Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

54. Günstige und ungünstige Zeit

Fünf ungünstige Zeiten gibt es, ihr Mönche, für geistiges Kämpfen. Welche fünf?

  • Da ist der Mönch alt, vom Alter geplagt; das, ihr Mönche, ist die erste ungünstige Zeit zum Kampfe.
  • Da ist der Mönch siech, von Siechtum geplagt; das, ihr Mönche, ist die zweite ungünstige Zeit zum Kampfe.
  • Da herrscht Nahrungsmangel im Lande und die Ernte ist schlecht, Almosenspeise ist schwer zu erlangen, und es ist nicht leicht, vom Eingesammelten zu leben; das, ihr Mönche, ist die dritte ungünstige Zeit zum Kampfe.
  • Da besteht Gefahr durch Aufruhr in den waldigen Berggegenden und die Bewohner des Landes besteigen ihre Gefährte und suchen zu entkommen; das, ihr Mönche, ist die vierte ungünstige Zeit zum Kampfe.
  • Da besteht eine Spaltung in der Mönchsgemeinde; und ist die Mönchsgemeinde gespalten, dann beschuldigt einer den anderen, beschimpft einer den anderen, intrigiert einer gegen den anderen, vertreibt einer den anderen; und wer da kein Vertrauen hat, der erlangt es nicht, und bei manchen der Vertrauensvollen tritt eine Wandlung ein ; das, ihr Mönche, ist die fünfte ungünstige Zeit zum Kampfe. Diese fünf ungünstigen Zeiten gibt es, ihr Mönche, für geistiges Kämpfen.

Fünf günstige Zeiten gibt es, ihr Mönche, für geistiges Kämpfen. Welche fünf?

  • Da ist der Mönch ein Jüngling, jung, schwarzhaarig, in bester Jugend, im ersten Mannesalter; das, ihr Mönche, ist die erste günstige Zeit zum Kampfe.
  • Da ist der Mönch gesund, frei von Siechtum; seine Säfte bewirken eine gleichmäßige Verdauung, sind weder zu kalt noch zu heiß, sondern besitzen mittlere Wärme und machen ihn dem Kampfe gewachsen; das, ihr Mönche, ist die zweite günstige Zeit zum Kampfe.
  • Es gibt reichlich Nahrung im Lande und die Ernte ist gut, leicht ist es, Almosenspeise zu erhalten und vom Eingesammelten zu leben; das, ihr Mönche, ist die dritte günstige Zeit zum Kampfe.
  • Da leben die Menschen in Eintracht und Freundschaft, ohne Streit, haben ein mildes Wesen und sehen einander mit freundlichen Blicken an; das, ihr Mönche, ist die vierte günstige Zeit zum Kampfe.
  • In Frieden und Eintracht lebt die Mönchsgemeinde, ohne Streit; sie folgt ein und denselben Vorschriften und lebt ungestört. Lebt nämlich die Mönchsgemeinde in Eintracht, dann beschuldigt nicht einer den anderen, beschimpft nicht einer den anderen, intrigiert nicht einer gegen den anderen, vertreibt nicht einer den anderen; dadurch aber gewinnen die Vertrauenslosen Vertrauen und die Vertrauensvollen werden bestärkt. Das, ihr Mönche, ist die fünfte günstige Zeit zum Kampfe.

Diese fünf günstigen Zeiten gibt es, ihr Mönche, für geistiges Kämpfen.