Jātaka 216

Die Erzählung von dem Fische (Maccha-Jātaka)

„Nicht dieses Feuer peinigt mich“

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Verlockung durch die frühere Frau.—Jenen Mönch nämlich fragte der Meister: „Ist es wahr, o Mönch, dass du unzufrieden bist?“ Als er zur Antwort erhielt: „Es ist wahr, Herr“, fragte er weiter: „Durch wen bist du unzufrieden gemacht worden?“, und jener erwiderte: „Durch meine frühere Frau.“ Darauf sprach der Meister zu ihm: „Dies Weib, o Mönch, bringt dir Schaden. Schon früher solltest du ihretwegen mit einem Pfahl durchbohrt, auf Kohlen geröstet und verzehrt werden; doch wurde dir durch einen Weisen das Leben gerettet.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, war der Bodhisattva dessen Hauspriester. Eines Tages nun zogen Fischer einen Fisch, der in ihrem Netze hängen geblieben war, heraus, legten ihn auf den warmen Sand und spitzten einen Pfahl zu, um den Fisch auf Kohlen zu rösten und zu verzehren. Der Fisch aber klagte wegen seines Weibchens und sprach folgende Strophen:

„Nicht dieses Feuer peinigt mich
und nicht der Pfahl, der gut gespitzte;
nur dass mein Weibchen von mir denkt:
Er liebt jetzt eine andere.

Mich brennt das Feuer der Begierde
und peinigt mein entflammtes Herz.
Lasst mich, ihr Fischer, wieder frei;
nicht wird getötet, wer verliebt.“

In diesem Augenblick kam der Bodhisattva an dem Flussufer daher. Er hörte die Klage des Fisches, ging zu den Fischern hin und befreite den Fisch.

Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündigt hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Unzufriedene zur Frucht der Bekehrung): „Damals war das Fischweibchen die frühere Frau, der unzufriedene Mönch war der Fisch, der Hauspriester aber war ich.“

Ende der Erzählung von dem Fische