Majjhima Nikāya 66

Laṭukikopama Sutta

Das Gleichnis von der Wachtel

So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene im Lande der Aṅguttarāper bei einer ihrer Städte mit dem Namen Āpaṇa auf.

Als es Morgen war, zog sich der Erhabene an, nahm seine Schale und äußere Robe und ging um Almosen nach Āpaṇa hinein. Nachdem er in Āpaṇa um Almosen umhergegangen war und von seiner Almosenrunde zurückgekehrt war, ging er nach seinem Mahl zu einem bestimmten Hain, um den Tag zu verbringen. Nachdem er den Hain betreten hatte, setzte er sich am Fuße eines Baumes nieder, um den Tag zu verbringen.

Als es Morgen war, zog sich der ehrwürdige Udāyin an, nahm seine Schale und äußere Robe und ging auch um Almosen nach Āpaṇa hinein. Nachdem er in Āpaṇa um Almosen umhergegangen war und von seiner Almosenrunde zurückgekehrt war, ging er nach seinem Mahl zum selben Hain, um den Tag zu verbringen. Nachdem er den Hain betreten hatte, setzte er sich am Fuße eines Baumes nieder, um den Tag zu verbringen.

Als der ehrwürdige Udāyin allein in der Meditation weilte, erschien der folgende Gedanke in seinem Gemüt: „Wieviele schmerzhafte Zuständen hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele angenehme Zustände hat uns der Erhabene gebracht! Wieviele unheilsame Zustände hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele heilsame Zustände hat uns der Erhabene gebracht!“

Dann, als es Abend war, erhob sich der ehrwürdige Udāyin von der Meditation, ging zum Erhabenen, und nachdem er ihm gehuldigt hatte, setzte er sich seitlich nieder und sagte zu ihm:

„Ehrwürdiger Herr, als ich allein in der Meditation weilte, da erschien der folgende Gedanke in meinem Gemüt: ,Wieviele schmerzhafte Zustände hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele angenehme Zustände hat uns der Erhabene gebracht! Wieviele unheilsame Zustände hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele heilsame Zustände hat uns der Erhabene gebracht!‘‘ Ehrwürdiger Herr, früher aßen wir für gewöhnlich am Abend, am Morgen und tagsüber, außerhalb der richtigen Zeit. Dann gab es einen Anlaß, bei dem sich der Erhabene so an die Bhikkhus richtete: ,Ihr Bhikkhus, bitte gebt diese Mahlzeit tagsüber, außerhalb der richtigen Zeit auf.‘ Ehrwürdiger Herr, ich war aus der Fassung gebracht und traurig und dachte: ,Vertrauensvolle Haushälter geben uns tagsüber, außerhalb der richtigen Zeit, gutes Essen von verschiedener Art, und doch sagt uns der Erhabene, wir sollen es aufgeben, der Vollendete sagt uns, wir sollen darauf verzichten.‘ Aus Liebe und Respekt für den Erhabenen und aus Scham und Scheu vor falschem Tun gaben wir jene Mahlzeit tagsüber, außerhalb der richtigen Zeit, auf.“

„Dann aßen wir nur am Abend und am Morgen. Dann gab es einen Anlaß, bei dem sich der Erhabene so an die Bhikkhus richtete: ,Ihr Bhikkhus, bitte gebt diese Abendmahlzeit, die außerhalb der richtigen Zeit liegt, auf.‘ Ehrwürdiger Herr, ich war aus der Fassung gebracht und traurig und dachte: ,Der Erhabene sagt uns, wir sollen die reichhaltigere von unseren beiden Mahlzeiten aufgeben, der Vollendete sagt uns, wir sollen darauf verzichten.‘ Ehrwürdiger Herr, ein gewisser Mann hat einmal tagsüber ein wenig Suppe bekommen und er sagte: ,Stell sie beiseite, und wir werden sie am Abend zusammen essen.‘ Fast alles wird abends gekocht, nur wenig tagsüber. Aus Liebe und Respekt für den Erhabenen und aus Scham und Scheu vor falschem Tun gaben wir jene Abendmahlzeit, die außerhalb der richtigen Zeit liegt, auf.“

„Ehrwürdiger Herr, es ist vorgekommen, daß Bhikkhus, die in stockdunkler Nacht auf Almosenrunde gegangen sind, in eine Klärgrube gelaufen sind, in einen Abwassergraben gefallen sind, in einen Dornenbusch gelaufen sind und über eine schlafende Kuh gestürzt sind; sie sind auf Strolche gestoßen, die bereits ein Verbrechen begangen hatten, und auf jene, die eines planten, und sie sind von Frauen sexuell verführt worden. Ehrwürdiger Herr, ich ging einmal in stockdunkler Nacht auf Almosenrunde. Eine Frau, die einen Topf wusch, sah mich im Schein eines Blitzes und schrie vor Schreck auf: ,Erbarmen, ein Dämon ist hinter mir her!‘ Ich sagte zu ihr: ,Schwester, ich bin kein Dämon, ich bin ein Bhikkhu, der auf Almosen wartet.‘—,Dann ist es ein Bhikkhu, dessen Mutter tot ist und dessen Vater tot ist! Bhikkhu, laß dir lieber den Bauch mit einem scharfen Schlachtermesser aufschlitzen, statt dich so um deines Bauches willen in stockdunkler Nacht um Almosen herumzutreiben.‘ Ehrwürdiger Herr, als ich mich daran erinnerte, dachte ich: ,Wieviele schmerzhafte Zustände hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele angenehme Zustände hat uns der Erhabene gebracht! Wieviele unheilsame Zustände hat der Erhabene von uns genommen! Wieviele heilsame Zustände hat uns der Erhabene gebracht!‘“

„Genauso, Udāyin, gibt es hier bestimmte fehlgeleitete Männer, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, so eine Kleinigkeit, so eine unbedeutende Sache? Dieser Mönch nimmt es zu genau!‘ Und sie geben jenes nicht auf, und sie benehmen sich mir gegenüber unhöflich, wie auch gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Für sie wird jene Sache ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.“

„Angenommen, Udāyin, eine Wachtel wäre mit einer verrottenden Schlingpflanze gefesselt und dadurch würde sie Verwundung, Gefangenschaft oder Tod erwarten. Angenommen, jetzt würde jemand sagen: ,Die verrottende Schlingpflanze, mit der die Wachtel gefesselt ist, und durch die sie Verwundung, Gefangenschaft oder Tod erwartet, ist für sie ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.‘ Würde er wahrheitsgemäß sprechen?“

„Nein, ehrwürdiger Herr. Für jene Wachtel ist die verrottende Schlingpflanze, mit der sie gefesselt ist und durch die sie Verwundung, Gefangenschaft oder Tod erwartet, ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.“

„Genauso, Udāyin, gibt es hier bestimmte fehlgeleitete Männer, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, so eine Kleinigkeit, so eine unbedeutende Sache? Dieser Mönch nimmt es zu genau!‘ Und sie geben jenes nicht auf, und sie benehmen sich mir gegenüber unhöflich, wie auch gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Für sie wird jene Sache ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.“

„Udāyin, es gibt hier bestimmte Männer aus guter Familie, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, von so einer Kleinigkeit, so einer unbedeutenden Sache, die aufgegeben werden soll, sagt der Erhabene, wir sollen sie aufgeben, sagt der Vollendete, wir sollen darauf verzichten?‘ Und doch geben sie jenes auf, und sie benehmen sich mir gegenüber nicht unhöflich und auch nicht gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Nachdem sie es aufgegeben haben, leben sie unbeschwert, gelassen, leben von den Gaben anderer, mit einem Gemüt, so unbekümmert, wie das eines wilden Hirsches. Für sie wird jene Sache ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.“

„Angenommen, Udāyin, ein königlicher Kriegselefant mit Stoßzähnen, so lang wie Wagendeichseln, mit ausgewachsener Statur, hochgezüchtet und an die Schlacht gewöhnt, wäre mit starken Lederriemen gefesselt, aber indem er einfach nur den Körper etwas dreht, könnte er die Riemen brechen und sprengen und dann gehen, wohin es ihm beliebt. Angenommen, jetzt würde jemand sagen: ,Die starken Lederriemen, mit denen der königliche Kriegselefant gefesselt ist, die er brechen und sprengen könnte, indem er einfach nur den Körper etwas dreht, worauf er gehen könnte, wohin es ihm beliebt, sind für ihn ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.‘ Würde er wahrheitsgemäß sprechen?“

„Nein, ehrwürdiger Herr. Die starken Lederriemen, mit denen der königliche Kriegselefant gefesselt ist, aber die er brechen und sprengen könnte, indem er einfach nur den Körper etwas dreht, worauf er gehen könnte, wohin es ihm beliebt, sind für ihn ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.“

„Genauso, Udāyin, gibt es hier bestimmte Männer aus guter Familie, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, von so einer Kleinigkeit, so einer unbedeutenden Sache, die aufgegeben werden soll, sagt der Erhabene, wir sollen sie aufgeben, sagt der Vollendete, wir sollen darauf verzichten?‘ Und doch geben sie jenes auf, und sie benehmen sich mir gegenüber nicht unhöflich und auch nicht gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Nachdem sie es aufgegeben haben, leben sie unbeschwert, gelassen, leben von den Gaben anderer, mit einem Gemüt, so unbekümmert, wie das eines wilden Hirsches. Für sie wird jene Sache ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.“

„Angenommen, Udāyin, es gäbe einen armen, bedürftigen Mann ohne einen Pfennig, und er hätte eine einzige heruntergekommene Hütte, für Krähen zugänglich, nicht von der besten Art, und ein einziges heruntergekommenes Bett aus Weidengeflecht, nicht von der besten Art, und etwas Getreide und Kürbiskerne in einem Topf, nicht von der besten Art, und eine einzige Hexe von Ehefrau, nicht von der besten Art. Er könnte einen Bhikkhu in einem Klosterpark sehen, der im Schatten eines Baumes sitzt, seine Hände und Füße nach einer wohlschmeckenden Mahlzeit sauber gewaschen, der sich der hohen Herzensart widmet. Er könnte denken: ,Wie angenehm der Mönchsstand ist! Wie gesund der Mönchsstand ist! Ach, wenn ich mir doch Kopfhaar und Bart abrasieren, die gelbe Robe anziehen und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen könnte!‘ Aber weil er nicht in der Lage ist, seine einzige heruntergekommene Hütte, die für Krähen zugänglich und nicht von der besten Art ist, aufzugeben, auch nicht sein einziges heruntergekommenes Bett aus Weidengeflecht, nicht von der besten Art, und auch nicht sein Getreide und die Kürbiskerne in einem Topf, nicht von der besten Art, und seine Hexe von Ehefrau, nicht von der besten Art, ist er nicht in der Lage, sich Kopfhaar und Bart abzurasieren, die gelbe Robe anzuziehen und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit zu ziehen. Angenommen, jetzt würde jemand sagen: ,Die Stricke, mit denen jener Mann gefesselt ist, so daß er seine einzige heruntergekommene Hütte, die für Krähen zugänglich und nicht von der besten Art ist, nicht aufgeben kann, auch nicht sein einziges heruntergekommenes Bett aus Weidengeflecht, nicht von der besten Art, und auch nicht sein Getreide und die Kürbiskerne in einem Topf, nicht von der besten Art, und auch nicht seine Hexe von Ehefrau, nicht von der besten Art, so daß er sich Kopfhaar und Bart nicht abrasieren kann, die gelbe Robe nicht anziehen und vom Leben zu Hause nicht fort in die Hauslosigkeit ziehen kann—jene sind für ihn ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick. Würde er wahrheitsgemäß sprechen?“

„Nein, ehrwürdiger Herr. Die Stricke, mit denen jener Mann gefesselt ist, so daß er seine einzige heruntergekommene Hütte, die für Krähen zugänglich und nicht von der besten Art ist, nicht aufgeben kann, auch nicht sein einziges heruntergekommenes Bett aus Weidengeflecht, nicht von der besten Art, und auch nicht sein Getreide und die Kürbiskerne in einem Topf, nicht von der besten Art, und auch nicht seine Hexe von Ehefrau, nicht von der besten Art, so daß er sich Kopfhaar und Bart nicht abrasieren kann, die gelbe Robe nicht anziehen und vom Leben zu Hause nicht fort in die Hauslosigkeit ziehen kann—jene sind für ihn ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.“

„Genauso, Udāyin, gibt es hier bestimmte fehlgeleitete Männer, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, so eine Kleinigkeit, so eine unbedeutende Sache? Dieser Mönch nimmt es zu genau!‘ Und sie geben jenes nicht auf, und sie benehmen sich mir gegenüber unhöflich, wie auch gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Für sie wird jene Sache ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch.“

„Angenommen, Udāyin, es gäbe einen reichen Haushälter oder Sohn eines Haushälters mit großem Reichtum und Besitz, mit einer gewaltigen Anzahl von Goldbarren, einer gewaltigen Anzahl von Getreidespeichern, einer gewaltigen Anzahl von Feldern, einer gewaltigen Menge von Grundbesitz, einer gewaltigen Anzahl von Frauen und einer gewaltigen Anzahl von Sklaven und Sklavinnen. Er könnte einen Bhikkhu in einem Klosterpark sehen, der im Schatten eines Baumes sitzt, seine Hände und Füße nach einer wohlschmeckenden Mahlzeit sauber gewaschen, der sich der hohen Herzensart widmet. Er könnte denken: ,Wie angenehm der Mönchsstand ist! Wie gesund der Mönchsstand ist! Ach wenn ich mir doch Kopfhaar und Bart abrasieren, die gelbe Robe anziehen, und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen könnte!‘ Und weil er in der Lage ist, seine gewaltige Anzahl von Goldbarren aufzugeben, seine gewaltige Anzahl von Getreidespeichern, seine gewaltige Anzahl von Feldern, seine gewaltige Menge von Grundbesitz, seine gewaltige Anzahl von Frauen und seine gewaltige Anzahl von Sklaven und Sklavinnen, ist er in der Lage, Kopfhaar und Bart abzurasieren, die gelbe Robe anzuziehen und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit zu ziehen. Angenommen, jetzt würde jemand sagen: ,Die Stricke, mit denen jener Haushälter oder Sohn eines Haushälters gefesselt ist, so daß er seine gewaltige Anzahl von Goldbarren aufgeben kann, seine gewaltige Anzahl von Getreidespeichern, seine gewaltige Anzahl von Feldern, seine gewaltige Menge von Grundbesitz, seine gewaltige Anzahl von Frauen und seine gewaltige Anzahl von Sklaven und Sklavinnen, so daß er Kopfhaar und Bart abrasieren, die gelbe Robe anziehen und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen kann—jene sind für ihn ein starker, kräftiger, zäher, nicht verrottender Strick und ein dickes Joch. Würde er wahrheitsgemäß sprechen?“

„Nein, ehrwürdiger Herr. Die Stricke, mit denen jener Haushälter oder Sohn eines Haushälters gefesselt ist, so daß er seine gewaltige Anzahl von Goldbarren aufgeben kann, seine gewaltige Anzahl von Getreidespeichern, seine gewaltige Anzahl von Feldern, seine gewaltige Menge von Grundbesitz, seine gewaltige Anzahl von Frauen und seine gewaltige Anzahl von Sklaven und Sklavinnen, so daß er Kopfhaar und Bart abrasieren, die gelbe Robe anziehen und vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen kann—jene sind für ihn ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.“

„Genauso, Udāyin, gibt es hier bestimmte Männer aus guter Familie, die, wenn ihnen von mir gesagt wird ,Gib dies auf‘, sagen: ,Was, von so einer Kleinigkeit, so einer unbedeutenden Sache, die aufgegeben werden soll, sagt der Erhabene, wir sollen sie aufgeben, sagt der Vollendete, wir sollen darauf verzichten?‘ Und doch geben sie jenes auf und sie benehmen sich mir gegenüber nicht unhöflich und auch nicht gegenüber jenen Mönchen, die auf Übung aus sind. Nachdem sie es aufgegeben haben, leben sie unbeschwert, gelassen, leben von den Gaben anderer, mit einem Gemüt, so unbekümmert, wie das eines wilden Hirsches. Für sie wird jene Sache ein schwächlicher, schwacher, verrottender, kernloser Strick.“

„Udāyin, man findet vier Arten von Personen in der Welt. Was sind die vier?“

„Udāyin, da praktiziert eine Person den Weg zur Überwindung der Vereinnahmung, zum Verzicht auf Vereinnahmung. Wenn sie den Weg praktiziert, befallen sie Erinnerungen und Pläne, die mit der Vereinnahmung verbunden sind. Sie läßt sie zu, sie überwindet sie nicht, entfernt, beseitigt und vernichtet sie nicht. Solch eine Person nenne ich gefesselt, nicht ungefesselt. Warum ist das so? Weil ich die dieser Person eigene Mannigfaltigkeit der Fähigkeiten erkannt habe.“

„Udāyin, da praktiziert eine Person den Weg zur Überwindung der Vereinnahmung, zum Verzicht auf Vereinnahmung. Wenn sie den Weg praktiziert, befallen sie Erinnerungen und Pläne, die mit der Vereinnahmung verbunden sind. Sie läßt sie nicht zu, sie überwindet sie, entfernt, beseitigt und vernichtet sie. Auch solch eine Person nenne ich gefesselt, nicht ungefesselt. Warum ist das so? Weil ich die dieser Person eigene Mannigfaltigkeit der Fähigkeiten erkannt habe.“

„Udāyin, da praktiziert eine Person den Weg zur Überwindung der Vereinnahmung, zum Verzicht auf Vereinnahmung. Wenn sie den Weg praktiziert, befallen sie hin und wieder durch Lücken in der Achtsamkeit Erinnerungen und Pläne, die mit der Vereinnahmung verbunden sind. Ihre Achtsamkeit mag langsam beim Entstehen sein, aber sie überwindet die Erinnerungen und Pläne schnell, entfernt, beseitigt und vernichtet sie. So als ob ein Mann zwei oder drei Tropfen Wasser auf eine Eisenplatte, die einen ganzen Tag lang erhitzt wurde, fallen ließe, da könnte das Fallen der Tropfen langsam sein, aber sie würden schnell verdunsten und verschwinden. Ebenso praktiziert da eine Person den Weg zur Überwindung der Vereinnahmung, zum Verzicht auf Vereinnahmung. Wenn sie den Weg praktiziert, befallen sie hin und wieder durch Lücken in der Achtsamkeit Erinnerungen und Pläne, die mit der Vereinnahmung verbunden sind. Ihre Achtsamkeit mag langsam beim Entstehen sein, aber sie überwindet die Erinnerungen und Pläne schnell, entfernt, beseitigt und vernichtet sie. Auch solch eine Person nenne ich gefesselt, nicht ungefesselt. Warum ist das so? Weil ich die dieser Person eigene Mannigfaltigkeit der Fähigkeiten erkannt habe.“

„Udāyin, nachdem eine Person erkannt hat, daß Vereinnahmung die Wurzel von Dukkha ist, entledigt sie sich der Vereinnahmung und ist mit der Vernichtung der Vereinnahmung befreit. Solch eine Person nenne ich ungefesselt, nicht gefesselt. Warum ist das so? Weil ich die dieser Person eigene Mannigfaltigkeit der Fähigkeiten erkannt habe.“

„Udāyin, es gibt diese fünf Stränge sinnlichen Vergnügens. Was sind die fünf? Formen, die mit dem Auge erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Klänge, die mit dem Ohr erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Gerüche, die mit der Nase erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Geschmäcker, die mit der Zunge erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Berührungsobjekte, die mit dem Körper erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Dies sind die fünf Stränge sinnlichen Vergnügens.“

„Das Glück und die Freude, die in Abhängigkeit von diesen fünf Strängen sinnlichen Vergnügens entsteht, nennt man das Glück der Sinnesvergnügen—ein schmutziges Glück, ein Glück von Weltlingen, ein unedles Glück. Von dieser Art von Glück sage ich, man sollte es nicht pflegen, man sollte es nicht entfalten, man sollte es nicht üben, man sollte es fürchten.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Da tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Da tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Da tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin.“

„Dies nennt man die Glückseligkeit der Entsagung, die Glückseligkeit der Abgeschiedenheit, die Glückseligkeit des Friedens, die Glückseligkeit des Erwachens. Von dieser Art von Glück sage ich, man sollte es pflegen, man sollte es entfalten, man sollte es üben, man sollte es nicht fürchten.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Dies nun, sage ich, gehört zum Aufgewühlten. Und was darin gehört zum Aufgewühlten? Die anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, die darin noch nicht aufgehört haben, das ist es, was zum Aufgewühlten gehört.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Dies nun, sage ich, gehört auch zum Aufgewühlten. Und was darin gehört zum Aufgewühlten? Die Verzückung und Glückseligkeit, die darin noch nicht aufgehört haben, das ist es, was zum Aufgewühlten gehört.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Dies nun, sage ich, gehört auch zum Aufgewühlten. Und was darin gehört zum Aufgewühlten? Der Gleichmut und die Glückseligkeit, die darin noch nicht aufgehört haben, das ist es, was zum Aufgewühlten gehört.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Dies nun, sage ich, gehört zum Nicht-Aufgewühlten.“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, mit dem völligen Überwinden der Formwahrnehmung, mit dem Verschwinden der Wahrnehmung der Sinneseinwirkung, mit Nichtbeachtung der Vielheitswahrnehmung, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,Raum ist unendlich’, tritt er da in das Gebiet der Raumunendlichkeit ein und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Raumunendlichkeit, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,Bewußtsein ist unendlich‘, tritt er da in das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit ein und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Bewußtseinsunendlichkeit, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,da ist nichts‘, tritt er da in das Gebiet der Nichtsheit ein und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Nichtsheit tritt da der Bhikkhu in das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung ein und verweilt darin. Das übertrifft es. Aber auch das, sage ich, ist nicht genug. Überwinde es, sage ich; übertreffe es, sage ich. Und was übertrifft es?“

„Udāyin, mit dem völligen Überwinden des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung tritt da der Bhikkhu in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein und verweilt darin. Das übertrifft es. Somit spreche ich sogar vom Überwinden des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Udāyin, siehst du irgendeine Fessel, klein oder groß, von deren Überwindung ich nicht spreche?“

„Nein, ehrwürdiger Herr.“

Das ist es, was der Erhabene sagte. Der ehrwürdige Udāyin war zufrieden und entzückt über die Worte des Erhabenen.