Petavatthu

Buch 1

5. Außerhalb der Mauern

Buddha:
Sie stehen vor den Mauern da,
an Kreuzungen, an Plätzen auch,
sie steh’n an Pfosten vor der Tür,
zum eig’nen Haus gekommen her.

Zum Essen, Trinken, Fülle gibt’s
an Nahrung, die vorhanden ist,
doch niemand an die Wesen denkt,
die einst sich so ihr Los gewirkt.

Nur wenn von Mitleid sind erfüllt
Verwandte, solche geben dann
rechtzeitig, was erlesen, rein,
an passend Essen, Trinken ist:
„Für unsere Verwandten sei’s,
Verwandte sollen glücklich sein.“

Und diese dann versammeln sich,
Verwandte aus der Petawelt.
Was ist an Essen, Trinken da,
des freuen sie aufrichtig sich:

Petas:
„Lang mögen leben Unsrige,
von denen dieses wir erlangt,
die uns gewürdigt und verehrt,
denn Geben bleibt nicht ohne Frucht.“

Buddha:
Nicht gibt’s im Jenseits Ackerland,
nicht findet man auch Viehzucht dort,
nicht gibt es Handel, so wie hier,
nicht gibt es Geld, Kauf und Verkauf.
Nur das, was hier gegeben ward,
den Petas drüben kommt zugut.

Wie Regen, der auf Bergen fiel,
nun stets bergabwärts weiter fließt,
so kommt, was hier gegeben ist,
den Petas drüben wohl zugut.

Wie große Ströme, übervoll,
den Ozean erfüllen stets,
so kommt, was hier gegeben ist,
den Petas drüben wohl zugut.

Peta:
„Sie gaben, taten wohl für mich,
Genossen, Freunde, wer verwandt,
uns Petas möge geben man,
gedenkend, was man sich erwirkt.“

Buddha:
Was aber Weinen, Kummer ist,
Wehklagen oder was es sei,
nicht nützen die Verwandten so
dem Peta im geringsten nur.

Doch wer hier jene Gabe gibt,
verwendend für den Orden sie,
dem wird für lange Zeiten dies
zum Vorteil dienen ganz gewiss.

Dies ist die Pflicht Verwandter, hier beschrieben:
Den Petas ist Verehrung reichlich worden,
den Mönchen aber hat man Kraft gegeben.
Nicht wenig also ist Verdienst, was ihr gewirkt.