Itivuttaka 111

Rechter Wandel

„Lebet, ihr Jünger, von sittlicher Zucht erfüllt; dem Sittengesetz treu ergeben, lebet gezügelt in den durch das Sittengesetz gezogenen Schranken; im Bereich des guten Wandels vollkommen und in den geringsten der zu meidenden Dinge Gefahr erblickend übet euch in den Geboten, die ihr auf euch genommen habt. Die da, ihr Jünger, von sittlicher Zucht erfüllt leben, die, dem Sittengesetz treu ergeben in den durch das Sittengesetz gezogenen Schranken leben, die da im Bereich des guten Wandels vollkommen und in den geringsten der zu meidenden Dinge Gefahr erblickend in den Geboten, die sie auf sich genommen, sich üben,—was gäbe es, ihr Jünger, (für diese noch) mehr zu tun?

Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Geben, Stehen oder Sitzen Begier und Übelwollen, schlaffe Trägheit, grübelnde Unrast und Zweifel vergangen sind, (während) lebendig die Energie ist und unbeugsam, fest gegründet die klare Besinnung und unverwirrt, beruhigt der Körper und unerschütterlich, konzentriert der Geist und einig geworden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Gehen, Stehen oder Sitzen sich so verhält, stets und ständig eifrig und auf der Hut ist, wird (ein Mensch) voll lebendiger Energie, mit angespanntem Geist (gerüstet) genannt.

Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Liegen, während er wach ist, Begier und Übelwollen, schlaffe Trägheit, grübelnde Unrast und Zweifel vergangen sind, (während) lebendig die Energie ist und unbeugsam, fest gegründet die klare Besinnung und unverwirrt, beruhigt der Körper und unerschütterlich, konzentriert der Geist und einig geworden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Liegen, während er wach ist, sich so verhält, stets und ständig eifrig und auf der Hut ist, wird (ein Mensch) voll lebendiger Energie, mit angespanntem Geist (gerüstet) genannt.“

„Gezügelt wandle, gezügelt stehe, gezügelt sitze, gezügelt liege, gezügelt beuge sich der Mönch, gezügelt strecke er (die Glieder). Nach oben, seitwärts und nach unten, soweit der Weg der Welt (reicht), blicke er auf das Entstehen und Vergehen der zusammengesetzten Dinge. Wer in dieser Weise lebt, wer eifrig, ruhigen Wandels, nicht aufgebläht ist, wer die Ruhe des Geistes bewahrt, sich allzeit müht und voll klarer Besinnung ist, der immerdar mit angespanntem Geist (Gerüstete): einen solchen nennt man Mönch.“