Aṅguttara Nikāya

Das Achter-Buch

73. Die Betrachtung über den Tod I

Einst weilte der Erhabene im Ziegelhause bei Nātika. Dort wandte er sich an die Mönche und sprach also:

„Die Betrachtung über den Tod, ihr Mönche, entfaltet und häufig geübt, bringt hohen Lohn und Segen, mündet im Todlosen, endet im Todlosen. Übt ihr wohl, meine Mönche, die Betrachtung über den Tod?“

Auf diese Worte antwortete einer der Mönche dem Erhabenen: „Ich, o Herr, übe die Betrachtung über den Tod.“

—„Wie aber, o Mönch, übst du die Betrachtung über den Tod?“

—„Da denke ich, o Herr: ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, noch einen Tag und eine Nacht am Leben zu bleiben! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!‘ Auf diese Weise, o Herr, übe ich die Betrachtung über den Tod.“

Ein anderer der Mönche aber sprach zum Erhabenen: „Auch ich, o Herr, übe die Betrachtung über den Tod.“—„Wie aber, o Mönch, übst du sie?“

—„Da denke ich, o Herr: ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, noch diesen Tag am Leben zu bleiben! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!“

(Und andere Mönche antworteten:) ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, noch einen halben Tag am Leben zu bleiben—noch solange wie ein Almosenmahl dauert—noch solange wie ein halbes Almosenmahl dauert—noch solange wie das Zusammenballen und Hinunterschlucken von vier oder fünf Bissen Reis dauert—noch solange wie das Zusammenballen und Hinunterschlucken von einem einzigen Bissen Reis dauert.—Ach, daß es mir doch vergönnt sein möge, noch während der Zeitspanne am Leben zu bleiben, die zwischen einer Ein- und Ausatmung oder einer Aus- und Einatmung liegt! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel. wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!“

Auf diese Worte sprach der Erhabene also zu den Mönchen:

„Diejenigen, ihr Mönche, die die Betrachtung über den Tod üben, indem sie denken: ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, einen Tag und eine Nacht am Leben zu bleiben—noch einen Tag—einen halben Tag—solange wie ein Almosenmahl dauert—solange wie ein halbes Almosenmahl dauert—solange wie das Zusammenballen und Hinunterschlucken von vier oder fünf Bissen dauert! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!‘—von diesen Mönchen, ihr Mönche, sagt man, daß sie nachlässig leben und auf langsame Weise die Betrachtung über den Tod üben, um der Triebe Versiegung zu erreichen.

Von demjenigen Mönche aber, der die Betrachtung über den Tod übt, indem er denkt: ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, solange am Leben zu bleiben, wie das Zusammenballen und Hinunterschlucken von einem einzigen Bissen Reis dauert! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!‘

—Oder der denkt: ‚Ach, daß es mir doch vergönnt sei, noch während der Zeitspanne am Leben zu bleiben, die zwischen einer Ein- und Ausatmung oder einer Aus- und Einatmung liegt! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!‘

Von einem solchen Mönche sagt man, ihr Mönche, daß er vollen Ernstes lebt und eifrig die Betrachtung über den Tod übt, um der Triebe Versiegung zu erreichen.

Darum, ihr Mönche, habt ihr danach zu streben: ‚Vollen Ernstes wollen wir leben und eifrig die Betrachtung über den Tod üben, um der Triebe Versiegung zu erreichen!‘ Das, ihr Mönche, sei euer Streben!“