Khuddaka-Pāţho 8

Nidhikaṇḍa Sutta

Der verborgene Schatz

Ein Mann verbirgt einen Schatz in einer sehr tiefen Grube (und denkt:) „Wenn künftig einmal die Notwendigkeit eintritt, wird er mir von Nutzen sein.

Wenn ich vom Könige angeklagt oder von einem Diebe ausgeplündert bin, oder zur Ablösung einer Schuld, oder bei teurer Zeit und Unglücksfällen.“ Dies sind die Gründe, aus denen man das, was in der Welt ein Schatz genannt wird, verbirgt.

Zugleich aber nützt der ganze Schatz, der in der sehr tiefen Grube wohl verborgen liegt, diesem Manne in keiner Weise etwas.

Entweder verschwindet der Schatz von seinem Platze, oder die Gedanken des Mannes werden beunruhigt, oder Schlangengeister entfernen ihn, oder Unholde nehmen ihn fort.

Oder seine Feinde und Erben heben ihn, wenn er’s nicht sieht; wenn das moralische Verdienst erschöpft ist, schwindet alles dieses dahin.

Es gibt einen wohl verborgenen Schatz, den Frauen und Männer besitzen auf Grund ihrer Wohltätigkeit, Selbstzucht und Beherrschung.

Im heiligen Schrein in der Gemeinde, im Individuum, in den Fremdlingen, in Mutter und Vater oder im ältesten Bruder

Ist dieser uneinnehmbare Schatz, ein treuer Begleiter, wohl verborgen. Wer die vergänglichen Dinge aufgegeben hat, nimmt ihn (beim Tode) mit sich.

Ein Schatz, der mit andern nicht geteilt wird, den Diebe nicht stehlen können. Möge der Standhafte gute Werke tun; dies ist der Schatz, der ihn begleitet.

Dieser Schatz gibt Göttern und Menschen alles, was sie verlangen; alles, was sie sich wünschen, wird durch ihn erlangt.

Liebreiz, eine klangvolle Stimme, Anmut und schöne Gestalt, Macht und Glanz: alles wird durch ihn erlangt.

Die Herrschaft über ein Land, Königswürde, das angenehme Glück der Weltherrschaft und auch Götterherrschaft unter den Himmlischen: alles wird durch ihn erlangt.

Menschliches Glück, jede Freude in der Götterwelt und der völlige Besitz des Nirvāna: alles wird durch ihn erlangt.

Wissen, Erlösung, Selbstbezähmung, nachdem man, weise lebend, gute Freunde für sich gewonnen hat: alles wird durch ihn erlangt.

Die analytischen Kenntnisse, die Befreiungen, alle Tugenden eines heiligen Jüngers, die Erleuchtung für sich selbst und die Stufe eines Buddha: alles wird durch ihn erlangt.

So ist dieses, nämlich der Besitz moralischen Verdienstes, von grosser magischer Kraft. Deshalb preisen die Standhaften, die Kundigen, den Zustand moralischer Verdienstlichkeit.