Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

23. Die sechs höheren Geisteskräfte

Fünf Unreinheiten, ihr Mönche, finden sich im Golde, durch die getrübt das Gold nicht geschmeidig ist, nicht formbar, ohne Glanz und sich nicht recht zur Verarbeitung eignet. Welches sind diese fünf Unreinheiten? Eisen, Kupfer, Zinn, Blei und Silber.

Ist aber, ihr Mönche, das Gold von diesen fünf Unreinheiten befreit, so ist es geschmeidig, formbar, hat Glanz und eignet sich gut zur Verarbeitung. Welche Schmuckstücke auch immer man daraus herzustellen wünscht, sei es ein Stirnband, Ohrringe, Halsschmuck oder eine goldene Kette, diesen Zweck wird es erfüllen.

Ebenso auch, ihr Mönche, gibt es fünf Unreinheiten des Geistes, durch die getrübt der Geist nicht geschmeidig ist, nicht formbar, ohne Leuchtkraft ist und sich nicht recht sammelt zur Versiegung der Triebe.

Welches sind diese fünf Unreinheiten?

  1. Sinnenlust,
  2. Ärger,
  3. Starrheit und Mattigkeit,
  4. Aufgeregtheit und Gewissensunruhe, sowie
  5. Zweifelsucht.

Ist aber, ihr Mönche, der Geist von diesen fünf Unreinheiten befreit, so ist er geschmeidig und formbar, hat Leuchtkraft und sammelt sich gut zur Versiegung der Triebe. Auf welchen durch höhere Geisteskräfte erreichbaren Zustand auch immer man nun seinen Geist richtet, um ihn durch die höheren Geisteskräfte zu verwirklichen, so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun, sich der verschiedenartigen magischen Kräfte zu erfreuen... (wie AN 3.101)... so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun, mit dem himmlischen Ohre, dem geklärten, übermenschlichen, beide Arten der Töne zu vernehmen, die himmlischen und die menschlichen, die fernen und die nahen, so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun, der anderen Wesen, der anderen Personen Gesinnung mit seinem Geiste durchdringend zu erkennen... (wie AN 3.101)... so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun: ‚Ach möchte ich mich doch der mannigfachen früheren Daseinsformen erinnern... (wie AN 3.101)... !‘: wünscht man dies, so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun: ‚Ach möchte ich doch mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, die Wesen abscheiden und wiedererscheinen sehen... (wie AN 3.101)... !‘: wünscht man dies, so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.

Wünscht man nun durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten in den Besitz der triebfreien Gemütserlösung und Weisheitserlösung zu gelangen, sie selber erkennend und verwirklichend wünscht man dies, so erreicht man dabei stets die Fähigkeit der Verwirklichung, wenn immer die Bedingungen erfüllt sind.