Aṅguttara Nikāya

Das Achter-Buch

13. Das edle Königsroß

Mit acht Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, ist des Königs gutes, edles Roß würdig des Königs, geeignet zum Königsdienst, gilt als königliches Leibroß. Welches sind diese acht Eigenschaften?

  1. Da, ihr Mönche, ist des Königs gutes, edles Roß beiderseits von reiner Abstammung, vom Vater wie von der Mutter her; es stammt aus jener Gegend, aus der auch alle die anderen guten, edlen Rosse herstammen.
  2. Was man ihm an frischem oder trockenem Futter reicht, das verzehrt es voll Aufmerksamkeit, ohne etwas davon zu verstreuen.
  3. Es verabscheut es, sich auf Kot oder Urin niederzulassen und hinzulegen.
  4. Es ist fromm, verträglich und bringt die anderen Rosse nicht in Aufregung.
  5. Was noch an Verschmitztheit, Falschheit, Unaufrichtigkeit und Verschlagenheit in ihm steckt, das zeigt es dem Rosselenker, so wie es wirklich ist, und der Rosselenker bemüht sich, ihm diese Dinge auszutreiben.
  6. Angeschirrt aber sagt es sich ‚Ob die anderen Rosse den Wagen recht ziehen werden oder nicht, ich werde ihn ziehen!‘
  7. Im Gehen aber folgt es dem geraden Weg.
  8. Es bleibt ausdauernd bis zu seinem Lebensende.

Mit diesen acht Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, ist des Königs gutes, edles Roß würdig des Königs, ist geeignet zum Königsdienst, gilt als königliches Leibroß.

Ebenso auch, ihr Mönche, ist der mit acht Eigenschaften ausgestattete Mönch würdig der Opfer, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist der beste Boden in der Welt für gute Werke. Welches sind diese acht Eigenschaften?

  1. Da ist der Mönch sittenrein, er befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen im Wandel und Umgang, und vor dem geringsten Vergehen sich scheuend, übt er sich in den Übungsregeln, die er auf sich genommen.
  2. Jede Speise, die man ihm darreicht, grobe oder feine, genießt er mit Achtung, ohne Verdrossenheit:
  3. Er verabscheut den schlechten Wandel in Werken, Worten und Gedanken, verabscheut die Ausübung übler, unheilsamer Dinge.
  4. Er ist freundlich und verträglich, und nicht bringt er die anderen Mönche in Aufregung.
  5. Was noch an Verschmitztheit, Falschheit, Unaufrichtigkeit und Verschlagenheit in ihm steckt, das enthüllt er, wie es wirklich ist, dem Meister oder verständigen Ordensbrüdern; und diese bemühen sich, ihm jene Eigenschaften auszutreiben.
  6. Er ist strebsam in der Übung und sagt sich: ‚Mögen die anderen der Übung folgen oder nicht, ich aber werde mich üben!‘
  7. In seinem Wandel aber folgt er nur dem geraden Wege; dies nämlich ist der gerade Weg: rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung.
  8. Mit angespannter Willenskraft lebt er, indem er denkt: ‚Mögen nur Haut, Sehnen und Knochen übrigbleiben und Fleisch und Blut in meinem Leibe austrocknen, doch nicht soll meine Anstrengung zum Stillstand kommen, ohne erreicht zu haben, was erreichbar ist mit männlicher Ausdauer, männlichem Willen, männlicher Kraft!‘

Mit diesen acht Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, ist der Mönch würdig der Opfer, würdig der Gastspenden, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist der beste Boden in der Welt für gute Werke.