Majjhima Nikāya 93

Assalāyana Sutta

An Assalāyana

So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene bei Sāvatthī im Jeta Hain, dem Park des Anāthapiṇḍika, auf.

Nun hielten sich zu jener Zeit fünfhundert Brahmanen aus verschiedenen Provinzen bei Sāvatthī auf, um verschiedenen Geschäften nachzugehen. Da dachten jene Brahmanen: „Dieser Mönch Gotama beschreibt Läuterung für alle vier Kasten. Wer ist hier in der Lage, mit ihm ein Streitgespräch über diese Behauptung zu führen?“

Nun hielt sich bei jener Gelegenheit ein brahmanischer Student namens Assalāyana bei Sāvatthī auf. Jung, mit rasiertem Kopf, sechzehnjährig war er ein Meister der drei Veden mit ihrem Wortschatz, der Liturgie, Klanglehre und Abstammungslehre und der Überlieferungsgeschichte als fünftem; gebildet in Sprachkunde und Grammatik, war er vollkommen in Naturphilosophie und den Merkmalen eines Großen Mannes bewandert. Da dachten die Brahmanen: „Da hält sich dieser junge brahmanischer Student namens Assalāyana bei Sāvatthī auf. Jung, mit rasiertem Kopf, sechzehnjährig ist er ein Meister der drei Veden mit ihrem Wortschatz, der Liturgie, Klanglehre und Abstammungslehre und der Überlieferungsgeschichte als fünftem; gebildet in Sprachkunde und Grammatik, ist er vollkommen in Naturphilosophie und den Merkmalen eines Großen Mannes bewandert. Er wird in der Lage sein, mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung zu führen.“

Also gingen die Brahmanen zu dem brahmanischen Studenten Assalāyana und sagten zu ihm: „Meister Assalāyana, dieser Mönch Gotama beschreibt Läuterung für alle vier Kasten. Meister Assalāyana komme und führe mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung.“

Nach diesen Worten erwiderte der brahmanische Student Assalāyana: „Meine Herren, der Mönch Gotama ist einer, der das Dhamma spricht. Nun ist es sehr schwierig, mit jenen, die das Dhamma sprechen, ein Streitgespräch zu führen. Ich bin nicht in der Lage, mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung zu führen.“

Ein zweites Mal sagten die Brahmanen zu ihm: „Meister Assalāyana, dieser Mönch Gotama beschreibt Läuterung für alle vier Kasten. Meister Assalāyana komme und führe mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung. Denn Meister Assalāyana hat die Ausbildung zum Wanderasketen hinter sich gebracht.“

Ein zweites Mal erwiderte der brahmanische Student Assalāyana: „Meine Herren, der Mönch Gotama ist einer, der das Dhamma spricht. Nun ist es sehr schwierig, mit jenen, die das Dhamma sprechen, ein Streitgespräch zu führen. Ich bin nicht in der Lage, mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung zu führen.“

Ein drittes Mal sagten die Brahmanen zu ihm: „Meister Assalāyana, dieser Mönch Gotama beschreibt Läuterung für alle vier Kasten. Meister Assalāyana komme und führe mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung. Denn Meister Assalāyana hat die Ausbildung zum Wanderasketen hinter sich gebracht. Meister Assalāyana nehme keine Niederlage hin, ohne überhaupt gekämpft zu haben.“

Nach diesen Worten erwiderte der brahmanische Student Assalāyana: „Meine Herren, ich kann die Herren wohl nicht überzeugen. Der Mönch Gotama ist einer, der das Dhamma spricht. Nun ist es sehr schwierig, mit jenen, die das Dhamma sprechen, ein Streitgespräch zu führen. Ich bin nicht in der Lage, mit dem Mönch Gotama ein Streitgespräch über diese Behauptung zu führen. Und doch, meine Herren, werde ich auf euer Bitten hin gehen.“

Dann ging der brahmanische Student Assalāyana zusammen mit einer großen Anzahl von Brahmanen zum Erhabenen und tauschte Grußformeln mit ihm aus. Nach diesen höflichen und freundlichen Worten setzte er sich seitlich nieder und sagte zum Erhabenen: „Meister Gotama, die Brahmanen sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘ Was sagt Meister Gotama dazu?“

„Nun, Assalāyana, man sieht brahmanische Frauen menstruieren, schwanger werden, gebären und stillen. Und doch sagen jene, die vom Schoß der brahmanischen Frauen geboren werden: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Hast du gehört, daß es in Yona und Kamboja und in anderen entlegenen Ländern nur zwei Kasten gibt, Herren und Sklaven, und daß Herren zu Sklaven werden und Sklaven zu Herren?“

„Davon habe ich gehört, Herr.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, ein Adeliger würde Lebewesen töten, nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhalten in Sinnesvergnügen üben, falsche Rede führen, gehässige Rede führen, grobe Rede führen, schwätzen, habgierig sein, ein Herz voller Übelwollen haben und falsche Ansicht hegen. Würde nur er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle wiedererscheinen und ein Brahmane nicht? Angenommen, ein Händler würde Lebewesen töten, nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhalten in Sinnesvergnügen üben, falsche Rede führen, gehässige Rede führen, grobe Rede führen, schwätzen, habgierig sein, ein Herz voller Übelwollen haben und falsche Ansicht hegen. Würde nur er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle wiedererscheinen und ein Brahmane nicht? Angenommen, ein Arbeiter würde Lebewesen töten, nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhalten in Sinnesvergnügen üben, falsche Rede führen, gehässige Rede führen, grobe Rede führen, schwätzen, habgierig sein, ein Herz voller Übelwollen haben und falsche Ansicht hegen. Würde nur er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle wiedererscheinen und ein Brahmane nicht?“

„Nein, Meister Gotama. Sei es ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter—jene aus allen vier Kasten, die Lebewesen töten, nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhalten in Sinnesvergnügen üben, falsche Rede führen, gehässige Rede führen, grobe Rede führen, schwätzen, habgierig sind, ein Herz voller Übelwollen haben und falsche Ansicht hegen, werden bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle wiedererscheinen.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, ein Brahmane würde sich davon enthalten, Lebewesen zu töten, zu nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhal-ten bei Sinnesvergnügen zu üben, falsche Rede zu führen, gehässige Rede zu führen, grobe Rede zu führen, zu schwätzen, und er wäre nicht habgierig, hätte ein Herz ohne Übelwollen und hegte richtige Ansicht. Würde nur er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererscheinen, ja sogar in der himmlischen Welt und ein Adeliger, Händler oder Arbeiter nicht?“

„Nein, Meister Gotama. Sei es ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter—jene aus allen vier Kasten, die sich davon enthalten, Lebewesen zu töten, zu nehmen, was nicht gegeben wurde, Fehlverhalten in Sinnesvergnügen zu üben, falsche Rede zu führen, gehässige Rede zu führen, grobe Rede zu führen, zu schwätzen, und die nicht habgierig sind, ein Herz ohne Übelwollen haben und richtige Ansicht hegen, werden bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort wiedererscheinen, ja sogar in der himmlischen Welt.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Ist nur ein Brahmane dazu fähig, ein Herz der Liebenden Güte gegenüber einer bestimmten Region zu entfalten, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen, und ein Adeliger oder ein Händler oder ein Arbeiter nicht?“

„Nein, Meister Gotama. Sei es ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter—jene aus allen vier Kasten sind dazu fähig, ein Herz der Liebenden Güte gegenüber einer bestimmten Region zu entfalten, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Ist nur ein Brahmane dazu fähig, einen Badeschwamm und Seifenpulver zu nehmen, zum Fluß zu gehen und Staub und Schmutz abzuwaschen, und ein Adeliger oder ein Händler oder ein Arbeiter nicht?“

„Nein, Meister Gotama. Sei es ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter—jene aus allen vier Kasten sind dazu fähig, einen Badeschwamm und Seifenpulver zu nehmen, zum Fluß zu gehen und Staub und Schmutz abzuwaschen.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, ein kopfgesalbter adeliger König würde hundert Männer von unterschiedlicher Geburt versammeln und zu ihnen sagen: ,Kommt, meine Herren, all jene, die in eine adelige Familie oder eine brahmanische Familie oder eine königliche Familie geboren wurden, sollen einen Reibestock aus Sāla-Holz, Salaḷa-Holz, Sandel-Holz oder aus dem Holz des Granatapfelbaumes nehmen und damit ein Feuer entfachen und Hitze hervorbringen. Und all jene, die in eine Familie von Unberührbaren geboren wurden, eine Familie von Fallenstellern, eine Familie von Korbflechtern, eine Familie von Stellmachern oder eine Familie von Straßenkehrern, sollen einen Reibestock nehmen, der aus dem Holz von einem Wassernapf für Hunde, einem Schweinetrog, einem Abfalleimer oder aus Rizinusöl-Holz hergestellt wurde und damit ein Feuer entfachen und Hitze hervorbringen.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Wenn von jemandem aus der ersten Gruppe ein Feuer entfacht und Hitze hervorgebracht wird, würde jenes Feuer eine Flamme haben, Farbe und Schein, und wäre es möglich, es für Zwecke zu verwenden, für die Feuer geeignet ist, dagegen, wenn von jemandem aus der zweiten Gruppe ein Feuer entfacht und Hitze hervorgebracht wird, würde jenes Feuer keine Flamme haben, keine Farbe und keinen Schein, und wäre es nicht möglich, es für Zwecke zu verwenden, für die Feuer geeignet ist?“

„Nein, Meister Gotama. Wenn von jemandem aus der ersten Gruppe ein Feuer entfacht und Hitze hervorgebracht wird, dann würde jenes Feuer eine Flamme haben, Farbe und Schein, und wäre es möglich, es für Zwecke zu verwenden, für die Feuer geeignet ist. Und wenn von jemandem aus der zweiten Gruppe ein Feuer entfacht und Hitze hervorgebracht wird, dann würde jenes Feuer auch eine Flamme haben, Farbe und Schein, und wäre es möglich, es für Zwecke zu verwenden, für die Feuer geeignet ist. Denn jegliches Feuer hat eine Flamme, Farbe und Schein, und es ist möglich, jegliches für Zwecke zu verwenden, für die Feuer geeignet ist.“

„Welches Argument stärkt dann den Brahmanen den Rücken, oder welche Autorität gibt ihnen Recht, wenn sie sagen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā‘?“

„Obwohl Meister Gotama so spricht, meinen die Brahmanen dennoch: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, ein adeliger Jugendlicher würde mit einem brahmanischen Mädchen schlafen, und ein Sohn würde aufgrund von diesem Beischlaf geboren werden. Sollte der Sohn, der von einem adligen Jugendlichen und einem brahmanischen Mädchen stammt, ein Adeliger genannt werden, nach dem Vater, oder ein Brahmane, nach der Mutter?“

„Er könnte beides genannt werden, Meister Gotama.“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, ein brahmanischer Jugendlicher würde mit einem adeligen Mädchen schlafen, und ein Sohn würde aufgrund von diesem Beischlaf geboren werden. Sollte der Sohn, der von einem brahmanischen Jugendlichen und einem adeligen Mädchen stammt, ein Adeliger genannt werden, nach der Mutter, oder ein Brahmane, nach dem Vater?“

„Er könnte beides genannt werden, Meister Gotama.“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, eine Stute würde von einem Esel-Hengst gedeckt werden, und ein Fohlen würde aufgrund dessen geboren werden. Sollte das Fohlen ein Pferd genannt werden, nach der Mutter, oder ein Esel, nach dem Vater?“

„Es ist ein Maultier, Meister Gotama, da es weder zur einen, noch zur anderen Art gehört. Ich sehe einen Unterschied in diesem zuletzt genannten Fall, aber ich sehe keinen Unterschied in einem der vorher genannten Fälle.“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, es gäbe zwei brahmanische Studenten, die Brüder sind, von derselben Mutter geboren, der eine fleißig und klug, und der andere weder fleißig noch klug; welchem von ihnen würden Brahmanen bei einer Bestattungszeremonie zuerst zu essen geben oder bei einer zeremoniellen Darbringung von Milchreis, oder bei einem Opferfest oder bei einem Fest für Gäste?“

„Bei solchen Anlässen würden Brahmanen zuerst dem zu essen geben, der fleißig und klug ist, Meister Gotama; denn wie könnte das große Frucht bringen, was einem gegeben wird, der weder fleißig noch klug ist?“

„Was meinst du, Assalāyana? Angenommen, es gäbe zwei brahmanische Studenten, die Brüder sind, von derselben Mutter geboren, der eine fleißig und klug, aber sittenlos und von schlechtem Charakter, und der andere weder fleißig noch klug, aber sittsam und von gutem Charakter; welchem von ihnen würden Brahmanen bei einer Bestattungszeremonie zuerst zu essen geben oder bei einer zeremoniellen Darbringung von Milchreis oder bei einem Opferfest oder bei einem Fest für Gäste?“

„Bei solchen Anlässen würden Brahmanen zuerst dem zu essen geben, der weder fleißig noch klug, aber sittsam und von gutem Charakter ist, Meister Gotama; denn wie könnte das große Frucht bringen, was einem gegeben wird, der sittenlos und von schlechtem Charakter ist?“

„Zuerst, Assalāyana, hast du einen Standpunkt eingenommen, der auf Abstammung beruht, und danach hast du einen Standpunkt eingenommen, der auf Schriftgelehrtentum beruht, und danach bist du dazu übergegangen, einen Standpunkt einzunehmen, der auf genau der Grundlage beruht, nach der Läuterung für alle vier Kasten existiert, so wie ich sie beschreibe.“

Nach diesen Worten saß der brahmanische Student Assalāyana stumm da, verzagt, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, verdrossen und teilnahmslos. Als der Erhabene dies zur Kenntnis genommen hatte, sagte er zu ihm:

„Einmal, Assalāyana, als sieben brahmanische Seher in Laubhütten im Wald wohnten, erschien diese schädliche Ansicht in ihnen: ,Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‘ Nun hörte der Seher Devala der Dunkle davon. Da richtete er Haare und Bart zurecht, zog ockerfarbene Kleidung an, zog feste Sandalen an, nahm einen Stab aus Gold und erschien im Hof der sieben brahmanischen Seher. Während der Seher Devala der Dunkle im Hof der sieben brahmanischen Seher auf und ab ging, sprach er: ,Wo sind diese ehrenwerten brahmanischen Seher hingegangen? Wo sind diese ehrenwerten brahmanischen Seher hingegangen?‘ Da dachten die sieben brahmanischen Seher: ,Wer geht da im Hof der sieben brahmanischen Seher auf und ab, wie ein Viehtreiber, und spricht: ›Wo sind diese ehrenwerten brahmanischen Seher hingegangen? Wo sind diese ehrenwerten brahmanischen Seher hingegangen?‹ Wir wollen ihn verfluchen!‘ Dann verfluchten die sieben brahmanischen Seher den Seher Devala den Dunklen mit den Worten: ,Werde zu Asche, Abscheulicher! Werde zu Asche, Abscheulicher!‘ Aber je mehr ihn die sieben brahmanischen Seher verfluchten, desto anmutiger, schöner und stattlicher wurde der Seher Devala der Dunkle. Da dachten die sieben brahmanischen Seher: ,Unsere Askese ist vergeblich, unser heiliges Leben ist fruchtlos; denn wenn wir früher jemanden verfluchten, mit den Worten: ›Werde zu Asche, Abscheulicher! Werde zu Asche, Abscheulicher!‹ dann wurde er immer zu Asche; aber je mehr wir diesen hier verfluchen, desto anmutiger, schöner und stattlicher wird er.‘“

„,Eure Askese ist nicht vergeblich, meine Herren, euer heiliges Leben ist nicht fruchtlos. Aber, meine Herren, beseitigt euren Haß mir gegenüber.‘—,Wir haben unseren Haß dir gegenüber beseitigt, Herr. Wer bist du?‘—,Habt ihr von dem Seher Devala dem Dunklen gehört, meine Herren?‘—,Ja, Herr.‘—,Das bin ich, meine Herren.‘“

„Da gingen die sieben brahmanischen Seher zum Seher Devala dem Dunklen hin und huldigten ihm. Dann sagte er zu ihnen: ,Meine Herren, ich hörte, daß diese schädliche Ansicht in den sieben brahmanischen Sehern erschien, als sie in Laubhütten im Wald wohnten: ›Brahmanen sind die höchste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind von niedrigerem Stand; Brahmanen sind die hellhäutigste Kaste, die Angehörigen anderer Kasten sind dunkel; nur Brahmanen sind rein, Nicht-Brahmanen sind es nicht; allein die Brahmanen sind die Söhne von Brahmā, die Abkömmlinge von Brahmā, aus seinem Mund geboren, von Brahmā geboren, von Brahmā erschaffen, Erben von Brahmā.‹‘—,So ist es, Herr.‘—,Aber meine Herren, wißt ihr, ob die Mutter, die euch geboren hat, nur mit einem Brahmanen ging und niemals mit einem Nicht-Brahmanen?‘—,Nein, Herr.‘—,Aber meine Herren, wißt ihr, ob die Mütter eurer Mütter zurück bis zur siebten Generation nur mit Brahmanen gingen und niemals mit Nicht-Brahmanen?‘—,Nein, Herr.‘—,Aber meine Herren, wißt ihr, ob der Vater, der euch gezeugt hat, nur mit einer Brahmanin ging und niemals mit einer Nicht-Brahmanin?‘—,Nein, Herr.‘—,Aber meine Herren, wißt ihr, ob die Väter eurer Väter zurück bis zur siebten Generation nur mit Brahmaninnen gingen und niemals mit Nicht-Brahmaninnen?‘—,Nein, Herr.‘“

„,Aber meine Herren, wißt ihr, wie die Empfängnis eines Embryos zustande kommt?‘—,Herr, wir wissen, wie die Empfängnis eines Embryos zustande kommt. Da ist die Vereinigung von Mutter und Vater, und die Mutter hat ihre fruchtbaren Tage, und das Wesen, das wiedergeboren wird, ist erschienen. So kommt die Empfängnis eines Embryos durch die Vereinigung dieser drei Dinge zustande.‘“

„,Dann, meine Herren, wißt ihr also mit Sicherheit, ob jenes Wesen, das wiedergeboren wird, ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter ist?‘—,Herr, wir wissen nicht mit Sicherheit, ob jenes Wesen, das wiedergeboren wird, ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter ist.‘—,Nachdem das so ist, meine Herren, was seid ihr dann?‘—,Nachdem das so ist, Herr, wissen wir nicht, was wir sind.‘“

„Nun, Assalāyana, selbst jene sieben brahmanischen Seher waren nicht in der Lage, ihre eigene Behauptung über die Abstammung aufrechtzuerhalten, als sie vom Seher Devala dem Dunklen unter Druck gesetzt, befragt und ins Kreuzverhör genommen wurden. Aber wie willst du deine eigene Behauptung über die Abstammung aufrechterhalten, wenn du von mir unter Druck gesetzt, befragt und ins Kreuzverhör genommen wirst? Du, der du dich auf die Lehrmeinungen der Lehrer verläßt, bist noch nicht einmal ihr Löffelhalter Puṇṇa.“

Nach diesen Worten sagte der brahmanische Student Assalāyana zum Erhabenen: „Großartig, Meister Gotama! Großartig, Meister Gotama! Möge Meister Gotama mich von heute an als Laienanhänger, der zu ihm lebenslang Zuflucht genommen hat, annehmen.“