Aṅguttara Nikāya

Das Neuner-Buch

6. Zweierlei zu wissen nötig

Der ehrwürdige Sāriputta sprach zu den Mönchen:

„Zweierlei, ihr Brüder, hat man von einem Menschen zu wissen: ob man mit ihm verkehren soll oder nicht; zweierlei von einem Gewande: ob man es tragen soll oder nicht; zweierlei von der Almosenspeise: ob man sie genießen soll oder nicht; zweierlei von einer Wohnstätte: ob man sie bewohnen soll oder nicht; zweierlei von Dorf und Stadt: ob man sie besuchen soll oder nicht; zweierlei von einem Lande: ob man dort leben soll oder nicht.

Es wurde gesagt, ihr Brüder, daß man von einem Menschen zweierlei zu wissen hat: ob man mit ihm verkehren soll oder nicht. Mit Rücksicht worauf aber wurde dies gesagt?

Wenn man da, ihr Brüder, von einem Menschen weiß: ‚Wenn ich mit diesem Menschen verkehre, mehren sich in mir die unheilsamen Dinge und die heilsamen Dinge nehmen ab; und was mir als einem Hauslosen zum Leben nötig ist, wie Gewand, Almosenspeise, Wohnstätte und Arznei, das wird mir nur mit Mühe zuteil; und der Zweck des Asketentums, um dessentwillen ich vom Hause fort in die Hauslosigkeit gezogen bin, dieser Zweck kommt nicht zur vollen Erfüllung‘. Da soll man, dessen gewahr, bei Tage oder Nacht und ohne Abschied, jenen Menschen verlassen, soll nicht bei ihm bleiben.

Wenn man, ihr Brüder, von einem Menschen weiß: ‚Wenn ich mit diesem Menschen verkehre, mehren sich in mir die unheilsamen Dinge und die heilsamen Dinge nehmen ab; was mir als einem Hauslosen zum Leben nötig ist, wie Gewand, Almosenspeise, Wohnstätte und Arznei, das wird mir zwar mühelos zuteil; doch der Zweck des Asketentums, um dessentwillen ich vom Hause fort in die Hauslosigkeit gezogen bin, dieser Zweck kommt nicht zur vollen Erfüllung‘; da soll man, dessen gewahr, ihn ohne Abschied verlassen, soll nicht bei ihm bleiben.

Wenn man, ihr Brüder, von einem Menschen weiß: ‚Wenn ich mit diesem Menschen verkehre, nehmen in mir die unheilsamen Dinge ab und die heilsamen Dinge mehren sich; was mir als einem Hauslosen zum Leben nötig ist, wie Gewand, Almosenspeise, Wohnstätte und Arznei, das wird mir wohl nur mit Mühe zuteil; doch der Zweck de Asketentums, um dessentwillen ich vom Hause fort in die Hauslosigkeit gezogen bin, dieser Zweck findet Entfaltung und Erfüllung‘, da soll man, dessen gewahr, bei jenem Menschen bleiben, soll ihn nicht verlassen.

Wenn man, ihr Brüder, von einem Menschen weiß: ‚Wenn ich mit diesem Menschen verkehre, nehmen in mir die unheilsamen Dinge ab und die heilsamen Dinge mehren sich; was mir als einem Hauslosen zum Leben nötig ist, wie Gewand, Almosenspeise Wohnstätte und Arznei, das wird mir mühelos zuteil; und der Zweck des Asketentums, um dessentwillen ich vom Hause fort in die Hauslosigkeit gezogen bin, dieser Zweck findet Entfaltung und Erfüllung‘. Da soll man zeitlebens bei jenem Menschen bleiben und ihn nicht verlassen, selbst wenn man fortgewiesen wird.

Wurde also gesagt, ihr Brüder, daß man zweierlei von einem Menschen zu wissen hat: ob man mit ihm verkehren soll oder nicht, so wurde das eben mit Rücksicht hierauf gesagt.

Es wurde gesagt, ihr Brüder, daß man zweierlei von einem Gewande zu wissen hat: ob man es tragen soll oder nicht. Mit Rücksicht worauf aber wurde dies gesagt?

Wenn man da, ihr Brüder, von einem Gewande weiß: ‚Indem ich dieses Gewand trage, mehren sich in mir die unheilsamen Dinge und die heilsamen Dinge nehmen ab‘; da soll man ein solches Gewand nicht tragen. Wenn man aber weiß: ‚Indem ich dieses Gewand trage, nehmen in mir die unheilsamen Dinge ab und die heilsamen Dinge mehren sich‘s da soll man ein solches Gewand tragen. Wurde also gesagt, ihr Brüder, daß man zweierlei von einem Gewande zu wissen hat: ob man es tragen soll oder nicht, so wurde das eben mit Rücksicht hierauf gesagt.

Es wurde gesagt, daß man zweierlei von der Almosenspeise zu wissen hat... daß man zweierlei von der Wohnstätte zu wissen hat... daß man zweierlei von Dorf und Stadt zu wissen hat... daß man zweierlei von einem Lande zu wissen hat: ob man dort leben soll oder nicht. Mit Rücksicht worauf aber wurde dies gesagt?

Wenn man da, ihr Brüder, von einem Lande weiß: ‚Wenn ich in diesem Lande lebe, mehren sich in mir die unheilsamen Dinge und die heilsamen Dinge nehmen ab‘, so soll man in einem solchen Lande nicht leben. Wenn man aber weiß: ‚Wenn ich in diesem Lande lebe, nehmen in mir die unheilsamen Dinge ab und die heilsamen Dinge mehren sich‘s so soll man in diesem Lande leben. Wurde also gesagt, daß man zweierlei von einem Lande zu wissen hat ob man dort leben soll oder nicht, so wurde das eben mit Rücksicht hierauf gesagt.“