Aṅguttara Nikāya

Das Achter-Buch

8. Devadattas Untergang II

Einst weilte der ehrwürdige Uttara bei Mahisavatthu, im Dhavadickicht auf dem Sankheyyaberge. Dort wandte sich der ehrwürdige Uttara an die Mönche und sprach:

  • „Gut ist es, ihr Brüder, wenn der Mönch von Zeit zu Zeit die eigenen Fehltritte betrachtet;
  • gut ist es, wenn er von Zeit zu Zeit der anderen Fehltritte betrachtet.
  • Gut ist es, ihr Brüder, wenn der Mönch von Zeit zu Zeit die eigenen Fortschritte betrachtet;
  • gut ist es, wenn er von Zeit zu Zeit der anderen Fortschritte betrachtet.“

Eben zu dieser Zeit nun zog der große König Vessavana von Norden gen Süden wegen irgendeiner Angelegenheit. Der König Vessavana hörte nun, wie der ehrwürdige Uttara im Dhavadickicht auf dem Sankheyyaberge, bei Mahisavatthu, den Mönchen in diesen Worten die Lehre darlegte. Und gerade wie ein starker Mann den gebeugten Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm beugt, ebenso schnell verschwand der große König Vessavana von dort und trat bei den Göttern der Dreiunddreißig wieder in Erscheinung. Darauf trat der große König Vessavana zu Sakka, dem Götterkönig, und sprach:

„Auf daß du es wissen mögest, o Herr: jener ehrwürdige Uttara hat im Dhavadickicht auf dem Sankheyyaberge, bei Mahisavatthu, den Mönchen in folgenden Worten die Lehre darlegt: ‚Gut ist es, ihr Brüder, wenn der Mönch...‘“

Und gerade wie ein starker Mann den gebeugten Arm ausstreckt oder den gestreckten Arm beugt, ebenso schnell verschwand darauf Sakka, der Götterkönig, aus dem Himmel der Dreiunddreißig und trat bei Mahisavatthu im Dhavadickicht auf dem Sankheyyaberge wieder in Erscheinung. Darauf trat Sakka, der Götterkönig, zum ehrwürdigen Uttara, begrüßte ihn ehrerbietig und stellte sich zur Seite. Seitwärts stehend, sprach er zu ihm:

„Ist es zutreffend, o Herr, daß der ehrwürdige Uttara den Mönchen so die Lehre dargelegt hat: ‚Gut ist es, ihr Brüder, wenn der Mönch...‘?“

—„So ist es, o Götterkönig.“

—„Ist dies nun, o Herr, dem ehrwürdigen Uttara selber eingefallen, oder ist es das Wort des Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erleuchteten?“

—„So will ich dir denn, o Götterkönig, ein Gleichnis geben; denn auch durch ein Gleichnis wird da manchen einsichtigen Menschen der Worte Sinn verständlich. Nehmen wir an, o Götterkönig, unweit eines Dorfes oder einer Stadt läge ein großer Haufen Korn; und eine große Menge Menschen holte sich Korn davon, mittels Tragstangen, in Körben, im Schurze oder in der Hand. Wenn nun jemand an diese Menschenmenge herantritt und sie fragt, von wo sie das Korn hergeholt hätten, wie möchte da wohl jene Menschenmenge eine richtige Antwort geben?“

—„Wenn sie sagen, daß sie es von jenem großen Kornhaufen geholt hätten, so, o Herr, würden sie die richtige Antwort geben.“

—„Ebenso auch, o Götterkönig, was immer richtig dargelegt wird, das alles gilt als ein Wort des Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erleuchteten; und davon entnehmen wir immer, wenn wir und andere sprechen.“

—„Wunderbar ist es, o Herr, außerordentlich ist es, o Herr, wie da der ehrwürdige Uttara so treffend gesagt hat: ‚Was immer richtig dargelegt wird, das gilt als ein Wort des Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erleuchteten; und davon entnehmen wir immer, wenn wir und andere sprechen.‘

Einst, o ehrwürdiger Uttara, weilte der Erhabene auf der Geierspitze bei Rājagaha, kurz nach dem Abfall Devadattas. Dort nun wandte sich der Erhabene mit Bezug auf Devadatta an die Mönche:

‚Gut ist es, ihr Mönche, wenn der Mönch von Zeit zu Zeit die eigenen Fehltritte betrachtet...

(Hier folgt der gesamte Prosatext No. 7.)

Von jenen vier Menschenklassen aber, o Herr, nämlich den Mönchen, Nonnen, männlichen und weiblichen Laienjüngern, da hat sich keiner diesen Lehrvortrag zu eigen gemacht. Möge doch der ehrwürdige Uttara sich diesen Lehrvortrag aneignen! Möge doch der ehrwürdige Uttara diesen Lehrvortrag sich einprägen! Möge doch der ehrwürdige Uttara sich diesen Lehrvortrag merken! Sinnreich, o Herr, ist dieser Lehrvortrag, dem urheiligen Wandel dienlich!“