Jātaka 498

Die Erzählung von Citta und Sambhuta (Citta-Sambhuta-Jātaka)

„Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer“

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die zwei Gefährten des ehrwürdigen Mahakassapa, die in Liebe miteinander zusammen wohnten. Diese verteilten unter sich die Gaben ohne Parteilichkeit und lebten in vertrautester Freundschaft. Wenn sie ihren Almosengang machten, gingen sie zusammen und kehrten zusammen zurück; sie konnten sich gar nicht trennen.—

In der Lehrhalle versammelten sich die Mönche und priesen ihre vertraute Freundschaft. Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach weiter: „Kein Wunder ist es, ihr Mönche, dass diese jetzt in dieser Existenz so vertraut miteinander sind. In der Vorzeit gaben die Weisen, obwohl sie drei oder vier verschiedene Existenzen durchmachten, doch die Freundschaft nicht auf.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

Ehedem herrschte im Königreiche Avanti in der Stadt Ujjenider Großkönig Avanti. Damals befand sich außerhalb von Ujjeni ein Candala-Dorf. Hier nahm der Bodhisattva seine Wiedergeburt. Ein anderes Wesen nahm dort seine Wiedergeburt als Sohn seiner Mutterschwester. Der eine von ihnen hieß Citta, der andere Sambhuta. Als die beiden herangewachsen waren, erlernten sie das bei den Candalas gebräuchliche Handwerk des Ausräucherns. Eines Tages dachten sie: „Wir wollen in der Stadt Ujjeni unsere Kunst zeigen“; und der eine zeigte am Nordtore seine Kunst, der andere am Osttore.

Damals waren in dieser Stadt zwei Mädchen namens Ditthamangalika; die eine war die Tochter des Großkaufmanns, die andere die Tochter des Hauspriesters. Diese ließen viele feste und flüssige Speisen, Kränze, wohlriechende Substanzen u. dgl. mitnehmen und gingen, um sich im Parke zu erlustigen, die eine zum Nordtor hinaus, die andere zum Osttor. Da sahen sie die jungen Candalas und fragten, wer sie seien. Als sie hörten, es seien Candala-Söhne, sagten sie: „Fürwahr, wir sahen etwas, das für uns nicht passend war zu sehen“; sie wuschen sich mit wohlriechendem Wasser die Augen und kehrten wieder um. Die Volksmenge aber rief: „Holla, ihr verfluchten Candalas, durch euch sind wir des umsonst gespendeten Branntweins und Reisbreis verlustig gegangen!“ Sie schlugen die beiden Vettern und brachten sie in Not und Unglück.

Als jene wieder zu Besinnung gekommen waren, standen sie auf, gingen zueinander hin und trafen an einem Orte zusammen. Nachdem sie einander ihre Geschichte erzählt hatten, weinten und jammerten sie und überlegten, was sie tun sollten. Da kam ihnen folgender Gedanke: „Durch diese unsere Abstammung ist uns dies Leid zuteil geworden. Wir können nicht mehr unsere Candala-Beschäftigung ausführen. Wir wollen unsere Herkunft verbergen, das Äußere von Brahmanenjünglingen annehmen, nach Takkasilā gehen und dort die Künste erlernen.“ Nachdem sie diesen Entschluss gefasst, begaben sie sich dorthin und erlernten als Schüler der Lehre bei einem weltberühmten Lehrer die Künste. Auf dem ganzen Jambu-Erdteil aber hörte man, dass zwei Candalas ihre Herkunft verhehlten und die Künste erlernten. Von ihnen gelangte der weise Citta zur Vollendung in der Wissenschaft, Sambhuta aber noch nicht.

Eines Tages lud ein Dorfbewohner den Lehrer ein, indem er melden ließ, er werde Brahmanenbackwerk machen. Diese Nacht aber hatte es geregnet und die Straße, die Gräben usw. waren voll Wasser. Am frühen Morgen ließ der Lehrer den weisen Citta zu sich rufen und sagte ihm: „Mein Sohn, ich werde nicht im Stande sein zu gehen. Gehe du mit den jungen Brahmanen hin, sprich den Segen, verzehre, was ihr erhaltet, und bringe uns das, was wir bekommen sollen.“ Jener versetzte: „Gut“, und zog mit den jungen Brahmanen fort.

Solange nun die jungen Brahmanen badeten und ihr Antlitz wuschen, richteten die Leute Reisbrei her und stellten ihn hin, damit er auskühlen solle. Die Brahmanenjünglinge kamen schon zurück, als er noch nicht ausgekühlt war, und setzten sich nieder. Die Leute gaben ihnen das Schenkungswasser und stellten die Schüsseln vor ihnen auf. Sambhuta aber, als ob er von Natur töricht gewesen wäre, dachte, es sei schon kalt, hob einen Bissen Reisbrei auf und steckte ihn in den Mund. Dieser verbrannte ihm aber den Mund wie eine glühende Eisenkugel. Zitternd vor Schmerz konnte er kaum die Besinnung bewahren; er blickte den weisen Citta an und rief in der Candala-Sprache: „So heiß!“ Auch der andere verlor jetzt die Vernunft und antwortete auch in der Candala-Sprache: „Spuck 's aus, spuck 's aus!“

Die jungen Brahmanen schauten einander an und sagten: „Was ist das für eine Sprache?“ Darauf sprach der weise Citta den Segen. Die jungen Brahmanen aber gingen hinaus, teilten sich in Gruppen, setzten sich an verschiedene Plätze und untersuchten, was das für eine Sprache gewesen sei. Da erkannten sie, es sei die Candala-Sprache. Sie riefen: „Verflucht, ihr Candala-Spitzbuben! Solange schon habt ihr uns getäuscht, indem ihr euch für Brahmanen ausgabt“, und schlugen auf die beiden ein. Ein weiser Mann aber hielt sie zurück, indem er sagte: „Gehet weg!“ Zu den beiden jedoch sagte er: „Dies ist die Schuld eurer Abstammung; gehet und lebet irgendwo, indem ihr die Weltflucht betätigt!“ Die jungen Brahmanen aber meldeten ihrem Lehrer, dass jene Candalas gewesen seien.

Die beiden zogen in den Wald und betätigten hier die Weltflucht der Weisen. Nicht lange darauf starben sie daselbst und wurden am Ufer des Flusses Neranjara im Schoße eines Gazellenweibchens wiedergeboren. Seitdem sie aus dem Schoße ihrer Mutter hervorgegangen waren, weilten sie zusammen; getrennt konnten sie nicht sein. Als sie eines Tages ihre Nahrung zu sich genommen hatten und am Fuße eines Baumes Kopf an Kopf, Hörn an Hörn und Schnauze an Schnauze aneinandergelehnt hatten, indem sie dabei wiederkäuten, da sah sie ein Jäger; er warf seinen Jagdspeer nach ihnen und nahm ihnen beiden mit einem Stoße das Leben.

Als sie dort ihre Existenz beendet hatten, wurden sie am Ufer des Nammada-Flusses in der Familie der Seeadler wiedergeboren. Als sie dort herangewachsen waren, lehnten sie einmal, nachdem sie ihr Futter eingenommen hatten, Kopf an Kopf und Schnabel an Schnabel aneinander. Da sah sie ein Schlingenjäger; mit einem Wurfe fesselte er sie beide und tötete sie.

Als sie aber diese Existenz beendet hatten, nahm der weise Citta zu Kosambi als Sohn des Hauspriesters seine Wiedergeburt; der weise Sambhota aber nahm seine Wiedergeburt als ein Sohn des Königs der Uttarapancalas (ein Volk in Nordindien). Vom Tage an, da sie ihre Namen empfingen, erinnerten sie sich an ihre früheren Existenzen. Von ihnen konnte sich der weise Sambhuta nicht an alle ununterbrochen erinnern und erinnerte sich nur an seine vierte vorherige Existenz als Candala; der weise Citta aber erinnerte sich an alle vier.

Als er sechzehn Jahre alt war, zog er fort nach dem Himalaya und betätigte hier die Weltflucht der Weisen. Er erlangte die Fähigkeit zur Ekstase und die Erkenntnisse und weilte dort, indem er über das Glück der Ekstase nachdachte.—Der weise Sambhuta aber ließ nach dem Tode seines Vaters den weißen Sonnenschirm über sich ausspannen. Am Tages des Sonnenschirmfestes machte er ein Festlied und sprach in begeistertem Ausrufe zwei Strophen. Als sie dies hörten, sagten sie: „Es ist das Festlied unsers Königs“, und auch die Haremsdamen und die Musikanten sangen dieses Lied. Nach und nach sangen auch alle Stadtbewohner nur dies Lied, weil es das Lieblingslied des Königs war.

Während aber der weise Citta im Himalaya wohnte, dachte er darüber nach, ob sein Bruder Sambhuta schon den weißen Sonnenschirm erhalten habe oder nicht. Als er merkte, jener habe schon den Thron bestiegen, dachte er: „Jetzt werde ich ihn in seiner neuen Königswürde nicht belehren können; wenn er aber alt geworden ist, werde ich ihn aufsuchen, ihm die Wahrheit verkünden und ihn so zur Weltflucht veranlassen.“ Fünfzig Jahre lang ging er nicht zu ihm hin; als aber die Söhne und Töchter des Königs herangewachsen waren, begab sich Citta durch seine Wunderkraft dorthin, stieg im königlichen Parke aus der Luft herab und setzte sich auf den königlichen Steinsitz, einem goldenen Bilde gleichend.

In diesem Augenblicke trug gerade ein Knabe Holz zusammen und sang dabei jenes Lied. Der weise Citta rief ihn zu sich heran; jener kam heran, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und blieb vor ihm stehen. Darauf sprach Citta zu ihm: „Du singst vom frühen Morgen an nur dieses Lied; kennst du denn kein anderes?“ Der Knabe antwortete: „Herr, ich kenne noch viele andere. Dies sind aber die Lieblingsverse meines Königs; darum singe ich nur sie.“ Citta fragte weiter: „Gibt es aber jemand, der zu dem Liede des Königs ein Erwiderungslied singt?“ „Es gibt niemand, Herr“, war die Antwort. Citta fuhr fort: „Wirst du aber im Stande sein, ein Erwiderungslied zu singen?“ Der Knabe erwiderte: „Wenn ich eins kenne, werde ich es können.“ Darauf sagte Citta: „Wenn also der König seine zwei Strophen gesungen hat, so singe du Folgendes als dritte.“ Damit teilte er ihm das Lied mit und schickte ihn fort mit den Worten: „Gehe hin und singe dies vor dem Könige; der König wird über dich befriedigt sein und dir große Macht zuteil werden lassen.“

Der Knabe lief rasch zu seiner Mutter und ließ sich von ihr herausputzen; dann ging er an das Tor des königlichen Palastes und ließ dem Könige melden: „Ein Knabe wird mit Euch zusammen ein Erwiderungslied singen.“ Auf die Aufforderung hereinzukommen ging er hinein, bezeigte dem König seine Ehrfurcht und antwortete auf die Frage, ob er ein Erwiderungslied singen könne: „Ja, o Fürst; lasst dazu das ganze königliche Gefolge sich versammeln.“

Als nun das Gefolge versammelt war, sagte er zum König: „O Fürst, singt Ihr zunächst Euer Lied; dann werde ich das Entgegnungslied singen.“ Darauf sang der König folgendes Strophenpaar:

„Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer,
nicht ist in ihrem Tun etwas vergebens.
Ich sehe, wie der mächtige Sambhuta
die Frucht genießt von seinen guten Werken.

Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer,
nicht ist in ihrem Tun etwas vergebens.
Hat sich bei Citta wohl in gleicher Weise
erfüllt das Streben so wie jetzt bei mir?“

Am Schlusse von dessen Gesang sprach singend der Knabe folgende dritte Strophe:

„Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer,
nicht ist in ihrem Tun etwas vergebens.
Von Citta aber sollst du wissen, Fürst,
sein Streben ward erfüllt wie auch bei dir!“

Da dies der König hörte, sprach er folgende vierte Strophe:

„Bist Citta du, hast du 's von ihm gehört
oder hat es ein andrer dir erzählt?
Gut war der Vers gesungen ohne Zweifel,
drum hundert Dörfer schenk ich dir nach Wahl.“

Darauf sprach der Knabe folgende fünfte Strophe:

„Ich bin nicht Citta, ich hab 's nur gehört,
ein Weiser hat die Sache mir verkündet:
‚Geh und erwidre diesen Vers dem König;
erfreut wird er dir einen Wunsch erfüllen.‘“

Als dies der König hörte, sagte er: „Dies wird mein Bruder Citta sein; sogleich will ich zu ihm hingehen und ihn aufsuchen.“ Und indem er seinen Leuten einen Befehl gab, sprach er folgende Strophe:

„Man schirre an den Königswagen,
den schönen, den glänzend benähten;
die Elefanten man umgürte,
den Halsschmuck leg' man ihnen an!

Man schlage Trommeln und man blase Muscheln,
die raschesten Wagen man schirre an.
Heut noch will zur Einsiedelei ich fahren,
wo ich den Weisen werde sitzen sehen.“

Nach diesen Worten bestieg er seinen besten Wagen und fuhr rasch fort. Am Parktore ließ er den Wagen halten, ging zu dem weisen Citta hin, bezeigte ihm seine Ehrfurcht und setzte sich neben ihn. Hierauf sprach er befriedigten Herzens folgende achte Strophe:

„Reichen Gewinn fürwahr hat mir gebracht
das Lied, gesungen in des Hofes Mitte;
denn da ich jetzt den tugendreichen Weisen
gefunden, bin ich froh und hochbeglückt.“

Sobald er aber den weisen Citta erblickt hatte, befahl er hocherfreut: „Richtet für meinen Bruder einen Diwan her“, u. dgl. und er sprach folgende neunte Strophe:

„'nen Sitz und Wasser für die Füße
entgegennehm' von uns der Herr.
Wertvolles wollen wir ihn fragen,
Wertvolles tu an uns der Herr!“

Indem er so eine liebenswürdige Unterhaltung mit ihm begann, schenkte er ihm die Hälfte seines Reiches und sprach dabei folgende weitere Strophe:

„Ein schönes Wohnhaus sollen sie dir bauen,
von Frauenscharen lasse dich umschwärmen.
Gib mir Gelegenheit, dir beizustehen;
wir beide wollen dieses Reich beherrschen.“

Als der weise Citta diese seine Worte hörte, sprach er, um ihm die Wahrheit zu verkündigen, folgende sechs Strophen:

„Da ich die Frucht gesehn des üblen Wandels
und den Erfolg der guten Werke, König,
so werde ich mich selber stets bezähmen
und nicht verlang ich Kinder, Vieh und Geld.

Zehnmal zehn Jahre sind es nur,
die hier die Sterblichen verleben;
bevor man noch erreicht die Grenze,
verdorrt man wie zerbrochnes Rohr.

Welch ein Vergnügen bringt hier Freude,
welch eine Lust und Geldbegierde?
Was soll mit Kindern ich und Frauen?
Frei bin ich aller Bande, König.

Dieses verstehe ich gar wohl,
nicht warten lässt auf sich der Tod;
wenn mir der Tod sich hat genaht,
was soll mir Lust, was Gelderwerb?

Der Kasten niedrigste, o Völkerfürst,
sind die Candalas, die geringsten Menschen;
infolge unsrer gar zu schlechten Taten
wurden wir einst geboren als Candalas.

Candalas war'n wir in Avanti,
Gazellen am Neranjara-Fluss,
Seeadler am Nammada-Ufer,
doch heute Edle und Brahmanen.“

Nachdem er so die ehemaligen niedrigen Existenzen von jenem verkündet hatte, sprach er, um auch jetzt in dieser Existenz die Kürze der Lebensbedingungen zu zeigen, indem er den Erfolg eines guten Werkes dabei entstehen ließ, folgende vier Strophen:

„Dahin geht 's Leben, kurzist seine Dauer,
für den Gealterten gibt 's keinen Schutz.
Pancala, tu nach diesen meinen Worten,
begehe keine Tat, die Leid erzeugt.

Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer,
für den Gealterten gibt 's keinen Schutz.
Pancala, tu nach diesen meinen Worten,
begehe nichts, was Unglück hat zur Frucht.

Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer,
für den Gealterten gibt 's keinen Schutz.
Pancala, tu nach diesen meinen Worten,
begehe keine Tat, die dich beschmutzt.

Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer,
die Schönheit nimmt das Alter weg dem Greise.
Pancala, tu nach diesen meinen Worten,
begehe nichts, das dich zur Hölle führt.“

Während das große Wesen so predigte, sprach befriedigt darüber der König folgende drei Strophen:

„Gewiss sind Wahrheit diese deine Worte;
so wie du Weiser sprichst, so ist es auch.
Doch mannigfach sind meine Lüste, Heil'ger,
schwer kann sie aufgeben ein Mann wie ich.

Wie, wenn ein Elefant festsitzt im Sumpfe
und festen Boden sieht, er doch nicht fort kann,
so sitz auch ich fest im Morast der Lüste;
nicht kann den Weg des Heil'gen ich betreten.

So wie Vater und Mutter ihren Sohn
ermahnen, dass es ihm einst wohl ergehe,
so lehre du mich auch, ehrwürd'ger Herr,
durch welchen Wandel ich einst glücklich werde.“

Darauf sprach zu ihm das große Wesen:

„Wenn du, o Völkerfürst, nicht bist im Stande,
ganz aufzugeben diese Menschenfreuden,
so lege nur gerechte Steuern auf,
kein Unrechttuer sei in deinem Reiche.

Nach jeder Richtung sollen Boten laufen
und einladen Asketen und Brahmanen;
und diesen warte auf mit Trank und Speise,
mit Kleidern, Wohnungen und Heilmitteln.

Mit Speise und mit Trank fröhlichen Sinnes
befried'ge die Asketen und Brahmanen;
wer gibt und austeilt, so wie er nur kann,
geht ungetadelt in den Himmel ein.

Doch wenn dich, König, Trunkenheit bewältigt,
während dir deine Weiberscharen dienen,
so führe diesen Vers dir zu Gemüte
und sprich ihn aus inmitten der Versammlung:

‚Ich lag einst unter freiem Himmel,
wenn sie wegging, die mich gestillt;
von Hunden war ich da umringt
und jetzt bin König ich geworden.‘“

Nachdem ihm so das große Wesen diese Ermahnung gegeben, sprach es: „Eine Ermahnung habe ich dir gegeben. Jetzt verlasse die Welt oder verlasse sie nicht; ich will für mich selbst meine Taten zur Reife kommen lassen.“ Nach diesen Worten flog es in die Luft empor, ließ auf des Königs Haupt den Schmutz seiner Füße herabfallen und begab sich wieder nach dem Himalaya. Als dies aber der König sah, wurde er tief davon bewegt; er übergab seinem ältesten Sohne die Regierung, lud dazu sein Heer ein und zog selbst nach dem Himalaya hin. Als das große Wesen seine Ankunft bemerkte, kam es herbei von einer Asketenschar umgeben, nahm ihn mit sich, erteilte ihm die Asketenweihe und verkündete ihm die Mittel zur Herbeiführung der Ekstase. Jener aber erlangte die Fähigkeit zur Ekstase und die Erkenntnisse. So gelangten später die beiden in die Brahmawelt.

Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „So, ihr Mönche, blieben die Weisen der Vorzeit, obwohl sie dabei drei oder vier verschiedene Existenzen durchmachten, doch in fester Freundschaft verbunden.“

Hierauf verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der weise Sambhuta Ananda, der weise Citta aber war ich.“

Ende der Erzählung von Citta und Sambhuta