Aṅguttara Nikāya

Das Siebener-Buch

48–49. Sieben segensreiche Vorstellungen

Sieben Vorstellungen, ihr Mönche, entfaltet und häufig geübt, bringen hohen Lohn und Segen; sie münden im Todlosen, enden im Todlosen. Welche sieben?

  1. Die Vorstellung der Unreinheit,
  2. die Vorstellung des Todes,
  3. die Vorstellung des Ekelhaften bei der Nahrung,
  4. die Vorstellung der Reizlosigkeit des ganzen Daseins,
  5. die Vorstellung der Vergänglichkeit,
  6. die Vorstellung des Leidhaften in der Vergänglichkeit,
  7. die Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften.

Es wurde gesagt, daß die Vorstellung der Unreinheit des Körpers, wenn entfaltet und häufig geübt, hohen Lohn und Segen bringt; daß sie im Todlosen mündet, im Todlosen endet. Mit Rücksicht worauf wurde das gesagt? Wer sich da unter den Mönchen häufig mit der Vorstellung der Unreinheit befaßt, dessen Geist schreckt zurück vor dem Geschlechtsverkehr, wendet sich weg, kehrt sich ab, fühlt sich nicht hingezogen; und Gleichmut oder Abscheu stellen sich ein.

Gleichwie, ihr Mönche, eine Hahnenfeder oder ein Stück Bogensehne, ins Feuer geworfen, zusammenschrumpft, sich krümmt, zusammenrollt und sich nicht mehr ausstreckt: ebenso auch, ihr Mönche, schreckt der Geist eines solchen Mönches zurück vor dem Geschlechtsverkehr, wendet sich weg, kehrt sich ab, fühlt sich nicht hingezogen; und Gleichmut oder Abscheu stellen sich ein.

Wenn nun, ihr Mönche, bei einem Mönch, der sich häufig mit der Vorstellung der Unreinheit befaßt, der Geist noch zum Geschlechtsverkehr hinstrebt und kein Abscheu davor besteht, so sollte der Mönch wissen: ‚Noch unentfaltet ist in mir die Vorstellung der Unreinheit. Zwischen früher und jetzt besteht in mir kein Unterschied. Die Frucht der Meditation habe ich noch nicht gewonnen.‘ So ist er sich dessen klar bewußt.

Wenn aber, ihr Mönche, bei einem Mönch, der sich häufig mit der Vorstellung der Unreinheit befaßt, der Geist zurückschreckt vor dem Geschlechtsverkehr, sich weg wendet, abkehrt, nicht sich hingezogen fühlt, und Gleichmut oder Abscheu sich einstellen, so sollte der Mönch wissen: ‚Entfaltet ist in mir die Vorstellung der Unreinheit. Ein Unterschied besteht in mir zwischen früher und jetzt. Gewonnen habe ich die Frucht der Meditation.‘ So ist er sich dessen klar bewußt.

Wurde also gesagt, daß die Vorstellung der Unreinheit, wenn entfaltet und häufig geübt, hohen Lohn und Segen bringt und im Todlosen mündet, im Todlosen endet, so wurde das eben mit Rücksicht hierauf gesagt.

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig mit der Vorstellung des Todes befaßt, dessen Geist schreckt zurück vor der Lebenslust....

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig mit der Vorstellung des Ekelhaften bei der Nahrung befaßt, dessen Geist schreckt zurück vor der Geschmacksgier....

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig befaßt mit der Vorstellung der Reizlosigkeit des ganzen Daseins, dessen Geist schreckt zurück vor weltlichen Gedanken....

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig mit der Vorstellung der Vergänglichkeit befaßt, dessen Geist schreckt zurück vor Gewinn, Ehre und Ruhm....

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig befaßt mit der Vorstellung des Leidhaften in der Vergänglichkeit, der hat hinsichtlich der Faulheit, Trägheit, Schlaffheit, Untätigkeit und Gedankenlosigkeit die stärksten Vorstellungen der Gefahr gegenwärtig, gleichwie vor einem Mörder mit gezücktem Schwerte....

Wer sich da, ihr Mönche, unter den Mönchen häufig mit der Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften befaßt, dessen Geist ist hinsichtlich dieses mit Bewußtsein behafteten Körpers, sowie aller äußeren Objekte, frei vom Dünkel des Ich und Mein, ist dünkelentronnen, gestillt, völlig befreit.

Wenn nun, ihr Mönche, bei einem Mönch, der sich häufig befaßt mit der Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften, hinsichtlich dieses mit Bewußtsein behafteten Körpers, sowie aller äußeren Objekte, der Geist nicht frei ist vom Dünkel des Ich und Mein, nicht dünkelentronnen ist, gestillt und völlig befreit, so sollte der Mönch wissen: ‚Noch unentfaltet ist in mir die Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften. Zwischen früher und jetzt besteht in mir kein Unterschied. Die Frucht der Meditation habe ich noch nicht gewonnen.‘ So ist er sich dessen klar bewußt.

Wenn aber, ihr Mönche, bei einem Mönch, der sich häufig befaßt mit der Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften, hinsichtlich dieses mit Bewußtsein behafteten Körpers, sowie aller äußeren Objekte, der Geist frei ist vom Dünkel des Ich und Mein, dünkelentronnen ist, gestillt und völlig befreit, so sollte der Mönch wissen: Entfaltet ist in mir die Vorstellung der Ichlosigkeit im Leidhaften. Ein Unterschied besteht in mir zwischen früher und jetzt. Gewonnen habe ich die Frucht der Meditation. So ist er sich dessen klar bewußt.

Wurde also gesagt, daß die Vorstellung der Iohlosigkeit im Leidhaften, wenn entfaltet und häufig geübt, hohen Lohn und Segen bringt und im Todlosen mündet, im Todlosen endet, so wurde das eben mit Rücksicht hierauf gesagt.

Diese sieben Vorstellungen, ihr Mönche, entfaltet und häufig geübt, bringen hohen Lohn und Segen; sie münden im Todlosen, enden im Todlosen.

(Text 48 besteht aus den beiden ersten Abschnitten des Textes 49.)