Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

32. Höchster Segen

Einst weilte der Erhabene im Bambushaine bei Rājagaha, an der Fütterungsstätte der Eichhörnchen. Da begab sich Cundī, die Fürstentochter, mit einem Gefolge von fünfhundert Wagen und fünfhundert Fürstentöchtern zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte sie den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach nun Cundī, die Fürstentochter, zum Erhabenen also:

„Mein Bruder, o Herr, Prinz Cunda mit Namen, behauptet: ‚Wer von den Männern oder Frauen zum Erleuchteten, zur Lehre und zur Mönchsgemeinde Zuflucht genommen hat und absteht vom Töten, vom Nehmen des Nichtgegebenen, vom Ehebruch, von Lüge und vom Genuß berauschender Getränke, der erscheint beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, stets auf glücklicher Fährte wieder, nie auf leidvoller.‘ Ich frage nun, o Herr, den Erhabenen: Auf welcherart Meister, welcherart Lehre, welcherart Mönchsgemeinde vertrauend, welcherart Sittenregeln befolgend erscheint man beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, stets auf glücklicher Fährte wieder, nie auf leidvoller?“

„Was es auch, Cundī, an Wesen gibt, an fußlosen, an Zweifüßern, Vierfüßern oder Vielfüßern, an körperlichen oder körperlosen Wesen, an bewußten, unbewußten oder halbbewußten Wesen: als höchster unter ihnen gilt der Vollendete, der Heilige, der vollkommen Erleuchtete. Jene nun, Cundī, die auf den Erleuchteten vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf das Höchste vertrauen, ist höchster Segen beschieden.

Was es auch, Cundī, an Lehren gibt, von Gestaltetem oder Ungestaltetem als Höchstes unter ihnen gilt die Entsüchtung, nämlich die Dünkelzerstörung, die Stillung des Durstes, die Vernichtung des Haftens, das Durchbrechen der Daseinsrunde, das Versiegen des Begehrens, die Entsüchtung, das Erlöschen, das Nibbāna. Jene nun, Cundī, die auf die Lehre der Entsüchtung vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf das Höchste vertrauen, ist höchster Segen beschieden.

Was es auch, Cundī, an Jüngerschaften oder Mönchsgemeinden gibt, als höchste unter ihnen gilt die Jüngerschaft des Vollendeten, als da sind die vier Paare der Heiligen, die acht Arten der Heiligen. Diese Jüngerschaft des Erhabenen ist würdig des Opfers, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, der beste Boden in der Welt für gute Werke. Jene nun, Cundī, die auf die Jüngerschaft vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf das Höchste vertrauen, ist höchster Segen beschieden.

(Bis hierher wie AN 4.34)

Was es auch, Cundī, an Sitten gibt, die den Heiligen lieb sind, als höchste unter ihnen gelten die ungebrochenen, unverletzten, unbeflechten, unverdorbenen, befreienden, von Verständigen gepriesenen, unbeeinflußten, die geistige Sammlung fördernden. Jene nun, Cundī, welche diese den Edlen lieben Sitten erfüllen, die erfüllen das Höchste. Denen aber, die das Höchste erfüllen, ist höchster Segen beschieden.“

Wer Vertrauen hat zum Höchsten
und die höchste Lehre kennt;
wer dem Buddha, als dem Höchsten,
der der größten Ehrung würdig;

wer der Lehre als dem höchsten
Friedensglücke der Entsüchtung;
wer dem Orden, als dem höchsten,
besten Boden guter Werke

diesen dreien wer vertraut,
auch dem Höchsten Gaben spendet,
dem erwächst der höchste Segen,
hohes Alter, Schönheit, Ruhm,
Glück und Kraft und hohes Ansehen.

Ein Weiser, der dem Höchsten gibt,
ergeben ist der höchsten Lehre,
als Götterwesen oder auch als Mensch
wird höchste Freude ihm zuteil.