Majjhima Nikāya 130

Devadūta Sutta

Die Götterboten

So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene bei Sāvatthī im Jeta Hain, dem Park des Anāthapiṇḍika, auf. Dort richtete er sich folgendermaßen an die Bhikkhus: „Ihr Bhikkhus.“—„Ehrwürdiger Herr“, erwiderten sie. Der Erhabene sagte dieses:

„Ihr Bhikkhus, angenommen, es gebe zwei Häuser mit Türen, und ein Mann mit guter Sehkraft stünde zwischen ihnen und sähe, wie die Leute die Häuser betreten und verlassen und an ihm vorbeigehen. Genau so sehe ich mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend. Ich verstehe, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern: ,Diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererschienen, ja sogar in der himmlischen Welt. Oder diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode unter den Menschen wiedererschienen. Aber diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Hungergeisterbereich wiedererschienen. Oder diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Tierreich wiedererschienen. Oder diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererschienen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle.“

„Die Wächter der Hölle packen nun solch ein Wesen an den Armen und schleppen es vor König Yama, mit den Worten: ,Majestät, dieser Mann hat seine Mutter schlecht behandelt, hat seinen Vater schlecht behandelt, hat Mönche schlecht behandelt, hat Brahmanen schlecht behandelt; er hat keinen Respekt vor seinen Familienoberhäuptern. Majestät befehle seine Bestrafung.‘“

„Dann setzt König Yama ihn unter Druck, befragt ihn und nimmt ihn über den ersten Götterboten ins Kreuzverhör: ,Guter Mann, hast du denn den ersten Götterboten nicht in der Menschenwelt erscheinen sehen?‘ Er sagt: ,Das habe ich nicht, ehrwürdiger Herr.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, hast du denn niemals in der Menschenwelt ein junges, zartes Kleinkind unbeholfen daliegen sehen, wie es sich mit seinem eigenen Kot und Urin besudelt?‘ Er sagt: ,Das habe ich, ehrwürdiger Herr.‘“

„Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, ist dir—einem intelligenten und reifen Mann—niemals eingefallen ›Auch ich bin der Geburt unterworfen, ich bin der Geburt nicht entgangen: Gewiß sollte ich besser mit Körper, Sprache und Geist Gutes tun‹?‘ Er sagt: ,Ich konnte nicht, ehrwürdiger Herr, ich war nachlässig.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, durch Nachlässigkeit hast du es versäumt, mit Körper, Sprache und Geist Gutes zu tun. Gewiß werden sie mit dir entsprechend deiner Nachlässigkeit verfahren. Aber diese deine üble Handlung wurde nicht von deiner Mutter oder deinem Vater begangen, oder von deinem Bruder oder deiner Schwester, oder von deinen Freunden und Gefährten, oder von deinen Verwandten und Angehörigen, oder von Mönchen und Brahmanen, oder von Göttern: Diese üble Handlung wurde von dir selbst begangen, du selbst wirst ihre Folgen erfahren.‘“

„Dann, nachdem König Yama ihn unter Druck gesetzt hat und über den ersten Götterboten befragt und ins Kreuzverhör genommen hat, setzt er ihn unter Druck, befragt ihn und nimmt ihn über den zweiten Götterboten ins Kreuzverhör: ,Guter Mann, hast du denn den zweiten Götterboten nicht in der Menschenwelt erscheinen sehen?‘ Er sagt: ,Das habe ich nicht, ehrwürdiger Herr.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, hast du denn niemals in der Menschenwelt einen Mann oder eine Frau mit achtzig, neunzig oder hundert Jahren gesehen, gealtert, krumm wie ein Dach, gekrümmt, auf einen Stock gestützt, wackelig, gebrechlich, mit entschwundener Jugendlichkeit, mit schadhaften Zähnen, grauhaarig, mit schütterem Haar, kahl, runzelig, mit ganz fleckigen Gliedern?‘ Er sagt: ,Das habe ich, ehrwürdiger Herr.‘“

„Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, ist dir—einem intelligenten und reifen Mann—niemals eingefallen ›Auch ich bin dem Altern unterworfen, ich bin dem Altern nicht entgangen: Gewiß sollte ich besser mit Körper, Sprache und Geist Gutes tun‹?‘ Er sagt: ,Ich konnte nicht, ehrwürdiger Herr, ich war nachlässig.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, durch Nachlässigkeit hast du es versäumt, mit Körper, Sprache und Geist Gutes zu tun. Gewiß werden sie mit dir entsprechend deiner Nachlässigkeit verfahren. Aber diese deine üble Handlung wurde nicht von deiner Mutter oder deinem Vater begangen, oder von deinem Bruder oder deiner Schwester, oder von deinen Freunden und Gefährten, oder von deinen Verwandten und Angehörigen, oder von Mönchen und Brahmanen, oder von Göttern: Diese üble Handlung wurde von dir selbst begangen, du selbst wirst ihre Folgen erfahren.‘“

„Dann, nachdem König Yama ihn unter Druck gesetzt hat und über den zweiten Götterboten befragt und ins Kreuzverhör genommen hat, setzt er ihn unter Druck, befragt ihn und nimmt ihn über den dritten Götterboten ins Kreuzverhör: ,Guter Mann, hast du denn den dritten Götterboten nicht in der Menschenwelt erscheinen sehen?‘ Er sagt: ,Das habe ich nicht, ehrwürdiger Herr.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, hast du denn niemals in der Menschenwelt einen kranken Mann oder eine kranke Frau gesehen, leidend und schwer erkrankt, mit dem eigenen Kot und Urin besudelt daliegend, von einigen aufgehoben und von anderen abgesetzt?‘ Er sagt: ,Das habe ich, ehrwürdiger Herr.‘“

„Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, ist dir—einem intelligenten und reifen Mann—niemals eingefallen ›Auch ich bin der Krankheit unterworfen, ich bin der Krankheit nicht entgangen: Gewiß sollte ich besser mit Körper, Sprache und Geist Gutes tun‹?‘ Er sagt: ,Ich konnte nicht, ehrwürdiger Herr, ich war nachlässig.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, durch Nachlässigkeit hast du es versäumt, mit Körper, Sprache und Geist Gutes zu tun. Gewiß werden sie mit dir entsprechend deiner Nachlässigkeit verfahren. Aber diese deine üble Handlung wurde nicht von deiner Mutter oder deinem Vater begangen, oder von deinem Bruder oder deiner Schwester, oder von deinen Freunden und Gefährten, oder von deinen Verwandten und Angehörigen, oder von Mönchen und Brahmanen, oder von Göttern: Diese üble Handlung wurde von dir selbst begangen, du selbst wirst ihre Folgen erfahren.‘“

„Dann, nachdem König Yama ihn unter Druck gesetzt hat und über den dritten Götterboten befragt und ins Kreuzverhör genommen hat, setzt er ihn unter Druck, befragt ihn und nimmt ihn über den vierten Götterboten ins Kreuzverhör: ,Guter Mann, hast du denn den vierten Götterboten nicht in der Menschenwelt erscheinen sehen?‘ Er sagt: ,Das habe ich nicht, ehrwürdiger Herr.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, hast du denn niemals in der Menschenwelt gesehen, wenn ein überführter Räuber gefaßt wird, wie Könige ihm viele Arten von Folter auferlegen lassen: wie sie ihn auspeitschen lassen, mit Stöcken schlagen, mit Knüppeln schlagen lassen; wie sie ihm die Hände abhacken lassen, die Füße abhacken, Hände und Füße abhacken, die Ohren abschneiden, die Nase abschneiden, Ohren und Nase abschneiden lassen; wie sie den ,Breitopf‘ anwenden lassen, die ,Muschelschalen-Rasur‘, den ,Mund Rāhus‘, den ,glühenden Kranz‘, die ,Flammenhand‘, die ,Grasklingen‘, das ,Rindenkleid‘, die ,Antilope‘, die ,Fleischhaken‘, die ,Münzen‘, das ,Laugenpökeln‘, den ,Drehpflock‘, den ,zusammengerollten Strohsack‘; wie sie ihn mit siedendem Öl besprengen lassen, ihn den Hunden zum Fraß vorwerfen lassen, ihn lebendig pfählen und ihm den Kopf mit einem Schwert abschlagen lassen?‘ Er sagt: ,Das habe ich, ehrwürdiger Herr.‘“

„Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, ist dir—einem intelligenten und reifen Mann—niemals eingefallen ›Jene, die üble Handlungen begehen, bekommen solche Foltern der verschiedensten Art hier und jetzt auferlegt; wieviel mehr noch im Jenseits? Gewiß sollte ich besser mit Körper, Sprache und Geist Gutes tun‹?‘ Er sagt: ,Ich konnte nicht, ehrwürdiger Herr, ich war nachlässig.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, durch Nachlässigkeit hast du es versäumt, mit Körper, Sprache und Geist Gutes zu tun. Gewiß werden sie mit dir entsprechend deiner Nachlässigkeit verfahren. Aber diese deine üble Handlung wurde nicht von deiner Mutter oder deinem Vater begangen, oder von deinem Bruder oder deiner Schwester, oder von deinen Freunden und Gefährten, oder von deinen Verwandten und Angehörigen, oder von Mönchen und Brahmanen, oder von Göttern: Diese üble Handlung wurde von dir selbst begangen, du selbst wirst ihre Folgen erfahren.‘“

„Dann, nachdem König Yama ihn unter Druck gesetzt hat und über den vierten Götterboten befragt und ins Kreuzverhör genommen hat, setzt er ihn unter Druck, befragt ihn und nimmt ihn über den fünften Götterboten ins Kreuzverhör: ,Guter Mann, hast du denn den fünften Götterboten nicht in der Menschenwelt erscheinen sehen?‘ Er sagt: ,Das habe ich nicht, ehrwürdiger Herr.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, hast du denn niemals in der Menschenwelt einen Mann oder eine Frau gesehen, schon einen, zwei oder drei Tage lang tot, aufgedunsen, blau angelaufen, aus denen Flüssigkeiten heraussickern?‘ Er sagt: ,Das habe ich, ehrwürdiger Herr.‘“

„Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, ist dir—einem intelligenten und reifen Mann—niemals eingefallen ›Auch ich bin dem Tode unterworfen, ich bin dem Tode nicht entgangen: Gewiß sollte ich besser mit Körper, Sprache und Geist Gutes tun‹?‘ Er sagt: ,Ich konnte nicht, ehrwürdiger Herr, ich war nachlässig.‘ Dann sagt König Yama: ,Guter Mann, durch Nachlässigkeit hast du es versäumt, mit Körper, Sprache und Geist Gutes zu tun. Gewiß werden sie mit dir entsprechend deiner Nachlässigkeit verfahren. Aber diese deine üble Handlung wurde nicht von deiner Mutter oder deinem Vater begangen, oder von deinem Bruder oder deiner Schwester, oder von deinen Freunden und Gefährten, oder von deinen Verwandten und Angehörigen, oder von Mönchen und Brahmanen, oder von Göttern: Diese üble Handlung wurde von dir selbst begangen, du selbst wirst ihre Folgen erfahren.‘“

„Dann, nachdem König Yama ihn unter Druck gesetzt hat und über den fünften Götterboten befragt und ins Kreuzverhör genommen hat, schweigt er.“

„Die Wächter der Hölle foltern ihn mit der fünffachen Durchbohrung. Sie treiben einen rotglühenden Eisenpfahl durch die eine Hand, sie treiben einen rotglühenden Eisenpfahl durch die andere Hand, sie treiben einen rotglühenden Eisenpfahl durch den einen Fuß, sie treiben einen rotglühenden Eisenpfahl durch den anderen Fuß, sie treiben ihm einen rotglühenden Eisenpfahl durch den Bauch. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes werfen ihn die Wächter der Hölle zu Boden und zerstückeln ihn mit Äxten. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes hängen ihn die Wächter der Hölle an den Füßen auf, mit dem Kopf nach unten, und zerstückeln ihn mit Hackmessern. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes spannen ihn die Wächter der Hölle vor eine Kutsche und treiben ihn hin und her, über brennenden, lodernden und glühenden Untergrund. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes zwingen ihn die Wächter der Hölle, über einen großen Berg brennender, lodernder und glühender Kohlen hinauf und herunter zu klettern. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes packen ihn die Wächter der Hölle an den Füßen und werfen ihn kopfüber in einen rotglühenden Metallkessel, der brennt, lodert und glüht. Dort wird er in einem Schaumwirbel gekocht. Und während er dort in einem Schaumwirbel gekocht wird, wird er mal nach oben gespült, mal nach unten, mal hin und her. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes werfen ihn die Wächter der Hölle in die Große Hölle. Was nun jene Große Hölle anbelangt, ihr Bhikkhus:

Sie hat vier Ecken, hat vier Tür'n,
An jeder Seite eine Tür,
Ein Eisenwall umgibt sie ganz,
Nach oben schließt ein Eisendach.

Und auch der Boden eisern ist,
Erhitzt durch Feuer, bis zur Glut;
Erstreckt sich hundert Meilen weit,
Bedeckt dort alles, ganz und gar.“

„Nun schlagen die Flammen, die aus dem östlichen Wall der Großen Hölle hervorbrechen, gegen ihren westlichen Wall. Die Flammen, die aus ihrem westlichen Wall hervorbrechen, schlagen gegen ihren östlichen Wall. Die Flammen, die aus ihrem nördlichen Wall hervorbrechen, schlagen gegen ihren südlichen Wall. Die Flammen, die aus ihrem südlichen Wall hervorbrechen, schlagen gegen ihren nördlichen Wall. Die Flammen, die aus dem Boden hervorbrechen, schlagen gegen das Dach. Die Flammen, die aus ihrem Dach hervorbrechen, schlagen gegen den Boden. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Irgendwann, ihr Bhikkhus, am Ende eines langen Zeitraums, kommt eine Gelegenheit, bei der sich die östliche Tür der Großen Hölle öffnet. Er rennt auf sie zu, wobei er schnell auftritt. Während er das tut, brennen seine äußeren Hautschichten, seine unteren Hautschichten brennen, sein Fleisch brennt, seine Sehnen brennen, seine Knochen verwandeln sich in Rauch; und wenn er den Fuß hebt, ist es genauso. Wenn er endlich die Tür erreicht, dann wird sie geschlossen. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Irgendwann, am Ende eines langen Zeitraums, kommt eine Gelegenheit, bei der sich die westliche Tür der Großen Hölle öffnet. Er rennt auf sie zu, wobei er schnell auftritt. Während er das tut, brennen seine äußeren Hautschichten, seine unteren Hautschichten brennen, sein Fleisch brennt, seine Sehnen brennen, seine Knochen verwandeln sich in Rauch; und wenn er den Fuß hebt, ist es genauso. Wenn er endlich die Tür erreicht, dann wird sie geschlossen. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Irgendwann, am Ende eines langen Zeitraums, kommt eine Gelegenheit, bei der sich die nördliche Tür der Großen Hölle öffnet. Er rennt auf sie zu, wobei er schnell auftritt. Während er das tut, brennen seine äußeren Hautschichten, seine unteren Hautschichten brennen, sein Fleisch brennt, seine Sehnen brennen, seine Knochen verwandeln sich in Rauch; und wenn er den Fuß hebt, ist es genauso. Wenn er endlich die Tür erreicht, dann wird sie geschlossen. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Irgendwann, am Ende eines langen Zeitraums, kommt eine Gelegenheit, bei der sich die südliche Tür der Großen Hölle öffnet. Er rennt auf sie zu, wobei er schnell auftritt. Während er das tut, brennen seine äußeren Hautschichten, seine unteren Hautschichten brennen, sein Fleisch brennt, seine Sehnen brennen, seine Knochen verwandeln sich in Rauch; und wenn er den Fuß hebt, ist es genauso. Wenn er endlich die Tür erreicht, dann wird sie geschlossen. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Irgendwann, am Ende eines langen Zeitraums, kommt eine Gelegenheit, bei der sich die östliche Tür der Großen Hölle öffnet. Er rennt auf sie zu, wobei er schnell auftritt. Während er das tut, brennen seine äußeren Hautschichten, seine unteren Hautschichten brennen, sein Fleisch brennt, seine Sehnen brennen, seine Knochen verwandeln sich in Rauch; und wenn er den Fuß hebt, ist es genauso. Er gelangt durch jene Tür nach draußen.“

„Unmittelbar an die Große Hölle schließt sich die ungeheuer weite Kot-Hölle an. In jene fällt er. In jener Kot-Hölle bohren sich nadelmäulige Kreaturen durch seine äußeren Hautschichten, bohren sich durch seine unteren Hautschichten, bohren sich durch sein Fleisch, bohren sich durch seine Sehnen, bohren sich durch seine Knochen und fressen sein Knochenmark. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Unmittelbar an die Kot-Hölle schließt sich die ungeheuer weite Hölle der Heißen Kohlenglut an. In jene fällt er. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Unmittelbar an die Hölle der Heißen Kohlenglut schließt sich der ungeheuer weite Wald der Simbali-Bäume an, die eine Meile hoch sind, und vor Dornen starren, sechzehn Fingerbreit lang, die brennen, lodern und glühen. Sie zwingen ihn, diese auf und ab zu klettern. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Unmittelbar an den Wald der Simbali-Bäume schließt sich der ungeheuer weite Wald der Schwertblatt-Bäume an. In jenen geht er. Die Blätter, die der Wind bewegt, hacken ihm die Hände ab, hacken ihm die Füße ab, hacken ihm Hände und Füße ab, schneiden ihm die Ohren ab, schneiden ihm die Nase ab, schneiden ihm Ohren und Nase ab. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Unmittelbar an den Wald der Schwertblatt-Bäume schließt sich ein großer Fluß von ätzendem Wasser an. In jenen fällt er. Dort wird er stromauf gespült und stromab gespült, stromauf und stromab gespült. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes ziehen ihn die Wächter der Hölle mit einem Haken heraus, setzen ihn auf den Boden und fragen ihn: ,Guter Mann, was willst du?‘ Er sagt: ,Ich bin hungrig, ehrwürdige Herren.‘ Dann zwingen ihm die Wächter der Hölle den Mund mit einer rotglühenden Eisenzange auf, die brennt, lodert und glüht, und sie werfen ihm eine rotglühende Metallkugel in den Mund, die brennt, lodert und glüht. Sie verbrennt ihm die Lippen, sie verbrennt ihm den Mund, sie verbrennt ihm die Kehle, sie verbrennt ihm den Magen und tritt unten wieder aus, wobei sie seinen Dickdarm und Dünndarm nach sich zieht. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Als Nächstes fragen ihn die Wächter der Hölle: ,Guter Mann, was willst du?‘ Er sagt: ,Ich bin durstig, ehrwürdige Herren.‘ Dann zwingen ihm die Wächter der Hölle den Mund mit einer rotglühenden Eisenzange auf, die brennt, lodert und glüht, und sie schütten ihm geschmolzenes Kupfer in den Mund, das brennt, lodert und glüht. Es verbrennt ihm die Lippen, es verbrennt ihm den Mund, es verbrennt ihm die Kehle, es verbrennt ihm den Magen und tritt unten wieder aus, wobei es seinen Dickdarm und Dünndarm nach sich zieht. Da fühlt er schmerzhafte, scharfe, peinigende Gefühle. Und doch stirbt er nicht, solange jene üble Handlung sich nicht erschöpft hat.“

„Dann werfen ihn die Wächter der Hölle zurück in die Große Hölle.“

„Es kam vor, daß König Yama dachte: ,Jene in der Welt, die üble Handlungen begehen, bekommen in der Tat all diese verschiedenen Arten der Folter auferlegt. Ach, daß ich doch das menschliche Dasein erlangen möge; daß ein Tathāgata, ein Verwirklichter und vollständig Erwachter in der Welt erscheinen möge; daß ich jenem Erhabenen aufwarten möge; daß jener Erhabene mich das Dhamma lehren möge; und das es mir gelingen möge, das Dhamma jenes Erhabenen zu verstehen!“

„Ihr Bhikkhus, ich erzähle euch dies nicht als etwas, das ich von einem anderen Mönch oder Brahmanen gehört habe. Ich erzähle euch dies als etwas, das ich tatsächlich selbst weiß, gesehen und entdeckt habe.“

Das ist es, was der Erhabene sagte. Als der Vollendete das gesagt hatte, fügte der Lehrer noch hinzu:

„Obwohl gewarnt durch Götterboten,
Viele sind gar nachlässig.
Die Leute haben lange Kummer,
Sind sie in der Nieder-Welt.

Doch wenn gewarnt durch Götterboten,
Gute Leute geben acht,
Sie wollen nicht nachlässig weilen,
Edles Dhamma üben sie.

Mit Furcht sie Anhaftung betrachten,
Denn sie bringt Geburt und Tod;
Durch Nicht-Anhaften sie befreit sind,
Enden so Geburt und Tod.

Sie weilen glücklich, sie sind sicher,
Seh'n Nibbāna hier und jetzt.
Die Furcht, den Haß sie überwanden,
Jedem Leid entkommen ganz.“