Itivuttaka 91

Die geringste Art des Lebensunterhaltes

„Dieses, ihr Jünger, ist die geringste Art des Lebensunterhaltes, nämlich nur von Almosenspeise zu leben, und dieser Spruch, ihr Jünger, ist (bekannt) in der Welt:

„Die Bettelschale in der Hand

Zieht Pindola durch das Land.“

Und zu diesem nun, ihr Jünger, gesellen sich Söhne aus guter Familie um der Sache willen, der Sache ganz hingegeben; nicht (Leute), die vor den König geführt oder als Räuber aufgebracht wurden, (auch) nicht (solche), die in Schuld stehen oder die in Furcht (vor einer zu gewärtigenden Strafe) schweben, noch auch (Leute), die in abhängiger Stellung leben. Vielmehr (erfüllt sie der Gedanke): „Versunken sind wir in Geburt, Alter und Tod, in Kummer, Jammer und Leiden, in Trübsal und Verzweiflung, sind vom Leid überwältigt, vom Leid zerschlagen. Vielleicht, daß wir (eine Möglichkeit) erkennen könnten, (wie) dieser ganzen Leidensfülle ein Ende zu machen (sei).“

Aber dieser Sohn aus guter Familie, ihr Jünger, der unter solchen Umständen die Weltentsagung vollzogen hat, ist lüstern nach Sinnengenüssen, voll heftiger Leidenschaften, übelwollenden Gemütes, in seiner Gesinnung verderbten Gedanken (hingegeben), ohne Geistesklarheit, unbesonnen, nicht konzentriert, unsteten Geistes, ungezügelt in den Sinnen. Gleichwie da, ihr Jünger, ein an beiden Enden entzündeter Leichenbrand, in der Mitte kotig geworden, keinen Holzstoß, sei es im Dorf oder in der Wildnis, (mit Glut) durchdringt, so vergleiche ich mit diesem Bilde einen solchen Menschen: Der Genüsse des Weltmenschen ist er verlustig gegangen und (auch) den Zweck des Asketentums erfüllt er nicht“

„Der Genüsse des Weltmenschen verlustig geworden, vergeudet er auch, armselig, den Zweck des Asketentums (und) geht wie ein Leichenbrand zu Grunde. Besser wäre es, einen glühenden, feuerflammengleichen Eisenball zu verschlingen, als daß der Sittenlose, Ungezügelte die Almosenspeise des Landes verzehrt.“