Jātaka 467

Die Erzählung von der Lust (Kama-Jātaka)

„Wenn einer ist von Lust erfüllt“

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Brahmanen.—Ein Brahmane nämlich, der zu Savatthi wohnte, ließ am Ufer der Aciravati einen Wald niederhauen, um Ackerland daraus zu machen. Da der Meister seine Fähigkeit zur Erreichung der Bekehrung wahrnahm, ging er, während er seinen Almosengang nach Savatthi machte, vom Wege ab, fing mit jenem eine liebenswürdige Unterhaltung an und fragte: „Was tust du, Brahmane?“ Als dieser antwortete: „Ich lasse einen Platz für ein Feld ausroden, he Gotama“, versetzte er: „Gut, Brahmane, tue deine Arbeit.“ Auf diese Weise kam er, als die gefällten Bäume weggetragen wurden, zur Zeit, da das Feld gereinigt wurde, zur Zeit, da es gepflügt wurde, und zur Zeit, da man es richtig bewässerte, immer wieder und fing mit ihm eine liebenswürdige Unterhaltung an. Am Tage des Säens aber sagte der Brahmane: „Heute, he Gotama, ist mein Säefest; wenn dies Korn geraten ist, werde ich der Mönchsgemeinde, die den Buddha zum Haupte hat, ein großes Almosen spenden.“ Der Meister nahm es an und entfernte sich.

An einem anderen Tage fragte er den Brahmanen, der gekommen war, um das Korn anzuschauen: „Was tust du, Brahmane?“ Und als dieser erwiderte: „Ich schaue mir das Korn an, he Gotama“, sagte er wieder: „Gut, Brahmane“, und entfernte sich. Da dachte der Brahmane: „Der Asket Gotama kommt beständig hierher; ohne Zweifel verlangt ihn nach einer Mahlzeit. Ich werde ihm ein Mahl spenden.“ An dem Tage aber, da dieser so dachte und deshalb nach Hause ging, kam der Meister eben dorthin. Daraus fasste der Brahmane ein sehr großes Vertrauen zu ihm.

Als in der Folgezeit das Korn gereift war, beschloss der Brahmane: „Morgen werden wir das Feld abernten“, und legte sich nieder. Da regnete es über der Aciravati die ganze Nacht hindurch wie mit Eimern. Eine große Flut kam heran und schwemmte das ganze Korn in die See, ohne auch nur einen einzigen Halm übrig zu lassen. Als der Brahmane, nachdem die Flut sich verzogen hatte, die Vernichtung seines Getreides sah, vermochte er nicht mehr, aus eigener Kraft stehen zu bleiben; von heftigem Schmerz überwältigt presste er die Hand aufs Herz und ging jammernd nach Hause, wo er sich niederlegte und dabei immer vor sich hin lallte.

Zur Zeit der Morgendämmerung bemerkte der Meister, dass der Brahmane von Schmerz erfüllt sei, und dachte: „Ich will dem Brahmanen helfen.“ Als er am nächsten Tage in Savatthi seinen Almosengang gemacht hatte und sich auf dem Rückwege befand, schickte er die Mönche in das Kloster; er selbst ging mit einem Mönche als Begleiter nach der Tür von dessen Hause. Als der Brahmane von seiner Ankunft hörte, dachte er: „Mein Freund wird gekommen sein, um sich liebevoll mit mir zu unterhalten“, und beruhigt ließ er ihm einen Sitz zurecht machen. Der Meister kam herein, ließ sich auf dem hergerichteten Sitze nieder und fragte: „Brahmane, warum bist du betrübt? Was fehlt dir?“ Jener antwortete: „He, Gotama, seitdem ich am Ufer der Aciravati die Bäume fällte, kennt Ihr die Arbeit, die ich getan. Ich habe Euch beständig versprochen, wenn das Korn geraten sei, Euch ein Almosen zu spenden. Jetzt aber ist mir das ganze Korn durch eine große Flut in das Meer hinabgeschwemmt worden; nichts ist übrig geblieben. Hundert Lastwagen voll Getreide sind mir verloren gegangen; darüber empfinde ich großen Schmerz.“

Da sprach der Meister: „Wie aber, Brahmane, kommt für den, der sich betrübt, das Verlorene dadurch zurück?“ „Nein, he Gotama“, war die Antwort. Jener fuhr fort: „Wenn es sich so verhält, warum bist du dann betrübt? Für uns Menschen kommt Geld und Getreide, wenn es kommen soll, und es geht zugrunde, wenn es zugrunde gehen soll. Von allen zusammengesetzten Dingen gibt es nichts, das nicht dem Untergang verfallen wäre. Sei nicht bekümmert!“ So tröstete ihn der Meister und trug ihm sodann, um ihm zu zeigen, was für ihn wohltätig sei, das Kama-Sutta vor. Nach Beendigung des Lehrstücks gelangte der trauernde Brahmane zur Frucht der Bekehrung. Nachdem ihn aber der Meister von seinem Kummer befreit hatte, erhob er sich von seinem Sitze und kehrte in das Kloster zurück.

Es erfuhr aber die ganze Stadt, dass der Meister den Brahmanen so und so, der vom Speere des Kummers getroffen war, von seinem Kummer befreit und zur Frucht der Bekehrung gebracht habe. Darauf begannen die Mönche in der Lehrhalle folgendes Gespräch: „Freund, der mit den zehn Kräften Ausgestattete, der mit dem Brahmanen Freundschaft geschlossen hatte und sein Vertrauter geworden war, hat mit Klugheit ihm, den der Speer des Kummers getroffen hatte, die Wahrheit gezeigt, ihn von seinem Kummer befreit und zur Bekehrung gebracht.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach er weiter: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch früher schon befreite ich diesen von seinem Kummer.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

Ehedem besaß zu Benares der König Brahmadatta zwei Söhne. Dem älteren übertrug er die Stelle des Vizekönigs, dem jüngeren das Amt des Heerführers. Als in der Folgezeit Brahmadatta gestorben war, trugen die Minister dem älteren die Königsweihe an. Dieser aber entgegnete: „Mich verlangt nicht nach der Herrschaft, gebt sie meinem jüngeren Bruder!“, und obwohl er immer wieder darum gebeten wurde, wies er sie zurück. Darum weihten sie den jüngeren zum Könige. Der andere aber sagte: „Mich verlangt nicht nach einer herrschenden Stellung“, und er wollte deshalb auch nicht mehr die Stelle als Vizekönig oder dergleichen; und als man ihm sagte: „Bleibe deshalb hier und verzehre gute Speise“, erwiderte er: „Ich habe nichts mit dieser Stadt zu tun“, verließ Benares und ging in das Grenzland, wo er im Hause eines Großkaufmanns mit seiner Hände Arbeit seinen Unterhalt verdiente.

Als diese Leute in der Folgezeit erfuhren, dass er ein Königssohn sei, ließen sie ihn keine Arbeit mehr verrichten, sondern sie umgaben ihn mit den Ehren, wie sie einem Prinzen gebühren.—Später kamen Beamte des Königs in das Dorf, um die Felder abzumessen. Da ging der Großkaufmann zu dem Prinzen hin und sprach zu ihm: „Gebieter, wir unterhalten Euch; schickt Eurem jüngeren Bruder einen Brief und befreit uns von der Steuer.“ Jener stimmte zu und schickte einen Brief fort mit folgendem Inhalt: „Ich lebe bei der Großkaufmannsfamilie so und so; lasse um meinetwillen ihnen die Steuer nach.“ Der König erwiderte: „Gut“, und tat also. Darauf gingen die sämtlichen Dorfbewohner und auch die anderen Bewohner des Landes zu dem Prinzen und sagten zu ihm: „Wir wollen nur Euch die Steuer bezahlen; veranlasst, dass sie uns nachgelassen wird.“ Auch um ihretwillen schickte er darauf einen Brief an den König und veranlasste ihre Befreiung von der Steuer. Von da zahlten sie ihm allein die Steuer.

Daraus entstand für ihn große Ehre und großes Ansehen und damit wuchs auch sein Verlangen. In der Folgezeit bat er den König um diesen ganzen Landstrich und bat auch um die Stelle des Vizekönigs; sein jüngerer Bruder aber bewilligte ihm jedes Mal seinen Wunsch. Infolge seiner wachsenden Herrschsucht aber war er auch mit dem Amt eines Vizekönigs unzufrieden; er dachte: „Ich werde die Herrschaft an mich reißen“, und zog fort, umgeben von den Bewohnern des Landes. Außerhalb der Stadt machte er halt und schickte an seinen jüngeren Bruder einen Brief, er solle ihm das Reich überliefern oder mit ihm kämpfen.

Da dachte der jüngere Bruder: „Dieser hat früher den Thron sowohl wie auch das Vizekönigtum und andere Würden zurückgewiesen; jetzt aber sagt er, er wolle ihn durch Kampf an sich reißen. Wenn ich ihn jedoch im Kampfe töte, wird für mich ein Vorwurf daraus entstehen. Was soll mir die Herrschaft?“ Und er schickte ihm die Nachricht: „Genug mit dem Kriege, nimm es hin.“ Jener nahm das Reich in Besitz und übertrug seinem jüngeren Bruder das Amt des Vizekönigs. Während er aber von da an die Regierung führte, geriet er ganz in die Gewalt der Herrschsucht; er wünschte sich zwei und drei Königreiche und fand kein Ende für sein Verlangen.

Damals betrachtete Sakka, der König der Götter, gerade, wer auf der Welt seine Eltern ehre, wer Almosen spende oder andere gute Werke tue, wer andrerseits sich in die Gewalt der Begierde begeben habe. Da sah er, dass jener ein Opfer der Begierde geworden war, und dachte: „Dieser Tor ist selbst mit dem Königreich von Benares nicht zufrieden; ich werde ihn eines Besseren belehren.“ In der Gestalt eines jungen Brahmanen trat er an das Tor des königlichen Palastes und ließ melden, ein der Listen kundiger junger Brahmane stehe vor dem Tor. Als er die Aufforderung erhielt einzutreten, ging er hinein, wünschte dem Könige Sieg und antwortete auf die Frage, warum er gekommen sei: „O Großkönig, ich muss Euch etwas sagen, aber ich werde es Euch nur im Geheimen mitteilen.“ Sogleich zogen sich durch Sakkas übernatürliche Macht die andren Leute zurück.

Darauf sprach zum König der junge Brahmane: „Ich, o Großkönig, kenne drei blühende Städte, angefüllt mit Menschen und reich versehen mit Heer und Wagen. Durch meine eigene Kraft werde ich in ihnen die Herrschaft an mich reißen und sie Euch geben. Zögert nicht; man muss rasch dorthin ziehen.“ Voll Habgier gab der König seine Zustimmung; infolge der übernatürlichen Macht Sakkas aber fragte er ihn nicht, wer er sei, woher er komme und was er dafür erhalten wolle. Nachdem aber der Gott nur soviel gesagt, kehrte er in den Himmel der dreiunddreißig Götter zurück.

Darauf rief der König seine Minister zu sich und sprach zu ihnen: „Ein junger Brahmane hat gesagt, er wolle drei Königreiche erobern und sie uns schenken. Rufet ihn herbei; in der Stadt aber lasst die Trommel herumgehen, damit sich das Heer sammle. Ohne zu zögern, will ich die drei Reiche gewinnen.“ Die andern versetzten: „Wie aber, o Großkönig, hast du dem jungen Brahmanen eine Ehrung erwiesen oder hast du gefragt, wo er wohnt?“ Aber der König antwortete: „Ich habe ihm weder eine Ehre zuteil werden lassen, noch ihn nach seiner Wohnung gefragt; gehet und suchet ihn.“ Sie suchten nach ihm; als sie ihn aber nicht fanden, meldeten sie dem König: „O Großkönig, in der ganzen Stadt können wir den jungen Brahmanen nicht finden.“

Als dies der König hörte, wurde er von Missmut erfüllt und dachte immer wieder: „Die Herrschaft über die drei Städte habe ich verloren, um großen Ruhm bin ich gekommen. Weil ich dem jungen Brahmanen weder Lohn gab, noch eine Wohnung anweisen ließ, wird er mir gezürnt haben und fortgegangen sein.“ Und da er so von Herrschsucht besessen war, befiel seinen Körper ein Fieber; während sein Körper vom Fieber brannte, bekam er rote Dysenterie, die seinen Unterleib durcheinander schüttelte. Sobald er Speise einnahm, verließ sie wieder seinen Körper. Die Ärzte konnten ihn nicht heilen; der König wurde ganz matt. Seine Krankheit aber wurde in der ganzen Stadt bekannt.—

Damals war der Bodhisattva von Takkasilā, wo er alle Künste erlernt hatte, nach der Stadt Benares zu seinen Eltern zurückgekehrt. Als er die Begebenheit mit dem König vernahm, dachte er: „Ich werde ihn heilen“; er ging an das Tor des königlichen Palastes und ließ melden: „Ein junger Brahmane ist gekommen, um Euch zu heilen.“ Der König sagte darauf: „Alle die großen, weltbekannten Ärzte können mich nicht heilen; wie wird dies ein zarter Jüngling können? Gebt ihm seinen Lohn und schickt ihn wieder fort!“ Als dies der junge Brahmane hörte, erwiderte er: „Es ist mir nicht um den Arztlohn zu tun. Ich werde ihn heilen; er soll mir nur den Preis für das Heilmittel geben.“ Da dies der König hörte, sagte er: „Gut“, und ließ ihn zu sich rufen.

Nachdem nun der junge Brahmane den König ehrfurchtsvoll gegrüßt hatte, sprach er: „Fürchte dich nicht, o Großkönig; ich werde dich heilen. Verkündige mir aber, wie deine Krankheit entstanden ist.“ Ungeduldig antwortete der König: „Was geht dich die Entstehung an? Wende nur dein Heilmittel an!“ Der Jüngling aber erwiderte: „O Großkönig, wenn die Ärzte erkannt haben, aus der und der Ursache sei die Krankheit entstanden, dann erst wenden sie das entsprechende Heilmittel an.“ Der König versetzte: „Gut“, und erzählte ihm die Entstehung, indem er damit anfing, wie der junge Brahmane kam und ihm sagte, er wolle die Herrschaft über drei Städte an sich reißen und sie ihm geben. Nachdem er ihm alles erzählt, sagte er: „So, mein Lieber, hat mich infolge meiner Habsucht die Krankheit befallen; wenn du mich heilen kannst, so heile mich!“

Darauf sprach der junge Brahmane: „Wie aber, o Großkönig, kannst du durch deinen Kummer jene drei Städte erhalten?“ „Das kann ich nicht, mein Lieber“, war die Antwort. Der Jüngling fuhr fort: „Wenn es sich so verhält, warum bist du dann bekümmert, o Großkönig? Jedes Geschöpf nämlich, das mit Vernunft begabte wie das nicht mit Vernunft begabte, muss vergehen und alles aufgeben, von seinem eigenen Körper angefangen. Auch wenn du die Herrschaft über die drei Städte erhältst, wirst du nicht auf einmal vier Schüsseln voll Speise verzehren können; du kannst nicht auf vier Lagern liegen, du kannst nicht vier Paar Kleider anziehen. Man darf sich doch nicht in die Gewalt der Begierde begeben; denn wenn diese Begierde wächst, kann man von den vier Leidensexistenzen nicht loskommen.“

Nachdem ihn das große Wesen so ermahnt, sprach es, um ihm die Wahrheit zu verkündigen, folgende Strophen:

„Wenn einer ist von Lust erfüllt
und in Erfüllung geht sein Wunsch,
so ist fürwahr der Mann gar froh,
weil er erhielt, was er gewünscht.

Wenn einer ist von Lust erfüllt
und in Erfüllung geht sein Wunsch,
befällt von neuem ihn Verlangen
nach Lust, so wie der Durst im Sommer.

Wie bei einem gehörnten Rind
das Horn wächst, wenn es selber wächst,
so wächst auch bei dem dummen Mann,
dem Törichten, der nichts versteht,
Lust und Verlangen immer mehr,
je mehr er selber wächst heran.

Wenn Gerst' und Reis der ganzen Erde,
Rinder und Pferde, Sklaven, Männer
man schenkt, reicht 's doch nicht aus für einen;
merke dir dies und wandle richtig!

Ein König, der die ganze Welt bezwang,
der bis zum Rand der See beherrscht die Erde,
ist nicht zufrieden mit dem einen Ufer;
des Meeres andres Ufer auch begehrt er.

Solang man an die Lüste denkt,
wird nicht befriedigt unser Herz.
Doch wenn er umkehrt und von dort sich wendet,
der ist zufrieden, wer der Weisheit voll.

Der Weisheit Fülle ist das beste,
dann wird man nicht durch Lust gequält;
den Mann, der voll von Weisheit ist,
den macht die Lust sich nicht zum Sklaven.
Zerstöre nur in dir die Lüste,
genügsam sei und frei von Gier.

Wer Weisheit hat weit wie das Meer,
der wird von Lüsten nicht gequält,
gleich einem Schuster, der vom Leder
herunter schneidet einen Schuh.

So viel man aufgibt von den Lüsten,
so viel erreicht man dafür Glück;
wenn man das volle Glück sich wünscht,
muss man aufgeben alle Lüste.“

Während aber der Bodhisattva diese Strophen sprach, erlangte der König, indem ihm der weiße Sonnenschirm dabei als Hilfsmittel diente, die durch Beschauung eines weißen Gegenstandes herbeigeführte Ekstase. Der König wurde gesund; hocherfreut erhob er sich von seinem Lager und sagte: „So viele Ärzte vermochten mich nicht zu heilen; dieser weise Brahmanenjüngling aber hat mich durch die Arznei seiner Weisheit wieder gesund gemacht.“ Und indem er ihn anredete, sprach er folgende zehnte Strophe:

„Acht Strophen hast du nur gesprochen,
doch sind sie jede tausend wert.
Nimm hin dies Geld, großer Brahmane,
gar gut hast du zu mir gesprochen.“

Als dies der Bodhisattva hörte, sprach er folgende elfte Strophe:

„Nach Tausenden verlangt 's mich nicht
auch nicht nach hundert Milliarden.
Seit ich die letzte Strophe sprach,
mein Herz sich nicht mehr freut an Lüsten.“

Noch weit mehr befriedigt sprach hierauf der König, um das große Wesen zu preisen, folgende Schlussstrophe:

„Glücklich fürwahr ist dieser Jüngling,
ein Heil'ger, der die ganze Welt kennt;
denn er, der Weise, kennt genau
die Lust, die uns nur Leiden bringt.“

Der Bodhisattva aber ermahnte noch den König mit folgenden Worten: „O Großkönig, lasse nicht nach, sondern wandle in Tugend.“ Dann flog er durch die Luft nach dem Himalaya und betätigte dort die Weltflucht der Weisen. Nachdem er zeitlebens die Vollkommenheiten ausgeübt, gelangte er in die Brahmawelt.

Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beschlossen, fügte er hinzu: „So, ihr Mönche, befreite ich auch früher schon diesen Brahmanen von seinem Kummer“, und verband hierauf das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der König dieser Brahmane, der weise Brahmanenjüngling aber war ich.“

Ende der Erzählung von der Lust