Itivuttaka 92

Nahe und fern

„Ihr Jünger, wenn auch ein Jünger, die Zipfel seines Mantels (richtig) fassend Schritt für Schritt dicht hinter (mir) hergeht, und er ist lüstern nach Sinnengenüssen, voll heftiger Leidenschaften, übelwollenden Gemütes, in seiner Gesinnung verderbten Gedanken (hingegeben), ohne Geistesklarheit, unbesonnen, nicht konzentriert, unsteten Geistes, ungezügelt in den Sinnen,—so ist er doch weit von mir entfernt und ich von ihm. Aus welchem Grunde? Dieser Jünger sieht ja die Lehre nicht, ihr Jünger, (und) wer die Lehre nicht sieht, der sieht mich nicht.

Ihr Jünger, wenn jener Jünger auch hundert Meilen (von mir entfernt) weilt, und er ist nicht lüstern nach Sinnengenüssen, frei von heftigen Leidenschaften, wohlwollenden Gemütes, in seiner Gesinnung unverderbten Gedanken (hingegeben), voller Geistesklarheit, besonnen, konzentriert, einheitlich geschlossenen Geistes, wohlgezügelt in den Sinnen,—so ist er mir doch nahe und ich ihm. Aus welchem Grunde? Dieser Jünger sieht ja die Lehre, ihr Jünger, (und) wer die Lehre sieht, der sieht mich“

„Wenn der Begiererfüllte, dem Untergang Geweihte (mir) auch nahe beigestellt wäre,—siehe, wie entfernt er ist, der nach Lust Strebende von dem Lustfreien, der nicht Erloschene von dem Erloschenen, der Gierende von dem Gierbefreiten! Der Verständige, der die Lehre gründlich kennt, die Lehre versteht, kommt, lustfrei, ganz zur Ruhe, wie ein windstiller See. Siehe, wie nahe er ist, der Lustfreie dem Lustfreien, der Erloschene dem Erloschenen, der Gierbefreite dem Gierbefreiten!“