Mahāvagga

Cammak­khan­dhako

1. Soṇa­koḷi­visa­vatthu

Zu jener Zeit weilte der Erhabene in Rājagaha am Berge Gijjha­kūta. Zu jener Zeit hatte der König von Magadha, Seniya Bimbi­sāra, Herrschaft, Macht und Königswürde über achtzigtausend Dörfer. Zu jener Zeit lebte ein zartgliedriger Kauf­mannssohn mit Namen Sona Kolivisa in Campa, dessen Fußsohlen waren behaart. Dann, nachdem der König von Magadha, Seniya Bimbisāra, die Ober­häup­ter der achtzigtausend Dörfer zusammen­gerufen hatte, sand­te er aus irgendeinem Grund dem Sona Kolivisa einen Boten: Komme Sona, ich wünsche, daß Sona kommt.

Dann sagten der Vater und die Mutter des Sona Kolivisa dem Sona Kolivi­sa: „Der König, lieber Sohn Sona, möchte deine Füße sehen. Mögest du nicht, lieber Sohn Sona, zum König die Füße ausstrecken. Vor dem König mit ge­kreuzten Beinen sitze. Wenn du sitzt, wird der König die Füße sehen.“ Dann holten (sie) den Sona Kolivisa mit einer Sänfte. Dann kam der Sona Kolivisa zum König von Magadha, Seniya Bimbisāra. Dort angekommen, nachdem er den König von Magadha, Seniya Bimbisāra, verehrt hatte, setzte er sich vor dem König mit gekreuzten Beinen nie­der. Da sah der König von Magadha, Seniya Bimbisāra, daß der Sona Ko­livisa Haare auf den Fußsohlen hatte.

Dann, nachdem der König von Magadha, Seniya Bimbisāra, die achtzigtausend Dorf­oberhäupter in weltlichen Angelegenheiten beraten hatte, verabschiedete er sich: Ihr, meine Herren, seid von mir in weltlichen Angelegen­heiten beraten worden, geht und sucht den Erhabenen auf, dann wird (euch) der Erhabene in überwelt­li­chen Angelegenheiten beraten. Dann gingen jene achtzigtausend Dorf­oberhäupter zum Berge Gijjhakūta.

Zu jener Zeit war der ehrwürdige Sāgata der Aufwärter des Erhabenen. Dann kamen jene achtzigtausend Dorfoberhäup­ter zum ehrwür­digen Sāgata. Dort sagten sie dem ehrwürdigen Sāgata folgen­des: „Hier, Ver­ehrungs­würdiger, kamen achtzigtausend Dorfoberhäupter, um den Erhabenen zu sehen. Gut wäre es, Verehrungs­würdi­ger, wenn wir den Erhabenen zu sehen bekämen.“—„Bleibt, würdige (Herren), einen Moment hier, bis ich den Erhabe­nen infor­miert habe.“

Dann, nachdem der ehrwürdige Sāgata vor den achtzigtausend zuschauen­den Dorfoberhäuptern auf der Treppe verschwunden war und vor dem Erhabenen aufgetaucht war, sagte er folgendes: „Hier, Ver­eh­rungswürdiger, sind acht­zigtausend Dorfoberhäupter, die jetzt kamen, um den Erhabenen zu sehen. Wofür der verehrungswürdige Erhabe­ne meint, daß jetzt (die rechte) Zeit ist, das (möge er tun).“—„Dann bereite du, Sāgata, im Schatten der Mönchs­klause den Sitz vor.“

„So sei es, Verehrungswürdiger.“ Dann, nachdem der ehrwürdige Sāgata dem Erhabenen zugestimmt hatte, einen Sitz genommen hatte, vor dem Erhabenen verschwunden war, vor jenen achtzigtausend zuschauenden Dorf­oberhäuptern auf der Treppe aufgetaucht war, bereitete er die Sitze im Schatten der Mönchsklause vor. Dann hat der Erhabene, nachdem er aus der Mönchs­klause herausgetre­ten war, sich auf den vorbereiteten Sitz nieder­gesetzt, im Schat­ten der Mönchsklause.

Dann kamen die achtzigtausend Dorfoberhäupter zum Erhabenen. Dort ver­ehrten sie den Erhabenen und setzten sich beiseite nieder. Dann gaben die achtzigtausend Dorfoberhäupter Hochachtung nur dem ehr­würdigen Sā­gata, aber nicht in der gleichen Weise dem Erhabe­nen. Dann, als der Erhabene mit seinem Geist den Gedankengang der achtzigtausend Dorfoberhäupter erkannt hatte, sprach er den ehr­würdigen Sāga­ta an: „Daher zeige du, Sāgata, noch mehr über­weltliche Dinge, die auf Wunderkräften (beruhen).“—„So sei es, Ver­ehrungswürdiger.“ Nach­dem der ehrwürdige Sāgata (dies) dem Erhabenen geantwortet hatte, in den Himmel aufgestiegen war, ging (er) im freien Luft­raum auf und ab, (dort) stand er, saß er, nahm eine liegende Position ein, stieß Rauch aus, brannte und ver­schwand.

Nachdem so der ehrwürdige Sāgata im freien Luftraum verschie­denartige übermenschliche Fähigkeiten und geistige Wunder(din­ge) sehen ließ, seinen Kopf zu Füßen des Erhabenen gebeugt hatte, sagte er dem Erhabenen folgen­des: „Verehrungswürdiger, der Erhabene ist mein Lehrer, ich bin der Schüler. Verehrungs­würdiger, der Erhabene ist mein Lehrer, ich bin der Schüler.“ Die achtzigtausend Dorfoberhäupter (sagten): „Das ist wirklich ein Wunder, das ist wahr­lich ein Mirakel, der Hörer (Schüler) so­gar hat diese großen Wunder­kräfte, diese Macht. Wie in der Tat wird wohl die des Lehrers sein?“ (Sie) gaben nur dem Erha­be­nen Hochachtung, nicht in gleicher Weise dem ehr­würdigen Sāga­ta.

Dann, nachdem der Erhabene in seinem Geist die Gedankengänge der acht­zigtausend Dorfoberhäupter erkannt hatte, gab ihnen der Erha­bene eine einführende Lehre in folgender Weise: er sprach über das Geben, die Sitt­lichkeit, den Himmel, das Elend und die Nichtigkeit und die Verderbtheit der Sinnes­genüsse, die Vorteile des Ver­zichtes. Als der Erhabene wußte, daß sie in der Gemütsverfassung zu­gänglich, sanft, unvoreingenommen, froh, hell waren, da hat (der Erhabene) diese verkündet, wel­ches ist die zusammen­gefaßte Lehre der Buddhas, nämlich das Leid, seine Entstehung, seine Über­windung und den Weg dazu. Genauso, wie ein sauberer fleckenloser Stoff gut Farbe anneh­men würde, so ging ihnen dort auf dem Sitz das reine, klare Auge der Wahrheit auf: Wenn irgend etwas als eine Eigenschaft das Entstehen hat, alles das hat als seine Eigenschaft das Ver­gehen.

Dann, nachdem sie die Wahrheit gesehen, die Wahrheit erlangt, die Wahrheit verstanden, die Wahrheit durchdrungen, den Zwei­fel überwunden, die Unge­wißheit beseitigt, die voll­kom­mene Zuversicht aus eigener Kraft in der Lehre erlangt hatten, sag­ten sie folgendes: „Sehr, sehr gut, Verehrungswürdiger, wie wenn (man) etwas Umge­drehtes richtig hinstellen würde oder etwas Verdecktes aufdecken würde oder einem Verirrten den Weg zeigen würde oder wie wenn man in der Dunkelheit eine Öllampe hinhal­ten würde, damit, wer Augen hat, die Gestalten sieht, genauso hat der Erha­bene auf verschiedene Weise die Lehre ver­kündet. Wir, Erhabe­ner, nehmen unsere Zuflucht zum Erhabenen, zur Lehre wie auch zum Mönchssangha, der Erhabene möge uns als Lai­enanhängerinnen an­nehmen, die von heute an für das ganze Leben ihre Zuflucht genommen haben.“

Da kam dem Sona Kolivisa folgender Gedanke: Soweit ich die vom Erhabenen dargelegte Lehre verstehe, ist es nicht einfach (für jemanden), der im Haus lebt, den völlig vollkommenen, völ­lig reinen, perlmuttgleichen Reinheitswandel zu gehen. So laß mich nun, nachdem ich Haare und Bart geschoren habe, die gelb­braune Robe angelegt habe, vom Haus in die Hauslosigkeit ge­hen. Dann, nachdem jene achtzigtausend Dorfoberhäupter durch die Rede des Erhabenen erfreut waren, beglückt waren, standen sie von den Sitzen auf, verehrten den Erha­benen, gingen rechts (um den Erhabenen) herum und gingen fort.

Danach, nicht lange nachdem die achtzigtausend Dorfoberhäupter gegan­gen waren, kam Sona Kolivisa zum Erhabe­nen. Dort, nachdem er den Erhabenen verehrt hatte, setzte er sich beiseite nie­der. Beiseite sitzend sagte Sona Kolivisa dem Erhabenen folgen­des: „Soweit ich die vom Erhabenen dargelegte Lehre ver­stehe, ist es nicht einfach (für jemanden), der im Haus lebt, den völ­lig voll­kommenen, völ­lig reinen, perlmuttgleichen Reinheits­wandel zu gehen. Ich wünsche, Verehrungswürdiger, nachdem ich Haare und Bart geschoren habe, die gelb­braune Robe angelegt habe, vom Haus in die Hauslosigkeit zu ge­hen. Möge mich der Erha­bene ordinieren.“ Da erhielt der Sona Kolivisa vom Erha­benen die Ordination, die Vollordination. Nicht lange, nachdem er voll­ordiniert war, verweilte der ehrwürdige Sona Kolivisa im Sītahain.

Wegen der übermäßig begonnenen Anstrengung bei der Gehmedita­tion brach (die Haut) der Füße auf. Der Gehmedita­tionsweg wur­de mit Blut befleckt wie ein Rinderschlacht(platz). Als der ehrwürdige Sona allein und abgeschieden verweilte, kam in sei­nem Geiste folgender Gedanke auf: Sicherlich verweilen hier einige Hörer (Schüler) des Erhabenen, die Anstrengungen begon­nen haben. Ich bin einer davon. Trotzdem bin ich nicht befreit von den Beein­flussungen durch Nichtergreifen, und außerdem gibt es in meiner Familie doch Reichtum. Es ist möglich, Reich­tum zu genießen und gute Werke zu tun. So laß mich nun, nach­dem ich zum Laienleben zurückgekehrt bin, den Reichtum ge­nießen und gute Werke tun.

Der Erhabene erkannte in seinem Geist den Gedankengang des ehrwürdigen Sona. Wie ein kräftiger Mann den gebeugten Arm streckt oder den gestreck­ten Arm beugt, so verschwand er vom Berge Gijjhakūta und erschien im Sītahain. Dann ging der Erha­bene, mit vielen Mönchen von einer Unterkunft zur nächsten wan­dernd, zum Gehmedita­tionsweg des ehrwürdigen Sona. Dort sah der Erhabene, daß der Gehmeditationsweg des ehrwürdigen Sona mit Blut beschmutzt war. Das gesehen habend sprach der die Mönche an: „Warum ist der Gehmeditations­weg, ihr Mönche, mit Blut be­fleckt, wie ein Rinder­schlacht(platz)?“—„Wegen der übermäßig begonnenen Anstrengung des ehr­würdigen Sona bei der Gehmedita­tion brach (die Haut) der Füße auf. Der Gehmeditations­weg wur­de mit Blut befleckt wie ein Rinderschlacht(platz).

Dann näherte sich der Erhabene der Behausung des ehrwürdigen Sona. Dort setzte er sich auf einen vor­bereiteten Sitz. Der ehrwürdige Sona, nachdem er den Erhabenen verehrt hatte, setz­te sich beiseite nieder. Der Erhabene sagte dem beiseite sit­zenden ehrwürdigen Sona folgendes: „Ist es nicht so, Sona, daß als du allein und abgeschieden verweiltest in deinem Geist folgender Gedanke aufkam: Sicherlich verweilen hier einige Hörer (Schüler) des Erhabe­nen, die Anstrengungen begon­nen ha­ben. Ich bin einer davon. Trotzdem bin ich nicht befreit von den Beeinflussungen durch Nichtergreifen, es gibt in meine Familie doch Reichtum. Es ist möglich, Reichtum zu genießen und gute Werke zu tun. So laß mich nun, nachdem ich zum Laien­leben zurückgekehrt bin, den Reichtum genießen und gute Werke tun.“—„So ist es, Verehrungs­würdiger.“—„Was meinst du, Sona, warst du fähig, vorher, als Laie, gut Musik auf der Laute zu spie­len?“—„So ist es, Verehrungswürdiger.“—„Was meinst du, Sona, wenn die Saiten deiner Laute übermäßig straff gespannt sind, wird dann deine Laute zu dieser Zeit gut klingen, (zum spie­len) ge­eignet sein?“—„Das ist nicht so, Verehrungswürdi­ger.“

„Was meinst du, Sona, wenn die Saiten deiner Laute übermäßig schlaff gespannt sind, wird dann deine Laute zu dieser Zeit gut klingen, (zum spie­len) geeignet sein?“—„Das ist nicht so, Verehrungswürdiger.“—„Was meinst du, Sona, wenn die Saiten deiner Laute weder übermäßig straff noch über­mäßig schlaff, sondern gleichmäßig gespannt sind, wird dann deine Laute zu die­ser Zeit gut klingen, (zum spie­len) geeignet sein?“—„So ist es, Vereh­rungswürdi­ger.“—„Genauso, Sona, führt übermäßig be­gonnene Anstrengung zu Aufgeregt­heit und zu schwache Anstren­gung zu Trägheit.

Daher, Sona, mußt du dir fest vornehmen, die Anstrengung im (Gleich)maße zu halten, das (Gleich)maß (deiner) Fähigkeiten zu verwirklichen, dieses nimm als dein (Meditations)objekt.“—„So sei es, Verehrungs­würdiger“, antwortete der ehrwürdige Sona dem Erhabenen. Da hat der Erhabene den ehrwürdigen Sona durch dieses belehrt. Nachdem er ihn belehrt hatte, verschwand er im Sīta­haine vor dem Angesicht des ehrwürdigen Sona und erschien auf dem Berg Gijjhakūta so schnell wie ein kräftiger Mann den gestreckten Arm beugt oder den gebeugten Arm streckt.

Da hat der ehrwürdige Sona sich nachher fest vorgenommen, die An­stren­gungen im (Gleich)maß zu halten, das (Gleich)maß der Fä­higkeiten zu ver­wirklichen. Das nahm er als ein (Medita­tions)objekt. Da hat der ehrwürdige Sona einsam, achtsam, eif­rig, entschlossen verweilt. Nach nicht langer Zeit hat er, worum Söhne aus gutem Hause in guter Weise vom Hause in die Hauslosig­keit gehen, jenes Ziel des unübertroffenen Reinheits­wandels, erreicht. Nach­dem er schon in diesem Leben selbst die Weisheit verwirklicht hatte, verweilte er in diesem Zustand und er verstand: die Geburt ist zerstört, vollendet der Reinheits­wan­del, das zu Tuende getan, nach diesem folgt nichts mehr. Einer der Hei­ligen war der ehrwürdige Sona geworden.

Dann kam dem ehrwürdigen Sona, als er die Heiligkeit erreicht hatte, folgen­der Gedanke: So laß mich nun beim Erhabenen das völlige Verstehen erklären. Dann ging der ehrwürdige Sona zum Erhabenen. Dort, nachdem er den Erha­benen verehrt hatte, setz­te er sich beiseite nieder. Beiseite sitzend sagte der ehrwür­dige Sona dem Erhabenen folgendes:

„Derjenige Mönch, Verehrungswürdiger, der ein Heiliger ist, die Beeinflus­sungen zerstört hat, (den Reinheitswandel) gelebt hat, das zu Tuende getan hat, die Last abgelegt hat, das gute Ziel erreicht hat, die Fesseln des Wer­dens völlig zerstört hat, befreit durch völliges Verständnis, gibt sich sechs Dingen hin:

  • gibt sich der Ablösung hin,
  • gibt sich der völligen Ein­samkeit hin,
  • gibt sich der Haßlosigkeit hin,
  • gibt sich der Vernichtung des Ergreifens hin,
  • gibt sich der Vernichtung des Durstes hin,
  • gibt sich der Nichtverblendung hin.

Wenn hier, Verehrungswürdiger, irgendeinem Ehrwürdigen fol­gen­der Gedanke käme: Nur wegen eines Maßes an Vertrauen gibt sich dieser Ehrwürdige der Ablösung hin. So soll man dieses, Ver­ehrungswürdiger, nicht (so) sehen. Ein Mönch, Verehrungswürdiger

  • der die Beeinflussungen zerstört hat,
  • (den Reinheitswan­del) ge­lebt hat,
  • das zu Tuende getan hat,
  • einer, der das Selbst nicht mehr sieht,
  • dem Getanem nichts mehr hinzufügt,
  • die Gier ver­nichtet hat, den Zustand frei von Gier hat, der gibt sich der Ablösung hin,
  • einer der den Haß vernichtet hat, den Zustand von Haßlosig­keit erreicht hat, der gibt sich der Ablö­sung hin.
  • Einer der die Verblendung vernichtet hat, den Zu­stand frei von Verblendung erreicht hat, der gibt sich der Ablösung hin.

Wenn hier, Verehrungswürdiger, irgendeinem Ehrwürdigen fol­gen­der Gedanke käme: Nur wegen des Trachtens nach Gewinn, Ehre und Ruhm gibt sich dieser Ehrwürdige der absoluten Einsamkeit hin. So soll man dieses, Ver­ehrungs­würdiger, nicht (so) sehen. Ein Mönch, Ver­ehrungswürdiger

  • der die Beeinflussungen zerstört hat,
  • (den Reinheitswan­del) ge­lebt hat,
  • das zu Tuende getan hat,
  • ei­ner, der das Selbst nicht mehr sieht,
  • dem Getanem nichts mehr hinzu­fügt,
  • die Gier ver­nichtet hat, den Zustand frei von Gier hat, der gibt sich der absoluten Einsamkeit hin,
  • einer der den Haß ver­nichtet hat, den Zustand von Haßlosigkeit erreicht hat, der gibt sich der absoluten Einsamkeit hin.
  • Einer, der die Ver­blendung ver­nichtet hat, den Zu­stand frei von Verblendung er­reicht hat, der gibt sich der absoluten Einsamkeit hin.

Wenn hier, Verehrungswürdiger, irgendeinem Ehrwürdigen folgen­der Gedanke käme: Vom Wesentlichen fällt dieser Ehrwürdige ab und hängt an Regeln und Riten und gibt sich der Nachfolge der Haßlosigkeit hin. So soll man die­ses, Ver­ehrungs­würdiger, nicht (so) sehen ..... Einer, der die Ver­blendung ver­nichtet hat, den Zu­stand frei von Verblendung er­reicht hat, der gibt sich der Haßlosigkeit hin.

  • Vernichtet ist Gier, völlig gierlos gibt er sich der Vernich­tung des Anhaftens hin.
  • Vernichtet ist Haß, völlig haßlos gibt er sich der Vernich­tung des An­haftens hin.
  • Vernichtet ist Ver­blendung, völlig unverblendet gibt er sich der Vernich­tung des An­haftens hin.
  • Vernichtet ist Gier, völlig gierlos gibt er sich der Vernich­tung des Durstes hin.
  • Vernichtet ist Haß, völ­lig haßlos gibt er sich der Vernich­tung des Durstes hin.
  • Ver­nichtet ist Ver­blendung, völlig unverblendet gibt er sich der Vernich­tung des Durstes hin.
  • Vernichtet ist Gier, völlig gier­los gibt er sich der Unverblendung hin.
  • Vernichtet ist Haß, völ­lig haßlos gibt er sich der Unverblendung hin.
  • Ver­nichtet ist Ver­blendung, völlig unverblendet gibt er sich der Unver­blendung hin.

So, bei einem Mönch, dessen Gemüt vollkommen befreit ist, Ver­ehrungs­würdi­ger,

  • wenn dem mächtige sichtbare Gestalten in Reichweite des Auges kommen, nicht wird sein Gemüt ergriffen, rein (ungemischt) bleibt sein Gemüt, fest, unverrückbar sieht er dessen Vergehen.
  • Wenn mächtige hörbare Geräu­sche,
  • riech­bare Gerüche,
  • schmeckbare Geschmäcker,
  • tastbare Berührun­gen,
  • denk­bare Dinge in Reichweite des Geistes kommen, nicht wird sein Gemüt ergriffen, rein (ungemischt) bleibt sein Gemüt, fest, unverrückbar sieht er dessen Vergehen.

Wie, Verehrungs­würdiger, ein Felsen, ein Berg, ungeteilt, unausgehöhlt, soli­de, wenn aus östlicher Richtung starker Wind und Regen kommen würde, nicht zittern, beben, er­schüttern wür­de, wenn aus westlicher, nördli­cher, südlicher Richtung star­ker Wind und Regen kommen würde, nicht zittern, be­ben, er­schüt­tern würde, genauso, Verehrungs­würdiger, bei einem Mönch, des­sen Gemüt vollkommen befreit ist, Ver­ehrungs­würdi­ger, wenn dem mächtige sicht­bare Gestalten in Reichweite des Auges kommen, ..... nicht wird sein Gemüt ergriffen, rein (ungemischt) bleibt sein Geist, fest, unverrückbar sieht er dessen Verge­hen.

Bei einem, dessen Geist der Ablösung und der völligen Einsam­keit hingege­ben ist,
hingegeben der Haßlosigkeit, hingegeben der Vernichtung des Er­grei­fens,
hingegeben der Vernichtung des Durstes, mit unverblendetem Geist;
sah er das Entstehen der Sinnesgrundlagen, wird sein Gemüt völlig befreit.
Für jene völlig befreiten Mönche, deren Gemüt zur Ruhe gekom­men ist, ist zum Getanen nichts mehr hinzuzufügen, nichts gibt es mehr zu tun. Wie ein Stein, solide, durch den Wind nicht zu er­schüt­tern ist,
so das alles, Gestalten, Geschmäcker, Geräu­sche, Gerüche, Berührungen, ange­nehme und unangenehme Denkob­jekte, nicht bewegen (diese) einen Solchen.
Fest und völlig be­freit ist das Gemüt, er sieht dessen Vergehen.

2. Diguṇā­di­u­pāha­na­paṭik­khepa

Dann sprach der Erhabene die Mönche an: So erklären, ihr Mön­che, die Söhne aus gutem Haus das völlige Ver­ständnis. Der Zweck ist gesagt, das Selbst tritt nicht (mehr) hervor. Ich meine, daß jetzt einige törichte Menschen zum Spaß vollkomme­nes Verständ­nis verkünden (würden), jenen wird nachher Unglück entstehen.

Dann sprach der Erhabene den ehrwürdigen Sona an: „Du bist ein Zart­gliedriger. Ich erlaube dir, Sona, eine einriemige Sandale.“—„Ich, Vereh­rungs­würdiger, habe achtzig Wagen voll Gold und eine Herde mit sieben Elefanten aufgegeben und bin vom Haus in die Hauslosigkeit gegangen. Es wird einige geben die sagen: Sona Kolivisa hat achtzig Wagen voll Gold und eine Herde mit sieben Ele­fanten aufgegeben und ist vom Haus in die Hauslo­sigkeit gegan­gen, aber jetzt hängt dieser an einer einriemigen Sandale

Wenn der Erhabene dem Mönchssangha erlaubt, werde auch ich (da­von) Gebrauch machen, wenn der Erhabene dem Mönchssangha nicht erlaubt, werde auch ich (davon) nicht Gebrauch machen. Dann, nachdem der Erhabene aus diesem Anlaß eine Lehrrede ge­halten hatte, sprach er die Mönche an: „Ich erlaube, ihr Mön­che, ein­riemige Sandalen; nicht, ihr Mönche, soll man zweifa­che (riemi­ge) Sandalen tragen, nicht soll man dreifache Sandalen tra­gen, nicht soll man mehrfache (riemige) Sandalen tragen. Wer so tragen würde, begeht ein dukkata Vergehen.

3. Sabba­nīlikā­dipa­ṭik­khepa

Zu jener Zeit trug die Sechsergruppe Mönche völlig blaue Sanda­len, völlig gelbe Sandalen, völlig rote Sandalen, völlig pur­pur­ne Sandalen, völlig schwar­ze Sandalen, völlig orange San­dalen, völlig vielfarbige Sandalen. Die Menschen wurden ver­ärgert, unruhig, erregt: Wie Sinnengenüsse genießende Laien. Dem Erha­benen erzählten sie diesen Sachverhalt. „Nicht, ihr Mönche, soll man völlig blaue ...etc... Sandalen tragen. Wer so trägt begeht, ein dukkata Ver­gehen.

Zu jener Zeit trug die Sechsergruppe Mönche Sandalen, die blau umrandet waren ... „Nicht, ihr Mönche, soll man blau umrandete Sandalen tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Ver­gehen.“

Zu jener Zeit trug die Sechsergruppe Mönche Sandalen (folgende Über­setzung ist nicht ganz sicher): mit Absätzen, Sandalen, die bis zum Knie reichten, Schnür­schuhe, baumwollgefütterte Schu­he, schillernde Farben, mit Widderhör­nern versehene, mit Zie­gen­hör­nern verse­hene, mit Skorpionen versehene, mit Pfauenfedern ver­sehene, mit Stickerei versehene. Die Menschen wurden ver­ärgert, unruhig, erregt: Wie Sin­nengenüsse genießende Laien. Dem Erha­benen erzählten sie diesen Sach­ver­halt. „Nicht, ihr Mönche, soll man Sandalen mit Absätzen ...... tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Ver­gehen.“

Zu jener Zeit trug die Sechsergruppe Mönche Sandalen aus Löwen­fell herge­stellt, aus Tigerfell hergestellt, aus Leopardenfell hergestellt, aus dem Fell der schwarzen Antilope, Otternleder, Katzenleder, Eichhörnchenleder, Eulenfell ... „Nicht, ihr Mönche, soll man Sandalen aus Löwenfell ...... tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Ver­gehen.“

4. Omukka­guṇaṅ­gu­ṇū­pāha­nā­nu­jānana

Dann, nachdem der Erhabene am Vormittag aufgestanden war, Almosenschale und Robe genommen hatte, ging er auf Almosengang nach Rājagaha mit einem gewissen Mönch im Gefolge. Jener Mönch ging hinkend hinter dem Erhabenen her. Da sah ein gewisser Laienanhänger, der seine vielriemigen Sandalen angezogen hat­te, den Erhabenen aus der Ferne kommen. Nachdem er das gese­hen hatte, die Sandalen ausgezogen hatte, ging er zum Erhabe­nen. Dort, nachdem er den Erhabenen begrüßt hatte, ging er zum Mönch. Dort, nachdem er den Mönch begrüßt hatte, sagte er fol­gendes:

„Warum, Verehrungswürdiger, hinkt der Herr?“—„Meine Füße, Bru­der, sind aufgerissen.“—„Hier, Verehrungs­würdiger, sind San­dalen.“—„Nein, Bruder, vielriemige Sandalen sind vom Erhabenen abgelehnt worden.“—„Nimm diese Sandalen, oh Mönch.“ Dann, nachdem der Erhabene in diesem Zusammenhang eine Lehrrede ge­halten hatte, sprach er die Mönche an: „Ich erlaube, ihr Mön­che, gebrauchte, vielriemige Sandalen. Nicht, ihr Mönche, soll man neue, vielriemige Sandalen tragen. Wer so tragen würde, begeht ein dukkata Ver­gehen.

5. Ajjhārā­me­u­pāha­na­paṭik­khepa

Zu jener Zeit ging der Erhabene unter freiem Himmel ohne San­dalen auf und ab. Die Theramönche dachten: Der Lenker ging ohne Sandalen auf und ab. So gingen auch die Theramönche ohne Sandalen auf und ab. Die Sechsergrup­pe Mönche ging mit San­dalen auf und ab, während der Lenker ohne Sandalen auf und ab ging und auch die Theramönche ohne Sanda­len auf und ab gingen. Die Mön­che, die mäßig waren, wurden verärgert, unruhig, erregt: Wie kann die Sechsergrup­pe Mönche mit Sandalen auf und ab gehen, während der Lenker ohne Sandalen auf und ab ging und auch die The­ramönche ohne Sanda­len auf und ab gingen?

Dann erzählten jene Mönche dem Erhabenen den Sachverhalt. „Ist es wahr, wie man sagt, ihr Mönche, daß die Sechsergrup­pe Mön­che mit Sandalen auf und ab geht, während der Lenker ohne San­dalen auf und ab ging und auch die Theramönche ohne Sanda­len auf und ab gingen ?“—„Das ist wahr, Erha­be­ner.“ Da tadelte der Erwachte, Erhabene: „Wie können jene törichten Men­schen, ihr Mönche, mit Sandalen auf und ab gehen, während der Lenker ohne San­dalen auf und ab ging und auch die Theramönche ohne Sanda­len auf und ab gingen? Sogar die Laien, ihr Mönche, die weiß­gekleideten, verhalten sich ihren Lehrern gegenüber mit Ver­ehrung und Respekt und Höflichkeit auf­grund des gelehrten Le­benserwerbs.

So auch leuchtet ihr, ihr Mönche, die ihr in dieser gut dar­gelegten Lehre und Zucht in die Hauslosigkeit gegangen seid. Seid respektvoll, verweilt mit Verehrung, Respekt, Höflichkeit ge­gen die Lehrer und die, die den Lehrern gleichen, die Unter­weiser, und die, die den Unterweisern gleichen. Dies ist nicht, ihr Mönche, um die Unzufriedenen zufrieden zu stellen und die Zufrie­denheit der Zufriedenen zu mehren.“ Nachdem der Erhabene getadelt hatte, eine Lehrrede gehalten hatte, sprach der die Mönche an: „Nicht soll man, Ihr Mönche, wenn die Lehrer und die, die den Lehrern gleichen, die Unter­weiser, und die, die den Unterweisern gleichen ohne Sandalen auf und ab gehen mit San­dalen auf und ab gehen. Wer so auf und ab geht, begeht ein duk­kata Vergehen. Nicht soll man im Klosterbezirk Sandalen tra­gen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Vergehen.“

Zu jener Zeit hatte ein gewisser Mönch ein Hühnerauge. Die Mönche, jenen gestützt habend, führten ihn nach draußen zum Harn und Kot lassen. Da sah der Erhabene, als er bei der Un­terkunft vorbeiging, daß jene Mönche den Mönch gestützt habend ihn nach draußen führten, um Harn und Kot zu lassen. Nach­dem er das gesehen hatte, ging er zu den Mönchen. Dort sagte er jenen Mönchen:

„Was, ihr Mönche, ist dieses Mönches Krankheit?“—„Dieses Ehr­würdigen Krankheit, Verehrungswürdiger, ist ein Hühnerauge, darum führen wir ihn gestützt habend nach draußen zum Harn und Kot lassen.“ Nachdem der Erhabene aus diesem Anlaß eine Lehr­rede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: „Ich erlaube, ihr Mönche, wessen Füße schmerzen oder aufgeris­sen sind oder Hühneraugen haben, Sandalen zu tragen.“

Zu jener Zeit stiegen die Mönche mit ungewaschenen Füßen auf den Liege­platz, auf den Stuhl. Die Robe und die Unterkunft wurden schmutzig. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachver­halt. „Ich erlaube, ihr Mönche, im Gedanken: Jetzt werde ich auf den Liegeplatz, auf den Stuhl steigen, Sandalen zu tra­gen.“

Zu jener Zeit gingen die Mönche in der Nacht zur Uposathahal­le oder zu einer Zusammenkunft. In der Dunkelheit traten sie auf Baumstümpfe und Dornen, die Füße schmerzten. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachver­halt. „Ich erlaube, ihr Mönche, innerhalb des Klosterbezirks Sandalen zu tra­gen, eine Fackel, eine Lampe, einen Gehstock.“

6. Kaṭṭha­pādukā­dipa­ṭik­khepa

Zu jener Zeit hat die Sechsergruppe Mönche, nachdem sie im letzten Teil der Nacht aufgestanden waren, in die Holzschuhe gestiegen waren, unter freiem Himmel auf und ab gegangen wa­ren, laute Geräusche, große Geräusche, Räus­pern, gemacht. Sie hatten verschiedene niedrige Gespräche wie über: Köni­ge, Die­be, Großmini­ster, Armee, Unglücke, Kriege, Essen, Trin­ken, Kleider, Schlaf­plätze, Blumenkränze, Parfüm, Verwandte, Fahr­zeuge, Dörfer, Kleinstädte, Städte, Länder, Frauen, Hel­den, Straßen, Brunnen, Ahnen, Unterschiede, weltliche Spekula­tio­nen, Spekulation über das Weltmeer, so wird es oder so wird es nicht. Auf Insekten getreten töteten sie sie, auch die Mön­che brach­ten sie vom Samadhi fort.

Die Mönche, die mäßig waren, wurden verärgert, unruhig, er­regt: Wie kann die Sechsergruppe Mönche, nachdem sie im letzten Teil der Nacht aufgestan­den waren, in die Holzschuhe gestiegen waren, unter freiem Himmel auf und ab gegangen wa­ren, laute Geräusche, große Geräusche, Räuspern, machen? Sie hatten ver­schiedene niedrige Gespräche wie über: Köni­ge .....­ so wird es oder so wird es nicht. Auf Insekten getreten töte­ten sie sie, auch die Mön­che brachten sie vom Samadhi fort. Dann erzählten jene Mönche dem Erha­benen den Sachverhalt. „Ist es wahr, ihr Mönche, wie man sagt, daß die Sechser­grup­pe Mönche, nachdem sie im letzten Teil der Nacht aufgestan­den waren, in die Holzschuhe gestiegen waren, unter freiem Himmel auf und ab gegangen wa­ren, laute Geräusche, große Geräusche, Räuspern, machten? ..... auch die Mönche brachten sie vom Samadhi weg?“—„Das ist wahr, Erhabener.“ Nach­dem er geta­delt hatte, sprach der die Mönche an: „Nicht soll man Holzsan­dalen tragen, wer so trägt, begeht ein dukkata Vergehen.“

Nachdem der Erhabene in Rājagaha, so lange es ihm gefiel, ver­weilt hatte, brach er zu einer Wanderung nach Benares auf. Nach und nach wandernd kam er in Benares an. Dort verweilte der Erhabene in Benares im Isipatana Gazel­len­hain. Zu jener Zeit dachte die Sechsergruppe Mönche: Der Erhabene hat Holzsan­dalen abgelehnt. Nachdem sie veranlaßten, daß junge Palmen gefällt wurden, trugen sie Sandalen aus Palmenblättern. Jene jungen gefällten Palmen vertrockneten. Die Menschen wur­den verärgert, unruhig, erregt: Wie können diese Asketen aus dem Sakyageschlecht, nachdem sie veranlaßten, daß junge Palmen ge­fällt wurden, Sandalen aus Palmenblättern tragen. Jene jun­gen, gefäll­ten Palmen vertrockneten. Die Asketen aus dem Sa­kyage­schlecht ver­letzen Wesen mit einer (Sinnes)Fähigkeit.

Die Mönche hörten, daß jene Menschen verärgert, unruhig, er­regt waren. Dann erzählten jene Mönche dem Erhabenen den Sach­verhalt. „Ist es wahr, wie man sagt, ihr Mönche, daß die Sechsergruppe Mönche, nachdem sie ver­anlaß­ten, daß junge Palmen ge­fällt wurden, Sandalen aus Palmenblättern tragen. Jene jungen, gefäll­ten Palmen vertrockneten?“—„Das ist wahr, Erha­bener.“ Da tadelte der Erwachte, Erhabene: „Wie können jene törichten Men­schen, ihr Mönche, nachdem sie veranlaßten, daß junge Pal­men ge­fällt wurden, Sandalen aus Palmenblättern tragen. Jene jungen, gefäll­ten Palmen vertrock­neten. Die Menschen, ihr Mön­che, halten die Bäume für Lebewe­sen. Dies ist nicht, ihr Mön­che, um die Unzufriedenen zufrieden zu stellen und die Zufrie­denheit der Zufriede­nen zu mehren. Nachdem er getadelt hatte, eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: „Nicht, ihr Mönche, soll man San­dalen aus Palmenblättern tragen, wer so trägt, begeht ein dukkata Vergehen.“

Zu jener Zeit dachte die Sechsergruppe Mönche: Der Erhabene hat Holzsan­dalen abgelehnt. Nachdem sie veranlaßten, daß Bambus gefällt wurde, ... (wie vor) ...

Nachdem der Erhabene in Benares, so lange es ihm gefiel, ver­weilt hatte, brach er zu einer Wanderung nach Bhaddiya auf. Nach und nach wandernd kam er in Bhaddiya an. Dort verweilte der Erhabene im Jātiyāvana. Zu jener Zeit hatten die Mönche in Bhaddiya verschiedenartige Sandalen und weilten sehr beschäf­tigt mit Ver­zierungsarbeiten daran. Sie stellten Tinagras-San­dalen her, ließen sie herstellen, Muñjagras-Sandalen, Reed- Sandalen, Sumpfdattel­palmen-Sandalen, Kamalagras-Sandalen, Wollsandalen. Sie vernachlässigten die Rezitatio­nen, Erklärun­gen, höhere Sittlichkeit, höhere Geisteszustände, höhere Weis­heit.

Diejenigen Mönche, die Mäßige waren, wurden verärgert, unru­hig, erregt: Wie können die Mönche in Bhaddiya verschiedenar­tige Sandalen haben und sehr beschäftigt mit Verzierungsarbei­ten daran weilen? Sie stellten Tinagras-San­dalen her, ließen sie herstellen, Muñjagras-Sandalen, Reed-Sandalen, Sumpf­dat­telpalmen-Sandalen, Kamalagras-Sandalen, Wollsandalen. Sie vernachlässigten die Rezitationen, Erklärun­gen, höhere Sitt­lichkeit, höhere Geisteszustän­de, höhere Weis­heit. Dann er­zählten jene Mönche dem Erhabenen den Sachverhalt. „Ist es wahr, wie man sagt, ihr Mönche, daß die Mönche in Bhaddiya ver­schiedenar­tige Sandalen haben und sehr beschäftigt mit Verzierungsarbei­ten daran weilen? .... Sie vernachlässigten die Rezitationen, Erklärun­gen, höhere Sitt­lichkeit, höhere Geisteszustände, höhere Weis­heit?“—„Das ist wahr, Erha­bener.“ Da tadelte der Erwachte, Erhabene: „Wie können jene törichten Men­schen, ihr Mönche, die Mönche in Bhad­diya ver­schiedenar­tige Sandalen haben und sehr beschäftigt mit Verzierungsarbei­ten daran weilen? ...... Sie ver­nach­lässigten die Rezitationen, Er­klärun­gen, höhere Sitt­lichkeit, höhere Gei­steszustände, hö­here Weis­heit. Nicht ist dies, ihr Mönche, um die Unzufriede­nen zufrieden zu stel­len und die Zu­friedenheit der Zufriedenen zu mehren.“

Nachdem er getadelt hatte, eine Lehrrede gehalten hatte, sprach der die Mönche an: „Nicht, ihr Mönche, soll man tra­gen: Tinagras Sandalen, Muñja­gras-Sandalen, Reed-Sandalen, Sumpf­dattelpalmen-Sandalen, Kamalagras-San­dalen, Wollsandalen, Goldsandalen, Silbersandalen, Edelsteinsandalen, Lapislazu­lis­andalen, Kristallsandalen, Bronzesan­dalen, Glassandalen, Zinn­sandalen, Bleisandalen, Kupfersandalen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Vergehen. Nicht, ihr Mönche, soll man irgendwelche wertvollen (wörtl. vererbbaren) Sandalen tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Vergehen. Ich erlaube, ihr Mönche, drei (Arten) von Sandalen, die für einige Plätze reserviert sind und nicht ver­erbbar sind: Toilettensandalen, Pissoirsandalen, Waschraums­an­dalen.“

Nachdem der Erhabene in Bhaddiya, so lange es ihm gefiel, ver­weilt hatte, brach er zu einer Wanderung nach Sāvatthi auf. Nach und nach wandernd kam er in Sāvatthi an. Dort verweilte der Erhabene in Anāthapindikas Kloster­bezirk. Zu jener Zeit hat die Sechsergruppe Mönche die Kühe, die den Fluß Aciravati überquerten, bei den Hörnern angefaßt, am Ohr angefaßt, am Hals angefaßt, am Schwanz angefaßt, stiegen auf deren Rücken, grif­fen mit begie­rigem Geist nach den Geschlechtsteilen. Die Käl­ber, (unter Wasser) gedrückt, töteten sie.

Die Menschen wurden verärgert, unruhig, erregt: Wie können die Asketen aus dem Sakiyageschlecht die Kühe, die den Fluß Aciravati überquerten, bei den Hörnern anfassen .... die Käl­ber, (unter Wasser) gedrückt, töteten sie. Wie Sinnen­genüsse genießende Laien. Die Mönche hörten, daß die Men­schen verär­gert, unruhig, erregt waren. Dann erzählten jene Mönche dem Erhabenen den Sachverhalt. „Ist es wahr, ihr Mön­che, wie man sagt, daß die Sechsergruppe Mönche die Kühe, die den Fluß Acira­vati überquerten, bei den Hörnern an­fassen ... die Kälber, (unter Wasser) gedrückt, töteten sie?“—„Das ist wahr, Erhabe­ner.“

Nachdem er getadelt hatte, eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: „Nicht soll man, ihr Mönche, Kühe bei den Hörnern anfassen, nicht an den Ohren anfassen, nicht am Hals anfassen, nicht am Schwanz anfassen, nicht auf deren Rücken steigen, wer so aufsteigt, begeht ein dukkata Ver­gehen. Nicht soll man, ihr Mönche, mit begierigem Geist an die Ge­schlechtsteile fassen. Wer so anfaßt, begeht ein thullaccaya Vergehen. Nicht soll man Kälber töten. Wer so tötet, soll nach dem Gesetz behandelt werden (pāc 61).“

7. Yānā­dipa­ṭik­khepa

Zu jener Zeit fuhr die Sechsergruppe Mönche mit einem Wagen, der von Kühen und einem Bullen gezogen wurde, der von Bullen und einer Kuh gezo­gen wurde (oder: der von Kühen gezogen wurde mit einem Mann als Lenker, der von Bullen gezogen wurde mit einer Frau als Lenker). Die Menschen wurden verärgert, unru­hig, erregt: Wie bei einem Umzug am Mahi beim Gan­ges. Dem Er­ha­benen erzählten sie diesen Sachverhalt. „Nicht fahrt, ihr Mön­che, mit einem Wagen. Wer so fährt, begeht ein dukkata Ver­ge­hen.“

Zu jener Zeit, als ein gewisser Mönch im Lande Kosala nach Sāvatthi ging, um den Erhabenen zu sehen, wurde er unterwegs krank. Dann ging jener Mönch vom Weg ab und setzte sich an den Fuß eines gewissen Baumes. Als die Menschen jenen Mönch sahen, sagten sie folgendes: „Wohin, verehrungs­würdi­ger Meister, geht Ihr?“—„Nach Sāvatthi gehe ich, Brüder, den Erhabe­nen zu sehen“

„Komm, Verehrungswürdiger, laß uns gehen.“—„Ich kann das nicht, Brüder, ich bin ein Kranker.“—„Komm, Ehrwürdiger, be­steige einen Wagen.“—„Halt, Brüder, der Erhabene hat Wagen abgelehnt.“ Gewissenhaft bestieg er den Wagen nicht. Dann, nach­dem jener Mönch nach Sāvatthi gegangen war, erzähl­te er den Mönchen diesen Sachverhalt. Die Mönche erzählten dem Erha­benen den Sachverhalt. „Ich erlaube, ihr Mönche, einem Kranken einen Wa­gen.“

Dann kam den Mönchen folgender Gedanke: Mit Frauen oder mit Männern (als Lenker)? Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachverhalt. „Ich erlaube, ihr Mönche, eine Handkarre mit ei­nem Mann“ (als Lenker). Zu jener Zeit entstand einem gewis­sen Mönch durch das Rütteln des Wagens großes Unbehagen. Dem Erha­benen erzählten sie den Sach­verhalt. „Ich erlaube eine Trage oder Sänfte.“

8. Uccāsaya­na­mahā­sayana­paṭik­khepa

Zu jener Zeit benutzte die Sechsergruppe Mönche hohe und breite Betten, näm­lich wie: ein Sofa, einen Divan, eine langhaarige Decke, vielfarbige Decken, weiße Wolldecken, blumengeschmückte Wolldecken, Baumwollüber­decken, Woll­decken mit Ornamenten, Decken mit Wolle an der Außenseite, Wollfelle, Seiden­laken, Seidentü­cher, Teppiche, Elefantendecken, Pferdedecken, Wagen­decken, schwarze Antilopendecken, Kadaliantilopenfell, ein Son­nensegel, eine Couch mit einem roten Kissen an jedem Ende. Nachdem die Menschen durch das Kloster gingen und es sahen, wurden sie verärgert, unruhig, erregt: Wie Laien, die an Sin­nesgenüssen hängen. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sach­verhalt.

„Nicht, ihr Mönche, soll man hohe und breite Betten benutzen wie: ein Sofa, einen Divan .... mit einem roten Kissen an jedem Ende. Wer so benutzt, begeht ein dukkata Vergehen.“

9. Sabba­camma­paṭik­khepa

Zu jener Zeit, als der Erhabene große und breite Betten ab­lehnte, benutzte die Sechsergruppe Mönche große Felle, Löwenfel­le, Tigerfelle, Leopardenfelle. Jene waren im Bettformat ge­schnitten, im Stuhlformat geschnitten, in das Bett wurden sie gelegt, außerhalb des Bettes wurden sie gelegt, in den Stuhl wurden sie gelegt, außerhalb des Stuhls wurden sie g­elegt. Nachdem die Menschen durch das Kloster gingen und es sahen, wurden sie verärgert, unruhig, erregt: Wie Laien, die an Sin­nesgenüssen hängen. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sach­verhalt. „Nicht, ihr Mönche, soll man große Felle benutzen, Löwenfelle, Tigerfelle, Leopardenfelle. Wer so benutzt, begeht ein dukkata Vergehen.“

Zu jener Zeit, als der Erhabene große und breite Betten ab­lehnte, benutzte die Sechsergruppe Mönche Rinderfelle. Jene waren im Bettformat ge­schnitten, im Stuhlformat geschnit­ten, in das Bett wurden sie gelegt, außerhalb des Bettes wurden sie ge­legt, in den Stuhl wurden sie gelegt, außerhalb des Stuhls wurden sie g­elegt. Ein schlechter Mönch und ein schlechter Laie wurden Freunde. Dann, nachdem der schlechte Mönch morgens aufgestanden war, Robe und Almosenschale genommen hatte, zur Behausung jenes schlechten Laien gegangen war, setzte er sich dort auf den vorbereiteten Sitz nieder. Nachdem dieser schlechte Laie zum schlechten Mönch gekommen war, dort den schlech­ten Mönch verehrt hatte, setzte er sich beiseite nie­der.

Zu jener Zeit hatte jener schlechte Laie ein Kalb, jung, hübsch, schön, friedlich, gezeichnet wie ein Leopard. Dann sah der schlechte Mönch intensiv das Kalb an. Da sagte der schlechte Laie dem schlechten Mönch folgendes: „Warum schaut der verehrungswürdige Meister dies Kalb so intensiv an?“—„Von Nutzen für mich, Bruder, ist das Fell dieses Kalbes.“ Dann übergab der schlechte Laie, nachdem er das Kalb getötet und das Fell abgezogen hatte, dem schlechten Mönch das Fell. Dann, nachdem der schlechte Mönch das Fell mit seinem Obergewand be­deckt hatte, ging er fort.

Da folgte jene Kuh (die Mutter), nach dem Kalb begehrend, jenem schlechten Mönch nach. Die Mönche sagten jenes: „Warum, Bru­der, geht dir diese Kuh nach?“—„Ich weiß es nicht, Bruder, warum mir diese Kuh nachfolgt.“ Zu jener Zeit wurde das Ober­gewand jenes Mönches mit Blut befleckt. Die Mönche sagten fol­gendes: „Was tatest du, Bruder, mit deiner Robe?“ Da erzählte jener schlechte Mönch den Mönchen den Sachverhalt. „Hast du, Bruder, jemanden veranlaßt zu töten?“—„So ist es, Bruder.“ Die Mönche, die mäßig waren, wurden verärgert, unruhig, erregt: Wie kann nur jener Mönch veranlassen zu töten. Ist es nicht so, daß der Erhabene das Töten in verschiedener Weise getadelt hat, das Vermeiden von Töten gelobt hat? Dem Erhabenen erzähl­ten sie diesen Sachverhalt.

Dann, nachdem der Erhabene aus diesem Anlaß in diesem Zusam­menhang den Mönchssangha veranlaßt hatte, sich zu versammeln, befragte er jenen schlech­ten Mönch: „Ist es wahr, wie man sagt, daß du, Mönch, jemanden dazu beweg­test zu töten?“—„Das ist wahr, Erhabener“—„Wie kannst du, du törichter Mensch, je­manden dazu bewegen zu töten? Habe ich nicht, du törichter Mensch, auf verschiedenartige Weise das Töten getadelt, das Enthalten vom Töten gelobt? Nicht ist das, törichter Mensch, um die Unzufriedenen zufrieden zu stellen.“ Nachdem er geta­delt hatte, eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: „Nicht soll man jemanden dazu bewegen zu töten. Wer so dazu bewegen würde, soll nach dem Gesetz behandelt werden. Nicht, ihr Mönche, sollt ihr Rinderleder tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Ver­gehen. Nicht, ihr Mönche, soll man Leder tragen. Wer so trägt, begeht ein dukkata Ver­gehen.“

10. Gihi­vika­tānuññā­tādi

Zu jener Zeit hatten Menschen die Betten und die Stühle mit Leder bedeckt, mit Leder umfaßt. Die gewissen­haften Mönche setzten sich nicht darauf nieder. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachverhalt. „Ich erlaube, ihr Mönche, auf den von Lai­en vorbereiteten Sitzen (gihivikatam) niederzusitzen, nicht aber dar­auf zu liegen.“ Zu jener Zeit wurden einige Mönchsbe­hausungen mit Lederbändern zusammengehalten. Die gewissenhaf­ten Mönche setz­ten sich nicht darin nieder. Dem Erhabenen er­zählten sie die­sen Sachverhalt. „Ich erlaube, ihr Mönche, dort niederzusetzen, wo es nur zum Zusammenhalten benutzt wurde.“

Zu jener Zeit ging die Sechsergruppe Mönche mit Sandalen in das Dorf. Die Menschen wurden verärgert, unruhig, erregt: wie sin­nenbegierige Laien. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sach­verhalt. „Nicht soll man, ihr Mönche, mit Sandalen in das Dorf gehen. Wer so geht, begeht ein dukkata Vergehen.“ Zu jener Zeit wurde ein gewisser Mönch krank. Er konnte nicht ohne San­dalen ins Dorf gehen. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sach­verhalt. „Ich erlaube, ihr Mönche, einem kranken Mönch, mit Sandalen ins Dorf zu gehen.“

11. Soṇa­kuṭikaṇ­ṇavat­thu

Zu jener Zeit weilte der ehrwürdige Mahākaccāna in Avanti am Berge Kura­raghara Papāta. Zu jener Zeit war der Laie Sona Ku­tikanna der Pfleger des ehrwürdigen Mahākaccāna. Dann kam der Laienanhänger Sona Kutikanna zum ehrwürdigen Mahākaccāna. Dort, n­achdem er den ehrwürdigen Mahākaccāna verehrt hatte, setzte er sich seitwärts nieder. Seit­wärts sitzend sagte der Lai­enanhän­ger Sona Kutikanna dem ehrwürdigen Mahākac­cāna fol­gen­des: „So­weit ich, Verehrungswür­diger, die vom ehrwürdigen Ma­hākaccāna dargelegte Lehre er­lernte, nicht ist dies einfach für einen im Hause Lebenden den vollständigen, völlig reinen, perlmuttgleichen Reinheits­wandel zu führen. Ich wünsche, Ver­ehrungswürdiger, mir Haare und Bart zu scheren, die gelbbraune Robe mir anzulegen, aus dem Haus in die Hauslosig­keit zu ge­hen. Ordinieren möge mich der Vereh­rungswürdige, der ehrwür­dige Mahākaccāna.“

„Schwierig, Freund Sona (ist es) bis an das Lebensende den Reinheitswandel zu führen, allein zu schlafen, einmal zu es­sen. Gut wäre es, wenn du, Sona, als Hausbesitzer (bleibst) und die Lehre des Erwachten prakti­zierst, bis die richtige Zeit kommt, ­ den Reinheitswandel zu führen, allein zu schlafen, ein­mal zu essen.“ Da ließ der Gedanke der Willens­regung zur Ordi­nation bei dem Laienanhänger Sona Kutikanna nach. Ein zweites Mal kam der Laienanhänger Sona Kutikanna zum ehrwürdigen Mahākaccāna ... Ein drittes Mal .... Dann ordinierte der ehrwürdige Mahā­kaccāna den Laienan­hänger Sona Kutikanna. Zu jener Zeit hatte die Gegend von Avanti­dakkhinapātha wenig Mönche. Da hatte der ehrwürdige Ma­hākaccā­na nach drei Regenzeiten mit Mühe und Schwierig­kei­ten von hier und da einen Mönchssangha mit einer Zehnergruppe zusam­men­gerufen und dem ehrwürdigen Sona die Vollordination gegeben.

12. Mahā­kaccānas­sa­pañca­vara­pari­dassana

Dann, nachdem eine Regenzeit vergangen war und der ehrwürdige Sona allein und abgeschieden verweilte, kam in seinem Geist folgender Gedanke auf: Gehört habe ich, jener Erhabene ist so und so, nicht habe ich ihn von Ange­sicht gesehen. Gehen würde ich, den Erhabenen Heiligen vollkommen Erwach­ten zu sehen, wenn es mein Unterweiser erlauben würde. Dann, nachdem sich der ehr­würdige Sona am Abend aus der Meditation erhoben hatte, ging er zum ehrwürdigen Mahākaccāna. Dort, nachdem er den ehr­würdi­gen Mahākaccāna verehrt hatte, setzte er sich beiseite nieder. Beiseite sitzend sagte der ehrwürdige Sona dem ehrwür­digen Mahākaccāna folgendes:

„Es kam mir, Verehrungswürdiger, als ich allein und abge­schieden verweilte, im Geist folgender Gedanke auf: Gehört habe ich, jener Erhabene ist so und so, nicht habe ich ihn von An­gesicht gesehen. Gehen würde ich, den Erhabe­nen, Heiligen, voll­kommen Erwachten zu sehen, wenn es mein Unterweiser erlau­ben wür­de, gehen würde ich, den Erhabenen, Heiligen, vollkommen Er­wachten zu sehen, wenn es mein Unterweiser erlaubt.“—„Sehr gut, sehr gut Sona, gehe du, Sona, den Erhabenen, Heiligen, vollkommen Er­wach­ten zu sehen.“

Du wirst ihn sehen, Sona, den Erhabenen, den Klarblickenden, Klarblick Gebenden, der seine Sinnesfähigkeiten beruhigt hat, der seinen Geist beruhigt hat, der erlangt hat die höchste Zügelung und Ruhe, der Edle, der gezähmt, beherrscht, gezügelt die Sinne hat. Daher sollst du, Sona, in meinem Namen das Haupt zu Füßen des Erhabenen beugen (und sagen): Mein Unter­weiser, Verehrungswürdiger, der ehrwürdige Mahākaccāna, verehrt den Erhabenen, indem er das Haupt zu (seinen) Füßen beugt. So sollst du auch sagen: In Avantidakkināpatha sind wenig Mönche, nach drei Regenzeiten, nachdem mit Mühe und Schwierigkeiten von hier und dort ein Mönchssangha mit einer Zehnergruppe zusammen­gerufen wurde, habe (ich) die Vollordination erhalten. Ob der Erhabene in Avantidakkināpatha noch einer kleineren Gruppe erlaubt, die Vollordination zu geben.

Avantidakkināpatha, Verehrungswürdiger, hat unfruchtbare Erde, harten (Boden), von Rinderhufen zer­trampelt. Ob der Ver­ehrungswürdige in Avanti­dakkināpatha San­dalen mit mehreren Riemen erlauben würde. In Avanti­dak­kināpat­ha, Verehrungswürdiger, ist den Menschen das Baden wichtig, das Reinigen mit Wasser. Ob der Erhabene in Avantidakki­nāpatha das mehrfache Baden erlauben würde. In Avantidakkinā­patha, Ver­ehrungswürdiger, wird Fell als Unterlage benutzt, Schaf­fell, Ziegenfell, Reh­fell. Wie, Verehrungswürdiger, im mittleren Landesteil, Eragu-, Moragu-, Majjhāru- und Jantugras (benutzt wird), so Verehrungswürdiger, wird in Avantidak­kinā­patha Fell als Unterlage benutzt, Schaffell, Ziegenfell, Reh­fell. Ob der Erhabene in Avantidakkināpatha Fell als Unterlage erlauben würde, Schaffell, Ziegenfell, Rehfell.

Jetzt, Verehrungswürdiger, geben die Menschen den außerhalb der Grenze (eines Sanghas) lebenden Mönchen Roben, so sprechend: „Ich gebe dem so und so genannten (einem anderen Mönch) die Robe.“ Jene zurückge­kommen sagen: so und so genann­ter, Menschen gaben dir, Bruder eine Robe. Die getreuen (Mön­che) akzeptier­ten das nicht (weil ein Mönch nur zehn Tage lang zwei Roben haben darf): Möge nicht ein Nissaggiavergehen sein. Ob der Erhabene die Vorgehensweise wegen dieser Roben sagen wür­de.“—„So sei es, Vereh­rungswürdiger.“ Nachdem der ehrwürdige Sona dem ehr­würdigen Mahākaccāna das geantwortet hatte, vom Sitz aufgestanden, den ehrwürdigen Mahākaccāna verehrt hatte, ihn rechts umrundet hatte, die Behau­sung aufgeräumt hatte, Al­mo­senschale und Robe genommen hatte, brach er nach Sāvatthi auf.

Allmählich (kam er) nach Sāvatthi zum Kloster im Jetahain des Anāthapindika. Er kam zum Erhabenen. Dort, nachdem er den Er­habenen verehrt hatte, setzte er sich beiseite nieder. Da sprach der Erhabene den ehrwürdigen Ānanda an: „Bereite für diesen Gastmönch, Ānanda, eine Unterkunft vor.“ Dann (dachte) der ehrwürdige Ānanda: Wenn mich der Erhabene beauftragt: für diesen Gastmönch, Ānanda, bereite eine Unterkunft, dann wünscht der Erhabene mit diesem Mönch in einer Behausung zu wohnen, dann wünscht der Erhabene mit dem ehrwürdigen Sona in einer Behausung zu wohnen, in der Behausung, wo der Erhabene weilt, in der Behausung werde ich dem ehr­würdigen Sona die Unterkunft bereiten.

Dann, nachdem der Erhabene die meiste Zeit der Nacht unter freiem Himmel verbracht hatte, ging er in die Unterkunft. Auch der ehrwürdige Sona, nachdem er die meiste Zeit der Nacht un­ter freiem Himmel verbracht hatte, ging in die Unterkunft. Dann, nachdem der Erhabene kurz vor Sonnenaufgang aufgewacht war, fragte er den ehrwürdigen Sona: „Möge dir, Mönch, die Lehre einfallen, um sie darzulegen.“—„So sei es, Verehrungs­wür­diger.“ Nachdem der ehr­würdige Sona dem Erhabenen zuge­stimmt hatte, sagte er die Achter-Gruppe auswendig auf. Da war der Erhabene am Ende der Rezita­tion des ehrwürdigen Sona sehr zufrieden: „Sehr gut, sehr gut, Mönch, die Achter­grup­pe hast du, Mönch, gut gelernt, gut im Geist behal­ten, gut überdacht. Du bist versehen mit einer gu­ten Aus­spra­che, einer deutli­chen, einer klaren, um den Sinn verständ­lich zu machen. Wie viele Jahre bist du Mönch?“—„Ich bin ein Jahr Mönch, Erhabener.“

„Warum hast du dir so lange Zeit gelassen (um Mönch zu werden)?“—„Ich sah, Verehrungswürdiger, schon lange die Nach­teile der Sinnesgenüsse, der Auf­enthalt im Haus macht viel Plage, viele Obliegenheiten, viele Pflichten.“ Dann, als der Erhabene diesen Sachverhalt verstanden hatte, zu jener Zeit sprach er diesen Aus­spruch:

Wenn man das Elend der Welt gesehen hat,
die Lehre vom Nichtanhaften gewußt hat,
findet der Heilige keinen Gefallen am Übel,
der Reine findet Gefallen an der Lehre.

Da (wußte) der ehrwürdige Sona: Mir zugetan ist der Erhabene. Dies ist die Zeit, auf die mich mein Unterweiser vorbereitet hat. Vom Sitz aufgestanden, das Obergewand auf eine Schulter getan, das Haupt zu Füßen des Erhabenen gebeugt, sagte er dem Erhabenen folgendes: „Mein Unterweiser, Verehrungs­würdiger, der ehrwürdige Mahākaccāna, verehrt den Erhabenen, indem er das Haupt zu Füßen beugt und so spricht: In Avantidakkināpatha sind wenig Mönche, nach drei Regenzeiten, nachdem mit Mühe und Schwierigkeiten von hier und dort ein Mönchssangha mit einer Zehnergruppe zusammen­gerufen wurde, habe (ich) die Vollordination erhalten. Ob der Erhabene in Avantidak­kināpatha einer noch kleineren Gruppe erlaubt, die Vollordination zu geben. Avantidakkināpatha, Verehrungswürdiger, hat unfruchtbare Erde, harten (Boden), von Rinderhufen zer­trampelt. Ob der Ver­ehrungswürdige in Avanti­dakkināpat­ha San­dalen mit mehreren Riemen erlauben würde. In Avanti­dak­kināpat­ha, Verehrungswürdiger, ist den Menschen das Baden wichtig, das Reinigen mit Wasser. Ob der Erhabene in Avantidakki­nāpatha das mehrfache Baden erlauben würde. In Avantidakkinā­patha, Ver­ehrungswürdiger, wird Fell als Unterlage benutzt, Schaf­fell, Ziegenfell, Reh­fell. Wie, Verehrungswür­diger, im mittleren Landesteil, Eragu-, Moragu-, Majjhāru- und Jantugras (benutzt wird), so, Verehrungswürdiger, wird in Avantidak­kinā­patha Fell als Unterlage benutzt, Schaffell, Ziegenfell, Reh­fell. Ob der Erhabene in Avantidakkināpatha Fell als Unterlage erlauben würde, Schaffell, Ziegenfell, Rehfell. Jetzt, Ver­ehrungs­würdiger, geben die Menschen den außerhalb der Grenze (eines Sanghas) lebenden Mönchen Roben, so sprechend: „Ich gebe dem so und so genannten (einem anderen Mönch) die Robe.“ Jene zurückge­kommen sagen: so und so genann­ter, Menschen gaben dir, Bruder eine Robe. Die getreuen (Mön­che) akzeptier­ten das nicht: Möge nicht ein Nissaggiavergehen sein. Ob der Erhabe­ne die Vorge­hensweise wegen dieser Roben sagen wür­de?“ Nachdem der Erhabene aus diesem Grund, aus diesem Anlaß eine Lehrre­de gehalten hatte, sprach der die Mönche an: „Avan­tidak­kināpatha hat nur wenig Mönche, ich erlaube, ihr Mön­che, daß in allen angrenzenden Landesteilen ein Vinaya­kenner in einer Fünfergruppe Vollordination geben kann.

In diesem Falle sind die angrenzenden Provinzen: in östlicher Richtung ist die Kleinstadt Kajangala, dahinter ist Mahāsālā, danach sind die angrenzenden Provinzen, davor ist die Mitte. In süd­östlicher Richtung ist ein Fluß namens Sallavattī, da­nach sind die angrenzenden Provinzen, davor ist die Mitte. In südlicher Richtung ist die Kleinstadt mit Namen Setakannika, danach sind die angrenzenden Provinzen, davor ist die Mitte. In westlicher Richtung ist das Brahma­nen­dorf Thuna, danach sind die angrenzenden Provinzen, davor ist die Mitte. In nördlicher Richtung ist der Berg Usiraddhaja, danach sind die angrenzenden Provinzen, davor ist die Mitte. Ich erlaube, ihr Mön­che, in derartigen angren­zenden Landesteilen einem Vinaya­ken­ner in einer Fünfer­grup­pe Vollordination zu geben.

Avantidakkināpatha hat unfruchtbare Erde, harten (Boden), von Rinderhufen zertrampelt. Ich erlaube, ihr Mönche, in allen angrenzenden Provinzen San­dalen mit mehr als einem Riemen. In Avantidakkināpatha ist den Menschen das Baden wichtig, das Rei­nigen mit Wasser. Ich erlaube, ihr Mönche, in allen an­gren­zenden Provinzen das mehrfache Baden. In Avantidakkināpatha wird Fell als Unterlage benutzt, Schaf­fell, Ziegenfell, Reh­fell. Ich erlaube in allen angrenzenden Provinzen Fell als Un­terlage, Schaf- Ziegen-, Rehfell. Jetzt, ihr Mönche, geben die Menschen den außerhalb der Grenze (lebenden) Mönchen Roben, so sprechend: Ich gebe dem so und so genannten (einem anderen Mönch) die Robe. Ich erlaube, ihr Mönche, das zu akzeptieren. Er muß nicht mit dem Zählen beginnen (den Tag von dem ab er 2 Roben hat), bis er sie in der Hand hat.“

Das Kapitel über Fell ist beendet.

In diesem Abschnitt sind dreiundsechzig Sachverhalte:

Hier die Aufzählung:

König von Magadha, Sona und die achtzigtausend Dorfoberhäupter, Sāgata hat am Gijjhakūta viele Fähigkeiten gezeigt, die Füße waren aufgebrochen wegen der übermäßigen Anstrengung, Laute, einrie­mig, blau, gelb, rot, purpurn und schwarz, orange, vielfarbig, Umrandungen hat er abgelehnt, mit Absätzen, die bis zum Knie reichen, Schnür­schuhe, baumwollgefütterte Schuhe, schillernde Farben, mit Widderhörnern versehen, mit Zie­genhör­nern verse­hen, mit Skor­pionen versehen, mit Pfauenfedern ver­sehen, mit Stickerei versehen, aus Löwen­fell hergestellt, aus Tigerfell hergestellt, aus Leo­pardenfell hergestellt, aus dem Fell der schwarzen Antilo­pe, Otternleder, Katzenle­der, Eichhörnchen­le­der, Eulenfell, aufgerissene Sandalen, Hühnerauge, ungewaschen, Baumwoll­strümpfe, laute Geräusche, Palmen, Bam­bus, Tinnagras, Munja-, Reed, Sumpf­dattelpalme, Kamalagras, Wolle, Goldsandalen, Silbersandalen, Edelsteinsandalen, Lapis­la­zulis­andalen, Kristallsandalen, Bronzesandalen, Glassanda­len, Zinn­s­andalen, Bleisandalen, Kupfersandalen, Kühe, Wagen, und der Kranke, mit Männern versehene Sänfte, Betten und Liegeplätze, große Felle, und der Böse mit dem Rinderfell, bei den Laien, mit Leder(bändern) zusammen­gehalten, sie gingen (ins Dorf), krank werden, Mahākaccāna, Sona sagt die Achtergrup­pe auswendig auf, Vollordination durch die Fünfergruppe, mehr­riemig, mehr­faches Baden, erlaubt sind Fellunterlagen, er muß nicht mit dem Zählen beginnen, so hat der Führer dem Sona fünf Wünsche erfüllt.