Itivuttaka 49

Zwei irrige Ansichten

Gesagt wurde dies vom Erhabenen, gesagt von dem Heiligen, So habe ich gehört:

„Unter Göttern und Menschen, ihr Jünger, die von zwei irrigen Ansichten besessen sind, bleiben die einen unten hängen, die andern laufen (am Ziel) vorbei, aber die Augen haben, die sehen.

Und wie, ihr Jünger, bleiben die einen unten hängen? Götter und Menschen, ihr Jünger, haben Freude am Werden, sind des Werdens froh, sind durch das Werden ergötzt; wenn ihnen die Lehre zur Aufhebung des Werdens verkündet wird, so schnellt ihr Geist nicht empor, wird nicht ruhig, nicht fest, nicht geneigt. So nun, ihr Jünger, bleiben die einen unten hängen.

Und wie, ihr Jünger, laufen die andern (am Ziel) vorbei? Einige nun, die im Gegenteil über eben das Werden niedergeschlagen sind, Unbehagen darüber empfinden, von Abneigung dagegen erfüllt sind, haben ihr Wohlgefallen an der Vernichtung. Da nun, wie sie sagen, dies Ziel darin besteht, daß man bei der Auflösung des Körpers, jenseits des Todes ausgerottet, vernichtet wird, jenseits des Todes nicht mehr ist, so wähnen sie: ‚Dies ist das Friedvolle, dies das Hocherhabene, dies das Gewisse.‘ So nun, ihr Jünger, laufen die anderen (am Ziel) vorbei.

Und wie, ihr Jünger, sehen die, die Augen haben? In diesem Falle sieht ein Jünger das Gewordene als Gewordenes an, und indem er das Gewordene als Gewordenes ansieht, ist er auf dem Wege begriffen, die Lust am Gewordenen zu verlieren, sich von ihm abzuwenden, es zur Aufhebung zu bringen. So nun, ihr Jünger, sehen die, die Augen haben.“

Dies sprach der Erhabene; daher heißt es mit Bezug hierauf folgendermaßen:

„Die das Gewordene als Gewordenes sowie die Überwindung des Gewordenen schauen, die werden in Wahrheit erlöst infolge der Vernichtung des ‚Durstes‘ nach Werden. Wenn er in rechter Erkenntnis des Gewordenen den ‚Durst‘ nach fortlaufendem Werden verloren hat, gelangt der Jünger infolge der Vernichtung des Gewordenen nicht wieder zu neuem Werden.“

Auch dies ist vom Erhabenen gesagt worden, So habe ich gehört.