Aṅguttara Nikāya

Das Neuner-Buch

33. Neun stufenweise Erreichungszustände

Neun stufenweise Erreichungszustände (anupubba-vihāra-samāpatti) will ich euch weisen, ihr Mönche. So höret denn und achtet wohl auf meine Worte.

1. Wo die sinnlichen Dinge zur Erlöschung gelangen und wo jene weilen, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber gelangen die sinnlichen Dinge zur Erlöschung, und wo verweilen jene, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen? Wer da sagt, daß er es nicht weiß und nicht kennt, dem hat man also zu erklären:

‚Da, o Bruder, gewinnt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnendingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit Gedankenfassen und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit erzeugte, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung und weilt in ihr. Hier gelangen die sinnlichen Dinge zur Erlöschung, und hier weilen jene, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen.‘

Wahrlich, ihr Mönche, ein Mönch, der frei ist von Heuchelei und Verstellung, sollte diesen Worten Beifall schenken und sie billigen. Und hat er ihnen Beifall geschenkt und sie gebilligt, so sollte er mit ehrfurchtsvoll gefalteten Händen dastehen.

2. Wo Gedankenfassen und Überlegen zur Erlöschung gelangen und wo jene weilen, die Gedankenfassen und Überlegen wiederholt zur Erlöschung bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber gelangen Gedankenfassen und Überlegen zur Erlöschung, und wo weilen jene, die Gedankenfassen und Überlegen wiederholt zur Erlöschung bringen? Wer da sagt, daß er es nicht weiß und nicht kennt, dem hat man also zu erklären:

‚Nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen gewinnt da ein Mönch den inneren Frieden, die Einheit des Geistes, die von Gedankenfassen und Überlegen freie, in der Sammlung geborene, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung und weilt in ihr. Hier gelangen Gedankenfassen und Überlegen zur Erlöschung, und hier weilen jene, die Gedankenfassen und Überlegen wiederholt zur Erlöschung bringen.‘

Wahrlich, ihr Mönche, ein Mönch, der frei ist von Heuchelei und Verstellung, sollte diesen Worten Beifall schenken und sie billigen. Und hat er ihnen Beifall geschenkt und sie gebilligt, so sollte er mit ehrfurchtsvoll gefalteten Händen dastehen.

3. Wo die Verzückung zur Erlöschung gelangt und wo jene weilen, die die Verzückung wiederholt zur Erlöschung bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber...

‚Nach Loslösung von der Verzückung weilt er gleichmütig, achtsam, klar bewußt, und ein Glücksgefühl empfindet er in seinem Inneren, von dem die Edlen künden: „Der Gleichmütige, Achtsame weilt beglückt“; so gewinnt er die dritte Vertiefung. Hier gelangt die Verzückung zur Erlöschung und hier weilen jene, die die Verzückung wiederholt zur Erlöschung bringen.‘ Wahrlich, ihr Mönche...

4. Wo das Gleichmuts-Glück zur Erlöschung gelangt und wo jene weilen, die das Gleichmuts-Glück wiederholt zur Erlöschung bringen, in diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt, entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber...

‚Nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und dem schon früheren Erlöschen von Frohsinn und Trübsinn, gewinnt er die leidlos-freudlose, in der völligen Reinheit von Gleichmut und Achtsamkeit bestehende vierte Vertiefung und weilt in ihr. Hier gelangt das Gleichmuts-Glück zur Erlöschung, und hier weilen jene, die das Gleichmuts-Glück wiederholt zur Erlöschung bringen.‘ Wahrlich, ihr Mönche...

5–9.: (Anfangs- und Schlußabschnitte entsprechen den obigen.)

5. ‚Da gewinnt der Mönch, durch völlige Überwindung der Körperlichkeitswahrnehmungen, durch das Schwinden der Rückwirkwahrnehmungen und Nichtbeachten der Vielheitswahrnehmungen, mit der Vorstellung „Unendlich ist der Raum“, das Raumunendlichkeitsgebiet und weilt darin. Hier gelangen die Körperlichkeitswahrnehmungen zur Erlöschung, und hier weilen jene, die die Körperlichkeitswahrnehmungen wiederholt zur Erlöschung bringen.‘

6. ‚Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des Raumunendlichkeitsgebietes, mit der Vorstellung „Unendlich ist das Bewußtsein“, das Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet und weilt darin. Hier gelangen die Wahrnehmungen des Raumunendlichkeitsgebietes zur Erlöschung,und hier weilen jene, die die Wahrnehmungen des Raumunendlichkeitsgebietes wiederholt zur Erlöschung bringen.‘

7. ‚Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes, mit der Vorstellung „Nichts ist da“, das Nichtsheitsgebiet und weilt darin. Hier gelangen die Wahrnehmungen des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes zur Erlöschung, und hier weilen jene, die die Wahrnehmungen des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes wiederholt zur Erlöschung bringen.‘

8. ‚Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des Nichtsheitsgebietes das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Hier gelangen die Wahrnehmungen des Nichtsheitsgebietes zur Erlöschung,und hier weilen jene, die die Wahrnehmungen des Nichtsheitsgebietes wiederholt zur Erlöschung bringen.

9. ‚Da gewinnt der Mönch durch völlige Überwindung des Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung die Erlöschung von Wahrnehmung und Gefühl und weilt darin. Hier gelangen die Wahrnehmungen des Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung zur Erlöschung,und hier weilen jene, die die Wahrnehmungen des Gebietes von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung wiederholt zur Erlöschung bringen.‘ Wahrlich, ihr Mönche...

Dies, ihr Mönche, sind die neun stufenweisen Erreichungszustände.