Majjhima Nikāya 79

Cūḷasakuludāyi Sutta

Die kürzere Lehrrede an Sakuludāyin

So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene bei Rājagaha im Bambushain, dem Eichhörnchen-Futterplatz auf. Bei jener Gelegenheit wohnte der Wanderasket Sakuludāyin am Pfauen-Futterplatz im Park der Wanderasketen, zusammen mit einer großen Versammlung von Wanderasketen.

Als es Morgen war, zog sich der Erhabene an, nahm seine Schale und äußere Robe und ging um Almosen nach Rājagaha hinein. Da dachte der Erhabene: „Es ist noch zu früh, um in Rājagaha um Almosen umherzugehen. Wie wäre es, wenn ich zum Wanderasketen Sakuludāyin am Pfauen-Futterplatz im Park der Wanderasketen ginge?“

Dann ging der Erhabene zum Pfauen-Futterplatz im Park der Wanderasketen. Bei jener Gelegenheit saß der Wanderasket Sakuludāyin mit einer großen Versammlung von Wanderasketen zusammen, die einen Aufruhr veranstalteten, laut und lärmend viele sinnlose Gespräche führten, wie zum Beispiel Gespräche über Könige, Räuber, Minister, Heere, Gefahren, Schlachten, Essen, Trinken, Kleidung, Betten, Schmuck, Parfüm, Verwandte, Fahrzeuge, Dörfer, Marktstädte, Großstädte, Länder, Frauen, Helden, Straßen, Brunnen, die Toten, Unbedeutendes, den Ursprung der Welt, den Ursprung des Meeres, ob die Dinge so oder anders sind. Da sah der Wanderasket Sakuludāyin den Erhabenen in der Ferne kommen. Als er ihn sah, brachte er seine eigene Versammlung so zum Schweigen: „Meine Herren, seid still; meine Herren, macht keinen Lärm. Hier kommt der Mönch Gotama. Dieser Ehrwürdige mag die Stille und heißt Stille gut. Wenn er feststellt, daß unsere Versammlung still ist, dann überlegt er sich vielleicht, zu uns zu kommen.“ Da schwiegen die Wanderasketen.

Der Erhabene ging zum Wanderasketen Sakuludāyin, der zu ihm sagte: „Der Erhabene komme her, ehrwürdiger Herr, der Erhabene sei willkommen. Es ist lange her, daß der Erhabene die Gelegenheit gefunden hat, hierher zu kommen. Der Erhabene nehme Platz; dieser Sitz ist vorbereitet.“

Der Erhabene setzte sich auf dem vorbereiteten Sitz nieder, und der Wanderasket Sakuludāyin nahm einen niedrigen Sitz ein und setzte sich seitlich nieder. Nachdem er dies getan hatte, fragte ihn der Erhabene: „Um welcher Erörterung willen sitzt ihr jetzt hier zusammen, Udāyin? Und was war das für eine Erörterung, die nicht zu Ende gebracht wurde?“

„Ehrwürdiger Herr, laß die Erörterung sein, um deren willen wir jetzt hier zusammensitzen. Der Erhabene kann gut und gerne später davon hören. Ehrwürdiger Herr, wenn ich nicht zu dieser Versammlung komme, dann sitzt sie da und führt viele sinnlose Gespräche. Aber wenn ich zu dieser Versammlung gekommen bin, dann sitzt sie da und blickt zu mir auf, mit dem Gedanken: ,Laßt uns das Dhamma hören, das der Mönch Udāyin verkündet.‘ Jedoch wenn der Erhabene kommt, dann sitzen sowohl ich als auch diese Versammlung da und blicken zum Erhabenen auf, mit dem Gedanken: ,Laßt uns das Dhamma hören, das der Erhabene verkündet.‘“

„Dann, Udāyin, schlage etwas vor, worüber ich sprechen sollte.“

„Ehrwürdiger Herr, kürzlich gab es einen, der behauptete, allwissend und allsehend zu sein, und auf folgende Weise vollständiges Wissen und Schauung zu haben: ,Ob ich gehe oder stehe oder schlafe oder wache, Wissen und Schauung sind mir ständig und ununterbrochen gegenwärtig.‘ Als ich ihm eine Frage über die Vergangenheit stellte, machte er Ausflüchte, lenkte das Gespräch ab und zeigte Zorn, Haß und Bitterkeit. Da erinnerte ich mich folgendermaßen an den Erhabenen: ,Ach, gewiß ist der Erhabene, gewiß ist der Vollendete in diesen Dingen bewandert.‘“

„Aber, Udāyin, wer war es, der behauptete, allwissend und allsehend zu sein, und auf folgende Weise vollständiges Wissen und Schauung zu haben: ,Ob ich gehe oder stehe oder schlafe oder wache, Wissen und Schauung sind mir ständig und ununterbrochen gegenwärtig‘, und der dennoch, wenn ihm eine Frage über die Vergangenheit gestellt wurde, Ausflüchte machte, das Gespräch ablenkte und Zorn, Haß und Bitterkeit zeigte?“

„Es war der Nigaṇṭha Nātaputta, ehrwürdiger Herr.“

„Udāyin, wenn sich jemand an viele frühere Leben erinnern sollte, das heißt, an eine Geburt, zwei Geburten, drei Geburten, vier Geburten, fünf Geburten, zehn Geburten, zwanzig Geburten, dreißig Geburten, vierzig Geburten, fünfzig Geburten, hundert Geburten, tausend Geburten, hunderttausend Geburten, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog, viele Äonen, in denen sich das Weltall ausdehnte, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog und ausdehnte: ,Dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, solcherart war meine Nahrung, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich woanders wieder; auch dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, war meine Nahrung solcherart, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich hier wieder‘, wenn er sich so an viele frühere Leben mit ihren Aspekten und Besonderheiten erinnern sollte, dann könnte entweder er mir eine Frage über die Vergangenheit stellen, oder ich könnte ihm eine Frage über die Vergangenheit stellen, und er könnte meinen Geist mit seiner Antwort auf meine Frage zufriedenstellen, oder ich könnte seinen Geist mit meiner Antwort auf seine Frage zufrieden stellen. Wenn jemand mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen sehen sollte, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend; wenn er verstehen sollte, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern: ,Diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererschienen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle; aber jene geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererschienen, ja sogar in der himmlischen Welt‘, wenn er so mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen sehen sollte, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend, und verstehen sollte, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern, dann könnte entweder er mir eine Frage über die Zukunft stellen, oder ich könnte ihm eine Frage über die Zukunft stellen, und er könnte meinen Geist mit seiner Antwort auf meine Frage zufriedenstellen, oder ich könnte seinen Geist mit meiner Antwort auf seine Frage zufrieden stellen. Aber laß die Vergangenheit sein, Udāyin, laß die Zukunft sein. Ich werde dich das Dhamma lehren: Wenn dies existiert, ist jenes; mit der Entstehung von diesem, entsteht jenes. Wenn dies nicht existiert, ist jenes nicht; mit dem Aufhören von diesem, hört jenes auf.“

„Ehrwürdiger Herr, ich kann mich nicht einmal an alles, was ich in dieser gegenwärtigen Existenz erlebt habe, mit seinen Aspekten und Besonderheiten erinnern, also wie sollte ich mich da an viele frühere Leben erinnern, das heißt, an eine Geburt, zwei Geburten, drei Geburten, vier Geburten, fünf Geburten, zehn Geburten, zwanzig Geburten, dreißig Geburten, vierzig Geburten, fünfzig Geburten, hundert Geburten, tausend Geburten, hunderttausend Geburten, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog, viele Äonen, in denen sich das Weltall ausdehnte, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog und ausdehnte: ,Dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, solcherart war meine Nahrung, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich woanders wieder; auch dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, war meine Nahrung solcherart, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich hier wieder‘, wie sollte ich mich da an viele frühere Leben mit ihren Aspekten und Besonderheiten erinnern, wie es der Erhabene tut? Und ich kann noch nicht einmal einen Schlammkobold sehen, also wie sollte ich da mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen sehen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend? Wie sollte ich verstehen, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern: ,Diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererschienen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle; aber jene geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererschienen, ja sogar in der himmlischen Welt‘, wie sollte ich mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen sehen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend, und verstehen, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern, wie der Erhabene es tut? Aber, ehrwürdiger Herr, als der Erhabene zu mir sagte: ,Aber laß die Vergangenheit sein, Udāyin, laß die Zukunft sein. Ich werde dich das Dhamma lehren: Wenn dies existiert, ist jenes; mit der Entstehung von diesem, entsteht jenes. Wenn dies nicht existiert, ist jenes nicht; mit dem Aufhören von diesem, hört jenes auf‘, so ist mir das noch viel weniger klar. Vielleicht, ehrwürdiger Herr, könnte ich den Geist des Erhabenen zufriedenstellen, indem ich ihm eine Frage über die Lehre unseres eigenen Lehrers beantworte.“

„Nun gut, Udāyin, was wird in der Lehre deines eigenen Lehrers gelehrt?“

„Ehrwürdiger Herr, es wird in der Lehre unseres eigenen Lehrers gelehrt: ,Dies ist der vollkommene Glanz, dies ist der vollkommene Glanz!‘“

„Aber, Udāyin, da in der Lehre deines eigenen Lehrers gelehrt wird: ,Dies ist der vollkommene Glanz, dies ist der vollkommene Glanz!‘—was ist jener vollkommene Glanz?“

„Ehrwürdiger Herr, jener Glanz ist der vollkommene Glanz, der von keinem anderen Glanz an Größe und Erhabenheit übertroffen werden kann.“

„Aber, Udāyin, was ist jener vollkommene Glanz, der von keinem anderen Glanz an Größe und Erhabenheit übertroffen werden kann?“

„Ehrwürdiger Herr, jener Glanz ist der vollkommene Glanz, der von keinem anderen Glanz an Größe und Erhabenheit übertroffen werden kann.“

„Udāyin, du könntest auf diese Weise noch lange fortfahren. Du sagst: ,Ehrwürdiger Herr, jener Glanz ist der vollkommene Glanz, der von keinem anderen Glanz an Größe und Erhabenheit übertroffen werden kann‘, und doch zeigst du nicht auf, was jener Glanz ist. Angenommen, ein Mann würde sagen: ,Ich liebe das schönste Mädchen in diesem Lande.‘ Dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, jenes schönste Mädchen in diesem Lande, das du liebst—weißt du, ob sie aus der Adeligenkaste oder aus der Brahmanenkaste oder aus der Händlerkaste oder aus der Arbeiterkaste stammt?‘, und er würde erwidern: ,Nein.‘ Dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, jenes schönste Mädchen in diesem Lande, das du liebst—kennst du ihren Namen und ihre Familie?‘, und er würde erwidern: ,Nein.‘ Dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, jenes schönste Mädchen in diesem Lande, das du liebst—weißt du ob sie groß, klein oder mittelgroß ist?‘, und er würde erwidern: ,Nein.‘ Dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, jenes schönste Mädchen in diesem Lande, das du liebst—weißt du ob sie von dunkler, brauner oder goldener Hautfarbe ist?‘, und er würde erwidern: ,Nein.‘ Dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, jenes schönste Mädchen in diesem Lande, das du liebst—weißt du, in welchem Dorf, welcher Marktstadt oder Großstadt sie wohnt?‘, und er würde erwidern: ,Nein.‘ Und dann würden sie ihn fragen: ,Guter Mann, liebst du dann ein Mädchen, das du nie gekannt oder gesehen hast?‘, und er würde erwidern: ,Ja.‘ Was meinst du, Udāyin, nachdem das so ist, würde die Rede jenes Mannes nicht völligem Unsinn gleichkommen?“

„Sicherlich, ehrwürdiger Herr, nachdem das so ist, würde die Rede jenes Mannes völligem Unsinn gleichkommen.“

„Aber auf gleiche Weise, Udāyin, sagst du: ,Jener Glanz ist der vollkommene Glanz, der von keinem anderen Glanz an Größe und Erhabenheit übertroffen werden kann‘, und doch zeigst du nicht auf, was jener Glanz ist.“

„Ehrwürdiger Herr, gerade so wie ein wunderschöner Beryll von größter Reinheit, mit acht Facetten, gut gespalten, der auf rotem Brokat liegt und glüht, strahlt und leuchtet, von solchem Glanz ist das Selbst, das ohne Beeinträchtigung nach dem Tode weiterlebt.“

„Was meinst du, Udāyin? Dieser wunderschöne Beryll von größter Reinheit, mit acht Facetten, gut gespalten, der auf rotem Brokat liegt und glüht, strahlt und leuchtet, oder ein Glühwürmchen in stockfinsterer Nacht—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Das Glühwürmchen in stockfinsterer Nacht, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Dieses Glühwürmchen in stockfinsterer Nacht oder eine Öllampe in stockfinsterer Nacht—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Die Öllampe, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Diese Öllampe in stockfinsterer Nacht oder ein großes Lagerfeuer in stockfinsterer Nacht—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Das große Lagerfeuer, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Dieses große Lagerfeuer in stockfinsterer Nacht oder der Morgenstern gegen Morgen an einem klaren wolkenlosen Himmel—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Der Morgenstern gegen Morgen an einem klaren wolkenlosen Himmel, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Der Morgenstern gegen Morgen an einem klaren wolkenlosen Himmel oder der Vollmond um Mitternacht am Uposatha-Tag am Fünfzehnten—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Der Vollmond um Mitternacht am Uposatha-Tag am Fünfzehnten, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Der Vollmond um Mitternacht am Uposatha-Tag am Fünfzehnten oder die volle Sonnenscheibe, mittags an einem klaren wolkenlosen Himmel im Herbst, im letzten Monat der Regenzeit—welches von diesen beiden gibt einen vorzüglicheren und erhabeneren Glanz ab?“—„Die volle Sonnenscheibe, mittags an einem klaren wolkenlosen Himmel im Herbst, im letzten Monat der Regenzeit, ehrwürdiger Herr.“

„Darüber hinaus, Udāyin, weiß ich von sehr vielen Göttern mit (deren Glanz) sich der Schein von Sonne und Mond nicht messen kann, und dennoch sage ich nicht, daß es keinen anderen Glanz gibt, der höher oder erhabener als jener Glanz ist. Aber du, Udāyin, sagst von jenem Glanz, der niedriger und gewöhnlicher als der eines Glühwürmchens ist: ,Dies ist der vollkommene Glanz‘, und doch zeigst du nicht auf, was jener Glanz ist.“

„Der Erhabene hat die Diskussion zu Ende gebracht; der Vollendete hat die Diskussion zu Ende gebracht.“

„Aber, Udāyin, warum sagst du das?“

„Ehrwürdiger Herr, es wird in der Lehre unseres eigenen Lehrers gelehrt: ,Dies ist der vollkommene Glanz, dies ist der vollkommene Glanz.‘ Aber wenn wir unter Druck geraten und vom Erhabenen über die Lehre unseres eigenen Lehrers befragt und ins Kreuzverhör genommen werden, werden wir für leer, hohl und irrig befunden.“

„Wie ist das, Udāyin, gibt es eine vollständig angenehme Welt? Gibt es einen ausübbaren Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen?“

„Ehrwürdiger Herr, es wird in der Lehre unseres eigenen Lehrers gelehrt: ,Es gibt eine vollständig angenehme Welt; es gibt einen ausübbaren Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.‘“

„Aber, Udāyin, was ist jener ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen?“

„Ehrwürdiger Herr, da enthält sich jemand davon, Lebewesen zu töten, indem er es aufgibt, Lebewesen zu töten; er enthält sich davon, das zu nehmen, was ihm nicht gegeben wurde, indem er es aufgibt zu nehmen, was nicht gegeben wurde; er enthält sich von Fehlverhalten bei Sinnesvergnügen, indem er Fehlverhalten bei Sinnesvergnügen aufgibt; er enthält sich falscher Rede, indem er falsche Rede aufgibt; und ansonsten nimmt er eine bestimmte Form der Askese auf sich und übt sich darin. Dies ist der ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.“

„Was meinst du, Udāyin? Wenn er bei einer bestimmten Gelegenheit das Töten von Lebewesen aufgibt und sich davon enthält, Lebewesen zu töten, empfindet sein Selbst dann nur Glück oder sowohl Glück als auch Schmerz?“

„Sowohl Glück als auch Schmerz, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Wenn er bei einer bestimmten Gelegenheit aufgibt, zu nehmen, was ihm nicht gegeben wurde und sich davon enthält, zu nehmen, was ihm nicht gegeben wurde, empfindet sein Selbst dann nur Glück oder sowohl Glück als auch Schmerz?“

„Sowohl Glück als auch Schmerz, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Wenn er bei einer bestimmten Gelegenheit das Fehlverhalten bei Sinnesvergnügen aufgibt und sich des Fehlverhaltens bei Sinnesvergnügen enthält, empfindet sein Selbst dann nur Glück oder sowohl Glück als auch Schmerz?“

„Sowohl Glück als auch Schmerz, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Wenn er bei einer bestimmten Gelegenheit falsche Rede aufgibt und sich falscher Rede enthält, empfindet sein Selbst dann nur Glück oder sowohl Glück als auch Schmerz?“

„Sowohl Glück als auch Schmerz, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Wenn er bei einer bestimmten Gelegenheit eine bestimmte Form der Askese auf sich nimmt und sich darin übt, empfindet sein Selbst dann nur Glück oder sowohl Glück als auch Schmerz?“

„Sowohl Glück als auch Schmerz, ehrwürdiger Herr.“

„Was meinst du, Udāyin? Kommt die Verwirklichung einer vollständig angenehmen Welt zustande, indem man einem Weg folgt, der aus einer Mischung von Glück und Schmerz besteht?“

„Der Erhabene hat die Diskussion zu Ende gebracht; der Vollendete hat die Diskussion zu Ende gebracht.“

„Aber, Udāyin, warum sagst du das?“

„Ehrwürdiger Herr, es wird in der Lehre unseres eigenen Lehrers gelehrt: ,Es gibt eine vollständig angenehme Welt; es gibt einen ausübbaren Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.‘ Aber wenn wir unter Druck geraten und vom Erhabenen über die Lehre unseres eigenen Lehrers befragt und ins Kreuzverhör genommen werden, werden wir für leer, hohl und irrig befunden. Aber wie verhält es sich damit, ehrwürdiger Herr, gibt es eine vollständig angenehme Welt? Gibt es einen ausübbaren Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen?“

„Es gibt eine vollständig angenehme Welt, Udāyin; es gibt einen ausübbaren Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.“

„Ehrwürdiger Herr, was ist jener ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen?“

„Udāyin, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts enthält, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Dies ist der ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.“

„Ehrwürdiger Herr, das ist nicht der ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen; an jener Stelle ist eine vollständig angenehme Welt bereits verwirklicht worden.“

„Udāyin, an jenem Punkt ist eine vollständig angenehme Welt noch nicht verwirklicht worden; das ist nur der ausübbare Weg, um eine vollständig angenehme Welt zu verwirklichen.“

Nach diesen Worten veranstaltete die Versammlung des Wanderasketen Sakuludāyin einen Aufruhr, indem sie ein Geschrei anstimmten: „Wir sind verloren, zusammen mit den Lehren unserer eigenen Lehrer! Wir sind verloren, zusammen mit den Lehren unserer eigenen Lehrer! Wir kennen nichts Höheres als das!“

Dann brachte der Wanderasket Sakuludāyin jene Wanderasketen zum Schweigen und fragte den Erhabenen:

„Ehrwürdiger Herr, an welcher Stelle ist eine vollständig angenehme Welt verwirklicht worden?“

„Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt da ein Bhikkhu in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Er verweilt mit jenen Göttern, die in einer vollständig angenehmen Welt erschienen sind, und er spricht mit ihnen und tritt mit ihnen ins Gespräch. An jener Stelle ist eine vollständig angenehme Welt verwirklicht worden.“

„Ehrwürdiger Herr, es geschieht sicherlich um der Verwirklichung jener vollständig angenehmen Welt willen, daß Bhikkhus das heilige Leben unter dem Erhabenen führen.“

„Es geschieht nicht um der Verwirklichung jener vollständig angenehmen Welt willen, daß Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen. Es gibt andere Zustände, Udāyin, höhere und erhabenere als das, und es geschieht um deren Verwirklichung willen, daß Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Was sind jene höheren und erhabeneren Zustände, ehrwürdiger Herr, um deren Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter dem Erhabenen führen?“

„Udāyin, da erscheint ein Tathāgata in der Welt, ein Verwirklichter, ein vollständig Erwachter, vollkommen im wahren Wissen und erhaben im Verhalten, vollendet, Kenner der Welten, unvergleichlicher Meister bezähmbarer Menschen, Lehrer himmlischer und menschlicher Wesen, ein Erwachter, ein Erhabener. Er erläutert diese Welt mit ihren Māras und Brahmās, er erläutert diese Generation mit ihren Mönchen und Brahmanen, ihren Prinzen und dem Volk, was er mit höherer Geisteskraft selbst verwirklicht hat. Er lehrt das Dhamma, das gut am Anfang, gut in der Mitte und gut am Ende ist, mit der richtigen Bedeutung und der richtigen Ausdrucksweise, er enthüllt ein heiliges Leben, das äußerst vollkommen und rein ist.“

„Ein Haushälter oder Sohn eines Haushälters oder jemand, der in einer anderen Familie geboren wird, hört jenes Dhamma. Wenn er das Dhamma hört, erlangt er Vertrauen in den Tathāgata. Im Besitz jenes Vertrauens erwägt er: ,Das Leben eines Haushälters ist eng und staubig; das Leben in der Hauslosigkeit ist weit und offen. Während man zu Hause wohnt, ist es nicht leicht, das heilige Leben zu führen, das zutiefst vollkommen und rein ist, wie eine polierte Muschel. Angenommen, ich rasiere mir das Kopfhaar und den Bart ab, ziehe die gelbe Robe an und ziehe vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit.‘ Bei späterer Gelegenheit rasiert er sich das Kopfhaar und den Bart ab, zieht die gelbe Robe an und zieht vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit, wobei er ein kleines oder großes Vermögen, einen kleinen oder großen Verwandtenkreis aufgibt.“

„Nachdem er so in die Hauslosigkeit gezogen ist und die Übung und Lebensweise der Bhikkhus auf sich genommen hat, enthält er sich davon, Lebewesen zu töten, indem er es aufgegeben hat, Lebewesen zu töten; Stock und Waffen beiseite gelegt, sanft und freundlich, lebt er voll Mitgefühl für alle Lebewesen. Er enthält sich davon, das zu nehmen, was ihm nicht gegeben wurde, indem er es aufgegeben hat zu nehmen, was nicht gegeben wurde; indem er nur nimmt, was gegeben wurde, nur erwartet, was gegeben wurde, indem er nicht stiehlt, weilt er in Reinheit. Indem er die Unkeuschheit aufgegeben hat, lebt er in Keuschheit, lebt er losgelöst von der gewöhnlichen Praxis des Geschlechtsverkehrs und er enthält sich davon.“

„Er enthält sich davon, die Unwahrheit zu sagen, indem er es aufgegeben hat, die Unwahrheit zu sagen; er spricht die Wahrheit, hält sich an die Wahrheit, ist vertrauenswürdig und verläßlich, er ist einer, der die Welt nicht täuscht. Er enthält sich davon, gehässig zu sprechen, indem er es aufgegeben hat, gehässig zu sprechen; er verbreitet nicht woanders, was er hier gehört hat, um jene Menschen von den Menschen hier zu entzweien, auch verbreitet er nicht hier, was er woanders gehört hat, um diese Menschen von jenen Menschen dort zu entzweien; somit ist er einer, der diejenigen vereint, die vorher entzweit waren, einer, der Freundschaft fördert, Eintracht genießt, sich über Eintracht freut, an Eintracht Entzücken findet, jemand, der Worte äußert, die Eintracht säen. Er enthält sich des Gebrauchs grober Worte, indem er den Gebrauch grober Worte aufgegeben hat; er äußert Worte, die sanft, gefällig und liebenswert sind, die zu Herzen gehen, höflich sind, nach denen es viele verlangt, die vielen angenehm sind. Er enthält sich der Schwatzhaftigkeit, indem er die Schwatzhaftigkeit aufgegeben hat; er redet zur rechten Zeit, sagt, was den Tatsachen entspricht, redet über das, was gut ist, spricht über das Dhamma und die Disziplin; zur rechten Zeit sagt er Worte, die wert sind, festgehalten zu werden, vernünftig, gemäßigt und heilsam.“

„Er enthält sich davon, Saatgut und Pflanzen zu beschädigen. Er übt sich darin, nur zu einer Tageszeit zu essen, indem er sich davon enthält, nachts und außerhalb der angemessenen Zeit zu essen. Er enthält sich des Tanzens, Singens, Musizierens und des Besuchs von Theateraufführungen. Er enthält sich davon, Schmuck zu tragen, sich mit Parfüm herauszuputzen und sich mit Kosmetik zu verschönern. Er enthält sich hoher und breiter Betten. Er enthält sich davon, Gold und Silber anzunehmen. Er enthält sich davon, ungekochtes Getreide anzunehmen. Er enthält sich davon, rohes Fleisch anzunehmen. Er enthält sich davon, Frauen und Mädchen anzunehmen. Er enthält sich davon, Sklaven und Sklavinnen anzunehmen. Er enthält sich davon, Ziegen und Schafe anzunehmen. Er enthält sich davon, Geflügel und Schweine anzunehmen. Er enthält sich davon, Elefanten, Rinder, Pferde und Stuten anzunehmen. Er enthält sich davon, Felder und Ländereien anzunehmen. Er enthält sich davon, Botengänge zu verrichten und Botschaften zu übermitteln. Er enthält sich des Kaufens und Verkaufens. Er enthält sich davon, falsche Gewichte, falsche Metalle und falsche Maße zu verwenden. Er enthält sich des Schwindelns, Täuschens, Betrügens und der Hinterlist. Er enthält sich der Körperverletzung, des Mordens, Fesselns, der Wegelagerei, des Plünderns und der Gewalt.“

„Er begnügt sich mit Roben, um seinen Körper zu schützen, und mit Almosenspeise, um seinen Magen zu füllen, und wohin er auch geht, nimmt er nur diese mit. Gerade so wie ein Vogel, der, wohin er auch fliegt, nur mit seinen Flügeln als Gepäck fliegt, so begnügt sich auch der Bhikkhu mit Roben, um seinen Körper zu schützen, und mit Almosenspeise, um seinen Magen zu füllen, und wohin er auch geht, nimmt er nur diese mit. Weil er diese Ansammlung edler Sittlichkeit besitzt, erlebt er in sich eine Glückseligkeit, die ohne Tadel ist.“

„Wenn er mit dem Auge eine Form sieht, klammert er sich nicht an ihre Zeichen und ihr Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Sehsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Sehsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Sehsinns. Wenn er mit dem Ohr einen Klang hört, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Hörsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Hörsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Hörsinns. Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geruchsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geruchsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geruchsinns. Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geschmacksinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geschmacksinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geschmacksinns. Wenn er mit dem Körper ein Berührungsobjekt fühlt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Berührungssinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Berührungssinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Berührungssinns. Wenn er mit dem Geist ein Geistesobjekt erfährt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geistsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geistsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geistsinns. Weil er diese edle Sinneskontrolle besitzt, erlebt er in sich eine Glückseligkeit, die unbesudelt ist.“

„Er wird einer, der wissensklar handelt beim Hingehen und Zurückgehen; der wissensklar handelt beim Hinschauen und Wegschauen; der wissensklar handelt beim Beugen und Strecken der Glieder; der wissensklar handelt beim Tragen der Robe und beim Umhertragen der äußeren Robe und der Schale; der wissensklar handelt beim Essen, Trinken, Kauen und Schmecken; der wissensklar handelt beim Entleeren von Kot und Urin; der wissensklar handelt beim Gehen, Stehen, Sitzen, Einschlafen, Aufwachen, beim Reden und Schweigen.“

„Weil er diese Ansammlung edler Sittlichkeit, diese edle Sinneskontrolle und diese edle Achtsamkeit und Wissensklarheit besitzt, zieht er sich an eine abgeschiedene Lagerstätte zurück: in einen Wald, an den Fuß eines Baumes, auf einen Berg, in eine Schlucht, in eine Berghöhle, an eine Leichenstätte, in ein Dschungeldickicht, auf ein freies Feld, auf einen Strohhaufen.“

„Nach der Rückkehr von seiner Almosenrunde, nach seiner Mahlzeit, setzt er sich mit gekreuzten Beinen und gerade aufgerichtetem Oberkörper hin und hält die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig. Indem er die Habgier nach weltlichen Dingen überwindet, verweilt er mit einem Gemüt, das frei ist von Habgier; er läutert sein Herz von Habgier. Indem er Übelwollen und Haß überwindet, verweilt er mit einem Herzen, das frei ist von Übelwollen, das Mitgefühl empfindet für das Wohlergehen aller Lebewesen; er läutert sein Herz von Übelwollen und Haß. Indem er Trägheit und Mattheit überwindet, verweilt er frei von Trägheit und Mattheit, lichten Geistes, achtsam und wissensklar; er läutert sein Herz von Trägheit und Mattheit. Indem er Rastlosigkeit und Gewissensunruhe überwindet, verweilt er ausgeglichen, mit einem Herzen, das inneren Frieden hat; er läutert sein Herz von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe. Indem er den Zweifel überwindet, verweilt er dem Zweifel entronnen, ohne Unsicherheit in Bezug auf heilsame Geisteszustände; er läutert sein Herz vom Zweifel.“

„Nachdem er diese fünf Hindernisse, diese Unvollkommenheiten des Gemüts, die die Weisheit schwächen, überwunden hat, tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Wiederum, mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Gemüts enthält, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Wiederum, mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen von der Erinnerung an frühere Leben. Er erinnert sich an viele frühere Leben, das heißt, an eine Geburt, zwei Geburten, drei Geburten, vier Geburten, fünf Geburten, zehn Geburten, zwanzig Geburten, dreißig Geburten, vierzig Geburten, fünfzig Geburten, hundert Geburten, tausend Geburten, hunderttausend Geburten, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog, viele Äonen, in denen sich das Weltall ausdehnte, viele Äonen, in denen sich das Weltall zusammenzog und ausdehnte: ,Dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, solcherart war meine Nahrung, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich woanders wieder; auch dort wurde ich soundso genannt, war von solcher Familie, mit solcher Erscheinung, war meine Nahrung solcherart, so mein Erleben von Glück und Schmerz, so meine Lebensspanne; und nachdem ich von dort verschieden war, erschien ich hier wieder.‘ So erinnert er sich an viele frühere Leben mit ihren Aspekten und Besonderheiten. Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen vom Sterben und Wiedererscheinen der Wesen. Er sieht mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend. Er versteht, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern: ,Diese geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist übel benommen haben, die die Edlen geschmäht haben, die falsche Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererschienen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle; aber jene geschätzten Wesen, die sich mit Körper, Sprache und Geist wohl benommen haben, die die Edlen nicht geschmäht haben, die richtige Ansichten hatten und diesen in ihren Taten Ausdruck verliehen, sind bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererschienen, ja sogar in der himmlischen Welt.‘ So sieht er mit dem Himmlischen Auge, das geläutert und dem menschlichen überlegen ist, die Wesen sterben und wiedererscheinen, niedrige und hohe, schöne und häßliche, in Glück und Elend, und er versteht, wie die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern. Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Wenn sein konzentriertes Herz auf solche Weise geläutert, klar, makellos, der Unvollkommenheit ledig, gefügig, nutzbar, stetig und unerschütterlich ist, richtet er es auf das Wissen von der Vernichtung der Triebe. Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Ursprung von Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist das Aufhören von Dukkha.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Weg, der zum Aufhören von Dukkha führt.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies sind die Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Ursprung der Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist das Aufhören der Triebe.‘ Er versteht der Wirklichkeit entsprechend: ,Dies ist der Weg, der zum Aufhören der Triebe führt.‘“

„Wenn er so weiß und sieht, ist sein Herz vom Sinnestrieb befreit, vom Werdenstrieb und vom Unwissenheitstrieb. Wenn es so befreit ist, kommt das Wissen: ,Es ist befreit.‘ Er versteht: ,Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.‘ Auch dies, Udāyin, ist ein höherer und erhabenerer Zustand, um dessen Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

„Dies, Udāyin, sind jene höheren und erhabeneren Zustände, um deren Verwirklichung willen Bhikkhus das heilige Leben unter mir führen.“

Nach diesen Worten sagte der Wanderasket Sakuludāyin zum Erhabenen: „Großartig, ehrwürdiger Herr! Großartig, ehrwürdiger Herr! Das Dhamma ist vom Erhabenen auf vielfältige Weise klar gemacht worden, so als ob er Umgestürztes aufgerichtet, Verborgenes enthüllt, einem Verirrten den Weg gezeigt oder in der Dunkelheit eine Lampe gehalten hätte, damit die Sehenden die Dinge erkennen können. Ich nehme Zuflucht zum Erhabenen und zum Dhamma und zur Sangha der Bhikkhus. Ich würde gerne unter dem Erhabenen in die Hauslosigkeit ziehen, ich würde gerne die Ordination erhalten.“

Nach diesen Worten richtete sich die Versammlung des Wanderasketen Sakuludāyin so an ihn: „Führe nicht das heilige Leben unter dem Mönch Gotama, Meister Udāyin. Nachdem du bereits ein Lehrer geworden bist, Meister Udāyin, lebe nicht als Schüler. Wenn Meister Udāyin so etwas tun würde, wäre das wie ein Wasserfaß, das zum Becher wird. Führe nicht das heilige Leben unter dem Mönch Gotama, Meister Udāyin. Nachdem du bereits ein Lehrer geworden bist, Meister Udāyin, lebe nicht als Schüler.“

Auf diese Weise wurde der Wanderasket Sakuludāyin daran gehindert, das heilige Leben unter dem Erhabenen zu führen.