Aṅguttara Nikāya

Das Siebener-Buch

70. Sieben Gegenstände der Ehrfurcht

Als einst der ehrwürdige Sāriputta einsam und abgeschieden verweilte, da stieg ihm in seinem Geiste dieser Gedanke auf: „Worauf mag wohl der Mönch seine Ehrfurcht und Achtung gründen, um das Unheilsame zu überwinden und das Heilsame zu entfalten?“ Und der ehrwürdige Sāriputta sagte sich:

  • „Auf den Meister,
  • die Lehre,
  • die Mönchsgemeinde,
  • auf die geistige Schulung,
  • die Geistessammlung,
  • die Strebsamkeit und
  • die freundliche Hilfsbereitschaft

darauf mag ein Mönch seine Ehrfurcht und Achtung gründen, um das Unheilsame zu überwinden und das Heilsame zu entfalten.“ Der ehrwürdige Sāriputta aber dachte nun: „Diese Dinge sind bei mir zwar rein und lauter, doch wenn ich von diesen Dingen dem Erhabenen berichten würde, so möchten sie noch reiner und lauterer werden. Gleichwie ein Mann, der einen Schmuck aus reinem, lauterem Golde erlangt hat, denken möchte: „Dieser mein Goldschmuck ist zwar rein und lauter, doch wenn ich ihn zum Goldschmied bringe, so möchte er beim Goldschmied noch reiner und lauterer werden. Ebenso auch sind bei mir diese Eigenschaften zwar rein und lauter, doch wenn ich von ihnen dem Erhabenen berichten würde, so möchten sie noch reiner und lauterer werden.“

Nachdem sich nun der ehrwürdige Sāriputta am Abend aus seiner Zurückgezogenheit erhoben hatte, begab er sich zum Erhabenen und teilte ihm seine Gedanken mit.

(Der Erhabene:) „Recht so, recht so, Sāriputta! Auf den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde, auf die geistige Schulung, die Geistessammlung, die Strebsamkeit und die freundliche Hilfsbereitschaft—darauf mag ein Mönch seine Ehrfurcht und Achtung gründen, um das Unheilsame zu überwinden und das Heilsame zu entfalten.“

Auf diese Worte sprach der ehrwürdige Sāriputta zum Erhabenen also: „Von dem, o Herr, was da der Erhabene in Kürze gesagt hat, verstehe ich den ausführlichen Sinn folgendermaßen:

  • Daß ein Mönch, o Herr, der den Meister nicht achtet, die Lehre achten sollte, das ist nicht möglich. Wer eben unter den Mönchen den Meister nicht achtet, der achtet auch die Lehre nicht.
  • Daß ein Mönch, o Herr, der den Meister und die Lehre nicht achtet, die Mönchsgemeinde achten sollte, das ist nicht möglich. Wer eben unter den Mönchen den Meister und die Lehre nicht achtet, der achtet auch die Mönchsgemeinde nicht.
  • Wer den Meister, die Lehre und die Mönchsgemeinde nicht achtet, der achtet auch die geistige Schulung nicht;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde und die geistige Schulung nicht achtet, der achtet auch die geistige Sammlung nicht;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde, die geistige Schulung und die Geistessammlung nicht achtet, der achtet auch die Strebsamkeit nicht;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde, die geistige Schulung, die Geistessammlung und die Strebsamkeit nicht achtet, der achtet auch die freundliche Hilfsbereitschaft nicht.
  • Daß aber, o Herr, ein Mönch, der den Meister achtet, die Lehre nicht achten sollte, das ist unmöglich. Wer eben unter den Mönchen den Meister achtet, der achtet auch die Lehre.
  • Daß ein Mönch, der den Meister und die Lehre achtet, die Mönchsgemeinde nicht achten sollte, das ist unmöglich. Wer eben unter den Mönchen den Meister und die Lehre achtet, der achtet auch die Mönchsgemeinde.
  • Wer den Meister, die Lehre und die Mönchsgemeinde achtet, der achtet auch die geistige Schulung;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde und die geistige Schulung achtet, der achtet auch die Geistessammlung;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde, die geistige Schulung und die Geistessammlung achtet, der achtet auch die Strebsamkeit;
  • wer den Meister, die Lehre, die Mönchsgemeinde, die geistige Schulung, die Geistessammlung und die Strebsamkeit achtet, der achtet auch die freundliche Hilfsbereitschaft.

Auf diese Weise, o Herr, verstehe ich den ausführlichen Sinn dessen, was der Erhabene in Kürze gesagt hat.“

—„Recht so, recht so, Sāriputta. Richtig verstehst du den ausführlichen Sinn dessen, was ich in Kürze gesagt habe. Das nämlich, Sāriputta, hat man als den ausführlichen Sinn anzusehen.“