Itivuttaka 99

Wahrheitsgemäß

(Gesagt wurde dies vom Erhabenen, gesagt von dem Heiligen, So habe ich gehört:)

„Wahrheitsgemäß, ihr Jünger, lehre ich den dreiwissensmächtigen Brahmana kennen, keinen sonst auf bloßes Geschwätz und Gerede hin. Wie aber, ihr Jünger, lehre ich den dreiwissensmächtigen Brahmana wahrheitsgemäß, keinen sonst auf bloßes Geschwätz und Gerede hin, kennen?

In diesem Falle, ihr Jünger, erinnert sich ein Jünger an vielfaches früheres Dasein, das will sagen an eine Geburt, an zwei Geburten, an drei Geburten, an vier Geburten, an fünf Geburten, an zehn Geburten, an zwanzig Geburten, an dreißig Geburten, an vierzig Geburten, an fünfzig Geburten, an hundert Geburten, an tausend Geburten, an hunderttausend Geburten, an manche absteigende Weltalter, an manche aufsteigende Weltalter, an manche ab- und aufsteigende Weltalter: ‚Dort hatte ich den und den Namen, gehörte dem und dem Geschlechte, der und der Kaste an, ernährte mich auf die und die Art, erfuhr das und das Glück und Leid, hatte die und die Lebensgrenze; von dort abgeschieden, erschien ich wo anders wieder, auch dort hatte ich den und den Namen, gehörte dem und dem Geschlechte, der und der Kaste an, ernährte mich auf die und die Art, erfuhr das und das Glück und Leid, hatte die und die Lebensgrenze; von dort abgeschieden, erschien ich hier wieder.‘ In dieser Weise erinnert er sich an vielfaches früheres Dasein mit seinen Besonderheiten nebst Ort und Zeit. Dieses erste Wissen ist ihm zuteil geworden, das Nichtwissen zerstört, das Wissen aufgestiegen, das Dunkel getilgt, die Helle erschienen, während er unermüdlich, eifrig, angespannten Geistes weilt.

Und ferner noch, ihr Jünger: Der Jünger sieht mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, die Wesen, wie sie abscheiden und wiedererscheinen, niedere und hohe, schöne und häßliche, richtig gegangene und irre gegangene, er erkennt das Schicksal der Wesen, ihrem Wirken gemäß: ‚Diese lieben Wesen fürwahr waren einem schlechten Wandel in Werken, Worten und Gedanken ergeben, lästerten die Heiligen, lebten in falschen Ansichten und handelten den falschen Ansichten entsprechend,—die sind bei der Auflösung des Körpers, jenseits des Todes, in den Abgrund, auf den schlimmen Weg, ins Verderben, in die Hölle gelangt. Diese lieben Wesen hingegen waren einem guten Wandel in Werken, Worten und Gedanken ergeben, lästerten die Heiligen nicht, lebten in rechter Erkenntnis und handelten der rechten Erkenntnis entsprechend,—die sind bei der Auflösung des Körpers, jenseits des Todes, auf den guten Weg, in himmlische Welt gelangt.‘ In dieser Weise sieht er mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, die Wesen, wie sie abscheiden und wiedererscheinen, niedere und hohe, schöne und häßliche, richtig gegangene und irre gegangene, er erkennt das Schicksal der Wesen, ihrem Wirken gemäß. Dieses zweite Wissen ist ihm zuteil geworden, das Nichtwissen zerstört, das Wissen aufgestiegen, das Dunkel getilgt, die Helle erschienen, während er unermüdlich, eifrig, angespannten Geistes weilt.

Und ferner noch, ihr Jünger: Der Jünger hat infolge der Vernichtung der Einflüsse die von den Einflüssen freie Geisteserlösung, Weisheiterlösung noch im gegenwärtigen Leben durch sich selbst erkannt, verwirklicht und erreicht und verharrt darin. Dieses dritte Wissen ist ihm zuteil geworden, das Nichtwissen: zerstört, das Wissen aufgestiegen, das Dunkel getilgt, die Helle erschienen, während er unermüdlich, eifrig, angespannten Geistes weilt.

So nun, ihr Jünger, lehre ich den dreiwissensmächtigen Brahmana wahrheitsgemäß, keinen sonst auf bloßes Geschwätz und Gerede hin, kennen.“

(Dies sprach der Erhabene; daher heißt es mit Bezug hierauf folgendermaßen:)

(„Den Brahmana, der früheres Dasein, Himmel und Abgrund erkannt hat, lehre ich kennen, sonst keinen auf bloßes Geschwätz und Gerede hin) Wer früheres Dasein erkannt hat und Himmel und Abgrund schaut und die Vernichtung der (Wieder-)Geburt erreicht hat, der in dem höheren Wissen vollkommene Weise: Durch diese drei Wissen wird er ein dreiwissensmächtiger Brahmana; ihn nenne ich dreiwissensmächtig, keinen sonst, der davon schwätzt und redet.“

(Auch dies ist vom Erhabenen gesagt worden, So habe ich gehört.)