Jātaka 84

Die Erzählung von den Toren des Heiles (Atthassadvara-Jātaka)

„Gesundheit wünsche dir, den höchsten Reichtum“

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen in den Vorteilen (des Geistes) erfahrenen Knaben. Zu Savatthi nämlich hatte ein sehr vermögender Großkaufmann einen Sohn, sieben Jahre alt; der war verständig und in den Vorteilen erfahren. Eines Tages ging dieser zu seinem Vater hin und richtete an ihn die Frage nach den Toren des Heiles. Jener kannte sie nicht. Da dachte er bei sich: „Diese Frage ist sehr subtil; außer dem allwissenden Buddha gibt es von der obersten Götterwelt bis hinab zur Avici-Hölle im Umkreise der Weltenvereinigung keinen, der diese Frage zu beantworten im Stande wäre.“ Und er nahm seinen Sohn, ließ viele Kränze, Wohlgerüche und Salben mitnehmen und begab sich nach dem Jetavana.

Hier verehrte er den Meister, begrüßte ihn, setzte sich ihm zur Seite und sprach folgendermaßen zum Erhabenen: „Herr, dieser verständige und in den Vorteilen erfahrene Knabe fragte mich nach den Toren des Heiles. Da ich die Frage nicht verstand, bin ich zu Euch gekommen. Gut, möge der Erhabene mir die Frage beantworten.“ Der Meister erwiderte: „Schon in früherer Zeit, o Hausvater, wurde von diesem Knaben diese Frage an mich gestellt und ihm von mir beantwortet. Damals wusste er es; jetzt aber versteht er es nicht, da ihm die Zusammenfassung seiner früheren Existenzen fehlt.“ Und nach diesen Worten erzählte er auf die Bitte jenes folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, war der Bodhisattva ein sehr vermögender Großkaufmann. Damals hatte er einen Sohn, sieben Jahre alt; der war verständig und in den Vorteilen erfahren. Eines Tages ging dieser zu seinem Vater hin und fragte ihn nach den Toren des Heiles, indem er sagte: „Vater, was ist das Tor des Nutzens?“ Sein Vater aber sprach zur Beantwortung der Frage folgende Strophe:

„Gesundheit wünsche dir, den höchsten Reichtum,
dann Tugend, auf das Alter hören, heil'ges Wissen,
der Lehre folgen, frei sein von Begierden:
die sechs sind wohl zum Heil die besten Tore.“

So beantwortete der Bodhisattva die Frage seines Sohnes nach den Toren des Nutzens. Von da an verharrte dieser in diesen sechs Tugenden. Nachdem auch der Bodhisattva Almosen gegeben und noch andere gute Werke verrichtet hatte, gelangte er an den Ort seiner Verdienste.

Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beendigt hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Der damalige Knabe war auch der gegenwärtige Knabe, der Großkaufmann aber war ich.“

Ende der Erzählung von den Toren des Heiles