Khuddaka-Pāţho 5

Maṅgala Sutta

Das Heil

So habe ich gehört: Einstmals weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Siegerhaine, im Klostergarten des Armenspeisers. Als nun die Nacht vorgerückt war, begab sich eine gewisse schöngestaltige Gottheit, indem sie den ganzen Siegerhain erhellte, dorthin, wo der Erhabene weilte. Als sie sich dorthin begeben hatte, begrüsste sie den Erhabenen ehrfurchtsvoll und trat seitwärts. Seitwärts stehend redete diese Gottheit den Erhabenen mit dem Verse an:

„Viele Götter und Menschen haben,
nach Glück sich sehnend,
an Heil gedacht.
Nenne du das höchste Heil.“

(Der Erhabene:)

„Den Toren nicht ergeben sein,
den Weisen ergeben sein,
die Verehrungswürdigen verehren:
dies ist das höchste Heil.

Das Wohnen in einem guten Lande,
Verdienst aus früherem Sein,
rechtes Streben des Selbstes:
dies ist das höchste Heil.

Viel Wahrhaftigkeit und gutes Wissen,
ganz durchgeführte Selbstdisziplin
und wohlgesprochene Worte:
dies ist das höchste Heil.

Vater und Mutter unterstützen,
für Weib und Kind sorgen,
eine friedliche Beschäftigung:
dies ist das höchste Heil.

Wohltätigkeit und religiöser Wandel,
Zuneigung zu den Verwandten
und untadelhafte Werke:
dies ist das höchste Heil.

Enthaltsamkeit und Abstehen vom Bösen,
Meidung berauschender Getränke
und Unermüdlichkeit in religiösen Pflichten:
dies ist das höchste Heil.

Ehrerbietung und Demut,
Zufriedenheit und Dankbarkeit,
das Hören des Gesetzes zur richtigen Zeit:
dies ist das höchste Heil.

Geduld und Milde,
der Verkehr mit Asketen
und Unterredung über das Gesetz zur richtigen Zeit:
dies ist das höchste Heil.

Askese und keuscher Wandel,
die Erkenntnis der edlen Wahrheiten
und die Verwirklichung des Nirvana:
dies ist das höchste Heil.

Das Gemüt eines von den Dingen der Welt berührten Menschen,
welches nicht erzittert und kummerlos,
leidenschaftslos und frei von Furcht ist:
dies ist das höchste Heil.

Die solches getan haben,
sind überall unüberwunden;
überall wandeln sie glücklich:
ja, ihrer ist das höchste Heil.“