Majjhima Nikāya 60

Apaṇṇaka Sutta

Die unbestreitbare Lehre

So habe ich gehört. Einmal durchwanderte der Erhabene das Land Kosala, zusammen mit einer großen Gruppe von Bhikkhus, und schließlich gelangte er zu einem kosalischen Brahmanendorf namens Sālā.

Die brahmanischen Haushälter aus Sālā hörten: „Der Mönch Gotama, der Sohn der Sakyer, der einen Sakyer-Klan verließ, um in die Hauslosigkeit zu ziehen, hat das Land Kosala durchwandert, zusammen mit einer großen Gruppe von Bhikkhus, und ist nach Sālā gekommen. Nun eilt Meister Gotama ein guter Ruf voraus, der Folgendes besagt: ,Jener Erhabene ist ein Verwirklichter, ein vollständig Erwachter, vollkommen im wahren Wissen und erhaben im Verhalten, vollendet, Kenner der Welten, unvergleichlicher Meister bezähmbarer Menschen, Lehrer himmlischer und menschlicher Wesen, ein Erwachter, ein Erhabener. Er erläutert diese Welt mit ihren Māras und Brahmās, er erläutert diese Generation mit ihren Mönchen und Brahmanen, ihren Prinzen und dem Volk, was er mit höherer Geisteskraft selbst verwirklicht hat. Er lehrt das Dhamma, das gut am Anfang, gut in der Mitte und gut am Ende ist, mit der richtigen Bedeutung und der richtigen Ausdrucksweise, er enthüllt ein heiliges Leben, das äußerst vollkommen und rein ist.‘ Es ist gut, solche Arahants aufzusuchen.“

Daraufhin gingen die brahmanischen Haushälter von Sālā zum Erhabenen. Einige huldigten dem Erhabenen und setzten sich seitlich nieder; einige tauschten Grußformeln mit ihm aus und setzten sich nach diesen höflichen und freundlichen Worten seitlich nieder; einige grüßten den Erhabenen ehrerbietig mit zusammengelegten Händen und setzten sich seitlich nieder; einige nannten ihren Namen und Klan in der Gegenwart des Erhabenen und setzten sich seitlich nieder; einige schwiegen und setzten sich seitlich nieder.

Nachdem sie Platz genommen hatten, fragte sie der Erhabene: „Haushälter, gibt es irgendeinen Lehrer, dem ihr zustimmt, zu dem ihr Vertrauen gefaßt habt, das auf Vernunftgründen beruht?“

„Nein, ehrwürdiger Herr, es gibt keinen Lehrer, dem wir zustimmen, zu dem wir Vertrauen gefaßt haben, das auf Vernunftgründen beruht.“

„Haushälter, da ihr keinen Lehrer gefunden habt, dem ihr zustimmt, mögt ihr diese unbestreitbare Lehre übernehmen und ausüben; denn wenn die unbestreitbare Lehre angenommen und übernommen wird, gereicht sie lange zu eurem Wohlergehen und eurem Glück. Und was ist die unbestreitbare Lehre?“

I. Die Lehre des Nihilismus

(A) „Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt keine Gaben, nichts Dargebrachtes oder Geopfertes; keine Frucht oder Ergebnis guter und schlechter Taten; nicht diese Welt, nicht die andere Welt; keine Mutter, keinen Vater; keine spontan geborenen Wesen; keine guten und tugendhaften Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern.‘“

(B) „Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: ,Es gibt Gaben, Dargebrachtes und Geopfertes; es gibt Frucht und Ergebnis guter und schlechter Taten; es gibt diese Welt und die andere Welt; es gibt Mutter und Vater; es gibt spontan geborene Wesen; es gibt gute und tugendhafte Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern.‘ Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?“—„Ja, ehrwürdiger Herr.“

(A.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt keine Gaben, nichts Dargebrachtes oder Geopfertes; keine Frucht oder Ergebnis guter und schlechter Taten; nicht diese Welt, nicht die andere Welt; keine Mutter, keinen Vater; keine spontan geborenen Wesen; keine guten und tugendhaften Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei heilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten, und daß sie diese drei unheilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung nicht sehen und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung nicht sehen.“

(A.2) „Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige falsche Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt keine andere Welt‘. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige falsche Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt keine andere Welt‘ beruht. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige falsche Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt keine andere Welt‘. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt keine andere Welt‘, den Arahants, die die andere Welt kennen. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem unwahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt keine andere Welt‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem unwahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst und setzt andere herab. Somit ist jegliche geläuterte Sittlichkeit, die er früher hatte, aufgegeben und durch verdorbenes Verhalten ersetzt. Und diese falsche Ansicht, falsche Absicht, falsche Rede, Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem unwahren Dhamma zu überzeugen, und Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen üblen, unheilsamen Zustände kommen somit mit falscher Ansicht als Bedingung zustande.“

(A.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es keine andere Welt gibt, dann wird sich dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers ausreichend in Sicherheit gebracht haben. Aber wenn es eine andere Welt gibt, dann wird er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine andere Welt: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine unmoralische Person getadelt, als einer mit falscher Ansicht, der die Lehrmeinung des Nihilismus vertritt. Wenn es aber andererseits eine andere Welt gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt schlechten Wurf gemacht: Weil er von den Weisen hier und jetzt getadelt wird und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen wird, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Er hat diese unbestreitbare Lehre falsch angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich nur in eine Richtung erstreckt und die heilsame Alternative ausschließt.‘“

(B.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt Gaben, Dargebrachtes und Geopfertes; es gibt Frucht und Ergebnis guter und schlechter Taten; es gibt diese Welt und die andere Welt; es gibt Mutter und Vater; es gibt spontan geborene Wesen; es gibt gute und tugendhafte Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei unheilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten, und daß sie diese drei heilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung sehen und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung sehen.“

(B.2) „Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige richtige Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt eine andere Welt‘. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige richtige Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt eine andere Welt‘ beruht. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, hat derjenige richtige Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt eine andere Welt‘. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt eine andere Welt‘, den Arahants nicht, die die andere Welt kennen. Da es tatsächlich eine andere Welt gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem wahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt eine andere Welt‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem wahren Dhamma überzeugt, lobt er sich nicht selbst und setzt andere nicht herab. Somit ist jegliches verdorbene Verhalten, das er früher hatte, aufgegeben und durch geläuterte Sittlichkeit ersetzt. Und diese richtige Ansicht, richtige Absicht, richtige Rede, Nicht-Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem wahren Dhamma zu überzeugen, und das Vermeiden von Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen heilsamen Zustände kommen somit mit richtiger Ansicht als Bedingung zustande.“

(B.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es eine andere Welt gibt, dann wird dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheinen. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine andere Welt: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine sittsame Person gelobt, als einer mit richtiger Ansicht, der die Lehrmeinung der Bejahung vertritt. Wenn es aber andererseits eine andere Welt gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt guten Wurf gemacht: Weil er von den Weisen hier und jetzt gelobt wird und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in glücklichen Umständen, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheint. Er hat diese unbestreitbare Lehre richtig angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich in beide Richtungen erstreckt und die unheilsame Alternative ausschließt.‘“

II. Die Lehre von den Nicht-Taten

(A) „Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Wenn man handelt oder andere zum Handeln veranlaßt, wenn man verstümmelt oder andere zum Verstümmeln veranlaßt, wenn man foltert oder andere zum Foltern veranlaßt, wenn man jemandem Kummer zufügt oder andere veranlaßt, jemandem Kummer zuzufügen, wenn man jemanden unterdrückt oder andere veranlaßt, jemanden zu unterdrücken, wenn man jemanden einschüchtert oder andere veranlaßt, jemanden einzuschüchtern, wenn man Lebewesen tötet, nimmt, was nicht gegeben wurde, in Häuser einbricht, Güter plündert, Einbruchdiebstahl begeht, Wegelagerei begeht, die Frau eines anderen verführt, Falschheiten äußert—dann ist kein Übel vom Täter begangen worden. Wenn man die Lebewesen auf dieser Erde mit einem klingenbesetzten Rad in eine einzige Masse von Fleisch, in einen Klumpen Fleisch verwandeln würde, gäbe es als Folge davon kein Übel und kein Ergebnis von Übel. Wenn man am Südufer des Ganges entlang ginge und dabei töten und abschlachten, verstümmeln und andere zum Verstümmeln veranlassen, foltern und andere zum Foltern veranlassen würde, gäbe es als Folge davon kein Übel und kein Ergebnis von Übel. Wenn man am Nordufer des Ganges entlang ginge und dabei Geschenke überreichen und andere zum Überreichen von Geschenken veranlassen, Gaben darbringen und andere zum Darbringen von Gaben veranlassen würde, gäbe es als Folge davon keine Verdienste und kein Ergebnis von Verdiensten. Aufgrund von Geben, Selbstzähmung, Zügelung, Sprechen der Wahrheit gibt es keine Verdienste und kein Ergebnis von Verdiensten.‘“

(B) „Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: ,Wenn man handelt oder andere zum handeln veranlaßt, wenn man verstümmelt oder andere zum Verstümmeln veranlaßt, wenn man foltert oder andere zum Foltern veranlaßt, wenn man jemandem Kummer zufügt oder andere veranlaßt, jemandem Kummer zuzufügen, wenn man jemanden unterdrückt oder andere veranlaßt, jemanden zu unterdrücken, wenn man jemanden einschüchtert oder andere veranlaßt, jemanden einzuschüchtern, wenn man Lebewesen tötet, nimmt, was nicht gegeben wurde, in Häuser einbricht, Güter plündert, Einbruchdiebstahl begeht, Wegelagerei begeht, die Frau eines anderen verführt, Falschheiten äußert—dann ist Übel vom Täter begangen worden. Wenn man die Lebewesen auf dieser Erde mit einem klingenbesetzten Rad in eine einzige Masse von Fleisch, in einen Klumpen Fleisch verwandeln würde, gäbe es als Folge davon Übel und das Ergebnis von Übel. Wenn man am Südufer des Ganges entlang ginge und dabei töten und abschlachten, verstümmeln und andere zum Verstümmeln veranlassen, foltern und andere zum Foltern veranlassen würde, gäbe es als Folge davon Übel und das Ergebnis von Übel. Wenn man am Nordufer des Ganges entlang ginge und dabei Geschenke überreichen und andere zum Überreichen von Geschenken veranlassen, Gaben darbringen und andere zum Darbringen von Gaben veranlassen würde, gäbe es als Folge davon Verdienste und das Ergebnis von Verdiensten. Aufgrund von Geben, Selbstzähmung, Zügelung, Sprechen der Wahrheit gibt es Verdienste und das Ergebnis von Verdiensten.‘ Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?“—„Ja, ehrwürdiger Herr.“

(A.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Wenn man handelt oder andere zum handeln veranlaßt, wenn man verstümmelt oder andere zum Verstümmeln veranlaßt, wenn man foltert oder andere zum Foltern veranlaßt, wenn man jemandem Kummer zufügt oder andere veranlaßt, jemandem Kummer zuzufügen, wenn man jemanden unterdrückt oder andere veranlaßt, jemanden zu unterdrücken, wenn man jemanden einschüchtert oder andere veranlaßt, jemanden einzuschüchtern, wenn man Lebewesen tötet, nimmt, was nicht gegeben wurde, in Häuser einbricht, Güter plündert, Einbruchdiebstahl begeht, Wegelagerei begeht, die Frau eines anderen verführt, Falschheiten äußert—dann ist kein Übel vom Täter begangen worden. Wenn man die Lebewesen auf dieser Erde mit einem klingenbesetzten Rad in eine einzige Masse von Fleisch, in einen Klumpen Fleisch verwandeln würde, gäbe es als Folge davon kein Übel und kein Ergebnis von Übel. Wenn man am Südufer des Ganges entlang ginge und dabei töten und abschlachten, verstümmeln und andere zum Verstümmeln veranlassen, foltern und andere zum Foltern veranlassen würde, gäbe es als Folge davon kein Übel und kein Ergebnis von Übel. Wenn man am Nordufer des Ganges entlang ginge und dabei Geschenke überreichen und andere zum Überreichen von Geschenken veranlassen, Gaben darbringen und andere zum Darbringen von Gaben veranlassen würde, gäbe es als Folge davon keine Verdienste und kein Ergebnis von Verdiensten. Aufgrund von Geben, Selbstzähmung, Zügelung, Sprechen der Wahrheit gibt es keine Verdienste und kein Ergebnis von Verdiensten‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei heilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten, und daß sie diese drei unheilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung nicht sehen, und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung nicht sehen.“

(A.2) „Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige falsche Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt keine Taten‘. Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige falsche Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt keine Taten‘ beruht. Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige falsche Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt keine Taten‘. Da es tatsächlich Taten gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt keine Taten‘, den Arahants, die die Lehre vertreten, daß es Taten gibt. Da es tatsächlich Taten gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem unwahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt keine Taten‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem unwahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst und setzt andere herab. Somit ist jegliche geläuterte Sittlichkeit, die er früher hatte, aufgegeben und durch verdorbenes Verhalten ersetzt. Und diese falsche Ansicht, falsche Absicht, falsche Rede, Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem unwahren Dhamma zu überzeugen, und Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen unheilsamen Zustände kommen somit mit falscher Ansicht als Bedingung zustande.“

(A.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es keine Taten gibt, dann wird sich dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers ausreichend in Sicherheit gebracht haben. Aber wenn es Taten gibt, dann wird er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine Taten: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine unmoralische Person getadelt, als einer mit falscher Ansicht, der die Lehrmeinung der Nicht-Taten vertritt. Wenn es aber andererseits Taten gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt schlechten Wurf gemacht: Weil er von den Weisen hier und jetzt getadelt wird, und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen wird, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Er hat diese unbestreitbare Lehre falsch angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich nur in eine Richtung erstreckt und die heilsame Alternative ausschließt.‘“

(B.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Wenn man handelt oder andere zum Handeln veranlaßt, wenn man verstümmelt oder andere zum Verstümmeln veranlaßt, wenn man foltert oder andere zum Foltern veranlaßt, wenn man jemandem Kummer zufügt oder andere veranlaßt, jemandem Kummer zuzufügen, wenn man jemanden unterdrückt oder andere veranlaßt, jemanden zu unterdrücken, wenn man jemanden einschüchtert oder andere veranlaßt, jemanden einzuschüchtern, wenn man Lebewesen tötet, nimmt, was nicht gegeben wurde, in Häuser einbricht, Güter plündert, Einbruchdiebstahl begeht, Wegelagerei begeht, die Frau eines anderen verführt, Falschheiten äußert—dann ist Übel vom Täter begangen worden. Wenn man die Lebewesen auf dieser Erde mit einem klingenbesetzten Rad in eine einzige Masse von Fleisch, in einen Klumpen Fleisch verwandeln würde, gäbe es als Folge davon Übel und das Ergebnis von Übel. Wenn man am Südufer des Ganges entlang ginge und dabei töten und abschlachten, verstümmeln und andere zum Verstümmeln veranlassen, foltern und andere zum Foltern veranlassen würde, gäbe es als Folge davon Übel und das Ergebnis von Übel. Wenn man am Nordufer des Ganges entlang ginge und dabei Geschenke überreichen und andere zum Überreichen von Geschenken veranlassen, Gaben darbringen und andere zum Darbringen von Gaben veranlassen würde, gäbe es als Folge davon Verdienste und das Ergebnis von Verdiensten. Aufgrund von Geben, Selbstzähmung, Zügelung, Sprechen der Wahrheit gibt es Verdienste und das Ergebnis von Verdiensten‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei unheilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten, und daß sie diese drei heilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung sehen und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung sehen.“

(B.2) „Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige richtige Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt Taten‘. Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige richtige Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt Taten‘ beruht. Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige richtige Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt Taten‘. Da es tatsächlich Taten gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt Taten‘, den Arahants nicht, die die Lehre vertreten, daß es Taten gibt. Da es tatsächlich Taten gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem wahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt Taten‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem wahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst nicht und setzt andere nicht herab. Somit ist jegliches verdorbene Verhalten, das er früher hatte, aufgegeben und durch geläuterte Sittlichkeit ersetzt. Und diese richtige Ansicht, richtige Absicht, richtige Rede, Nicht-Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem wahren Dhamma zu überzeugen, und das Vermeiden von Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen heilsamen Zustände kommen somit mit richtiger Ansicht als Bedingung zustande.“

(B.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es Taten gibt, dann wird dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheinen. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine Taten: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine sittsame Person gelobt, als einer mit richtiger Ansicht, der die Lehrmeinung der Taten vertritt. Wenn es aber andererseits Taten gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt guten Wurf gemacht: weil er von den Weisen hier und jetzt gelobt wird, und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in glücklichen Umständen, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheint. Er hat diese unbestreitbare Lehre richtig angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich in beide Richtungen erstreckt und die unheilsame Alternative ausschließt.‘“

III. Die Lehre von der Nicht-Ursächlichkeit

(A) „Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt keine Ursache oder Bedingung für das Beflecktsein der Wesen; die Wesen sind ohne Ursache oder Bedingung befleckt. Es gibt keine Ursache oder Bedingung für das Geläutertsein der Wesen; die Wesen sind ohne Ursache oder Bedingung geläutert. Es gibt keine Macht, keine Energie, keine mannhafte Stärke, keine mannhafte Ausdauer. Alle Wesen, alle lebenden Dinge, alle Geschöpfe, alle Seelen sind ohne Herrschaftsgewalt, Macht und Energie; geformt vom Schicksal, von den Umständen und der Natur, erleben sie Glück und Schmerz in den sechs Klassen.‘“

(B) „Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: ,Es gibt eine Ursache und Bedingung für das Beflecktsein der Wesen; die Wesen sind aufgrund von Ursache und Bedingung befleckt. Es gibt eine Ursache und Bedingung für das Geläutertsein der Wesen; die Wesen sind aufgrund von Ursache und Bedingung geläutert. Es gibt Macht, Energie, mannhafte Stärke, mannhafte Ausdauer. Es ist nicht der Fall, daß alle Wesen, alle lebenden Dinge, alle Geschöpfe, alle Seelen ohne Herrschaftsgewalt, Macht und Energie sind; daß sie geformt vom Schicksal, von den Umständen und der Natur, Glück und Schmerz in den sechs Klassen erleben.‘ Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?“—„Ja, ehrwürdiger Herr.“

(A.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt keine Ursache oder Bedingung für das Beflecktsein der Wesen; die Wesen sind ohne Ursache oder Bedingung befleckt. Es gibt keine Ursache oder Bedingung für das Geläutertsein der Wesen; die Wesen sind ohne Ursache oder Bedingung geläutert. Es gibt keine Macht, keine Energie, keine mannhafte Stärke, keine mannhafte Ausdauer. Alle Wesen, alle lebenden Dinge, alle Geschöpfe, alle Seelen sind ohne Herrschaftsgewalt, Macht und Energie; geformt vom Schicksal, von den Umständen und der Natur, erleben sie Glück und Schmerz in den sechs Klassen‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei heilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten, und daß sie diese drei unheilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung nicht sehen und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung nicht sehen.“

(A.2) „Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige falsche Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt keine Ursächlichkeit‘. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige falsche Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt keine Ursächlichkeit‘ beruht. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige falsche Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt keine Ursächlichkeit‘. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt keine Ursächlichkeit‘, den Arahants, die die Lehre von der Ursächlichkeit vertreten. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem unwahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt keine Ursächlichkeit‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem unwahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst und setzt andere herab. Somit ist jegliche geläuterte Sittlichkeit, die er früher hatte, aufgegeben und durch verdorbenes Verhalten ersetzt. Und diese falsche Ansicht, falsche Absicht, falsche Rede, Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem unwahren Dhamma zu überzeugen, und Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen unheilsamen Zustände kommen somit mit falscher Ansicht als Bedingung zustande.“

(A.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es keine Ursächlichkeit gibt, dann wird sich dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers ausreichend in Sicherheit gebracht haben. Aber wenn es Ursächlichkeit gibt, dann wird er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine Ursächlichkeit: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine unmoralische Person getadelt, als einer mit falscher Ansicht, der die Lehrmeinung der Nicht-Ursächlichkeit vertritt. Wenn es aber andererseits eine Ursächlichkeit gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt schlechten Wurf gemacht: Weil er von den Weisen hier und jetzt getadelt wird und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen wird, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Er hat diese unbestreitbare Lehre falsch angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich nur in eine Richtung erstreckt und die heilsame Alternative ausschließt.‘“

(B.1) „Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt eine Ursache und Bedingung für das Beflecktsein der Wesen; die Wesen sind aufgrund von Ursache und Bedingung befleckt. Es gibt eine Ursache und Bedingung für das Geläutertsein der Wesen; die Wesen sind aufgrund von Ursache und Bedingung geläutert. Es gibt Macht, Energie, Stärke, mannhafte Ausdauer. Es ist nicht der Fall, daß alle Wesen, alle lebenden Dinge, alle Geschöpfe, alle Seelen ohne Herrschaftsgewalt, Macht und Energie sind; daß sie geformt vom Schicksal, von den Umständen und der Natur, Glück und Schmerz in den sechs Klassen erleben‘, von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei unheilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten, und daß sie diese drei heilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung sehen und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung sehen.“

(B.2) „Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige richtige Ansicht, der die Ansicht hegt ,es gibt Ursächlichkeit‘. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige richtige Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt Ursächlichkeit‘ beruht. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, hat derjenige richtige Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt Ursächlichkeit‘. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt Ursächlichkeit‘, den Arahants nicht, die die Lehre vertreten, daß es Ursächlichkeit gibt. Da es tatsächlich Ursächlichkeit gibt, überzeugt derjenige einen anderen von einem wahren Dhamma, der einen anderen von der Aussage ,es gibt Ursächlichkeit‘ überzeugt; und weil er einen anderen von einem wahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst nicht und setzt andere nicht herab. Somit ist jegliches verdorbene Verhalten, das er früher hatte, aufgegeben und durch geläuterte Sittlichkeit ersetzt. Und diese richtige Ansicht, richtige Absicht, richtige Rede, Nicht-Widerspruch gegenüber den Edlen, das Bestreben, andere von einem wahren Dhamma zu überzeugen, und das Vermeiden von Selbstlob und Herabsetzung anderer—diese verschiedenen heilsamen Zustände kommen somit mit richtiger Ansicht als Bedingung zustande.“

(B.3) „Darüber erwägt ein Weiser so: ,Wenn es Ursächlichkeit gibt, dann wird dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheinen. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine Ursächlichkeit: Dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine sittsame Person gelobt, als einer mit richtiger Ansicht, der die Lehrmeinung von der Ursächlichkeit vertritt. Wenn es aber andererseits Ursächlichkeit gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt guten Wurf gemacht: Weil er von den Weisen hier und jetzt gelobt wird und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in glücklichen Umständen, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheint. Er hat diese unbestreitbare Lehre richtig angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich in beide Richtungen erstreckt und die unheilsame Alternative ausschließt.‘“

IV. Es gibt keine formlosen Daseinsbereiche

„Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt mit Sicherheit keine formlosen Daseinsbereiche.‘“

„Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: ,Es gibt mit Sicherheit formlose Daseinsbereiche.‘ Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?“—„Ja, ehrwürdiger Herr.“

„Darüber erwägt ein Weiser so: ,Diese guten Mönche und Brahmanen vertreten die Lehrmeinung und Ansicht ›es gibt mit Sicherheit keine formlosen Daseinsbereiche‹, aber das ist von mir nicht gesehen worden. Und diese anderen guten Mönche und Brahmanen vertreten die Lehrmeinung und die Ansicht ›es gibt mit Sicherheit formlose Daseinsbereiche‹, aber das weiß ich nicht. Wenn ich mich, ohne zu wissen und ohne zu sehen, für eine Seite entscheiden und verkünden würde: ›Nur dies ist wahr, alles andere ist falsch‹, so wäre das nicht schicklich für mich. Was nun die Mönche und Brahmanen anbelangt, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit keine formlosen Daseinsbereiche‹, wenn ihr Wort wahr ist, dann ist es unbestreitbar immer noch möglich, daß ich (nach dem Tode) bei den Göttern der formhaften Bereiche, die geistgeschaffen sind, wiedererscheine. Aber was die Mönche und Brahmanen anbelangt, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit formlose Daseinsbereiche‹, wenn ihr Wort wahr ist, dann ist es unbestreitbar möglich, daß ich (nach dem Tode) bei den Göttern der formlosen Bereiche, die wahrnehmungsgeschaffen sind, wiedererscheine. Man erkennt, daß die Verwendung von Ruten und Waffen, Streitigkeiten, Zank, Streitgespräche, Gegenbeschuldigung, Gehässigkeit und falsche Rede auf Form beruhen, aber dieses existiert in den formlosen Daseinsbereichen überhaupt nicht.‘ Nachdem er so erwogen hat, übt er sich im Weg zur Ernüchterung und Begierdelosigkeit in Bezug auf Form, zum Aufhören von Form.“

V. Es gibt kein Aufhören allen Werdens

„Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: ,Es gibt mit Sicherheit kein Aufhören allen Werdens.‘“

„Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: ,Es gibt mit Sicherheit ein Aufhören allen Werdens.‘ Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?“—„Ja, ehrwürdiger Herr.“

„Darüber erwägt ein Weiser so: ,Diese guten Mönche und Brahmanen vertreten die Lehrmeinung und Ansicht ›es gibt mit Sicherheit kein Aufhören allen Werdens‹, aber das ist von mir nicht gesehen worden. Und diese anderen guten Mönche und Brahmanen vertreten die Lehrmeinung und die Ansicht ›es gibt mit Sicherheit ein Aufhören allen Werdens‹, aber das weiß ich nicht. Wenn ich mich, ohne zu wissen und ohne zu sehen, für eine Seite entscheiden und verkünden würde: ›Nur dies ist wahr, alles andere ist falsch‹, so wäre das nicht schicklich für mich. Was nun die Mönche und Brahmanen anbelangt, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit kein Aufhören allen Werdens‹, wenn ihr Wort wahr ist, dann ist es unbestreitbar immer noch möglich, daß ich nach dem Tode bei den Göttern der formlosen Bereiche, die wahrnehmungsgeschaffen sind, wiedererscheine. Aber was die Mönche und Brahmanen anbelangt, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit ein Aufhören allen Werdens‹, wenn ihr Wort wahr ist, dann ist es möglich, daß ich hier und jetzt Nibbāna erlangen könnte. Die Ansicht jener guten Mönche und Brahmanen, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit kein Aufhören allen Werdens‹ ist der Begierde nahe, der Gebundenheit nahe, dem Entzücken nahe, dem Festhalten nahe, dem Anhaften nahe; aber die Ansicht jener guten Mönche und Brahmanen, die die Lehrmeinung und Ansicht vertreten ›es gibt mit Sicherheit ein Aufhören allen Werdens‹ ist der Nicht-Begierde nahe, der Ungebundenheit nahe, dem Nicht-Entzücken nahe, dem Nicht-Festhalten nahe, dem Nicht-Anhaften nahe.‘ Nachdem er so erwogen hat, übt er sich im Weg zur Ernüchterung und Begierdelosigkeit in Bezug auf das Werden, zum Aufhören des Werdens.“

Vier Arten von Personen

„Haushälter, man findet vier Arten von Personen auf der Welt. Welche vier? Da quält eine bestimmte Art von Person sich selbst und verfolgt die Praxis der Selbstfolter. Da quält eine bestimmte Art von Person andere und verfolgt die Praxis, andere zu foltern. Da quält eine bestimmte Art von Person sich selbst und verfolgt die Praxis der Selbstfolter, und sie quält auch andere und verfolgt die Praxis, andere zu foltern. Da quält eine bestimmte Art von Person sich nicht selbst oder verfolgt die Praxis der Selbstfolter nicht, und sie quält andere nicht oder verfolgt die Praxis, andere zu foltern, nicht. Da sie weder sich noch andere quält, ist sie hier und jetzt hungerfrei, erloschen und abgekühlt, und sie verweilt, indem sie Glückseligkeit erlebt, weil sie selbst heilig geworden ist.“

„Welche Art von Person quält sich selbst und verfolgt die Praxis der Selbstfolter? Da läuft eine bestimmte Person nackt herum, Sitten und Gebräuche verwerfend, ihre Hände ableckend, kommt nicht, wenn sie darum gebeten wird, bleibt nicht stehen, wenn sie darum gebeten wird; sie nimmt kein Essen an, das ihr gebracht oder für sie zubereitet wurde, auch keine Einladung (zum Essen); sie erhält nichts aus einem Topf, einer Schüssel, über eine Türschwelle, einen Stab, einen Mörserstößel gereicht, von zwei zusammen Essenden, einer Schwangeren, einer Stillenden, einer Frau, die bei einem Mann liegt, von einem Ort, wo Essensverteilung angekündigt ist, wo ein Hund wartet, wo die Fliegen summen; sie nimmt keinen Fisch oder Fleisch an; sie trinkt keinen Schnaps, Wein oder fermentiertes Gebräu. Sie hält sich an einen Haushalt, einen Bissen; sie hält sich an zwei Haushalte, zwei Bissen; sie hält sich an drei Haushalte, drei Bissen; sie hält sich an vier Haushalte, vier Bissen; sie hält sich an fünf Haushalte, fünf Bissen; sie hält sich an sechs Haushalte, sechs Bissen; sie hält sich an sieben Haushalte, sieben Bissen. Sie lebt von einem Löffelvoll am Tag, von zwei Löffelvoll am Tag, von drei Löffelvoll am Tag, von vier Löffelvoll am Tag, von fünf Löffelvoll am Tag, von sechs Löffelvoll am Tag, von sieben Löffelvoll am Tag. Sie nimmt einmal täglich Essen zu sich, alle zwei Tage, alle drei Tage, alle vier Tage, alle fünf Tage, alle sechs Tage und so weiter, bis zu einmal alle zwei Wochen, beschäftigt sie sich mit der Praxis, Essen nur in festgelegten Abständen zu sich zu nehmen. Sie ißt Laub oder Hirse oder wilden Reis oder Rindenspäne oder Moos oder Reisspelzen oder Reisabfall oder Sesam-Mehl oder Gras oder Kuhdung. Sie lebt von Wurzeln und Früchten des Waldes, sie ernährt sich von Fallobst. Sie kleidet sich in Hanf, in hanfhaltigen Stoff, in Leichentücher, in Lumpen vom Müll, in Baumrinde, in Antilopenfell, in Fetzen von Antilopenfell, in Gewirke aus Kusa-Gras, in Gewirke aus Baumrinde, in Gewirke aus Hobelspänen, in Wolle aus Menschenhaar, in Wolle aus Tierhaar, in Eulenflügel. Diese Person ist jemand, der sich die Haare und den Bart ausreißt, der die Praxis des Haare- und Bartausreißens ausübt. Sie ist jemand, der fortwährend steht, Sitzgelegenheiten verwerfend. Sie ist jemand, der fortwährend auf dem Boden hockt, der sich der Beibehaltung der Hockstellung hingibt. Sie ist jemand, der eine Matte aus Dornen benutzt; sie macht eine Matte aus Dornen zu ihrem Bett. Sie beschäftigt sich mit der Ausübung der Praxis, bei der sie dreimal täglich, auch abends, im Wasser steht. So verweilt sie, indem sie auf solch vielfältige Weise die Praxis ausübt, den Körper zu quälen und abzutöten. Dies nennt man die Art von Person, die sich selbst quält und die Praxis der Selbstfolter verfolgt.“

„Welche Art von Person quält andere und verfolgt die Praxis, andere zu foltern? Da ist eine bestimmte Person ein Schafschlachter, ein Schweineschlachter, ein Geflügelschlachter, ein Fallensteller, ein Jäger, ein Fischer, ein Dieb, ein Henker, ein Gefängniswärter oder jemand, der einem anderen derart grausamen Beruf nachgeht. Dies nennt man die Art von Person, die andere quält und die Praxis, andere zu foltern, verfolgt.“

„Welche Art von Person quält sich selbst und verfolgt die Praxis der Selbstfolter und quält auch andere und verfolgt die Praxis, andere zu foltern? Da ist eine Person ein kopfgesalbter adeliger König oder ein wohlhabender Brahmane. Nachdem er einen neuen Opfertempel im Osten der Stadt hat erbauen lassen und sich Kopfhaar und Bart hat abrasieren lassen, betritt er den Opfertempel zusammen mit seiner Hauptkönigin und seinem brahmanischen Hohepriester, wobei er in rauhes Leder gekleidet ist, seinen Körper mit Butterfett und Öl eingeschmiert hat und sich den Rücken mit einem Hirschgeweih zerkratzt hat. Dort legt er sich auf den blanken, mit dem Opfergras bedeckten Boden. Der König ernährt sich von der Milch aus der ersten Zitze einer Kuh mit einem Kalb von gleicher Farbe, während die Königin sich von der Milch aus der zweiten Zitze ernährt, und der brahmanische Hohepriester sich von der Milch aus der dritten Zitze ernährt; die Milch aus der vierten Zitze gießen sie ins Feuer, und das Kalb ernährt sich von dem, was übrig bleibt. Er sagt: ,So und so viele Bullen sollen als Opfer getötet werden, so und so viele Jungrinder sollen als Opfer getötet werden, so und so viele Färsen sollen als Opfer getötet werden, so und so viele Ziegen sollen als Opfer getötet werden, so und so viele Schafe sollen als Opfer getötet werden, so und so viele Bäume sollen für die Opferpfähle gefällt werden, so und so viel Gras soll als Opfergras gemäht werden.‘ Und dann treffen seine Sklaven, Dienstboten und Diener die Vorbereitungen, weinend, mit angsterfüllten Gesichtern, angetrieben von der Furcht vor Strafe und von Angst. Dies nennt man die Art von Person, die sich selbst quält und die Praxis der Selbstfolter verfolgt und die andere quält und die Praxis, andere zu foltern, verfolgt.“

„Welche Art von Person quält sich nicht selbst oder verfolgt die Praxis der Selbstfolter nicht und quält andere nicht oder verfolgt die Praxis, andere zu foltern, nicht—derjenige, der, weil er weder sich selbst noch andere quält, hier und jetzt hungerfrei, erloschen und abgekühlt ist und verweilt, indem er Glückseligkeit erlebt, weil er selbst heilig geworden ist?“

„Da erscheint ein Tathāgata in der Welt, ein Verwirklichter, ein vollständig Erwachter, vollkommen im wahren Wissen und erhaben im Verhalten, vollendet, Kenner der Welten, unvergleichlicher Meister bezähmbarer Menschen, Lehrer himmlischer und menschlicher Wesen, ein Erwachter, ein Erhabener. Er erläutert diese Welt mit ihren Māras und Brahmās, er erläutert diese Generation mit ihren Mönchen und Brahmanen, ihren Prinzen und dem Volk, was er mit höherer Geisteskraft selbst verwirklicht hat. Er lehrt das Dhamma, das gut am Anfang, gut in der Mitte und gut am Ende ist, mit der richtigen Bedeutung und der richtigen Ausdrucksweise, er enthüllt ein heiliges Leben, das äußerst vollkommen und rein ist.“

„Ein Haushälter oder Sohn eines Haushälters oder jemand, der in einer anderen Familie geboren wird, hört jenes Dhamma. Wenn er das Dhamma hört, erlangt er Vertrauen in den Tathāgata. Im Besitz jenes Vertrauens erwägt er: ,Das Leben eines Haushälters ist eng und staubig; das Leben in der Hauslosigkeit ist weit und offen. Während man zu Hause wohnt, ist es nicht leicht, das heilige Leben zu führen, das zutiefst vollkommen und rein ist, wie eine polierte Muschel. Angenommen, ich rasiere mir das Kopfhaar und den Bart ab, ziehe die gelbe Robe an und ziehe vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit.‘ Bei späterer Gelegenheit rasiert er sich das Kopfhaar und den Bart ab, zieht die gelbe Robe an und zieht vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit, wobei er ein kleines oder großes Vermögen, einen kleinen oder großen Verwandtenkreis aufgibt.“

„Nachdem er so in die Hauslosigkeit gezogen ist und die Übung und Lebensweise der Bhikkhus auf sich genommen hat, enthält er sich davon, Lebewesen zu töten, indem er es aufgegeben hat, Lebewesen zu töten; Stock und Waffen beiseite gelegt, sanft und freundlich, lebt er voll Mitgefühl für alle Lebewesen. Er enthält sich davon, das zu nehmen, was ihm nicht gegeben wurde, indem er es aufgegeben hat zu nehmen, was nicht gegeben wurde; indem er nur nimmt, was gegeben wurde, nur erwartet, was gegeben wurde, indem er nicht stiehlt, weilt er in Reinheit. Indem er die Unkeuschheit aufgegeben hat, lebt er in Keuschheit, lebt er losgelöst von der gewöhnlichen Praxis des Geschlechtsverkehrs und er enthält sich davon.“

„Er enthält sich davon, die Unwahrheit zu sagen, indem er es aufgegeben hat, die Unwahrheit zu sagen; er spricht die Wahrheit, hält sich an die Wahrheit, ist vertrauenswürdig und verläßlich, er ist einer, der die Welt nicht täuscht. Er enthält sich davon, gehässig zu sprechen, indem er es aufgegeben hat, gehässig zu sprechen; er verbreitet nicht woanders, was er hier gehört hat, um jene Menschen von den Menschen hier zu entzweien, auch verbreitet er nicht hier, was er woanders gehört hat, um diese Menschen von jenen Menschen dort zu entzweien; somit ist er einer, der diejenigen vereint, die vorher entzweit waren, einer, der Freundschaft fördert, Eintracht genießt, sich über Eintracht freut, an Eintracht Entzücken findet, jemand, der Worte äußert, die Eintracht säen. Er enthält sich des Gebrauchs grober Worte, indem er den Gebrauch grober Worte aufgegeben hat; er äußert Worte, die sanft, gefällig und liebenswert sind, die zu Herzen gehen, höflich sind, nach denen es viele verlangt, die vielen angenehm sind. Er enthält sich der Schwatzhaftigkeit, indem er die Schwatzhaftigkeit aufgegeben hat; er redet zur rechten Zeit, sagt, was den Tatsachen entspricht, redet über das, was gut ist, spricht über das Dhamma und die Disziplin; zur rechten Zeit sagt er Worte, die wert sind, festgehalten zu werden, vernünftig, gemäßigt und heilsam.“

„Er enthält sich davon, Saatgut und Pflanzen zu beschädigen. Er übt sich darin, nur zu einer Tageszeit zu essen, indem er sich davon enthält, nachts und außerhalb der angemessenen Zeit zu essen. Er enthält sich des Tanzens, Singens, Musizierens und des Besuchs von Theateraufführungen. Er enthält sich davon, Schmuck zu tragen, sich mit Parfüm herauszuputzen und sich mit Kosmetik zu verschönern. Er enthält sich hoher und breiter Betten. Er enthält sich davon, Gold und Silber anzunehmen. Er enthält sich davon, ungekochtes Getreide anzunehmen. Er enthält sich davon, rohes Fleisch anzunehmen. Er enthält sich davon, Frauen und Mädchen anzunehmen. Er enthält sich davon, Sklaven und Sklavinnen anzunehmen. Er enthält sich davon, Ziegen und Schafe anzunehmen. Er enthält sich davon, Geflügel und Schweine anzunehmen. Er enthält sich davon, Elefanten, Rinder, Pferde und Stuten anzunehmen. Er enthält sich davon, Felder und Ländereien anzunehmen.Er enthält sich davon, Botengänge zu verrichten und Botschaften zu übermitteln. Er enthält sich des Kaufens und Verkaufens. Er enthält sich davon, falsche Gewichte, falsche Metalle und falsche Maße zu verwenden. Er enthält sich des Schwindelns, Täuschens, Betrügens und der Hinterlist. Er enthält sich der Körperverletzung, des Mordens, Fesselns, der Wegelagerei, des Plünderns und der Gewalt.“

„Er begnügt sich mit Roben, um seinen Körper zu schützen, und mit Almosenspeise, um seinen Magen zu füllen, und wohin er auch geht, nimmt er nur diese mit. Gerade so wie ein Vogel, der, wohin er auch fliegt, nur mit seinen Flügeln als Gepäck fliegt, so begnügt sich auch der Bhikkhu mit Roben, um seinen Körper zu schützen, und mit Almosenspeise, um seinen Magen zu füllen, und wohin er auch geht, nimmt er nur diese mit. Weil er diese Ansammlung edler Sittlichkeit besitzt, erlebt er in sich eine Glückseligkeit, die ohne Tadel ist.“

„Wenn er mit dem Auge eine Form sieht, klammert er sich nicht an ihre Zeichen und ihr Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Sehsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Sehsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Sehsinns. Wenn er mit dem Ohr einen Klang hört, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Hörsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Hörsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Hörsinns. Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geruchsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geruchsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geruchsinns. Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geschmacksinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geschmacksinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geschmacksinns. Wenn er mit dem Körper ein Berührungsobjekt fühlt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Berührungssinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Berührungssinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Berührungssinns. Wenn er mit dem Geist ein Geistesobjekt erfährt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geistsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geistsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geistsinns. Weil er diese edle Sinneskontrolle besitzt, erlebt er in sich eine Glückseligkeit, die unbesudelt ist.“

„Er wird einer, der wissensklar handelt beim Hingehen und Zurückgehen; der wissensklar handelt beim Hinschauen und Wegschauen; der wissensklar handelt beim Beugen und Strecken der Glieder; der wissensklar handelt beim Tragen der Robe und beim Umhertragen der äußeren Robe und der Schale; der wissensklar handelt beim Essen, Trinken, Kauen und Schmecken; der wissensklar handelt beim Entleeren von Kot und Urin; der wissensklar handelt beim Gehen, Stehen, Sitzen, Einschlafen, Aufwachen, beim Reden und Schweigen.“

„Weil er diese Ansammlung edler Sittlichkeit, diese edle Sinneskontrolle und diese edle Achtsamkeit und Wissensklarheit besitzt, zieht er sich an eine abgeschiedene Lagerstätte zurück: in einen Wald, an den Fuß eines Baumes, auf einen Berg, in eine Schlucht, in eine Berghöhle, an eine Leichenstätte, in ein Dschungeldickicht, auf ein freies Feld, auf einen Strohhaufen.“

„Nach der Rückkehr von seiner Almosenrunde, nach seiner Mahlzeit, setzt er sich mit gekreuzten Beinen und gerade aufgerichtetem Oberkörper hin und hält die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig. Indem er die Habgier nach weltlichen Dingen überwindet, verweilt er mit einem Gemüt, das frei ist von Habgier; er läutert sein Herz von Habgier. Indem er Übelwollen und Haß überwindet, verweilt er mit einem Herzen, das frei ist von Übelwollen, das Mitgefühl empfindet für das Wohlergehen aller Lebewesen; er läutert sein Herz von Übelwollen und Haß. Indem er Trägheit und Mattheit überwindet, verweilt er frei von Trägheit und Mattheit, lichten Geistes, achtsam und wissensklar; er läutert sein Herz von Trägheit und Mattheit. Indem er Rastlosigkeit und Gewissensunruhe überwindet, verweilt er ausgeglichen, mit einem Herzen, das inneren Frieden hat; er läutert sein Herz von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe. Indem er den Zweifel überwindet, verweilt er dem Zweifel entronnen, ohne Unsicherheit in Bezug auf heilsame Geisteszustände; er läutert sein Herz vom Zweifel.“

„Nachdem er diese fünf Hindernisse, diese Unvollkommenheiten des Gemüts, die die Weisheit schwächen, überwunden hat, tritt er ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind.“

„Wiederum, mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts enthält, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind.“

„Wiederum, mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin.“

„Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen von der Erinnerung an frühere Leben. Er erinnert sich an viele frühere Leben, das heißt, an eine Geburt, zwei Geburten, drei Geburten, vier Geburten, fünf Geburten, zehn Geburten, zwanzig Geburten, dreißig Geburten, vierzig Geburten, fünfzig Geburten, hundert Geburten, tausend Geburten, hunderttausend Geburten, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog, viele Äonen, in denen sich das Weltall ausdehnte, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog und ausdehnte: ,Dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, solcherart war meine Nahrung, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich woanders wieder; auch dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, war meine Nahrung solcherart, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich hier wieder.‘ So erinnert er sich an viele frühere Leben mit ihren Aspekten und Besonderheiten.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen vom Sterben und Wiedererscheinen der Wesen. Er sieht mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend. Er versteht, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern: ,Diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererschienen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle; aber jene geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererschienen, ja sogar in der himmlischen Welt.‘ So sieht er mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend, und er versteht, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen von der Vernichtung der Triebe. Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Ursprung von Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist das Aufhören von Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Weg, der zum Aufhören von Dukkha führt.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies sind die Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Ursprung der Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist das Aufhören der Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Weg, der zum Aufhören der Triebe führt.‘“

„Wenn er so weiß und sieht, ist sein Herz vom Sinnestrieb befreit, vom Werdenstrieb und vom Unwissenheitstrieb. Wenn es so befreit ist, kommt das Wissen: ,Es ist befreit.‘ Er versteht: ,Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.‘“

„Dies, Haushälter, nennt man die Art von Person, die sich nicht selbst quält oder die Praxis der Selbstfolter nicht verfolgt und die andere nicht quält oder die Praxis, andere zu foltern, nicht verfolgt—derjenige, der, weil er weder sich noch andere quält, hier und jetzt hungerfrei, erloschen und abgekühlt ist, und verweilt, indem er Glückseligkeit erlebt, weil er selbst heilig geworden ist.“

Nach diesen Worten sagten die brahmanischen Haushälter von Sālā zum Erhabenen: „Großartig, Meister Gotama! Großartig, Meister Gotama! Das Dhamma ist von Meister Gotama auf vielfältige Weise klar gemacht worden, so als ob er Umgestürztes aufgerichtet, Verborgenes enthüllt, einem Verirrten den Weg gezeigt oder in der Dunkelheit eine Lampe gehalten hätte, damit die Sehenden die Dinge erkennen können. Wir nehmen Zuflucht zu Meister Gotama und zum Dhamma und zur Sangha der Bhikkhus. Möge Meister Gotama uns von heute an als Laienanhänger, die zu ihm lebenslang Zuflucht genommen haben, annehmen.“