Friedfertigkeit, findet Gefallen daran, verharrt dabei, neigt sich dem zu. Gut gerichtet ist dann sein Geist, gut entfaltet, gut (der Feindseligkeit) enthoben, gut davon befreit, gut losgelöst von der Feindseligkeit. Befreit ist er von jenen bedrückenden, quälenden Trieben, die durch die Feindseligkeit bedingt zum Entstehen kommen; und jene Empfindungen kommen ihn nicht mehr an. Das aber nennt man das Entrinnen von der Feindseligkeit.

Wenn ferner ein Mönch das Körperliche erwägt, so fühlt sein Geist keinen Drang zum Körperlichen, findet kein Gefallen daran, verharrt nicht dabei, neigt sich ihm nicht zu. Doch wenn er das Unkörperliche erwägt, so fühlt sein Geist einen Drang zum Unkörperlichen, findet Gefallen daran, verharrt dabei, neigt sich ihm zu. Gut gerichtet ist dann sein Geist, gut entfaltet, gut (dem Körperlichen) enthoben, gut davon befreit, gut losgelöst vom Körperlichen. Befreit ist er von jenen bedrückenden, quälenden Trieben, die durch das Körperliche bedingt zum Entstehen kommen; und jene Empfindungen kommen ihn nicht mehr an. Das aber nennt man das Entrinnen vom Körperlichen.

Wenn ferner ein Mönch die Persönlichkeit erwägt, so fühlt sein Geist keinen Drang zur Persönlichkeit, findet keinen Gefallen an ihr, verharrt nicht dabei, neigt sich dem nicht zu. Doch wenn er die Aufhebung der Persönlichkeit erwägt, so fühlt sein Geist einen Drang zur Aufhebung der Persönlichkeit, findet Gefallen daran, verharrt dabei, neigt sich dem zu. Gut gerichtet ist dann sein Geist, gut entfaltet, gut (der Persönlichkeit) enthoben, gut von ihr befreit, gut losgelöst von der Persönlichkeit. Befreit ist er von jenen bedrückenden, quälenden Trieben, die durch die Persönlichkeit bedingt zum Entstehen kommen; und jene Empfindungen kommen ihn nicht mehr an. Das aber nennt man das Entrinnen von der Persönlichkeit.

Einem solchen haftet keine Sinnenlust mehr an, keine Lust am Hassen, keine Lust an der Feindseligkeit, keine Lust am Körperlichen, keine Lust an der Persönlichkeit. Und weil ihm daran keine Lust mehr anhaftet, darum nennt man einen solchen Mönch frei vom Anhaften (nir-anusayo). Abgeschnitten hat er das Begehren, abgestreift die Fessel, und durch des Dünkels völlige Durchschauung hat er ein Ende gemacht dem Leiden.

Das, ihr Mönche, sind die fünf Elemente der Entrinnung.