Jātaka 530

Die Erzählung von Samkicca (Samkicca-Jātaka)

„Als er den König sitzen sah“

Dies erzählte der Meister, da er im Mangowalde des Jīvaka von Savatthi verweilte, mit Beziehung auf den Vatermord des Ajātasattu. Als dieser nämlich auf Veranlassung des Devadatta auf sein Wort hin seinen Vater getötet hatte, hörte er, wie Devadatta am Ende der Spaltung der Gemeinde, als seine Gefolgschaft verloren gegangen war, von einer Krankheit befallen wurde und sich, um den Vollendeten um Verzeihung zu bitten, auf einer Sänfte nach Sāvatthī begab, aber am Tore des Jetavana in die Erde versunken war. Da dachte er: „Weil Devadatta ein Feind des völlig Erleuchteten geworden, ist er in die Erde versunken und in die Hölle gekommen. Auch durch mich wurde mein Vater, ein Recht liebender König der Gerechtigkeit, getötet; vielleicht werde auch ich in die Erde versinken.“ Voll Furcht fand er keine Befriedigung mehr über seine königliche Pracht. Sobald er dachte: „Ich will ein wenig schlafen“, und kaum in Schlaf versunken war, stand er wieder auf, indem er Schreckenstöne ausstieß, als würde er auf eine neun Meilen dicke Erzfläche geworfen und mit eisernen Pfählen zerstoßen oder als würde er von Hunden gebissen und aufgefressen.

Eines Tages, in der Vollmondsnacht am vierzehnten des Monats, betrachtete er, von der Schar der Minister umgeben, seine Ehrung; da dachte er: „Die Ehrung meines Vaters war noch größer als diese; und einen solchen Tugendkönig habe ich auf Veranlassung Devadattas getötet!“ Während er so dachte, entstand in seinem Körper ein Brennen; sein ganzer Leib war von Schweiß benetzt. Darauf dachte er: „Wer befreit mich von dieser Furcht?“ Da kam ihm der Gedanke: „Außer dem mit den zehn Kräften Ausgestatteten gibt es keinen anderen“, und er dachte: „Ich habe mich schwer gegen den Vollendeten versündigt; wer wird mich zu ihm führen und mich ihm zeigen?“ Da merkte er: „Niemand anderer außer Jīvaka.“

Indem er eine List gebrauchte, damit dieser hingehe und ihn mitnehme, stieß er den begeisterten Ausruf aus: „Entzückend fürwahr ist die klare Nacht!“, und fügte hinzu: „Welchen Asketen oder Brahmanen werden wir heute noch ehren?“ Als nun die Schüler der früheren Sekten die Vorzüge ihrer Sektenhäupter aufzählten, nahm er ihre Worte nicht an, sondern fragte Jīvaka. Da dieser die Tugenden des Vollendeten pries und hinzufügte: „Ihn, den Erhabenen, möge der Fürst ehren“, ließ er Elefantengespanne herrichten und begab sich nach dem Mangowalde des Jīvaka. Hier ging er zu dem Vollendeten hin und begrüßte ihn ehrfurchtsvoll.

Nachdem er mit dem Vollendeten ein liebenswürdiges Gespräch begonnen, fragte er nach der Frucht des Asketenlebens in dieser Welt und hörte darauf die süße Predigt des Vollendeten von den Früchten des Asketenlebens. Am Ende des Lehrstücks verkündete er, dass er Laienbruder sein wolle, bat den Vollendeten um Verleihung und entfernte sich hierauf.—Von da an spendete er Almosen, hielt die Gebote, verkehrte in Eintracht mit dem Vollendeten und hörte der süßen Verkündigung der Lehre zu. Durch die Eintracht mit seinem tugendhaften Freunde aber verlor er seine Furcht; das Haarsträuben hörte auf und er erhielt die Beruhigung wieder. Mit Glück betätigte er die vier edlen Pfade.

Darauf begannen eines Tages die Mönche in der Lehrhalle folgendes Gespräch: „Freund, Ajātasattu war, weil er seinen Vater ermordet hatte, in Furcht geraten. In seinem königlichen Glanz fand er keine Befriedigung und war unglücklich bei allen edlen Betätigungen. Jetzt aber ist er durch den Vollendeten infolge seiner Eintracht mit einem tugendhaften Freunde von Furcht befreit worden und genießt wieder das Glück der Herrschaft.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach er: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch schon früher verübte dieser einen Vatermord und kam durch mich wieder zu Ruhe und Glück.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

Ehedem erhielt zu Benares der König Brahmadatta einen Sohn, namens Prinz Brahmadatta. Damals nahm der Bodhisattva im Hause des Hauspriesters seine Wiedergeburt; als er geboren war, gab man ihm den Namen Prinz Samkicca. Die beiden wuchsen im Palaste des Königs zusammen auf und wurden gegenseitig Freunde. Als sie herangewachsen waren, gingen sie nach Takkasilā, erlernten dort alle Künste und kehrten dann nach Hause zurück. Darauf übertrug der König seinem Sohne die Stelle des Vizekönigs; der Bodhisattva aber weilte immer bei dem Vizekönig.

Eines Tages aber sah der Vizekönig die große Ehrung, die seinem Vater zuteil wurde, als er sich in den Park begab, um sich dort zu ergehen, und bekam Verlangen danach. Er dachte: „Mein Vater gleicht einem Bruder von mir. Wenn ich seinen Tod erwarte, werde ich erst in meinem hohen Alter die Herrschaft erhalten. Wenn ich aber erst dann den Thron besteige, was hat das für einen Zweck? Ich werde meinen Vater töten und selbst die Herrschaft ergreifen.“ Und er teilte dem Bodhisattva diese Sache mit. Der Bodhisattva aber hielt ihn zurück mit den Worten: „Mein Lieber, der Vatermord ist eine schwere Last und führt zur Hölle. Das kann man nicht tun; tue es nicht!“

Als er es ihm aber immer wieder erzählte und zum dritten Male von ihm zurückgehalten wurde, besprach er es mit seinen Begleitern. Diese stimmten zu und dachten über ein Mittel nach zur Tötung des Königs. Als der Bodhisattva diese Begebenheit erfuhr, dachte er: „Ich will nicht mit diesen zusammen sein.“ Ohne sich von seinen Eltern zu verabschieden, verließ er durch das Haupttor die Stadt, zog in den Himalaya und betätigte hier die Weltflucht der Weisen. Er erlangte die Fähigkeit zur Ekstase und die Erkenntnisse und lebte dort, indem er sich von den Wurzeln und Früchten des Waldes nährte.

Als dieser aber fortgegangen war, tötete der Prinz seinen Vater und genoss nun große Ehrung. Auf die Kunde jedoch, dass der junge Samkicca die Weltflucht der Weisen betätigt habe, zogen viele Söhne aus edlen Familien fort und wurden bei ihm Asketen. Von einer großen Schar von Asketen umgeben, weilte der Bodhisattva dort, die sämtlich die Vollendungen erlangt hatten.

Nachdem aber der König seinen Vater getötet und eine kurze Zeit hindurch das Glück der Königsherrschaft genossen hatte, bekam er von da an Furcht, empfand keine Befriedigung mehr und war wie einer, der in der Hölle Mühen erdulden muss. Da erinnerte er sich an den Bodhisattva und er dachte: „Mein Freund hielt mich zurück mit den Worten: ‚Der Vatermord ist eine schwere Last‘; als er es aber nicht fertig brachte, dass ich seine Worte annahm, machte er sich selbst frei von Schuld und entfloh. Wenn er hier gewesen wäre, hätte er mich den Vatermord nicht ausführen lassen. Auch diese meine Furcht würde er mir nehmen. Wo weilt er wohl jetzt? Wenn ich seinen Aufenthaltsort kennte, würde ich ihn zu mir rufen lassen. Wer könnte mir seinen Aufenthaltsort verkündigen?“ Von da an sprach er in seinem Harem wie in der Königsversammlung immer von dem Ruhme des Bodhisattva.

Als so eine Zeit vergangen war, dachte der Bodhisattva: „Der König gedenkt an mich; ich muss dorthin gehen, ihm die Wahrheit verkünden und, wenn ich ihn dadurch von seiner Furcht befreit habe, wieder zurückkehren.“ Nachdem er fünfzehn Jahre im Himalaya geweilt, begab er sich, umgeben von fünfhundert Asketen, durch die Luft dorthin, stieg in einem Parke namens Dayapassa auf die Erde hinab und setzte sich, von der Asketenschar umgeben, auf der Steinplatte nieder. Als ihn der Parkwächter sah, fragte er ihn: „Herr, wie heißt der Meister der Schar?“ Als er hörte, es sei der weise Samkicca, und ihn auch selbst erkannte, sagte er zu ihm: „Herr, bleibet so lange hier, bis ich den König herbeibringe; unser König wünscht Euch zu sehen.“ Er bezeigte ihm seine Verehrung und ging rasch nach dem Palaste des Königs, wo er dessen Ankunft dem König meldete. Darauf begab sich der König zu dem Weisen, erwies ihm alle Ehrung, die ihm zustand, und legte ihm eine Frage vor.

Um diesen Sachverhalt zu verkündigen, sprach der Meister:

Da er den König sitzen sah,
den Landesherrscher Brahmadatta,
da sprach er folgendes zu ihm,
zu dem von Mitleid er erfüllt war:

„Jener Samkicca ist gekommen,
von den Asketen hoch verehrt
Drum gehe eilends hin zu ihm;
besuche rasch den großen Weisen.“

Darauf bestieg der König eilig
den wohlbespannten Kriegeswagen;
umringt von Freunden und Ministern
begab sich fort der Landesvater.

Es legt' ab die fünf Auszeichnungen
der Kasi-Leute Reichsvermehrer,
das Diadem, den Yakschweifwedel,
das Schwert, den Sonnenschirm, die Schuhe.

Der König stieg herab vom Wagen
und legt' zur Seite seine Schätze;
dann ging er zu Samkicca hin,
der im Parke Dayapassa saß.

Nachdem der König ihn getroffen,
tauscht' er Begrüßung mit dem Weisen
und sie gedachten vieler Worte;
dann setzte er sich ihm zur Seite.

Als er ihm nun zur Seite saß
und glaubte, dass die Zeit gekommen,
begann er, Fragen vorzulegen
über die Folgen böser Taten:

„Samkicca frage ich, den Weisen,
der von den Weisen hoch geehrt,
der sitzt im Dayapassa-Parke,
gefolgt von der Asketen Schar:

Wohin gelangen nach dem Tode
die Männer, die das Recht verletzten?
Gar schwer hab ich das Recht verletzt;
sage mir dies auf meine Frage.“

Um dies zu offenbaren sprach der Meister:

Und Samkicca der Weise sprach
zum Landesherrscher über Kasi,
der im Park Dayapassa saß:
„O großer König, höre mich!

Wenn dem, der in der Irre geht,
den rechten Weg ein andrer zeigt
und er nach dessen Worten tut,
so find't er keinen Dorn am Weg.

Wenn dem, der Unrecht hat getan,
das Recht ein anderer verkündet
und er nach dessen Worten handelt,
so bleibt er von der Hölle frei.“

Nachdem er ihm so eine Ermahnung gegeben, sprach er noch dazu, um ihm die Wahrheit zu verkünden:

„Das Recht, Großkönig, ist der Weg,
ein Irrweg aber ist das Unrecht;
das Unrecht in die Hölle führt,
doch in den Himmel bringt das Recht.

Die Männer, die Unrecht begehen,
o König, die im Unrecht leben,
wohin sie kommen in der Hölle
nach ihrem Tode, höre jetzt.

Sanjiva sowie Kalasutta,
Samghata, die zwei Roruvas,
dann die große Avici-Hölle,
Tāpana und Patāpana:

Dies sind die acht bekannten Höllen,
wo es gar schwer herauszukommen,
von solchen voll, die grausam waren;
jede enthält noch sechzehn Höllen,

wo Geizige gequält sind, schrecklich,
von Feuer funkelnd, Furcht erregend,
dass sich die Haare sträuben, furchtbar,
Schrecken und Angst verursachend,

mit vier Abteilen und vier Toren,
wohl abgeteilt und abgegrenzt,
von Eisenmauern rings umgeben,
mit Eisen ringsum eingeschlossen.

Ihr Boden ist aus Erz gefertigt,
von Feuersglut ist er gehärtet;
nach allen Seiten hundert Meilen
weit stehen sie und strahlen Glut.

Und jene stürzen in die Hölle,
die Füße oben, Kopf nach unten,
die sich versündigten an Weisen,
an den Büßern, den wohl bezähmten.

Gewunden werden sie gebraten,
so klein wie Fischstücke gemacht
auf unzähliger Jahre Dauer,
die Männer, die Sünden begingen.

Mit ihrem Körper, der verbrannt wird,
beständig drinnen oder draußen
gelangen sie nicht an das Tor,
sie, die der Höll' entrinnen wollen.

Zum Osttor laufen sie zuerst,
dann laufen sie zum Westtor hin;
auch nach dem Norden laufen sie
und nach dem Süden geht ihr Lauf.
An welches Tor sie immer kommen,
das schließen grad die Götter zu.

Und viele tausend Jahre lang
die Leute, die die Höll' bewohnen,
strecken die Arme aus und weinen,
da sie zu großem Leid gelangt.

Wie eine Giftschlange voll Zorn
mit ihrer Kraft schwer zu besiegen,
greife man nicht die Braven an,
nicht die bezähmten, heil'gen Büßer.

Der riesige, weit herrschende
Ajjuna, Fürst der Kekakas,
der tausendarm'ge ward vernichtet,
weil Gotama er angegriffen.

Den fleckenlosen Vaccha Kisa
mit Schmutz bestreute Dandaki;
entwurzelt ward er wie 'ne Palme
und ganz vernichtet wurd' der König.

Den Stolz verlor der Mejjha-König
wegen des ruhmvollen Matanga;
samt seinen Leuten ging er unter,
das Reich von Mejjha war gewesen.

Kanhadipayana den Weisen
Andhakavenhus Söhne quälten;
drum töteten sie sich mit Keulen
und kamen drauf zu Yamas Reich.

Von einem Weisen ward verflucht
Cecca, der in der Luft sonst wandelt';
zur Erde stürzt' der Niedrige,
nachdem sein Ende war gekommen.

Darum auch preisen nicht die Weisen,
wenn seinem Wunsche man sich hingibt;
doch wessen Herz ist ohne Falsch,
der kann das Wort der Wahrheit sprechen.

Wenn mit verräterischem Sinne
ein Mann belauert einen Weisen
des Wissens voll und heil'gen Wandels,
der kommt hinunter in die Hölle.

Die Leute, die Ehrwürd'ge schelten,
mit rohen Worten ihnen nahen,
die werden wie ein Palmenstumpf
ohne Nachkommen, ohne Erben.

Wer einen Weltflüchtling ermordet,
der seine Pflicht tut und sehr heilig,
wird in der Kalasutta-Hölle
für lange Zeit schrecklich gequält.

Und wenn ein König ungerecht
und wie ein Tier sein Reich zerstört,
wenn er sein Land geplagt, so büßt er
später in der Tapana-Hölle.

Und hunderttausend Götterjahre
muss er es in der Hölle büßen;
von Flammenmengen rings gefoltert
empfindet er schreckliche Qual.

Aus seinem Körper gehn hervor
weithin strahlende Feuerflammen;
die Glieder sind des Feuers Nahrung
bis zu den Haar- und Nagelspitzen.

Mit seinem so verbrannten Körper
beständig drinnen wie auch draußen
scheint er vom Schmerze überwältigt
wie ein gestochner Elefant.

Wer aus Habsucht den Vater tötet
oder aus Hass: der Niedrigste
wird in der Kalasutta-Hölle
dafür gepeinigt lange Zeit.

Ein solcher wird gekocht in einem Eisenkessel,
wenn er gekocht und hautlos, stößt man ihn mit Spießen;
man macht ihn blind, lässt ihn Urin und Kot verzehren,
in scharfe Lauge taucht man einen solchen Mann.

Eine erhitzte runde Eisenkugel
und lange Pflugscharen, rotglühende,
gießen ihm die Dämonen in den Mund,
der weit geöffnet ist mit Stock und Stricken.

Auch schwarze Hunde sowie starke Geier
und Rabenscharen, Vögel erzgeschnäbelt
fressen vereint an ihm, dem Zappelnden,
reißen die Zung' ihm aus, die blut'gen Brocken.

Die Brust verbrannt, die Glieder ganz zerbrochen,
so schlagen die Dämonen ihn zu Boden;
denn dies freut sie; die andern sind im Unglück.
In einer so beschaffnen Hölle wohnen,
die hier auf Erden töteten den Vater.—

Und wenn ein Sohn die Mutter tötet,
kommt er von hier in Yamas Reich
und vieles Leid muss er erdulden
zum Lohn für die begangne Tat.

Denn übermächtige Dämonen
zerstoßen den, der die getötet,
die ihn gebar, immer aufs neue
mit Pflugscharen aus Erz gefertigt.

Vom eignen Körper den Urin,
das Blut, das in ihm selbst gewesen,
geben dem Muttermörder sie
zu trinken, der rot glüht wie Kupfer.

Er steht in einen Teich getaucht
voll Fäulnis und gemeiner Leichen,
der übel riecht von Schmutz und Unrat,
der aussieht wie geronnen Blut.

Und Würmer dort mit eh'rnem Maule
und großem Körper reißen ihm
die Haut auf und zerbeißen ihn,
nach seinem Fleisch und Blut begehrend.

Wenn er in diese Hölle kommt,
die hundert Mann tief, und versinkt,
so riecht er wie verweste Leichen
nach allen Seiten hundert Meilen.

Auch der, der Augen hat, verliert
die Augen durch diesen Geruch;
zu solchem Leide, Brahmadatta,
gelangt, wer seine Mutter tötet.—

Und nach der Khuradhāra-Hölle,
die scharf ist, schwer zu überwinden,
fallen die Leibesfruchtabtreiber
in die grause Vetaranī.

Dort gibt es Seidenbäum' aus Eisen
mit Dornen sechzehn Zoll an Länge;
auf zwei Seiten hinab sie hängen
in die grause Vetarani.

Gewaltig flammend stehn sie da
wie Feuerhaufen in der Ferne;
verbrannt vom Feuer ragen sie
nach oben eine ganze Meile.

So haften diese in der Hölle,
gepeinigt von den spitzen Dornen,
die Weiber, die die Ehe brachen,
Männer, die fremde Frauen liebten.

Den Kopf nach unten fallen viele
herumgedreht, herumgestoßen;
da liegen sie, durchbohrt die Glieder,
und wachen in der langen Nacht.

Wenn dann die Nacht zu Ende ist,
kommen sie in den eh'rnen Kessel,
der einem Berge gleicht an Größe,
glühend von feuergleichem Wasser.

Also bei Tage wie bei Nacht
die Lasterhaften, voll von Torheit,
die eignen Taten müssen büßen,
die sie dereinst so schlimm getan.

Und welche Frau, um Geld erkauft,
verachtet ihren eignen Gatten,
die Schwiegermutter, den Schwiegervater,
dazu die ält're Schwägerin,
der ziehen sie die Zungenspitze
heraus mit Haken und mit Stricken.

Sie muss die Zunge voll von Würmern
ein Klafter lang an sich selbst sehen
und kann doch kein Wort damit sprechen;
in der Tapana-Hölle büßt sie.

Die Metzger und die Schweineschlächter,
die Fischer und die Wildverfolger,
die Räuber, Rindertöter, Jäger,
die in Unehre Ehre suchen,

mit Speeren mit eisernen Spitzen,
mit Schwertern und mit Bogen werden
getötet sie; kopfüber stürzen
sie in den Fluss voll scharfer Lauge.

Wer früh und abends übt Betrug,
mit Eisenspitzen wird gepeinigt;
dann muss er immer das verzehren,
was andre Elende ausspien.

Krähen, Schakale sowie Geier,
auch Raben mit eisernen Schnäbeln,
die fressen an dem Zappelnden,
der früher schwere Sünden tat.

Wer mit dem Tier tötet ein Tier
oder den Vogel mit dem Vogel,
mit Schmutz bedeckt gehn diese Bösen
hinunter in der Hölle Grund.“

Nachdem so das große Wesen so viele Höllen geschildert hatte, fügte es, indem es gleichsam eine Öffnung in der Erde herstellte und dem Könige die Götterwelt zeigte, Folgendes hinzu:

„Die Guten kommen in den Himmel
durch ihre guten Werk' auf Erden.
Sieh hier die Frucht des guten Werkes:
Götter mit Indra und mit Brahma!

Drum sag ich dir, du großer König:
Wandle gerecht, du Landesherrscher!
So wandle in Gerechtigkeit, o König,
dass du das gute Werk nicht später büßest.“

Nachdem der König diese Wahrheitsunterweisung des großen Wesens angehört hatte, bekam er von da an Trost und Befriedigung wieder. Da aber der Bodhisattva noch einige Zeit dort verweilt hatte, kehrte er an seinen Wohnort zurück.

Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beschlossen, fügte er hinzu: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch früher schon wurde dieser von mir getröstet“, und verband hierauf das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der König Ajātasattu, die Asketenschar war die Buddhagemeinde, der weise Samkicca aber war ich.“

Ende der Erzählung von Samkicca