Aṅguttara Nikāya

Das Siebener-Buch

15. Die Tauchenden

Sieben Menschen, ihr Mönche, gibt es in der Welt, die den Tauchenden zu vergleichen sind. Welche sieben?

Da, ihr Mönche, ist

  1. einer einmal versunken und bleibt unten;
  2. einer taucht auf und versinkt wieder;
  3. einer taucht auf und bleibt, wo er ist;
  4. einer taucht auf und schaut und erspäht;
  5. einer taucht auf und kommt vorwärts;
  6. einer taucht auf und gewinnt festen Fuß;
  7. einer taucht auf, durchkreuzt den Strom, erreicht das andere Ufer und steht, ein Heiliger, auf festem Boden.

Wie aber, ihr Mönche, ist ein Mensch einmal versunken und bleibt unten? Da ist ein Mensch mit äußerst üblen und unheilsamen Eigenschaften behaftet. So ist ein Mensch einmal versunken und bleibt unten.

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf und versinkt wieder? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt): ‚Gut ist Vertrauen bei heilsamen Dingen, gut sind Schamgefühl, sittliche Scheu, Willenskraft und Weisheit bei heilsamen Dingen!‘ Doch dieses Vertrauen und Schamgefühl, diese sittliche Scheu, Willenskraft und Weisheit bleiben weder in ihm, noch werden sie stärker, sondern sie schwinden eben. So taucht ein Mensch auf und versinkt wieder.

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf und bleibt, wo er ist? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt): ‚Gut ist Vertrauen bei heilsamen Dingen, gut sind Schamgefühl, sittliche Scheu, Willenskraft und Weisheit bei heilsamen Dingen!‘ Und dieses Vertrauen und Schamgefühl, diese sittliche Scheu, Willenskraft und Weisheit schwinden ihm weder, noch werden sie stärker, sondern bleiben sich gleich. So taucht ein Mensch auf und bleibt, wo er ist.

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf und schaut und erspäht? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt): ‚Gut ist Vertrauen... Weisheit bei heilsamen Dingen! Und nach Vernichtung der drei Fesseln ist er in den Strom eingetreten (sotāpanna), den niederen Welten entronnen, gesichert, der vollen Erleuchtung gewiß. So taucht ein Mensch auf und schaut und erspäht.

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf und kommt vorwärts? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt): ‚Gut ist Vertrauen... Weisheit bei heilsamen Dingen!‘ Und nach Vernichtung der drei Fesseln und Abschwächung von Gier, Haß und Verblendung, kehrt er nur noch einmal wieder (sakadāgāmī); und nur noch einmal zu dieser Welt zurückgekehrt, macht er dem Leiden ein Ende.

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf und gewinnt festen Fuß? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt) ‚Gut ist Vertrauen... Weisheit bei heilsamen Dingen!‘ Und nach Vernichtung der fünf niederen Fesseln erscheint er unter den geistgeborenen Wesen wieder und dort erreicht er das Nibbāna, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt (anāgāmī).

Wie aber, ihr Mönche, taucht ein Mensch auf, durchkreuzt den Strom, erreicht das andere Ufer und steht, ein Heiliger, auf festem Boden? Da taucht ein Mensch auf (indem er denkt): ‚Gut ist Vertrauen bei heilsamen Dingen, gut sind Schamgefühl, sittliche Scheu, Willenskraft und Weisheit bei heilsamen Dingen!‘ Und durch Versiegung der Triebe erreicht er noch bei Lebzeiten die triebfreie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend.

Diese sieben Menschen, ihr Mönche, gibt es in der Welt, die den Tauchenden zu vergleichen sind.