Itivuttaka 90

Die drei höchsten Reinheiten

(Gesagt wurde dies vom Erhabenen, gesagt von dem Heiligen, So habe ich gehört:)

„Folgende drei höchste Reinheiten gibt es, ihr Jünger. Welche drei? Was es auch an Wesen gibt, ihr Jünger, an Fußlosen, an Zweifüßern, Vierfüßern oder Vielfüßern, an körperlichen oder unkörperlichen, an wahrnehmenden oder nicht wahrnehmenden oder wahrnehmenden-und-auch-nicht-wahrnehmenden (Wesen),—unter diesen gilt als Höchstes der Vollendete, das ist der Heilige, völlig Erwachte. Die im Erwachten die Ruhe gefunden haben, ihr Jünger, die haben im Höchsten die Ruhe gefunden; denen aber, die im Höchsten die Ruhe gefunden haben, wird höchste Reife zuteil.

Was es auch an Normen gibt, ihr Jünger, an gestalteten oder nichtgestalteten,—unter diesen gilt als Höchstes die Leidenschaftslosigkeit, das ist die Dünkelzerstörung, die Löschung des Durstes, die Ausrottung des Anhängens, das Abschneiden des Kreislaufs, die Vernichtung des Dranges, die Gierlosigkeit, die Aufhebung, das Nibbāna. Die in der Norm: ‚Leidenschaftslosigkeit‘ die Ruhe gefunden haben, ihr Jünger, die haben im Höchsten die Ruhe gefunden; denen aber, die im Höchsten die Ruhe gefunden haben, wird höchste Reife zuteil.

Was es auch an Gemeinden oder Vereinigungen gibt, ihr Jünger,—unter diesen gilt als Höchstes die Jüngergemeinde des Vollendeten, das sind die vier Paare (heiliger) Menschen, die acht Arten (heiliger) Menschen. Diese Jüngergemeinde des Erhabenen ist würdig der Opfer, würdig der Gastfreundschaft, würdig der Darreichung, würdig der Verehrung, das allererlesenste Feld in der Welt, um verdienstlich zu wirken. Die in der Gemeinde die Ruhe gefunden haben, ihr Jünger, die haben im Höchsten die Ruhe gefunden; denen aber, die im Höchsten die Ruhe gefunden haben, wird höchste Reife zuteil.

Dies also, ihr Jünger, sind die drei höchsten Reinheiten.“

(Dies sprach der Erhabene; daher heißt es mit Bezug hierauf folgendermaßen:)

„Wer im Höchsten die Ruhe findet, die höchste Lehre begreift, wer im höchsten Erwachten die Ruhe findet, im Unvergleichlichen, der Gaben Würdigen,—wer in der höchsten Norm die Ruhe findet, im Frieden der Leidenschaftslosigkeit, in der Seligkeit, wer in der höchsten Gemeinde die Ruhe findet, in dem unvergleichlichen Felde guten Wirkens,—wer dem Höchsten seine Gabe reichet: dem erwächst höchstes Verdienst: glückliches Leben, Schönheit, guter Ruf, Ruhm, Glück und Kraft. Der Weise, sei er ein himmlisches Wesen oder ein Mensch, der dem Höchsten spendet und in die höchste Norm sich versenkt, erlangt das Höchste und ist voller Freude.“

(Auch dies ist vom Erhabenen gesagt worden, So habe ich gehört.)